angebliches Schutz- und Trutz-Bündniß zwischen Rußland und Deutschland wird bier von best'⸗ unterrichteter Seite als müßige Erfindung bezeichnet.
Aegypten. Kairo. Der Khedive hat an Göschen seine Ideen in Betreff Gründung einer Bank von Aegypten mitgetheilt. In Aegypten wird in finanzieller Beziehung vor Eintreffen der Delegirten, des englischen und des französischen, nichts geschehen.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Eine wabre Landplage sind die immer massenhaster vagirenden sogenannten Handwerksburschen. Wir sagen;„sogenannt“, weil unter diesem Titel jetzt alles Gesindel beiteln läuft. Arbensscheue Fabrikarbeiter, ent— lausene Pferdeknechse, seit Monaten und sogar während der Erndte feiernde Taglöhner, ohne und mit Papieren,
durchzieben sechtend rudelweise die Gegend, mit ihrem Un— gezieser die Herbergen verunreinigend und, weil deß halb meistens abgewiesen, die Ortspolizeibehörden in der frech— ien Weise um ein Nachtquartier quälend. Und dieses Gesindel erhält auch noch vielerorts in Süddeulschland von den Ortebehörden das aus der alten, guten Zeit stammende und nur für die eigentlichen Handwerksgesellen bestimmte „Geschenk“ und wird wohl dadurch noch mehr berbeige— zogen. Der Häuser und Straßenbettel wird auf dem platten Land mit immer größerer Frechhei: detrieben und wird nachgerade unersräglich.(Hierzu wollen wir bemerken, daß hier in Friedberg das„Stadigeschenk“ nur an sich als solche ausweisende wirkliche Handwerksburschen gegeben wird. Den Privalbeltiel kann man, sich aber möglichst vom Leibe halten, wenn man consequent Nichts gibt. Die Stromer kennen solche Häuser bals und meiden sie.)
Gleßen. Zu unserer Geflügel- und Kaninchen-Aus⸗ stellung siud bis jetzt angemeldet: 124 Stämme Hübner, 11 do, Enten, 1 do. Schwanengäuse, 3 do. Truthühner, 132 Paar Tauben und 57 Kanarienvögel, 10 Käfige diverse exotische Vögel und 10 Kaninchen. Was die Letzteren betrifft, so hat sich in unserer Gegend die Zucht nicht besondete rentirt und wird es wohl dei dem ersten Anlauf sein Bewenden haben, zumal die Ausnutzung Felle und Haare Lier nicht besonders verwerthet kann, resp. sich keine Käufer hierfür finden.
Darmstadt. Als artistischer Director des herzoglichen Hoftheaters ist Geb. Hofrath Tescher Meldung der„N. H. V.“ mit Wirkung vom 20. d. an hierher berufen worden. Das Interim, welches die ge— sunde Entwickelung unseres Kunstinstituts so lange hemmie, hal somii ein Ende erreicht.
Reinheim, 16. Sept.
werden
Groß
Gestern hat sich hier ein enssetzliches Unglück ereignet. Eine an ber Dreschmaschine beschäftigte Frau wurde von dem Werk erfaßt und furch! bar verstümmelt. Die Un lücksiche ist bereus verschieden.
Alzey, 13. Gestern hat das Maschinengeschäft von Ingenieur Probst in Monsheim unseren Ausstellungs— palast angekauft. Nach Schluß der Ausstellung wird der von Hofmeister en worfene monumentale Bau abgebrochen
Sept.
auf 0 01 gen lach M 81 1 2*. 1. 1 1 N und auf Essenbahnw) 1 Monsbeim lrausporlirt, pefleißigen und resultirt aus beiden Momenten eine äußerst
um daselbst in der Nähe Zahnhofes wieder aufgebaut zu werden zum Zwecke einer permanenten Ausstellung land- wirihschaftlicher Maschinen.
Allerlei.
Malta.
in Sicilien statigefunden. Er
nach
bältnisse beruhte, sondern bloß eine Ueberraschung war,
bis M.
N
Ruhe zurück, um so mehr, als durch die Folgen des letzten
1 0
über ein größeres Entgegenkommen der Pforte bezüglich 15. milderer Friedensbedingungen für Serbien einliesen, riesen
Ein befliger Erdstoß hat nach einem Tele- f gramm der„Times“ aus Malta am Morgen des 13. Sept. w dauerte 30 Secunden und so
*
verbreitete in Messina großen Schrecken; glücklicher Weise gingen keine Menschenleben verloren und wurde den Ge— bäuden kein Schaden zugefügt, wie es in Reggio geschah.
