Ausgabe 
6.9.1877
 
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Michelstadt, 3. Sept. Nach dem Gesetze verabschieden, von Wien abgereist und lebt in sind die Standes- Herren nicht verpflichtet, Ein⸗ Paris als Privatmann. quartierung zu nehmen. Dem Grafen von Erbach⸗

Erbach wurde von der städtischen Einquartirungs- man Pascha über eine Recognoseirung in der Richt⸗ daten. dem Dorfe Pilischat wurden allein vorläufig 300 die Russen das Dorf Jerhilogatsch besetzt halten. Leichen gezählt.

Commission,weil derselbe in Erbach eine große Bierbrauerei besitzt, die er selbst betreiben läßt,

ung auf Gabrowa und Baltie, welche ergab, daß

war der Kampf beendigt. sich auf ungefähr 600 Mann. In einer Depesche vom 1. berichtet Sulei- sprechen jedoch von 30 Ofstzieren und 1020 Sol⸗

Unser Verlust belief Spätere Berichte Der Verlust der Türken sei enorm. Bei

Türkische Quellen gaben den

die betreffende Zahl Soldaten zugewiesen, deren Nach einer Depesche Suleiman's vom 2. dauert russischen Verlust bekanntlich zuerst auf 4000 Mann

Annahme er jedoch aller Bemühungen ungeachtet der Artillerie-Kampf am Schipka⸗ Paß noch fort-(an, spätere Nachrichten wissen nur von 1500 Mann.

standhaft verweigert. Es wurde deshalb höheren 2. Sept. Mehemet Ali Pascha setzt seinen Orts Beschwerde geführt, und man ist begierig Marsch auf Kairköi und Osikowa fort. 15000 auf das Resultat, da heute schon Ouartiermacher Mann marschiren von Rustschuk gegen Pyrgos. hier sind und morgen die Manöver anfangen. Carlsruhe. Die evangelische Ober-Kirchen- von Zgalince und Pelisat zerstört; derselbe ist Behörde hat in Ausführung des Beschlusses der keineswegs in seine ursprüngliche Stellung zurück letzten General Synode über die staatliche Ge- marschirt. Aus dem Gefecht von Karahassankibi währung der Sonntags⸗Feier und wohl auch mit sind 110 Wagen mit Verwundeten in Sistowa Rücksicht auf die gegenwärtig in anderen Theilen eingetroffen. des Reiches auf dem gleichen Gebiete hervortreten? 3. Sept. Der Commandant von Rust⸗ den Bestrebungen an die unterstehenden Kirchen- schuk, Achmed Pascha, meldet einen erfolgreichen Gemeinderäthe die Weisung ergehen lassen, behufs Ausfall aus der Festung mit sieben Bataillonen. Stellung geeigneter Anträge an die Regierung, Serbien. Belgrad, 3. Sept. 25,000 über den Umfang und den zeitigen Stand der Türken unter dem Commando von Salih und bezüglichen Feier bis zum 1. October Berichte Zekki Pascha besetzten die bosnisch-serbische Grenze. einzuschicken und darin die in der General⸗Synode Fürst Gortschakoff hat die Bitte der Bosnier

Osman Pascha hat die russischen Befestigungen

Der Großfürst Michael wird den unmittel- baren Befehl über das Corps des Generals Loris Melikoff übernehmen.

3. Sept. Die russischen Verstärkungen treffen mit Beschleunigung in großen Abtheilungen ein. Die russischen Positionen am Schipka⸗Passe sind nunmehr derart besetzt und befestigt, daß sie für uneinnehmbar gelten. Türkische Quellen sagen dagegen, hätte Suleiman Pascha auf den Höhen, welche das Fort Nicolas und den Schipka-Paß dominiren, Geschütze in Position gebracht.

4. Sept. Eine Depesche derDaily News aus Poradin 31. Aug. constatirt hinsichtlich der letzten Kämpfe bei Plewna, daß der Angriff Osman Pascha's auf die russischen Positionen von Igalince und Pelisat, aus welchem sich die furchtbarste

lautgewordenen Wünsche über Sonntags-Ruhe, Sonntags Freude und»Heiligung in besondere Erwägung zu ziehen. Dabei soll bei der Sonn- tags⸗Ruhe namentlich berührt werden, in welchem Umfang den Staats⸗Angestellten, vorzugsweise bei der Eisenbahn, die Sonntags Ruhe durch den Dienst benommen ist und welche am Sonntag be triebenen industriellen Arbeiten die letztere stören. Bei der Sonntags-Freude sind die einzelnen Ge nüsse anzuführen und zu erörtern, ob für die Sittlichkeit nachtheilige Folgen damit verbunden sind und die sonntäglichen Aufzüge und Festlich keiten einen ungünstigen Einfluß ausüben. Bei der Sonntags-Heiligung wünscht der Ober⸗Kirchen

rath die Aufmerksamkeit auf den häuslichen Gottes dienst und auf die Vorkehrungen zur Privat-Er-

bauung der Gemeindemitglieder gerichtet zu sehen. Regensburg, 2. September. Der deutsche Kronprinz ist heute früh um 5 Uhr 15 Minuten von hier abgereist. Derselbe wurde vom deutschen Kriegerbunde mit Fahne und Mustik begrüßt.

