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die französischen Renten, zur Steuer herangezogen werden.
— Der„Moniteur“ schreibt: Falls die Pforte den Waffenstilistand ablehnen würde, so könnte sie fortan bei den in Folge dieser Ablehnung sich er- gebenden Gefahren auf den Beistand keines einzigen europäischen Cabinets rechnen.
Großbritannien. London. Gladstoue hat sich in einer soeben veröffentlichten Schrift abermals gegen die Politik der Regierung aus- gesprochen, welche sich zwar in der Form nicht, aber bezüglich ibrer Ziele verändert habe. Er unterzieht die Vorschläge Derby's, die verschieden⸗ artigste Auslegung zuließen, einer nicht wohlwollen⸗ den Beurtheilung, und besteht auf der Einberufung des Parlaments, weil die Regierung nur in Ueber- einstimmung mit der Nation eine wirksame Auto nomie Bosniens und Bulgariens, welche durchaus nothwendig sei zur Verhütung einer Wiederkehr der Unruhen, verlangen könne.
Spanien. Madrid. Die Gerüchte von dem Rücktritte des General-Gouverneurs von Cuba, General Jovellar, sind unbegründet; Jovellar be— hält die oberste Leitung von Cuba; das Ober— Commando der Truppen befindet sich in den Hän— den des Generals Martinez Campos.
Italien. Rom, 10. Oct. Der Zusammen⸗ tritt des Katholiken ⸗Congresses zu Bologna rief Seitens der Bevölkerung gegnerische Kundgebungen hervor, welche sich am Abend wiederholten. Um allgemein befürchtete Ruhestörungen zu verhindern, wurde der Congreß auf Verfügung der Behörden aufgelöst.
Stradella, 8. October. An dem heutigen Bankette zu Ebren des Minister- Präsidenten Depretis nahmen auch die Minister Brin und Coppino Theil. In seiner Dankrede betonte Depretis, daß es der feste Wille der Regierung sei, aufrichtige Wahlen zu erzielen. Die Regier- ung sei keine Partei. Die Monarchie habe dem Lande die Einheit und Freiheit gegeben. Der Toast, den Depretis auf den König ausbrachte, wurde mit dem lebhaftesten Beifalle aufgenommen. Die Finanzlage wurde von dem Redner ausführ- lich besprochen. Er versprach Besserung des Budgets für 1877, constatirte die Nethwendigkeit einer Wahl- Reform und berief sich bezüglich der aus wärtigen Politik auf die am 28. März im Par- lamente abgegebenen Erklärungen.
Türkei. Konstantinopel, 7. Oct. Der britische Botschafter Elliot wurde heute vom Sultan in Privat⸗Audienz empfangen. Die Beschlußnahme der Pforte auf die Friedens Vorschläge der Mächte ist letzteren noch nicht amtlich mitgetheilt, sondern soll erst in einigen Tagen vermittels eines Memoires zu deren Kenntniß gebracht werden. Die Dis⸗ posttionen der Pforte erscheinen, gewissen Anzeichen nach, versöhnlich. Die Rückkehr des russischen Botschafters, General Ignatieff, wird für heute erwartet.
— 9. Oet. Nach einer der Regierung zu gegangenen Meldung aus Trebinje(über ein be— reits anderweitig mitgetheiltes Gefecht) hat Mukhtar Pascha die Befestigungen der Montenegriner bei Nowatich Bojanobrda zwischen Grahowitza und Grahowo erstürmt; die Montenegriner erlitten starke Verluste an Mannschaft, Waffen und Munition und zogen sich in großer Unordnung zurück. Die Garnison von Ljubinje hat eine Schaar Insur— genten zurückgeworfen; letztere flüchteten nach der montenegrinischen Grenze zu.
— Dem„Temps“ zufolge nehmen die Ver⸗ handlungen wegen des Waffenstillstandes einen günstigen Verlauf.
— Der„Deutschen Zeitung“ zufolge hat die türkische Regierung eine aus zwanzig Mitgliedern bestehende Commission mit der Ausarbeitung von Vorschlägen über den Einführungs- Modus der neuen Reformen beauftragt. Die„N. fr. Pr.“ meldet aus Pera, daß eine außerordentliche Sitz- ung des Staatsrathes stattfinde, um Bestimmungen über den ins Leben zu rufenden Generalrath und Senat auszuarbeiten.
— 9. Oct. Die Mächte haben unter Vor- tritt Englands die Vorstellungen bei der Pforte
erneuert. Die Pforte wird, vertrauend auf die Absichten der Mächte, wahrscheinlich einen ein⸗ monatlichen Waffenstillstand bewilligen.
