Ausgabe 
19.9.1876
 
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Geldstrafe von 200 M. belegte, Cassation einge legt hat, so wird dieser Rechtsfall demnächst vor dem höchsten Gerichtshof verhandelt werden,

der Finanzausschuß zweiter Kammer soll entschlossen sein, dem Plenum in den meisten Fällen ein Beharren bei den früheren Beschlüssen zu empfehlen und dahin seine Anträge stellen. Man hat sogar schon von Durchstimmen gesprochen, doch zweifelt man an dem Eintritt dieses Aeußersten.

Mainz. Ein Theil der hiesigen Katholiken geht mit dem Gedanken um, hier eine neue katho⸗ lische Tages-Zeitung zu gründen. Es soll diese neue Zeitschrift nicht ein Concurrenz- Blatt des Mainzer Journal bilden, sondern man beab⸗ sichtigt hauptsächlich, ein Blatt zu schaffen, das sich lediglich mit localen Fragen zu befassen hat und worin die städtischen Verhältnisse eine ein- gehende Besprechung finden sollen.

Berlin. Die Intoleranz Spaniens gegen die Protestanten veranlaßte derNat.: Ztg. zu⸗ folge eine sehr lebhafte schriftliche Communication zwischen der deutschen und der englischen Regierung. Es soll im Werke sein, eine Vorstellung an die spanische Regierung zu richten, um dieselbe zu einem ihren Verpflichtungen entsprechenden Ver fahren aufzufordern.

DieFrance veröffentlicht einen bereits am 11. Juni 1876 vollständig abgeschlossenen

glieder der Conserenz hat der König das Präsi⸗

dium der internationalen Commission während des

ersten Jahres übernommen. Sodann wechselt der Vorsitz nach Ländern. In den Executivausschuß wurden gewählt; Dr. Nachtigal, Sir Bartle-Frere und Quatrefages. Admiral Baron de la Roncidre le Noury drückte im Namen der Conferenzmitglie- der dem Könige den Dank aus für die edelmüthige Initiative, welche er ergriffen, sowie für die groß- müthige Gastfreundschaft, deren sich die Mitglieder der Conferenz zu erfreuen hatten. Hierauf wurde die Conferenz geschlossen.

Holland. Amsterdam, 13. September. Wir leben hier seit Montag in fortwährendem Aufruhr. Die Untersagung der Kirmeß-Feier für 1876 hat die untersten Volks Schichten in eine Wuth und Aufregung versetzt, daß sie im vollen Sinne des Wortes nicht mehr zu bändigen sind. Die furchtbarsten Drohungen werden von kumul tuarischen Volks- Massen ausgestoßen, und es ist nur der bedeutenden Macht- Entfaltung der von Infanterie, Cavalerie, ja selbst von der Feld- Artillerie unterstützten Schutterij zu danken, daß nicht größere Excesse zu beklagen sind. Als wäre das wilde Heer losgelassen, so toben Tausende von Ruhe- Störern, der ächte und gefährlichste Janhagel, durch die engen Grachten und auf den öffentlichen Plätzen, und vorgestern Abend war

erfahren. Lord Elliot hat den Prolest energisch bei der Pforte unterstützt, welche strenge Instruetionen an die türkischen Commandanten in Serbien erließ,

15. September. Dr. Zöros, Director des Sanitäts- Dienstes bei der Armee von Podgoritza, haf an den Höchst⸗Commandirenden berichtet, daß unter den jüngst Verwundeten eine große Anzahl sich befand, denen die Montenegriner Nase, Lippen und Ohren abgeschnitten hatten.

15. Sept. DerPol. Corr. wird ge⸗ meldet, die Pforte habe den sechs Signatar⸗ Mächten heute schriftlich mitgetheilt, daß sie zum Friedensschlusse bereit sei, und ihre bezüglichen Wünsche in den bereits bekannten fünf Punkten kundgegeben, gleichzeitig aber hinzugefügt, daß sse die Feststellung der Friedens- Bedingungen voll⸗ ständig dem Ermessen der Mächte anheimstelle.