New⸗Pork, 16. Sept. Das gelbe Fieber hat in Savannah an Hestigkeit zugenommen; gestern allein flarben 27 Personen.
Handel und Verkehr
Grünbecg, 16. Sept. Die Preise auf unserem heutigen Fruchtmarkte betragen: Waizen 12 M. 18. Pf.; Korn 10 M. 90 Pf.; Gerste 8. M. 80 Pf.; Hafer 7 M. 97 Pf.; Molter— M.— Pf.; Ecbsen 10 M. 5 Pf.; Linsen— M.— Pf.; Samen 16 M. 38 Pf.; Kartoffeln — M.— Pf. Vie Preise verstehen sich sämmtlich per 50 Kilo= 100 Pfund.
Frankfurt, 15. Sept. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 40., Nr. 2 M. 36., Ni. 3 M. 32., Nr. 4 M. 28., Ni. 5 M. 22. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 26. do. II.(Berliner Marke) M. 21., Weizen, hiesiger M., 24.50, fremdet je nach Qualität M. 18—22., Korn M. 17.75 bis 18., Gerste M. 17.50—19., Hafer, M. 16.25— 17. Kohlsamen M. 36. Br., Erbien M. 21—24., Wicken M. 21—23., Linsen M. 21—30., Rüböl M. 77. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht n e
Frankfurt, 16. Sept. Der heutige Heu- und Stroh⸗ markt war gut befahren. Heu kostete per Centner je nach Qualisät M. 4.50— 5.50, Strob per Centner M. 4.50—8. Butter 1. Qual. im Großhandel das Pfund M. 1.25. 2. Qual. M. 1.18 im Kleinhandel 1. Qual. M. 1.36 2. Qual. M. 1.30, Eier das Hundert M. 5.
Mainz, 16. Sept. Productenmarkt. Waizen per Nov. 20.70, Roggen per Nov. 15.40, per März 16.15, Hafer per Nov. 16.—, per März 16.50, Nüböl per Oct. 37.15.
Marburg, 16. Sept. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.20— 1.30. Eier pr. Stück 6 Pf. Käse per Stück 20 Pf. Tauben das Paar 45-50 Pf. Hähnchen per Stück 50-60 Pf. 1.—. Hühner per Stück 70—90 Pf. Enten per Stück Mk. 130—40. Hasen per Stück M. 2.50—4 00, Kartoffel 2 Liter 20 Pf. und per Korb M. 1.60 70.
D. Frankfurt a. M., 16. Sept.(Börsenwoche vom
80* 8 55 5* 2 der g. vis 15. September.) Die Hausse, welche auf der Basis
der günstigen Auffassung der Semestralbilanz der Credit— anstalt sich entwickelt hatte, konnte nur von kurzer Dauer sein, da sie nicht auf einer Klärung der allgemeinen Ver—
acteur weil
bei welcher die Contremine den unfteiwilligen Haupt spielte. Die Beurtheilung der Bilanz war günstig,
ste nicht ganz so schlimm ausfiel, als man erwartet hatte;
nachdem aber eine nüchternere Kritik der Specialziffern Platz griff schöpft und die Börse verfiel wieder in ihre apathische gewaltsamen Ausschwungs die Baissepartei bedeutend ge schwächt und nicht mebr im Stande ist, die Politik energisch auszunützen. Audererseits gibt aber auch die Unsicherheit und Unbestimmiheit der politischen Lage den Haussiers
Veranlassung, sich großer Vorsicht und Zusückhaltung zu
lustlose Haltung. Erst seit Mittwoch hat sich die Tendenz wieder mehr und mehr gebessert. Die Nachrichten, welche
eine freundlichere Stimmung hervor. Ferner war es be— ders die Festigkeit des Berliner Platzes, die der Eui⸗ icklung der Course nach Oben zu Gute kam. Dieselbe l baupfsächlich durch Executionskäufe für eine
Hahne per Stück 70 Pf.