Montenegro. Cettinje. Mukhtar Pascha hat am 6. d. die Montenegriner auf den von Letzteren besetzten Höhen von Bojanobrdo angegriffen und drei Schanzen eingenommen. Die Montenegriner verließen sich auf die Waffenruhe, wurden daher durch den Angriff überrascht. Mukhtar, der noch weiter nachdrängte, wurde bei Miro- tinske zum Stillstehen gebracht und schließlich in seine Positionen zurückgeworsen. Die Montene⸗ griner verloren über 100 Todte und Verwundete; auch der Verlust der Türken ist beträchtlich.
— 8. Oct. Gestern Abend haben die durch 2500 Mann verstärkten Montenegriner Mukhtar Pascha angegriffen und denselben genöthigt, sich bis zur Grenze zurückzuziehen. Die Türken ver⸗ loren 850 Todte, die Montenegriner 115 Todte und Verwundete. Montenegriner und Türken stehen sich gegenwärtig auf zehn Kilometer Entfernung gegenüber. Auf Verlangen Mukhtar Pascha's sind heute 150 Reiter mit Munition von Trebinje ausgerückt. Peko Pavlovich und Dakowitsch be- reiten einen Flanken-Angriff auf Mukhtar vor.
— 9. Oct. Dekowitsch hat mit sieben Batail lonen die Umgehung Mukhtar Pascha's vollendet. Er steht zwischen Trebinje und Ljubinje verhindert türkische Zuzüge, verbrannte Ljubinje und ver— sprengte die Türken, die aus Stolatz dorthin zu Hülfe zieben wollten.
Serbien. Belgrad. Hinsichtlich des Waffen ⸗Stillstandes hat der serbische Minister- Präsident Ristics zustimmend geantwortet, jedoch daran die Bedingung geknüpft, daß eine Demar⸗ cations-Linie und neutrale Zone bestimmt und der Waffen- Stillstand mindestens auf sechs Wochen abgeschlossen werde. Die serbische Regierung hat eine Note an die Mächte gerichtet, in welcher alle von den Türken während der letzten Kämpfe ver⸗ übten Gräuelthaten aufgezählt werden.
— Am 5. October fand bei Krevet zwischen den Türken und den Serben unter Horvatovies ein Gefecht statt, welches nach zweistündiger Dauer abgebrochen wurde. Die Serben haben die Ver- schanzungen von Tesica geräumt. General Tscher⸗ najtff fordert die Einberufung der sämmtlichen noch übrigen waffenfähigen Männer vom 18. bis zum 50. Lebensjahre. Ferner wird aus Zara berichtet: In Folge des aus Trebinje gemeldeten Rückzuges des Insurgenten-Führers Peco Paplovie vom rechten Ufer der Trebinsica nach Cnutie sind die vorher unterbrochenen Verbindungen wieder offen. Medun ist mit Proviant versehen.
— 9. Oct.(Amtliche Meldung.) Tscholak Antitsch, welcher am 7. d. von Jankowa Klissura in der Richtung auf Kurschumlja vorrückte, hat alle Ortschaften des Toplitza-Thales besetzt und steht nunmehr vor Kurschumlja.
— 10. Oct. Fürst Milan hat dem General Tschernajeff befohlen, bis auf Weiteres jede Offen⸗ sive einzustellen. Es steht der Abschluß eines Waffenaillstandes für die Zeit bis zum gänzlichen Friedensschlusse in Aussicht.
Rumänien. Bukarest. Das„Amtsblatt“ veröffentlicht ein fürstliches Decret, wonach das stehende Heer mit den Reserven und der Terri⸗ torial-Armee zu divistionsweisen Waffen ⸗Uebungen zusammentreten soll; dem Kriegs-Minister ist zu diesem Zweck ein Credit von 200,000 Lei bewilligt.
— 10. Oct. Bei den gestern stattgefundenen Ergänzungs Wahlen zum Senat fielen von sechs Mandaten fünf der Regierungs-Partei zr.
Aus Stadt und Land.
Pfungstadt. Nach einem Kabeltelegramm aus Phila⸗ delphia wurde der Bierbrauerei von Justus Hildebrand von der internationalen Jury eine„Preis Medaille“ zu⸗ erkannt.
Allerlei.
Frankfurt. Aus einem dieser Tage hier angelangten Waggon, welcher von Passau Hafer in Säcken führte, hörte man lautes Bellen und Heulen eines Hundes. Als der Wagen geöffnet war, fand sich in dem über den Säcken
noch freien Raum ein schöner schwarzer, etwa 6 Monaie
alter Hund größerer Race, der von den Bahnbeamten so⸗
behufs Erzielung eines förmlichen Waffenstillstandes rt in Pflige genommen wurde. Das Thier is mindestens
3 Tage und 3 Nächte, die circa 500 Kilometer lange Streckt von fa bis Frankfurt a. M. ohne Nahrung eingesperrt gewesen.
Mannheim, 8. October. Als heute früh 9 Uhr der Personenzug der Main⸗Neckar⸗Bahn den hiesigen Bahn⸗ hof verlassen sollte, stieß derselbe auf einen leeren Güterzug. Durch den 8.8058 Zusammenstoß enistand nicht nur eine erhebliche Beschädigung des Fahrmaterials, sondern es wurde auch eine größere Zahl von Passagieren mehr oder weniger verwundet. Man spricht von 20 Verletzten, doch vermögen wir für die Richtigkeit dieser Zahl zur Stunde nicht einzustehen. Einzelne Verwundungen machten wund⸗ ärztliche Hülse durch Zusammennähen u. s. w. nothwendig, doch soll zum Glücke keine Verletzung irgend einen ernsten Character haben. Erhebungen über die Ursachen dieses Unfalles sind im Gange.
