Gesecht wurden die Türken mit starkem Verlust zurückgeschlagen. An demselben Tage ward eine Abtheilung Tscherkessen, welche das serbische Dorf Kraina überfiel, von den Bewohnern des Dorfes zurückgetrieben.
— 18. August.(Amtliche Meldung.) Die Meldungen auswärtiger Zeitungen über die Ab setzung des Oberst Becker, über die Niederlage der Serben an der Drina und bei Banja, sowie den Vormarsch eines türkischen Corps gegen Kruschewatz beruhen auf Erfindung. Die Türken haben einen Angriff auf die serbischen Vorposten bei Belina gemacht, wurden aber zurückgeworfen.
— 18. August.„Reuters Büreau“ meldet: Fürst Milan empfing gestern die Consuln von England, Frankreich, Rußland, Oesterreich und Italien, jeden einzeln. Es heißt, die Mächte wirkten im Interesse des Friedens, wenigstens eines Waffenstillstandes, auf Serbien, Milan schenke diesen Bemühungen bisher aber kein Gehör. — Für die russischen Ambulanzen ist ein Central' punkt in Topschidere errichtet.— Die Nachricht, daß mit den Arbeiten zur Befestigung Belgrads bereits begonnen sei, ist unrichtig.
— 18. Aug. Die heute vorliegenden serbischen Zeitungen kündigen die Fortsetzung des Krieges an, wälzen die Schuld des Rückzuges auf die Apathie der Bulgaren und Bosniaken und weisen die Idee einer Vermittlung entschieden zurück.
— 19. Aug. Generol Alimpitsch kehrt heute zur Drina Armee zurück. Ein Oberst von der Armee Tschernajeff's ist mit Berichten an den Fürsten Milan hierselbst eingetroffen. Der General erklärt darin, daß die Armee vollkommen reorgani- sirt und im Stande sei, die Offensive wieder auf⸗ zunehmen
— 19. Aug. Die„Pol. Corr.“ meldet vom beutigen Tage: In den Kreisen des Ministeriums bat die scharfe Gegnerschaft gegen die nachhaltig
Milan bedeutend nachgelassen. Die Anbahnung einer Vermittlung der Großmächte scheine Ristie nicht mehr zu perborresciren; auch dürfte er sich schwerlich mehr sträuben, eventuell die Friedens- Action selbst einzuleiten und zu führen. Die
Einberufung der Skupschtina ist bevorstehend.—
„Reuters Büreau“ ueldet jedoch, seine neuliche Mittheilung bestätigend, daß die Fortsetzung des Krieges bis zum Aeußersten im Ministerrathe unter dem Vorsitze des Fürsten beschlossen worden ist.
— 19. Aug. Die„Agence Havas“ meldet: Tscholak Antitsch schlug 5000 Türken bei Jankova. Die türkischen Streitkräste in Albanien werden auf 40,000 Mann geschätzt.
—„Reuters Büreau“ zufolge entbehrt die Nachricht, daß in Belgrad die Cholera ausge- brochen sei, der Begründung; der Gesundheits— Zustand daselbst sei durchaus gut.
Amerika. Washington. Die beab— sichtige neue 4½ procentige Staats- Anleihe im Benage von 300 Mill. Doll. ist zur Einlösung eines gleichen Betrages der 6procentigen Staats- schuld⸗Obligationen bestimmt.
— Das Gerücht von einer den Indianern beigebrachten Niederlage ist unrichtig; die ver ⸗ einigten Corps der Generale Crook und Terry setzen noch die Verfolgung der Indianer fort.
Aus Stadt und Land.
Lich, 16. Aug. Gestern verschied hier nach längerem schweren Leiden Prinz Ferdinand zu Solms⸗Hohensolms⸗Lich.