hafte sich die Wirkungskraft der Bilanz er⸗
stark
à la Balsse engagirte Berliner Firma veranlaßt sein. Die gestrige Medioliquidation verlief bei sehr flüssigem Geld⸗ stand ohne Schwierigkeiten. Cleditaclien waren in Prolon⸗ gation schließlich offerirter, Staalsbahnactien gesuchter. An heutiger Börse verkehrte man auf Realisation in matterer Haltung, befestigte sich jedoch wieder auf höhere Wiener Nolirungen, welche auf Waffenstillstandsgerüchte zurück- geführt wurden. Das Geschäft war heute wegen der be⸗ vorstehenden israelitischen Feiertage außerordentlich ssill. Die Hauptspeculationspapiere folgten während der Woche dem allgemeinen Gange der Tendenz; Staatsbahnactien lagen auf ihre ungünstigen Wocheneinnahmen vocübergehend malt. Ctedisactien, am letzten Samstag 122½, wichen bis Dienstag auf 121, stiegen bis gestern auf 124¾ und blieben heute 124⅝, Staatsbabnactien setzten mit 238 ½ ein, verflauten auf 235½ boben sich gestern bis 2387/ und schließen heute 237½. Lombarden gingen zwischen 63½—63 und 64 um. Oesterr. Bahnen weisen unter dem Einfluß der politischen Verstimmung und der geringen Aussichten auf eine Besserung der Eisenbahnverhältnisse, namentlich in Betreff der Goldzablung der Zinsen, fast durchweg nur Coursherabsetzungen von ½—2½ fl. auf. Eine Ausnahnie machen Galizier, welche bevorzugt waren und 1 fl. gewannen. Deutsche Bahnen gaben ebenfalls größtentbeils im Course nach. Rheinische Stamm ver⸗ loren 1%, Hessische Ludwigsbabn 50, Cöln-Mindener blieben sest. Bankactien büßten diese Woche in der Mehr- zahl ihre seitherige Festigkeit ein und stellten sich mehr oder weniger niedriger. Als um Bruchtheile höher sind Deutsche Effectenbank, Continental, Schlessische Vereins⸗ bank, Frankfurter Wechslerbank, Württ. Notenbank und Vereinsbank, Leipziger Vereinsbank und Süddeuische Bank zu erwähnen. Deutsche Handelsgesellschaft und Dresdener profitirien Kleinigkeilen gegen die Vorwoche. Deulsche Staatefonds zogen als Werthe unzweiselbaster Solidität wieder gute Käufer an und wurden theilweise zu anziehen⸗ den Coursen umgeletzt. Von ausländischen Fonds waren Oasterg. Renten etwas besser, hingegen Ungar. Schatzbons
und Ostbahnanleihe, Italienische Renten und Russische Fonds nachgebend. Belgische Obligationen und Italienische Tabaksobligationen, 4½j/(Schweden und Spanier höher. Amerikaner beliebt und meist besser. Deulsche Prioritäsen waren theilweise matter. Anlehensloose zeigten sich durch⸗ weg offerirter und gaben im Course nach. Ungarische büßten M. 1.40., 1864er M. 13.60. ein. Für zösterr. Prioritäten hat die Nachfrage wieder fast ganz nachgelassen und weisen dieselben überwiegend Coursherabsetzungen auf. Höher schlossen nut: Franz Josef, 5% Lombardische, Staats⸗ bahn⸗Ergänzungsnetz und Elisabetb von 1862. 5% und 30% Staatsbahn und 3% Lombardische fest. Pfandbriefe unverändert. 1873er Oesterr. Goldcommungl ½% billiger. Von fremden Wechseln Paris und London anziehend, Amsterdam und Schweiz schwächer, Wien fest. ö
Auszug
aus dem Civilstands⸗Register der Stadt Friedberg. ö Geboren:
15. Sept. Dem Kaufmann Karl Theodor Kranz ein ö Sohn.
Gestorben:
12. Debt. Ein todtgeborenes Söhnchen des Taglöhners ö Johannes Bräuning.
Katharina Nieß, geb. Pestel, Wittwe des 7 Oberlieutenants Wilhelm Christoph Nieß, 71 Jahre alt.
5 Philipp Friedrich Jean Heinrich Flaschenträger, Söhnchen des Kaufmanns Johann Heinrich Flaschenträger, 8 Monate alt.
Obst-Versteigerung
zu Friedberg.
