Ausgabe 
8.2.1877
 
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rübrt von dem französischen Physiker Fizeau ber. Derselbe fand, daß das Licht einer Lampe, um einen Weg von geographischen Meilen zurückzulegen, ¼7180 Secunde braucht. Apparat und Versahren sind zwar schwer ohne Zeichnungen zu deschreiben; indessen soll versucht werden, don dem zu Grund liegenden Princip wenigstens eine Anschauung zu geben. Wird ein Rad mit einer großen Anzahl von Zähnen und Lücken sehr rasch gedreht, so ist die Zeit, wäbrend welcher ein Zahn oder eine Lücke vor einem bestimmten Punkt verweilt, eine sehr kurze. Kennt man die Anzabl der Zähne und die Zahl der Umdrehungen, welche das Rad in einer Secunde macht, so läßt sich jene Zeit derechnen. Gehen nun, wäbrend das Rad gedreht wird, Lich istrahlen durch die Lücken nach einem entfernten Spiegel und werden die Strahlen von diesem Spiegel so zurückgeworsen, daß sie nach dem Rad zurückkehren, so werden dieselben bei ihrer Rückkehr je nach der Drehungs geschwindigkeit des Rades entweder einen Zahn oder eine Lücke tressen, so daß sie also je nach den Umständen durch einen Zabn aufgebalten werden, oder durch eine Lücke bin durchgehen. Im letzteren Fall erblickt ein hinter dem Rad umjang befindliches Auge das Licht, im ersteren nicht. Fizcau's Versuche ergaben nun, daß bei 12 Umdrehungen des Rades in der Secunde alles Licht verschwand. Die Ursache davon konnte nur darin liegen, daß alles Licht, das durch die einzelnen Lücken bindurchgegangen war, durch die an die Stellen der Lücken vorgeschobenen Zähne aufgefangen wurde. Soviel Zeit eine Lücke brauchte, um dem nachfolgenden Zahne Platz zu machen, ebensoviel Zeit braucht das Licht, um von dem Rad nach dem entfernten Spiegel zu geben und von diesem zum Rad zul ückzu⸗ kehren. Da das Fizeau'sche Rad 720 Zähne und ebenso viel Lücken batte, so betrug jene Zeit ½2. 70 8 ¼17780 Secunde. Der reflectirende Spiegel war aber 1 ½ Mette vom Rad entfernt, mitbin bertug vom Licht in ½7280 Secunde zurückgelegte Weg Meile, also der in einer ganzen Secunde zurückgelegte Weg 17280& Meilen.

der der

Die zahlreichen, das Verständniß wesentlich erleichternden

Karten waren von Lehrer Werner gazeichnet.

e Friedberg. Am letzten Sonntag sand unter Leitung des biesigen Seminarlehrers Schmidt in dem Saale des Hötel Trapp ein Concert zum Besten unsetes

Bürger⸗Oospitals falt, das sich eines außerordentlich zahl⸗

reichen Besuches erfreute. Sämmtliche Lieder des Sänger⸗ Chors der biesigen Seminaristen, sowie die Vorträge der übrigen Mitwirkenden, erndeten reichen und wohlverdienten Beifall. Wahrhaft hinreißend wurden die beiden Volks- lieder von den Seminaristen vorgetragen, und die Arie aus dem Freischütz, welche von Fräulein Pfann müller aus Gießen gesungen wurde, hal wohl in allen Hötern die zartesten Empfindungen wachgerusen. Der Ertrag des Concertes belief sich auf 290 M., und gewiß werden Alle, welche zu diesem Ergehniß beige tagen baben in dem Be wußtisein den schönsten Lohn finden, daß sie durch ihre Bemübungen miigeholsen haben, um obdachlosen Kranken einen Ausentwalt zu bereiten, wo sie freundliche Pflege und Genesung finden köunen.

Bahn u. s. w. bezieben, zu erzielen, und sei Hoffnung vorhanden, daß diese Verhandlungen zu einem befriedigen den Ergebniß führen werden, womit dann das letzte Hinderniß gehoben sei, welches der Inangriffnahme bes Baues noch entgegenstehe.