Kassel, 9. October. General von Bose, Commandeur des XI. Armee⸗Cotps, feierte gestern sein 50jähriges Dienst⸗ jubiläum.
München. Der frühere Ober- Bibliothekar Geh. Regierungs⸗Rath Pertz aus Berlin, der bekannte und be⸗ rühmte Herausgeber der Monumenta Germaniae ist am 7. October hier gestorben.
Die Gräber der Sultane.
Die Geschichte der letzten Jahrhunderte hat im Abendlande nur hin und wieder gekrönten Häuptern tragisches Ende bereitet. Anders im sonnigen Orient, der unsere Phantasie mit so vielen Illu⸗ sionen gefangen nimmt. Wie das Leben der osmanischen Machthaber nur eine ununterbrochene Kette von Gewaltakten ist, so sind auch ihre Gräber Erinnerungsstätten zahlreicher finsterer
Epochen. Die osmanischen Sultane sind nur der
Minderzahl nach im Frieden heimgegangen. Wer heute nicht die Mühe scheut, die winkeligen Straßen Stambuls zu durchpilgern, in das Innere der schattigen Moscheehöfe einzudringen oder sonst ein-
same Plätzchen in immergrünen Bosquets zu durch⸗
stöbern, dessen Blick trifft da und dort auf das Grab eines einst gefürchteten Machthabers. Die Turben oder Mausoleen der Sultane gehören zu dem Interessantesten, was Stambul bietet. Man findet sie nicht selten in den belebtesten Gassen, inmitten eines malerischen Chaos von Markibuden, Handwerkerbaraken, oft zwischen allerlei wüstem Schutt und Kram, häufiger aber an der Mekka⸗ Seite der Moscheen, um anzudeuten, daß die Seelen Derer, welche unter diesen bleichen Sar⸗ kophagen ruhen, ihre Pilgereise zu Mahomed an- getreten haben. Wie schwer nun wird es dem Fremden, bei dem Besuche dieser Stätten von milderen Gedanken beherrscht zu werden! Bei jedem Monumentalsarkophage, bei jeder Gebethalle, die die irdischen Reste eines Selim oder Murad umschließt, haben wir den abgerollten Gang der Geschichte vor uns, und düstere Bilder nehmen uns gefangen. Das imposanteste dieser Mausoleen ist das Suliman's des„Prächtigen“, ein herrliches Bauwerk sarazenischen Stiles. Stolz, wie sein Leben und Wirken, mahnt auch dieses Monument an den verschollenen Glanz des ruhmreichsten und glanzvollsten aller osmanischen Sultane.
Die nächste Ruhestätte, auf die wir auf unserem Gange durch die östliche Siebenhügelstadt stoßen, ist jene Mahomed's II. Es ist ein ganzes Ge⸗ bäude, das die irdischen Reste des Vernichters der byzantinischen Herrschaft hütet. Nicht weit hiervon mahnen uns allerlei Attribute und zier⸗ liche Embleme an ein Frauengrab. Hier ruht Ailima, die Mutter des„Vaters der Eroberung“, wie die ottomanische Geschichte den Bezwinger Konstantinopels nennt. Ailima, eine jener Zauber⸗ Erscheiunngen aus der Frauenwelt des Ostens, die wie ein helles Märchen auf unsere Sinne einwirken, war die Gattin Murad's II. Die in zahlreichen nationalen Poesien fortlebende Sultanin war ein Wunder an Schönheit und Gelehrsam— keit. Der zierliche Käfig, der dieses zierliche Kleinod einschließt, ist stumm, und so mag man nach Gutdünken der unheimlichen Tradition Glauben schenken... Neben der Moschee Bajazid's II. liegt eine andere vielgefeierte Frau, die Mutter des Sultans Bajazid II., Gul-Bahar, d. i. die „Frühlings cose“.
Im Garten der Moschee Schabzadeh finden wir die Opfer der ränkesüchtigen Frau Suleiman's, der berühmten Charene, auf deren Veranlassung Prinz Mustafa, Sohn des großen Sultans, und seine Mutter Kassebi, ermordet worden. Auch
ein anderes Kind Suleiman's ruht hier, Prinz
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