Ausgabe 
31.8.1876
 
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Donnerstag den 31. August.

M. 103.

Oberhessischer Anzeiger.

Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

Rreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Für den Monat September kaun auf denOberhessischen Anzeiger bei der Verlags-Expedition mit 34 Pf., bei den Poststellen mit 50 Pf. abonnirt werden.

Amtlicher Theil.

Generalversammlung des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen.

Die diesjährige ordentliche Genecralversammlung des landw. Vereins don Oberhessen soll am Montag den 18. September d. J., Vor- mittags 11½ Ubr, zu Gießen im GasthausZum Einhorn abgehalten Gegenstände der Verhandlungen werden sein:

1) Erstattung des statutenmäßigen Rechenschaftsberichtes. 2) Wahl des Präsidenten, Vicepräsidenten und Ausschusses für die

werden.

Periode 1877/79.

3) Wabl des nächstjährigen Versammlungsortes. 4) Die Frage: Wird die Einfuhr fremden Zuchtviebes und welcher Racen gewünscht und soll dieselbe durch den Verein oder auf welche

andere Weise bewirkt werden?

5) Die Frage: Warum macht die Zusammenlegung der Grundstücke im Großberzogthum keine Fortschritte, während sie in andern Län dern, namentlich in Preußen, zum großen Theile durchgeführt ist?

6) Welches sind die wirthschaftlichen Aufgaben der landwirthschaftlichen

Körperschaften?

8) Die Frage:

eingereicht werden.

Der Präsident des

7) Auf welche Weise können die Landwirthe auf eine angemessene Regu lirung des Preises der landwirthschaftlichen Producte namentlich in Zeiten, in welchen die Arbeitslöhne im Mißverbältniß zum Produktivwerthe stehen?

Empfiehlt sich für

Molkereigenossenschaften und in welcher Weise lassen sich dieselben

in's Leben rufen?

Nach§ 33 der Statuten muß jedes Mitglied des Vereins, welches in der Versammlung einen Vortrag zu halten wünscht, diese Absicht vor Beginn derselben dem Präsidium zu erkennen geben; schristliche Mittheil ungen müssen mindestens einige Tage vor der Versammlung bei demselben Der Unterzeichnete ladet hiermit die Vereinsmitglieder, sowie alle Freunde der Landwirthschaft zu dieser Versammlung ergebenst ein.

Friedelhausen am 20. August' 1876.

einwirken,

Oberhessen die Gründung von

landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen.

A. Freiherr v. Nordeck zur Rabenau.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Die abnormen Witterungsver vältnisse dieses Jahres, die Wolkenbrüche u. s. w. vaben die Staatsstraßen ganz außerordentlich stark mitgenommen, wie ehenso in Folge der wieder golten Hochfluthen des Rheines für Dammbauten »emnächst nicht unbeträchtliche Mittel werden auf gewandt werden müssen. Die Regierung hat be üglich der Chausseen sofort die Ober-Bau-Direction kauftragt, genaue Erhebungen über den Bedarf zur ordnungsmäßigen Wiederherstellung der theil veise zerstbrten Straßenkörper anstellen zu lassen, und laut den nunmehr eingelangten amtlichen Nittheilungen sind für Wiederherstellung der Staatsstraßen erforderlich in den Kreisen: Bens eim 10,300 M., Dieburg 4300 M., Groß-Gerau 530 M., Offenbach 2019 M., Friedberg 700 M., Zingen 17,200 M., Mainz 32,000 M., Worms 2,800 M., Darmstadt 1450 M., Gießen 11,300 M. und Alzey 1300 M., zusammen 95,899 M. Ein ähnliches Verhältniß zeigt sich bezüglich der durch ie Hochfluthen verursachten Beschädigungen der Dämme. Die Feststellung der zur Wiederherstellung

bes Zerstörten erforderlichen Summen kounte der Natur der Sache nach erst in jüngster Zeit er bolgen und haben die einzelnen Kreisbauämter olgende Beträge als nötbig angegeben: Bensheim Mk., Erbach 620 Mk., Groß-Gerau 8,000 Mk., am Main-ÜUfer⸗Werk 1000 Mk., Zingen 12,000 Mk., Mainz 44,000 Mk, Worms 000 Mk., zusammen 144,820 Mk.

Das Ministerium des Innern hat einen Preis von 500 Mark auf die Ausarbeitung eines Werkchens gesetzt, das als Leitfaden für Fortbildungs- shulen geeignet erscheint. Die Verfassung des Keichs und Hessens, die Selbstverwaltungsgesetze imd wichtigsten Verordnungen für Staat, Gemeinde imd Kirche sollen in lebendiger und gemeinfaßlicher

orm gehalten sein. Die Katechismusform ist nicht ausgeschlossen. Sobald die bedeutenden baulichen Um-

nderungen im Ständehaus vollendet sein werden voraussichtlich in Monatsfrist wird die 2. Kammer zum definitiven Abschluß des Budgets zusammentreten. Ihr folgt die evangelische Landes-

node zu einer kurzen Herbstsession nach.