Ausland. Schweiz. Bern. Die deutsche Regierung richtet seit einiger Zeit ihr Augenmerk auf die

um russische Hülse ablehnend beantwortet. Schlacht des ganzen Krieges entwickelte, allenthalben e 4. Sept. Unter dem Vorsitze des Fürsten mit dem Rückzuge der Türken endigte. Die Russen tagt fortdauernd der Kriegsrath zur Erwägung gewannen sämmtliche früher verlorenen Positionen des Feldzugsplans. Horvatovie soll gegen Widdin, wieder und verfolgten die Türken eine Strecke Leschjanin gegen Nisch, Nikolic gegen Sienitza weit mit Cavalerie.

Aufstellstng nehmen, das Drina-Corps ist für eine 4. September. DiePresse meldet aus Defensivstellung bestimmt. Pionier-Abtheilungen Sistowa vom 3. September: Russische Cavalerie sind bereits nach der Grenze abmarschirt. Am(Avantgarde der bei Corabia die Donau über- 13. September müssen sämmtliche Offiziere auf schreitenden Truppen) nahm gestern bei Gornje ihrem Posten sein. Das Ministerium ist in Bezug Dabnik einen türkischen Proviant⸗Transport von auf die Kriegsfrage solidarisch einig. 80 Wagen. Die rumänischen Truppen bilden Numänien. Bukarest. Vor seiner Ab- den äußersten rechten Flügel der russischen Auf- reise nach Gorni⸗Studen erklärte der Fürst in stellung; dieselben haben die Bestimmung, die Ver⸗ Gegenwart von Civil- und Milifär-Brämten, die bindung von Plewna gegen Westen und Südwesten rumänische Armee werde nur an dem Herbst-Feld- abzuschneiden. General Depp, welcher die befestigten zuge theilnehmen. Von einem Winter- Feldzuge Stellungen von Tirnowa bis zum Schipka · Paß oder der Fortsetzung des Krieges im nächsten besichtigt hat, meldet, daß alle Punkte mit Pro- Früh- Jahre sei für Rumänien nicht die Rede. viant sowie Munition reichlich versehen, und daß Die rumänische Brücke befindet sich nicht bei dem Tirnowa und der Schipka-Paß vor einem directen Dorfe Corabia selbst, sendern einige Kilometer türkischen Angriffe gesichert seien. f

entfernt bei dem Dorfe Silischtoane, dem bul 4. Sept. Gestern haben die Generale garischen Dorfe Magura gegenüber. Imeretinskls und Skobelow Lowatsch erstürmt. e 2. Sept. Die um Plewna befindlichen Nähere Angaben fehlen noch. russisch-rumänischen Armeen sind den Befehlen des 4. Sept. Nach einem. Fürsten von Rumänien untergeordnet. Die ganze Petersburg an die russischen Gesandtschaften

Telegramm aus bei

Befestigungen an der französisch- schweizerischen rumänische Armee, die Reserven mit inbegriffen, den auswärtigen Regierungen haben die Russen

Grenze.

werke seien erst in Angriff genommen worden, nachdem eine Verständigung zwischen der fran⸗ zösischen Regierung und dem eidgenössischen Bun desrathe darüber erfolgt sei. Diese Nachricht ist um so mehr anzuzweifeln, als unter den schweizerischen Blättern, welche auf die Gefahr der fraglichen Festungswerke aufmerksam machten, auch das eigene Organ der Bundes Regierung, derBund, sich befand. Außerdem ist nicht anzunehmen, daß die schweizerische Regierung sich auf eineVerständig⸗ ung eingelassen hätte, welche der Regierung des deutschen Reichs allerdings Anlaß zu der Unter- suchung geben müßte, ob nicht die vertragsmäßige Neutralitität der Schweiz dadurch thatsächlich als verletzt zu betrachten sei.

Frankreich. Paris. DieAgence Havas meldet: Der Tag der Wahlen für die Kammer ist definitiv auf den 14. October festgesetzt. Das betreffende Decret wird am 20. d. erscheinen.

4. Sept. Wie die Zeitungen melden, ist Thiers gestern Abend 6 Uhr in St.-Germainen- Laye plötzlich gestorben. Der Tod Thiers erfolgte durch einen Schlaganfall, nachdem Thiers Morgens noch in bestem Wohlsein promenirt und sich mit seiner Umgebung über die bevorstehenden Wahlen lebhaft unterhalten hatte. Nach dem Frühstück trat ein sich fortwährend steigerndes Unwohlsein ein.

