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kanzlers Bismarck; unser Kaiser ist aber ein pflichttreuer ub page Herr und bätte sicher zu keinem Gesetz seine Zustimmung gegeben, das er für verderblich oder ungerecht gehalten hätte. Es ist daher Landes Ausschuß der deutsch-conservat ven Partei im Groß herz ogthum Hessen verbreiteten Flugblätter, daß sie die Gesetze,
welche unser Kaiser und unsere Regierungen genehmigt und ene haben, als eine Art volks- und vaterlandsfeindliches Teufelswerk hin⸗ stellen. Wenn ein Gesetz über den Civilstand gemacht werden mußte, das ja in deu katholischen Staaten Frankreich und Italien sowie in
einem großen Theil Deutschlands längst ohne Schaden besteht, s so kam das daher, daß man die Eheschließung von den Hindernissen befreien wollte, die ihr mitunter von pfäffischer Willkühr bereitet wurde. Wenn die christliche Kirche ihre Aufgabe versteht, dann muß sie die Kraft haben, es dahin zu bringen, daß auch ohne äußeren Zwang die Taufe und die kirchliche Trauung allgemeine Regel bleiben.— Daß neue Ein⸗
richtungen Mauchem nicht bequem sind, ist nicht zu ändern, daß an unsern Gesetzen Manches verbesserungsbedürftig ist, wird Niemand leugnen,
am wenigsten die Liberalen, die zu jeder vernünftigen Verbesserung jederzeit die Hand geboten haben. 4
Wenn das conservative Flugblatt einzelne Gesetze herausgreift, um an ihnen die angeblichen schrecklichen Folgen der Abele Wahlen
zu zeigen, so hat es vergessen anzuführen, daß das deutsche Volk jetzt eine einheitliche Verfassung besitzt, daß Zoll- und Handelswesen gemeinsam geordnet wird, daß unsere Post- und Telegrapheneinrichtungen vortrefflich sind, daß unsere Marine und Schifff ahrt im besten Aufschwung sich befinden, daß durch Cousulate für die Deutschen im Ausland gesorgt wird, daß ein gleiches Staatsbürgerrecht für alle, Deutsche hergestellt ist, dessen nothwendige Folge allerdings auch die geschmähte Freizügigkeit ist, daß die Gleichberechtigung aller Confessionen in bürgerlicher Beziehung bei uns gesetzlich besteht, daß unser Kriegsheer ein Muster für alle Staaten der Welt geworden ist und uns dafür bürgt, daß nicht wieder fremde Volker es wagen, uns mit leichtfertigen Kriegen zu überziehen. Die Conservativen haben ferner vergessen aufzuführen, daß ein gleiches Strafrecht für das ganze Reich gilt, daß durch eine weise Gewerbeordnung die gewerblichen Verhältnisse gleichmäßig geordnet worden sind und durch gewerbliche Hülfskassen vielen Bedürfnissen der Arbeiter gesteuert wird, daß ein gleiches Handels- und Wechselrecht, eine gemeinsame Münz⸗, Maaß- und Gewichtsordnung den wahrhaft kläglichen Zuständen, die früher in dieser Beziehung herrschten, ein Ende gemacht hat, daß ein Wahlgesetz für den deutschen Reichstag besteht, welches keinen Unterschied zwischen Arm und Reich, zwischen Vornehm und Gering kennt, daß der letzte Reichstag ein Gesetz von der größten Wichtigkeit angenommen hat, welches ein gleiches Verfahren in allen Civil- und strafrecht— lichen Augelegenheiten herstellt, und daß dabei die liberale Partei durch Verzicht auf einige ihre wichtigsten Forderungen ein schweres Opfer
zum Heil des Ganzen gebracht hat. Alle diese und noch manche andere nothwendige und nützliche Einrichtungen hat die Reichsregierung und
der Reichstag in gemeinsamer gewissenhafter Arbeit geschaffen und unserm Vaterlande dadurch vor allen Völkern Achtung und Ansehen erworben. Am Schluß jeden Reichstages hat der Kaiser in seiner Thronrede den Mitgliedern des Reichstages dafür gedankt, daß es ihm durch ihre Mit— wirkung gelungen sei, den Ausbau des Reiches gedeihlich weiter zu führen. Und dieser ausdrücklichen Anerkennung der Wirksamkeit des Reichs— tags durch den Kaiser gegenüber wagen es die Conservativen, die ganze neue Gesetzgebung als liberalen Schwindel darzustellen und sie, die geradezu die Worte und d die, Thaten des Kaisers in den Staub ziehen, sind keck genug, die deutschen Christen männer an ihre Pflicht gegen Gott 00 den Kaiser zu mahnen! 8
* Das ist doch ein so handgreiflicher ue e daß er Jedem in die Augen fallen und die Frage aufdrängen muß, was wollen
denn 0 die Herren Conservativen mit ihren Verdächtigungen der Liberalen und der Aufforderung conservativ zu wählen?