2916 Donnerstag den 21. September l. J., Vormittags
9 Uhr anfangend, soll sämmtliches, der Stadt Friedberg
gehörendes Obst aus der Stadtgemafkung, worunter sich vorzügliches Tafelobst befindet, in passenden Abtheilungen an Ort und Stelle an den Meistbietenden versteigert werden. Der Anfang ist am viereckten Weiher(Vorstadt). Friedberg am 5. September 1876 Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Dio ue iq r.
Aepfel⸗Versteigerung. 3009 Freitag den 22. d. Mts., Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen die der hiesigen Gemeinde zustehenden Aepfel, eirea 300— 350 Malter, in und Stelle öffentlich meistbietend versteigert werden. Schwalheim den 14. September Großherzogliche Bürgermeisterel Schwalheim, Hen sel.
Bekanntmachung.
Die
1876.
3045 Abführung der am 1. September
fälligen, anher schuldigen Holzgelder bringen wir hiermit
in Erinnerung 4 Schloß Ilbenstadt den 18. Sept. 1876. Gräflich Alt⸗Leiningen-Westerburgische Rentkasse.
nge
für Erwachsene und Kinder billigst bei K. Friedrich.
0 0
Abtheilungen an Ort
.* 0 gr
Versteigerung und Submission. 3061 werden dahier zur alsbaldigen Lieferung öffentlich ver— steigert:
200 Centner Kartoffeln und
8 6 Zwiebeln.
Sodann werden Donnerstag den 5. Oetober e., Vor⸗ mittags 10½½ Uhr, für 1877 zur Lieferung im Sub⸗ missionswege vergeben:
1) eirea 45 Centner weiße Bohnen,
45 8 Erbsen, 35 1 Linsen, 50 5 Salz(Nauheimer) 50 Heetoliter Petroleum, Rüböl, 9 Thran, 3 Centner geschälte Gerste 8 0 Nudeln, 10 7 Reis und 140 7 gedoͤrrte Zwetschen.
Die unter pos. 1. 2. 3. 4 und 5 aufgeführten Gegen—
stände werden einzeln, diejenigen unter 6 und 7 und
„
unter 8 bis 11 aber zusammen vergeben.
12 Uhr Vormittags und von 2 bis 6 Uhr Nachmittags 1 2* 1 1 2 1 auf dem Büreau der unterzeichneten Direction einzusehen 1876 und müssen die Submisstonen bis zum 5. n. Mts., Vor⸗
Bevingungen und Proben sind täglich von 8 bis
mittags 10 Uhr, in den vor diesem Büreau aufgehängten
Submisstonskasten verschlossen eingelegt werden.
eee— Socken, sowie tr ümpft nutten& Unterhosen
Marienschloß den 15. September 1876. Großherzogliche Landeszuchthaus-Direection.
S ff‚
Wollene Hemden,
K. Friedrich.
Mittwoch den 27. d. Mts., Vormittags 10 Uhr,
äußerst billig bei
Versteigerungs- Anzeige.
3063 Freitag den 22. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Behausung der A. Oberländers Erben nachgenannte Gegenstände, als: 2 Pferde, 2 Kühe, 1 großer und 1 kleiner Oeconomie⸗ wagen, 1 neue Chaise, 1 neuer Vorderwagen, 2 Paar Erndteleitern und sonstige Gegenstände nochmals an den Meistbietenden versteigert werden. Bei entsprechenden Geboten erfolgt der sofortige Zu— schlag Friedberg den 18. September 1876. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. ö e.
Bekanntmachung.
3064 Montag den 25. September d. J., 11 Uhr, soll in hiesigem Rathhause das städtischen Aepfel in der Feldgemarkung, sowi derselben in die Stadt oͤffentlich an den Wen den versteigert werden.
Friedberg den 18. September 1876 ö Großherzogliche Bürgermeisterei Friedberg. Fo u da x:
Aepfel⸗Versteigerung. 3048 Freitag den 22. September l. J., Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen die der hiesigen Gemeinde zu⸗ stehenden Aepfel, eirea 80 Malter, an Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee am ehemaligen Windhof. Pohl-Göns den 16. September 1876 Großherzogliche Bürgermeisterei Pohl Goͤns. Sch ö pff.
Vormittags Abmachen der Fahren igstfordern⸗