15. Sept. DerAgence Havas wird über die Mittheilung der Pforte an die sechs Pariser Vertrags Mächte gemeldet: Die Pforte hat heute den Botschaftern der sechs Mächte von der Antwort Kenntniß gegeben, welche sie auf dit idertisch abgefaßte, aber gesondert überreichte, den Waffenstillstand betreffende Note der Botschafter erlaffen hat. Hiernach erklärt es die türkische Regierung für unmöglich, den Waffenstillstand zu bewilligen, äußert aber ihre Bereitwilligkeit, den

Präliminar Allianzvertrag für Krieg und Frieden einen Augenblick lang der Widerstand der Menge Frieden auf Grundlage folgender sechs Punkte zwischen Deutschland und Rußland. DieIndépen- ein solcher, daß die besehlenden Offiziere feuern anzunehmen: Besatzungrecht der Festungen, welche

danee schreibt hierzu, schon gegen das bloße Pro- ject des von derFrance als bereits abgeschlossen

lassen wollten. Es wurde indeß schließlich nur scharf eingehauen. Die Wohnung des Bürger-

bis zum Jahre 1857 eine türkische Garnison, batten; Schleifung der seit 1857 von Serbien

veröffentlichten russisch- deutschen Allianz⸗Vertrags meisters ten Tex wurde mehrfach von brüllenden angelegten Festungen; erneute Investitu⸗ des Fürsten

werden England und Frankreich einmüthig auf treten. DieAgence Havas meldet: Der von derFrance gestern veröffenklichte Vertrag wird in diplomatischen Kreisen für absolut apokryph angesehen. DieFrance meldet außerdem:Der Kaiser

Alexander bat die Initiative zur Zusammenberuf- die Heerengracht durchzogen, wurden diese Versuche, angegeben; wenn Serbien den

Haufen unter dem Absingen des Refrains:Auf! Auf! Auf! Hängt den Bürgermeister auf! mit Zerstörung bedroht. Doch Dank der ergriffenen Maßregeln und organisirten Patrouillen, die alle zehn Minuten, zuweilen bis siebzig Mann hoch,

Milan in Constantinopel; Reduction des Effectiv standes der serbischen Armee auf 10,000 Mann und drei Batterien; Erbauung einer Serbien durch- schneidenden Eisenbahn; Forderung einer Kriegs- Entschädigung, eine bestimmte Summe wird nicht Capital⸗Betrag zu.

ung eines Congresses ergriffen; er wird bis zum wie der Anschlag, die Gas- Fabrik und die Tele- zahlen außer Stande sei, so solle der jährliche

Aeußersten gehen; General Miljutin, der Kriegs Minister, hat Befehl bekommen, sich bereit zn halten, und fügt noch hinzu:Da die Pforte die vorgeschlagene Vermittlung verweigerk, hat Fürst Gortschakow auf Befehl des Kaisers die letzten Anstrengungen bei den Mächten gemacht, um einen Congpreß zu Stande zu bringen, welcher der Türkei Waffenstillstand und Frieden auferlegt. Preußen und Italien haben angenommen, Frank- reich hat noch nicht geantwortet. Oesterreich bat noch nicht genügende Antwort gegeben. Kaiser Alexander wird an Fran; Joseph schreiben. Wenn die Anstrengungen zur Herbeiführung eines ge⸗ sicherten Erfolges des Congresses nicht zum Ziele

elangen wird Ignatieff erzügli 5. i 1 i. 28 5 8 gelangen, wird Ignatieff unverzüglich Konstan Brief des Königs wird der Reichstag auf den den status quo ante halten. Sobald die Mächte

tinopel verlassen. Der Kaiser Alexander wird den Krieg erklären und zugleich ein Manifest an sämmt⸗ liche Mächte erlassen, in welchem er ihnen als seinen einzigen Zweck hinstellt: die Christen zu schützen, ohne irgend welchen Anspruch auf den

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graphen-Leitung zu zerstören, vereitelt. 15. Sept. Nachdem während des gestrigen

Tages vollständige Ruhe geherrscht hatte, erneuerten

sich die Unruhen während der Nacht am Königs- plein und einigen anderen Punkten der Stadt. Das Militär schritt am Königsplein ein und trieb die Ruhestörer auseinander, wobei einige Personen durch Soldaten verletzt und auch mehrere verhaftet wurden. Au anderen Stellen wurde die Ordnung von der Polizei wiederhergestellt. Der Bürger- meister hat für einzelne Stadttheile die Schließung der Schanklocale von 8 Uhr Abends an vorge chrieben.

Dänemark. Kopenhagen. Durch offenen

2. October einberufen.

Großbritannien. London. In der

Times wird eine Zuschrift Gladstone's veröffent

licht, in welcher derselbe sich tadelnd darüber aus- spricht, daß die Politik der Regierung nur aus

Tribut erhöht werden. Die Pforte will sich nicht zum Abschluß eines Waffen- Stillstandes verstehen, erklärt sich jedoch zu einer thatsächlichen Einstellung der Feindseligkeiten bereit. Von Wien aus schreibl man dagegen vom 15. September: Der türkische⸗ Botschafter überreichte heute folgende Friedens. Bedingungen im auswärtigen Amte: Die Pforte: forderteneue Huldigung Milan's, Aufhebung der Miliz, Reduction der serbischen Wehr-Kraft, Be- setzung Belgrads und Zahlung einer Contribution, verzichtet dagegen auf die Neu- Investitur Milan's, die Erhöhung des Tributs und den Bau der Eisenbahn Alexinatz-Belgrad.