Langen, 18. August. Heute Abend gegen 5 Uhr wurde der Bürgermeister von Walldorf, welcher in Be— gleitung des Pfarrers von hier aus nach Hause zurück kehren wollte, im Walde erschossen. Der Thäter, ein aus diesem Orte gebürtiger und ansässiger Arbeiter, war heute, wie man hört, wegen Eigenthumsbeschädigung, verübt im Pfarrgarten zu Walldorf, vor dem Bezirksstrafgericht zu Darmstadi verurtheilt worden, und scheint der Haß auf beide Persönlichkeiten ibn zu der That veranlaßt zu haben. Das biesige Landgerichtepersonal bal sich sogleich mit Gendarmerie⸗Begleitung an Ort und Stelle begeben.
Darmstadt, 19. Aug. Gestern sand in der„Tanne“, unweit des Exercierplatzes, ein Waldbrand stait. Derselbe wurde durch Soldaten und von einigen durch die Polizei tequitirten Arbeitern alsbald gelöscht, so daß der Schaden nicht bedeutend ist. Die abgebrannte Strecke ist etwa
50 Fuß lang und 50 Fuß breit. ö Darmstad:, 19. Aug. Gestern Abend wurde in der anpaßt. Roßdörferüraße ein Mann von 2 Snolchen in räuberischer
. 8 2 ihren Mobilien abe w ei Dritttbeilen v 5 sich kundgebenden friedlichen Absichten des Fürsten hre lien aber zu eiwa zwei Dritttheilen versichert
Weise angefallen, nach Uhr und Geld jedoch erfolglos durchsucht.
Mainz, 18. Aug. Ein vor Mitternacht in einem Material- und Firniß⸗Geschäfte ausgebrochenes Feuer er⸗ griff einige Nachbar⸗Häuser und den als Meisterstück der Holz ⸗Construction berühmt gewordenen Dachstuhl der Frucht⸗Halle, welcher trotz aller Bemühungen der hiesigen Feuerwehr, sowie der aus den Nachbar⸗Orten herbeigeeilten Lösch⸗Corps und der Feuerwehr-Abiheilung des 11. Pionier⸗ Bataillons gegen 2 Uhr heute früh einstürzte und den großen Boden der weiten Halle mit einer intensiven Gluch bedeckte.
Allerlei.
ö Frankfurt, 18. Aug. Heute Morgen schlitzte sich in Bornheim ein Metzger beim Ausschlachten, indem er mit dem Messer ausglitt, den Leid auf.
Hanau, 16. August. Gestern fand der sogenannte landespolizeiliche Begang der projectirten Bahnlinie Fried⸗ berg⸗Hanau statt. Das Resultat war, daß an der jetzigen Tracirung der Linie festgehalten wird. Oberbürgermeister Cassian beantragte die Anlegung einer Haltestelle nächst der Wilhelmsbrücke. Diesem Antrag schloß sich auch für den Kreis Landrath v. Schrötter an, und steht zu hoffen, daß demselben Folge gegeben wird.
Wiesbaden, 17. August. Der„Rh. K.“ schreibt: Der Untergang der Rüdesheimer Dampffähre„Louise“ hat außer- der neulichen Verurtbeilung. des. Schiffes Peler⸗ Wilhelm Baer von Bingen ein tragisches Nachspiel da⸗ durch erhalten, daß ein Miteigentümer jenes Dampfboots, der noch kürzlich in der Baer'schen Auklagesache vernom⸗ mene Nicolaus Sinzig aus Rüdesheim, sich gestern er— hängt hat.