Friedberg. Der vom biesigen Volksbildungs Verein auf den 9. Februar angezeigte Vortrag des Medicinalraths Dr. Lorenz über die Ursachen des Erkrankens und die Möglichkeit ihrer Vermeidung findet nach einer uns zu⸗ gegangenen Miitheilung erst Freitag den 16. Februar statt.

Darmstadt, 5. Febr. Gestern Abend gegen 7 Uhr ertönte die Feuerglocke. Es brannte eine neben dem Hanauer Hof gelegene mit Faßdauben und Stroh ge füllie Scheuer und gerieth das Dachwerk der Brauercl selbst in Flammen. Nascher Hülse der wackeren Turner⸗ seuerwebr ist es zu danken, daß der Schaden imHanauer Hof nicht allzubedeutend wurde. Die Scheuer, deren Inhalt nur tbeilweise versichert war, konnte nicht gerettet werden. Ueber die Entstebungsursache des Feuers ist Nichts bekannt. Durch das Umfallen einer Steigleiter verunglückten 3 Feuerwehrleute.

Allerlei.

Geisenbeim. Bei det biesigen k. Lebranstalt für Obst- und Weinbau sind zwei Japanesen, Namens Taisuke Miura und Diro Katzura, als Hospftanten eingetreten. Die beiden jungen Männer, welche seit zwei Jahren auf Kosten der jap inesischen Regierung in Deuischland ver weilen und deulschen Sprache in Wort und Schrift schon ziemlich mächtig sind, wollen ein Jahr lang bier verweilen und nicht allein an den tbeorctischen Unterrichts⸗ Gegenständen, sondern auch an den prakuschen Arbelten in den Gärten und Weinbergen der Anstalt Theil nebmen, um das hier Erlernte späterhin in ihrem Vaterlande nutzbar zu machen.

Frankenthal, 4. Februar. Gestern Abend wurde oberhalb Frankenthal von dem um 10 Ubr 15 Min. in der Richtung nach Ludwigsbasen fahrenden Personenzug

det

lein Omnibus, in welchem sich zweit Passagiete defanden überfahren. Zum Glück wurde nur det biniere Theil des Wagens von dem an dieser Stelle noch langsam fahrenden Zuge erwischt und weggerissen, so daß die Insassen [sowie Kuucher und Pferde nicht verletzt worden sind. [Der Bahnwärter halle vergessen, den Uebergang abzu

schließen und soll schlasend in dem Wärtethäuschen de troffen worden sein. Berlin, 5. Jebruar. Der bekannte Siatistiker Dr. Otto

Hübner ist gestern bierselbst gestorben.

Ems, 1. Febr. DerHoffnungs⸗Stollen des Blei- und Silber ⸗Bergwerks ist, wie dieKobl. Zig. meldet, am vorigen Sonnabend durch das Ober-Bergamt vorläufig geschlossen worden, da man in demselben den Emser Mineralquellen so nabe gekommen ist, daß für deren Fort⸗ bestand Gesabr vorhanden sein soll. Ja, man erzählt fich sogar, die Viktorisquelle sei bereiis angeschlagen.

lich bemübt, alle Maßregeln zu ergteisen, welche geeigne sind, das Gefübl der Sicherheit wieder zu besesnigen. Die polizeilichen Vorschriften wurden auf's Neue eingeschärft, baldige und sichete Schließung der Wohn⸗ und Ockonemie⸗ gebäude angeordnet, und ein regelmäßiger Patrouillen⸗ dienst eingerichtet. Am nächsten Sonntag finden in den evangelischen und der katholischen Kirche besondere Gottes⸗ dienste stalt, welche den Ernst det letzten Zeit und die Bitte um Gottes gnädigen Schutz zum Gegenstand haben werden.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 7. Febr. Waizen M. 24.50. Korn M. 20.. Gerste M. 18.20. Hafer M. 1519. Kar⸗ loffeln M.. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo = 200 Zollpfund.