Blajüglich Montenegro's wird man sich an

ihr Urtheil über die Friedens Bedingungen abge⸗ geben haben werden, wird die Pforte in 24 Stunden den Befehl zur Einstellung der Feind⸗ seligkeiten geben.

16. Sept. Bei einem im Seraskiate ab⸗

Besitz des Bosporus. Alles i i e 5 f 2 . 15 en e gb man Protesten und Remonstrationen bestehe; Europa gehaltenen Bankette sagte der Sultan: Unsere

wird nicht eher äußersten Nothfalle.

Ausland. Frankreich. Pari 4. S Frankreich. Paris, 14. Sept. Mahon traf heute früh wieder in Paris ein. 14. Sept. DerAgence Havas zufolge hätte der Minister des Auswärtigen, Herzog v. Decazes, im

Belgien. Brüssel, 14.

gestern und heute

Sept.

Congresses wurde Erforschung Central-Afrika entworfen.

handeln; er sei der Ansicht, daß die gegenwärtige

dieTimes, Europa könne die Besetzung von serbischen Festungen durch die Türken niemals ge

heutigen Ministerrath beruhigende statten, nur die fünfte Friedens-Bedingnng lage gewonnen. Mittheilungen über die Lage der Dinge im Orient Bau einer Eisenbahn in Serbien erscheine ersten Vorschlage zu thun, gemacht. In den unter Vorsitz des Königs der Ein Telegramm des Botschafters Sir Elliot be⸗ noch weite Gebiete erschlossen bleiben werden, ist Belgier statigehabten Sitzungen des geographischen stätigt die Verhaftung und demnächstige Aburtheil- kaum zu bezweifeln.

annehmbar.

Türkei. Constantinopel, 15. Sept.

die in Gou-

D er

den Krieg beginnen als im ,; g 5 N eg beginnen als im müsse jetzt desiniren, was gerecht sei, und danach Absichten sind stets auf den Frieden gerichtet.

Doch muß man dieses Ziel durch eine gut organi

Lage das baldige Zusammentreten des Parlaments sirte Armee erreichen. Mac erheische. In Bezug auf die von der türkischen Regierung aufgestellten Friedensbedingungen schreibt Mit den von der Pforte formulirten Friedens

16. Sept. DieWiener Abendpost sagk;

Bedingungen hat die von den europäischen Mächten eingeleitete Friedensaction die erste conerete Grund- Man hat es offenbar mit einem und daß derselbe nicht schlechthin angenommen wird, daß also dem mäßi⸗ genden und berichtigenden Einflusse der Cabinette

Mindestens darf man vorweg

ein förmliches Programm zur ung der Hauptführer der Baschl-Bozuks in Folge bemerken, daß die Formulirung der Note eine sehr der noch unbekannten Gebiete von des Berichts der Special-Commissäre über Zu diesem Zwecke wurde Bulgarien verübten Grausamkeiten.

unvollständige ist. Allem Ermessen nach werden auch die Bürgschaften, welche die Pforte bezüglich

beschlossen, mit internationalen Mitteln wissenschaft- verneur von Adrianopel ist abgesetzt worden, weil der Berbesserung des Looses der christlichen Be-

liche und Depot Stationen an den Küsten und im er die allgemeine Bewaffnung der Muselmänner völkerung

Innern Afrikas zu errichten Comite, bestehend aus von nationalen Comite's Uusschuß

richteten hochherzigen Pläne des Königs der Belgier

Ein internationales angeordnet hatte und dieselbe selbst dann noch aufrecht züglich der Durchführung a f erhielt, gewählten Vertretern, wird durch einen Executiv- Der britische General Kemball hat Sir

als sie bereits unnöthig geworden war Elliot

in den insurgirten Provinzen, also be der Reformnote vom 30. December zu geben haben wird, eine Stelle, wenn nicht in dem Friedens- Instrumente selbst, so

die Verwirklichung der auf die Erforsch- angezeigt, daß die irregulären Truppen zahlreiche doch in den Friedens Verhandlungen einnehmen zvilisation von Eentral- Afrika ge- Plünderungen und Verwüstungen in Serbien be- müssen. gangen haben, gegen die er energisch protestirte;!

Rußland. Petersburg. Die von der

anbahne Auf einstimmigen Wunsch der Mit- dagegen habe er keinen Fall von Gewallthätigkeit PariserFrance verbreitete Nachricht über ein

gegen Frauen und Verstümmelung Verwundeter

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