Berlin. DerMagdeburger Zeitung wird geschrieben:Die Vertheidiger des Grafen Arnim werden, wie erzählt wird, in Erfahrung zu bringen suchen, zu welchem Tage Thiers in Paris vom dortigen Gericht eingeladen worden ist. Sie würden dann, wenn der französische Richter nicht so wie so den Grafen v. Arnim von dem Termin in Kenatniß setzen läßt, durch das auswärtige Amt beantragen lassen, daß gleichzeitig mit Thiers ihr Client eitirt werde. Die Vertheidigung legt, wie es hiernach den Anschein gewinnt, auf die Ver nehmung von Thiers großen Werth. Zwar hat bekanntlich Thiers bereits geäußert, er wüßte nicht, was er zu Ungunsten oder zu Gunsten des Ange klagten aussagen könnte; allein die Vertheidiger werden zu der Annahme berechtigt sein, daß durch Fragen, die der Graf an Thiers richtet, wesentliche Klarlegungen des Sachverhalts erfolgen könnten.

Ausland.

Oesterreich⸗Ugarn. Wien, 28. Aug. Gestern conferirten die Botschafter Deutschlands, Rußlands und Englands mit Baron Hofmann, der Andrassy zeitweilig vertritt. Gegenstand der Conferenz war die Verständigung über die Form eines Collectiv-Schrittes bei der Pforte.

Pest. DasAmtsblatt veröffentlicht zwei kaiserliche Handschreiben, wonach v. Simonyi von der Leitung des Handels- Ministeriums endgültig enthoben und Minister von Tresort interimistisch damit betraut wird.

Mehrere, man spricht von 50, auf der Reise nach Belgrad hier angekommene russische Offiziere und Freiwillige, welche in Haft genommen waren, wurden auf Anordnung des Polizei Chefs wieder freigelassen; denselben wurden auch ihre Pässe wieder ausgefolgt und ward ihnen freige stellt, weiter zu reisen.

Frankreich. Paris, 28. Aug. Durch ein so eben erlassenes Deeret wird eine Volks zählung für dieses Jahr angeordnet.

Zum Daeputirten für den Wahlbezirk Pon⸗ tivy wurde wiederum der Klerikale de Mun ge wählt, jedoch nur mit einer Majorität von 375 Stimmen. Ju Guimgamp siegte der Repu blikaner Huon mit 6334 Stimmen gegen den

Legitimisten Lueinge, auf welchen 5834 Stimmen fielen.

28. Aug. Nach einem Brief derInde pendance hat Herzog Decazes im Ministerrathe Mittheilungen gemacht, aus welchen hervorgeht, daß Frankreich niemals angeboten hat, eine Ver- mittler- Rolle im Orient zu übernehmen, sondern nur sich bereit erklärt hat, alle Friedens-Versuche zu unterstützen. In diplomatischen Kreisen hält man eine europäische Eonferenz für unumganglich, da man glaubt, daß Rußland nunmehr die bul garische Frage anregen werde.

Spanien. Madrid. DerGaceta zu⸗ folge hat die Regierung mit verschiedenen spanischen Bankhäusern ein Abkommen getroffen, wodurch letztere sich verpflichten, der Regierung 1525 Mill. Piaster für den Krieg auf Cuba vorzuschießen; das Capital soll in zehn Jahren amortisirt, mit 10 pCt. verzinst und durch die Zoll Erträgnisse Cuba's garantirt werden.

Türkei. Constantinopel, 27. August. In Folge der Schritte des Fürsten Milan zur Herbeiführung einer Friedens Vermittlung fanden gestern hier Besprechungen zwischen den hiesigen Vertretern der Machte statt. Privat-Nachrichten aus Constantinopel zufolge verlangt die türkische Regierung, Fürst Milan solle sich mit feinem Friedens Gesuche direet an sie wenden. Die Meldung derAgence-Havas, wonach die Sig natar-Mächte übereingekommen wären, ols Friedens- Bedingungen vorzuschlagen: Erhaltung des Fürsten Milan, Zahlung einer Kriegs Eutschädigung durch Serbien, Besatzungsrecht der serbischen Grenz Festungen durch die Türken wird in hiesigen diplomatischen Kreisen als unbegründes bezeichnet. Es sind bisher überhaupt noch keine Basen für die Verhandlungen aufgestellt.

Aus Saitschar, 23. August, wird amtlich gemeldet: Die Serben haben die türkischen Vor posten bei Saftschar angegriffen, wurden jedoch zurückgeworfen. Amtliche Meldung aus Nisch vom 24. Aug.: Achmed Ejub Pascha hat eine Redoute bei Alexinatz eingenommen. Die Serben, welche einen Ausfall machten und Ali Saib Pascha augriffen, wurden mit großem Verluste zurück⸗

geworfen.