Die Antwort ist sehr einfach. Die sogenannte conservative Partei besteht zum großen Theil aus Leuten, die früher in Staat und Kirche große Gewalt und Macht hatten, jetzt dieselbe nicht mehr besitzen und solche daher wieder erlangen möchten, es aber nicht verschmerzen können, daß weder die Regierungen noch das Volk etwas von ihnen wissen wollen. Um nun oben hin zu kommen und etwa ihre alte Steuer— freiheit wieder zu erlangen, suchen sie die Männer, welche seither mit Treue und Hingebung an der Neugestaltung unseres Vaterlandes, an
der inneren Entwickelung desselben gearbeitet haben, möglichst zu verlästern und sie als die Ursache aller wirklichen und vermeintlichen Uebel
hinzustellen. Durch solche ihre christliche Nächstenliebe recht characterisirende Thaten hoffen sie manche Unkundige zu täuschen und auf ihre Seite zu ziehen und so nach und nach ihr Ziel zu erreichen. Sie scheuen sich nicht dabei Mittel zu ergreifen, die für fromme und conservative Leute wenig anständig sind, denn ihre, in dem unsern Muckern und Jesuiten eignen widerlich heuchlerischen Ton verfaßten Flugblätter bestehen von oben bis unten aus Uebertreibungen und Lügen. Sie geben sich zwar für Freunde des Reichs und des Kaisers, ja selbst der Freiheit und des Fortschritts aus, in der That aber sind sie nichts anders als die eigentlichen alten Reaktionäre, als Leute, die aus dem oder jenem persönlichen Grunde der gegenwärtigen Entwickelung unseres Volkes feindselig sind und die, wenn sie die Gewalt dazu hätten, alles was Zeitgemäßes geschaffen wurde, vernichten und auf den Trümmern der Freiheit und des Volksrechts ihre feudale und hochkirchliche Herrschgelüste walten lassen würden. Gemeinde und Schule, Wissenschaft und Staat würden dann unter die Bevormundung der Junker und Pfaffen gerathen und würde eine Zeit über Deutschland kommen, nicht besser, als die der blinden Reaktion, die wir in den schlimmsten Tagen unserer Vergangenheit durch— gemacht haben.
Das conservative Flugblatt ist zwar zu klug, das geradezu herauszusagen, wer aber ein wenig die Geschichte kennt und weiß, daß die Herrschsucht und der Eigennutz dieser Parteien keine Grenzen kennt und mit jedem erzielten Erfolg wächst, der ist mit sich klar, was er von den gleisnerischen Redensarten der conservativen Flugblätter zu halten hat; er wird sich vor diesen neugebackenen Volksfreunden hüten und wird keinem von den sogenannten Conservativen empfohlenen Wahlcandidaten seine Stimme geben. Denn wenn auch nur wenige von ihnen gewählt werden, so können doch diese wenige gefährlich werden, da sie, wenn es in ihren Kram paßt, mit den andern volks— und freiheitsfeindlichen Parteien gemeinsame Sache machen. Wir wollen darum unser Vertrauen den Männern schenken und bewahren, die im
Verein mit der Reichsregierung redlich bemüht waren, Alles zu leisten, was dem Wohl des Volkes dienen kann, die sich jederzeit als treue
Freunde der Freiheit bewährt haben, welche den Rechten des Staates niemals etwas vergeben wollen. i Wir Liberale wollen gute Gesetze zum Gedeihen der allgemeinen Wohlfahrt, wir wollen aber auch eine
starke Staatsgewalt zum Schutz gegen socialdemokratische Umsturzpläne wie gegen die conservativen Nückschritts⸗
und Verdummungsbestrebungen. Wer das von den Wählern Hessens mit uns will, und wir glauben, daß es jeder vernünftige und ehrliche Mann wollen muß, der
wählt nicht conservativ, sondern
liberal.
eine große Verlogenheit und vevolntionäre Frechheit der von dem