Kissingen. Die Einzelheiten über den Brand der bayerischen Stadt Brückenau sind herzzerreißend. Bis auf neun Häuser sant die ganze Ortschaft in Aschez unter den Trümmern fand man bis jetzt fünf verkohlte Leichname, deten Beerdigung beute stallfand. Zwei Schwestern fand man in einem Keller erstickt, beide halten sich noch um⸗ schlungen; außerdem fand man ein Kind von 7 Jahren und eine Frau von 52 Jahren sowie einen Schneider meister verbrannt. Der Brand ging vom Gasthaus zum Schwan, in dem eine Tanzmusik statigefunden halte, aus und fand durch die im Hofe stehenden 50 Klafter Holz so reichliche Nabrung, daß in einer Zeit von ca. 20 Minuten bereits 10 Gebäude in Flammen standen. Die Abgebrann. ten sind mit ihren Häusern alle(meistentheils gering), mit
Bayreuth, 17. Aug. Die heutige Aufführung der „Göllerdämmerung“ währte von 4 bis 10½ Uhr. Die⸗ selbe machte einen mächtigen Eindruck. Nach dem Schlusse der Vorstellung fand eine stürmische Ovation für Wagner staul. Dieser dankte in einer kurzen Ansprache, welche mit
in Zukunft Hand in Hand mit den unveränder⸗ lichen Existenzbedingungen thätig sein wird; aber die hohe Wahrscheinlichkeit eines solchen Prozesses selbst zugegeben, so liegt doch in der ferneren Zukunft der Erde eine Grenze, jenseits welcher das organische Leben absolut unmöglich ist und welche durch die einstige Erkaltung der Sonne gezogen ist.
Theon von Smyrna nannte die Sonne das Herz unseres Systems. Und in der That, wenn dieses Herz zu pulsiren aufgehört haben wird, daan wird auch die Erde nurmehr als Weltleiche in Betracht kommen, und nurmehr die eine Bewegung wird an ihr wahrzunehmen sein, vermöge welcher sie als todte Steinmasse die Sonne umkreist.
Der Zusammenhang zwischen der Menge der Sonnenflecken und der Wärmeausstrahlung der Sonne ist mit Sicherheit nachzuweisen. Schon Herschel fand das Gedeihen der Vegetation ab- hängig von dem Vorkommen der Schlackenbildung auf der Sonne, und verglich in dieser Hinsicht die Kornpreise fleckenreicher und fleckenarmer Jahre, während. Gruithupsen die Dürren von 1811 und 1842 dem Mangel an Sonnenflecken in diesen Jahren zuschrieb. Durch Wolf und Köppen ist ein Parallelismus zwischen Sonnenflecken und der Temperatur der Erde nachgewiesen worden, so daß sich die Schwankungen der mittleren Temperatur deutlich in den Perioden der Sonnenflecken wieder- spiegeln. Wenn nun aber ein Zusammenhang besteht zwischen der Wärmemenge, welche die Erde empfängt, und der Zahl und Ausdehnung der Flecken, so muß zwischen diesen und der Regenmenge ein ähnliches Verhältniß vorhanden sein; in der That hat Lockyer gefunden, daß in den flecken⸗ armen Jahren wenig Regen, im Maximum der Sonnenflecken aber nicht unbeträchtlich mehr Regen fällt. Ebenso hat Klein einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der Cirruswolken, jenen locken⸗ und federartigen Wolken, und derjenigen der Sonnenflecken gefunden. Endlich haben direct Messungen mit Sicherheit erwiesen, daß den Flecken eine geringere Temperatur zukommt als den übrigen
den Worten schloß:„Sie haben gesehen, was wir können; wenn Sie nur wollen, haben wir eine deutsche Kunst!“ Capellmeister Hans Richter wurde vom Großherzoge von eee eigenhändig mit dem Riiterkreuz der Wendischen Krone decorirt. ö
liesen zwei Kinder unter dem Schlagbaum hin und spielten auf dem Geleise. Ein Schrei des Entsetzens Aller, die dabei standen, denn der Zug brauste heran; der Locomotiv⸗ führer bremste, aber zu spät. Da ftürzie eine Bäuerin, die Ehefrau des Johann Peter Heckhausen, aus dem
die beiden Kinder dicht vor der brausenden Locomotive hinweg, die noch den Saum ihres Kleides streifte. Wären es die eigenen Kinder gewesen, so hätte wohl manche Mutter solche Gefahr nicht beachtet. Aber fremde Kinder von Nachbaren waren es, die vielleicht nicht einmal ge⸗ dankt haben einer Frau, deren Muth dem der Johanna Sebus an die Seite gesetzt werden kann.