Frankfurt, 5. Febr.( Viehmarkt.) Der heutige Markt war seht gut befahren, das Geschäft aber flau, namentlich gut dies von Hämmel. Es ist dies die Folge der wegen der Rinderpest eingetretenen Grenzsperre nach Frankreich und England. Angetrieben warten: 480 Ochsen,

350 Kühe und Rinder, 300 Kälber und 500 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 6365., 2. Qual. M. 5456. Kübe und Rinder 1. Qual. M. 60., 2. Qual. M. 4951. Kälber 1. Qual. M. 5154., 2. Qual. M. 4448. Hämmel 1. Qual. M. 51., 2. Qual. M. 4244.

Frankfuct, 5. Febr. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr. 2 M. 7., Ni. 3 M. 39, Nr. 1 M. 29. Nr. 5 M. 23. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 27., o. II.(Berliner Marke) M. 22., Weizen M. 25.25. Korn M. 18.50 19.25., Gerste M. 1921., Hafer M. 15.50 18. Kohlsamen M.., Erbien M. 2124., Wicken M. 19. Linsen M. 2130., Rübsl M. 83.

Die Preise verstethen sich sämmtlich per 200 Pfund ⸗Zoll⸗ gewicht 100 Kilo.

Main! 5. Febr. Producten⸗Markt. Waizen per März 22.15. Korn per März 16.65. Hafer pet März 16.65. Ruböt per Mai 37.50.

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Geld- Cours.

Frankfurt am 5. Februar 1877.

20 Frankenstücke Mk. 16 24428 Englische Sovereigns 20 3338 Russische Imperiales 1 16 7580 Holandische fl. 10⸗Stücke 10,68 e f 9 6065 Ducaten al mare 5 9 6469 Dollars in Gold 8 41619 Eingesandt.

0. Friedberg. Die seither unter dem NamenSchellbaas' sche Capelle bestan⸗ dene Gesellschaft bat sich, nachdem sie ihre seit⸗ herigen Verhältnisse gelöst und geordnet, nunmehr

Tübingen, 1. Febr. Von den beim letzten größeren fals Verein neu gegründet und will nun auch außer

Friedberg. In Betreff des Baues der Friedberg] Brande verunglückten Feuerweb ruten wurden nur noch Hanauer Eisenvahn wird in demMain- und Kinzig wenige Resie im jammervollsten Zustande gesunden, und Boten die Antwoct miigetheilt, welche det Landta gsabge⸗[heute unter allgemeinster Theilnabme zur Erde bestallet. ordnete Ziegler in Berlin von dem Minisicrial⸗ Director Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, des Mordbrenners Weishaupt über den Stand des Baues erhalten batte, babhaft zu werden. Alle Vermuthungen und Gerüchte

nämlichdaß im Augenblick Vertreter der betreffenden Re gierungen bezw. betheiligten Bahnverwaltungen in Berlin agen, um ein Einverständniß bezüglich der noch abweichen den Anschauungen und besiehenden Differenzen, die sich auch auf die beabsichligte Fortsetzung der Gießen-Gelnbauser

über den oder die Thäter, staltgefundene Verhaftungen, baben noch zu keinem sicheren Resultate geführt. Auf die Ensdeckung des Schuldigen ist eine Prämie von 1000 Mark gesetzt. Behörden und Prioate thun, was in ihren Kräften steht, um weiteres Unglück zu verhindern, und sind ernst⸗

ordentliche

Mitglieder gegen Bezahlung eines mäßigen Beitrags aufnehmen. Es wäre gewiß schade gewesen, wenn die Capelle, in deren Mitte junge tüchtige Kräfte wirken, für uns verloren gegangen wäre, und ist es doppelt erfreulich, daß Herr Schellhaas in dem neuen Verband die Leitung wieder fortführen will. Wünschen wir dem Vereine das beste Gedeihen.

2 Immobiliar-Versteigerung. 377 Freitag den 9. Februar l. J., Vormittags 10 Uhr, sollen in hiesigem Rathbause die nachverzeichneten, den Erben des verstorbenen Unteradjutanten Otto gehören den Güterstücke erbvertheilungshalber an den Meist

bietenden versteigert werden: Gemarkung Friedberg.