Türkei. Constantinopel. Die Ernen nung Aarifi Pascha's zum Botschafter in Paris ist nunmehr amtlich veröffentlicht. Ueber die Er- nennung eines neuen Botschafters in Wien ist noch keine amtliche Bekanntmachung erfolgt. Der seilherige Wiener Botschafter war nämlich plötzlich ohne einen Grund anzugeben und ohne sich zu

Ein schweizerisches Blatt läßt sich nun bewerstelligte am Samstag ihren Donau-Uebergang am 1. Sept. von Paris aus versichern, die französischen Festungs- bei Corabia.

Suchum⸗Kaleh eingenommen, nach⸗ Fürst Karl ging heute früh nach dem sich die Türken auf ihre Schiffe zurückgezogen Nikopolis, von wo er in das neue Hauptquartier hatten. Die abchasische Küste ist nunmehr frei nach Poradim abreist. Nikopolis wird ausschließlich von türkischen Truppen. Der Aufstand der ab⸗ von einer rumänischen Garnison besetzt werden. chassschen Bevölkerung ist durch General Alchasoff Die kürkische Garnison von Silistria hat eine bewältigt. Die türkischen Truppen haben am Brücke bis zur Donau⸗Insel errichtet. Bis jetzt 3. Sept. Suchum-⸗Kaleh verlassen und gleichzeitig ist es noch unklar, ob dies Vorbereitungen zu 3000 Bewohner des Kaukasus, welche auswandern, einem Uebergange nach Rumänien sein sollen, oder nach der Türkei übergeführt.

ob es sich blos um Fällung von Holz auf der Aus Stadt und Land.

Donau. Insel handelt. Von russisch rumänischer Arheilgen, 4. Sept. Ein erschütternder Unglücksfall Seite sind alle Vorbereitungen getroffen, um den hal sich am Sonntag Abend hier zugetragen. Ein auf Uebergang über die Donau unmöglich zu machen. dem Heimwege begriffenes Mitglied des Kriegervereins,

Ruß 5 i 1. welchem Nachmittags bei den aus Anlaß der Sedanfeier eee eee Offfciell. Gorni abgegebenen Salven mehrmals sein Gewehr versagt halte, N 1.

ber. Auf der Straße nach sprach mit einem Bekannten hierüber und legte, in der Osman-Bazar, sowie in den Balkan⸗Pässen und Meinung, daß das Gewehr nicht geladen sei, auf e gegen Lowatsch ist Alles ruhig. Am 31. Aug. an. Der Schuß ging los und verletzte den Freund 10

I 15; ö lich, indem keine Hoffnung auf Erhaltung von dessen Leben Morgens verdrängten acht türkische Bataillone,handen ist. Haff unglücklich Thäler befindel sich in welche aus Rustschuk kamen, unsere Vorhut aus größter Verzweiflung. Beide Männer sind verheirathet der Stadt Kadiköi, wurden aber von dort durch und Väter mehrerer unerzogener Kinder. At eee die angekommenen Verstärkungen wieder vertrieben. Dieburg, 3. Sept. Gestern Abend hat sich in hiesig

5 l 5 5; ignet. Der Unsere Verluste bei Kadiköi beliefen sich auf 7 Stadt ein sehr bedauernswertber 1 ee man

todte und 30 verwundete Soldaten. be e ee eee

Der am 31. August bei Plewna stattge⸗ fundene Kampf hatte folgenden Verlauf: 6 Uhr Morgens verdrängte die türkische Cavalerie unsere Vorposten. Gegen 8 Uhr entfaltete der Feind Infanterie und Artillerie, worauf eine Kanonade begann. Später ersolgten mehrere Angriffe auf Sgalevitza und Omrag, zwischen Sgalevitza und Pilischat. Der letzte Punkt war mehrere Male in unserem, mehrere Male in türki⸗ schem Besitz. Nachdem alle Angriffe zurückgeschlagen

Um Vater stürzen wollte. Sohn des B., welcher diesem

waren, ergriffen wir die Offensive und wiesen die Türken, deren Zahl gegen 25,000 Mann betrug, endgültig zurück. Am Nachmittag um 4 Uhr

hört, mit seinem Valer einen Streit, der schließlich dahin ausartete, daß der Sohn sich mit einem Messer auf seinen Der jüngere, etwa 20 Jahre alie Vorfall beiwohnte, wollte einen Vater vor diesem Angriff, seines Bruders 650 und holte in unglückseliger Leidenschaft ein Beil 0 5 welches er mit voller Wucht auf den Kopf seines Bru 00 niederfallen ließ, der Getroffene sank sofort schwer verwun nieder undes wurde durch den herbeigerusenen Arzt constatirt, daß der Schädel mehrfach zersplittert ist und der Verwundete kaum mil dem Leben davonkommen dürfte. Untersuchung ist eingeleitet.

Allerlei. Wiesbaden. Das hiesigeTagbl. macht darauf gufmerklam, daß hesonders in letzterer Zeit eine neue Art,

sich Wintervotalh auf anderet Nute Kosten zu beschaffen,