Paris, 18. Aug. Wie man hört, find in Folge der gestrigen Hitze in Paris über 50 Fälle von Sonnenfiich vorgekommen und drei Personen auf der Straße daran geslorben.— Aus Cherbourg wird von einem Hagelwetter mit Sturm gemeldet, das sich beute früh über der Stadt entladen und an Häusern, im Hafen und den umliegenden Feldern schreckliche Verwüstungen angerichtet hat.
Das Ende des biologischen Prozesses auf Erden. (Nach dem„N. Berl. Tagbl.“)
Erdwärme noch auf der Oberfläche der Erde fühlbar war, als laue Meere gegen die Küsten schlugen und eine fast gleichmäßige Treibhaus- Temperatur an den Polen und am Aequator herrschte, lag auch noch eine schwere, feuchte Atmosphäre über der Erde, und diesen Verhält- nissen entsprachen auch die üppige Flora und die
Seither wurde die Atmosphäre der Erde immer dünner und trockener; der Wärmegehalt der Meere wurde verringert; in gleichen Verhältnissen hat sich aber auch die Pflanzen- und Thierwelt ver- ändert, welche durch den Prozeß der natürlichen Züchtung immer den äußeren Verhältnissen sich Es ist somit im höchsten Grade wahr- scheinlich, daß dieses Princip der Anpassung auch
schreckengelähmten, schreienden Haufen hervor und raffte
abenteuerlichen Gestalten der damaligen Fauna.
Oberflächentbeilen der Sonne, woraus alle er- wähnten Erscheinungen als natürliche Wirkungen sich ergeben.
Wenn einmal die Ausstrahlung der Sonne
Neuß. Der von bier nach Düren des Morgens fahrende nicht mehr gedeckt wird durch die Wärme ⸗Ent⸗
Zug war in dem Orte Eustorf angekündigt, und der i e pflichtmäßig vom Bahnwärzer geschlossen. Da wicklung, welche aus ihrer Verdichtung folgt, so
wird dies für unsere Erde zur Folge haben, daß von jener Feuchtigkeit, die nun als Regen herab- fällt, immer mehr in Form von Schnee sich nieder⸗ schlagen wird, die Schneegrenze wird immer tiefer von den Bergen herabsteigen, die Polarzonen werden immer größere Ausdehnung gewinnen und die durch bedeutende Schneeanbäufungen abgekühlte Luft wird von winterlichen Nebeln erfüllt werden, die den Sonnenstrahlen den Durchgang verwehren. Die Isothermen, das heißt jene Linien, durch welche man auf dem Globus die Orte von gleicher mittlerer Jahres Temperatur verbindet, werden von den beiden Polen immer mehr gegen den Aequator vorrücken, und damit müssen sich auch die Verbreitungsbezirke diejenigen Thiere und Pflanzen verengen, welche den neuen klimatischen Verhältnissen sich nicht anzupassen vermögen. Wie die vormals über die ganze Erde gleichmäßig ver⸗ breitete Flora und Fauna der Steinkohlenperiode
bis zum Aequator zurückgedrängt wurde, in dem In der Steinkohlen-Periode, als die innere Maße, als die Erde ihre Eigenwärme verlor, so
werden allmählig alle Pflanzen und Thiere aus den kälteren Regionen weichen. Es ist dies nur eine Fortsetzung jener Bewegung, die schon in der bisherigen Entwicklung statigefunden hat. Denn die erste Sonderung klimatischer Zonen auf dem noch feurig ⸗flüssigen Erdball trat in der Weise ein, daß vorerst an den beiden Polen coatinentale Massen sich bildeten, und diese haben auch zuerst jenen Abkühlungsgrad erreicht, wobei der organi⸗ sche Proceß anheben konnte. Die ersten Organis- men sind in den polaren Meeren entstanden und sind erst von dort gegen den Aecquator vorge⸗ drungen. Die Ursormen der Pflanzen und Thiere und damit auch die Geheimnisse unserer Stammes“ geschichte liegen somit unter dem Eise der beiden Pole begraben. Denn so wie die erste Landthier⸗