Flur. Nr. Klftr. 4. 224. 31. Grabgarten in der Kehl, bildet ein 4. 223. 78/10 daselbst, Grund⸗ 4. 222. 3%ö daselbst. stück.

Friedberg den 1. Februar 1877. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Det.

2* Jagd- Verpachtung.

Die der hiesigen Gemeinde zustehende Feldfagd, 2200 Morgen groß,/ Stunden von der Statton Fried verg anfangend, soll Donnerstag den 15. Februar l. 9. Vormittags 11 Uhr, auf dem hiesigen Rathhause auf 6 Jahre verpachtet werden.

Dorn⸗Assenheim den 1. Februar 1877.

Großherzogliche Bürgermeisterei Dorn-Assenheim.

Rack.

80,000 Fichtenpflanzen werden aut dem hiesigen Gemeindewald zum Anschlags preis aus der Hand abgegeben.

Wohnbach den 3. Februar 1877. Großherzogliche Vürgermelsterel Wohnbach. Site.

Acdicina-Jtberlhran

429 bei Wilh. Bernbeck.

370

Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 123 Im Distrikt Meilbach sollen versteigert werden:

1. Montag den 12. Februar. Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter. Wellen. Buchen 339 175 133 4340 Eichen 22 8 Aspen 51 230 Nadelholz 3 31

2. Dienstag den 13. Februar. Eichenstämme mit 21.40 Kubikm. Inhalt; 2 Birkenstamme mit 0,79 Kubikm. Inhalt; 1 Ahornstamm mit 1,1 Kubikm. Inhalt; 1 Elsbeerstamm mit 0,46 Kubikm. Inhalt; 280 Fichtenstämme mit 145 Kubikm. Inhalt, 15 Centim stark und 920 Meter lang und 88 Fichtenstangen mit 10 Kubikm. Inhalt Zusammenkunft jedesmal Morgens 10 Uhr auf der Hattenroͤder Straße, eirca 1 Stunde von hier. Lich den 5. Februar 1877. Wimmenauer, Forstrath.

Holz-Versteigerung.

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422 Mittwoch den 14. d. M., Vormittags um 10 Uhr werden dahier 160 Raummeter Buchen Scheitholz

I. Classe zur Lieferung öffentlich versteigert

Martenschloß den 5. Februar 1877. Großherzogliche Landeszuchthaus-Direktlon. Seriba.

Hartgebrannte Russensteine . 3. v. d. O.

Joh. Biedenkapp.

Hofraithe-Versteigerung. 348 Freitag den 9. Februar l. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiesigem Rathhause die Hofraithe der verstorbenen [Bernhard Otto Wittwe erbvertheilungshalber einer nochmaligen Versteigerung ausgesetzt werden. Friedberg den 26. Januar 1877. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. en

Submission. 409 Die Lieferung von 400 Centimeter blauen Basalt⸗ steinen, auf den Vieinalweg nach Eschborn, sollen auf dem Submissionswege vergeben werden. Nähere Bedingungen konnen auf dem hiesigen Bürgermeistereibüreau von heute an eingesehen werden. Unternehmungslustige wollen ihre Offerten versiegelt mit der Aufschrift:Submissions⸗ offerte für Lieferung blauer Basaltsteine dis längstens den 20. Januar, Vormittags 10 Uhr, an die unter⸗ zeichnete Stelle einreichen Roͤdelheim den J. Februar 1877.

Der Bürgermeister Müller.

Holz- Versteigerung.

430 Montag den 12. Februar d. J. kommen Domanialwald Frauenwald, von Morgens zur Versteigerung:

19 Raummeter Eichen⸗Scheitholz, 2 5 Knüppelbolz, 7429 Wellen Eichen- ze. Reisholz, 150 1 Aspen Reisholz,

14 Stück Eichenstaͤmme von 27 42 Centim. Durch⸗ messer und 36 Meter Lange= 6,90 Festm. Inhalt.

Ober⸗Rosbach den 6. Februar 1877 Großherzogliche Oberfoͤrsteretl Ober⸗Rosbach. Strack.

in dem 10 Uhr an,