0 Ungarn betreffenden Vorlagen die in dem vor Kurzem veröffentlichten Statuten Entwurf ausge ⸗ führten Grundsätze für die Organisation des Bank⸗ wesens als unannehmbar bezeichnet.
— 4 December. Der Reichs⸗Finanzminister v. Hofmann ist heute Nachmittag in Begleitung des Hofraths Falke nach Pest abgereist.
Pest, 4. December. Gestern fand unter dem Vorsitz des Kaisers ein gemeinsamer Ministerrath der beiderseitigen Minister statt; Graf Andrassy wohnte demselben jedoch nicht bei. Die öster⸗ reichischen Minister bleiben heute noch hier, weil die Conferenzen noch nicht abgeschlossen sind.
— 5. Dec. Gestern Abend von 5 bis 7 Uhr fand gemeinsamer Ministerrath, sodanu unter dem Vorsitze des Kaisers ein Minister- Conseil statt. Die eisleithanischen Minister kehren heute nach Wien zurück.
Frankreich. Paris, 4. December. Das „Journal officiel“ meldet, daß die Minister ihr Entlassungsgesuch überreicht hätten; der Präsident Mac Mahon habe sie gebeten, die Geschäfte weiterzuführen, bis er über das Entlassungsgesuch Beschluß gefaßt hätte.
— 4. Dec. Die Lage ist sehr kritisch. Die Linke ist bestürzt, die Rechte triumphirt, desgleichen die Intransigenten. Naquet kündigt in seiner „Revolution“ bereits einen nahen Conflict an.
— 4. Dec. Marschall Mae Mahon hat den Herzog Audiffret-Pasquier ersucht, die Bildung des neuen Cabinets zu übernehmen; Letzterer hat
sich bis jetzt noch nicht dazu bereit erklärt, ob- wohl der Marschall ibm die ernstliche Erwägung seines Ersuchens anempfahl, unter dem Beifügen, er(Mac Mahon) würde keinen Schritt in der Sache thun, bevor ihm von Audiffret- Pasquier definitiver Bescheid geworden sei. Umlaufende Gerüchte betreffs einer anderen ministeriellen Com- bination entbehren der Begründung.
Versailles, 4. December. Die Deputirten- Kammer hat die Berathung des Budgets beendet; der Betrag der Ausgaben ist auf 2737 Mill. Fr. festgestellt.
Großbritannien. London, 4. Dec. Die Aeußerungen des Fürsten Bismarck bei dem parlamentarischen Diner am letzten Freitag bilden den Hauptgegenstand der Besprechung der heutigen Morgenblätter. Die„Times“ legt besonderes Gewicht auf die Aeußerungen des Reichskanzlers über Oesterreich und meint, daß der damit an Rußland gegebene Fingerzeig mächtig dazu bei⸗ tragen werde, den Krieg zu localisiren. Zugleich empfiehlt das Blatt ein Bündniß mit Deutschland behufs Erhaltung des Friedens, event. Localisirung des Krieges.„Daily News“ sprechen sich entschieden gegen die Führung eines„officiösen“ Krieges gegen Rußland aus. Die„Times“ sagt in ihrem Leitartikel ferner: Es gibt Männer, deren einfache Meinungs- Aeußerung werthvoller ist, als umfangreiche An⸗ führungen anderer Männer, welchen ihr stets von Erfolg begleiteter Lebenslauf besondere Stärke ver⸗ liehen. Ein solcher Mann sei Fürst Bismarck, weil sein Urtheil bei allen internationalen Streitig⸗ keiten, an welchen er sich betheiligte, sich niemals
irrte. Er ist die größte lebende Autorität für
auswärtige Politik, nur ein gemeiner Argwohn könnte glauben, Bismarck wolle England zum Kriege gegen Rußland treiben, um beide Mächte zu schwächen. Es wäre ein Mangel seines ge⸗ wohnten Scharfsinns gewesen, wenn der deutsche Reichskanzler eine Macht schwächen wollte, welche
oberungssucht vollständig bar ist und, da sie die erste Heimath politischer Freiheit, auch die stärkste Ab⸗ wehr gegen die Revolution ist.
Türkei. Constantinopel, 3. December. Die Miriditen haben die Waffen zu Gunsten Montenegro's ergriffen; türkischer Seits ist deß⸗ halb die eingeleitete Wegsendung der Truppen vom albanesisch⸗berzegowinischen Kriegsschauplatze eingestellt worden.
— 3. Dec. Die Minister haben gestern be⸗ treffs der Verfassung Berathung gepflogen; die Publication derselben steht unmittelbar bevor.
Auswärtigen Sapfet Pascha und dem als Con- ferenz ⸗ Bevollmächtigten hier weilenden türkischen Botschaster in Berlin Edhem Pascha Besuche ge- wechselt.
— 4. Dec. Die Pforte fandte ihren Ver- tretern im Auslande folgende Mittheilung zu: Von der europäischen Presse wird die Nachricht
von der Meinungsverschiedenheit verbreitet, welche
zwischen dem Großvezier und dem Präsidenten des Staatsraths bezüglich der Reformen zu Tage ge— treten sein soll. Diese Nachricht ist ganz und gar unbegründet, die Ausarbeitung des Reformen- Entwurfes zu Ende; unter den Mitgliedern des Cabinets bestand bezüglich derselben stets das voll ständigste Einvernehmen.
Rumänien. Bukarest, 4. Dec. Der
Senat hat nach dreitägigen Debatten zur gericht lichen Verfolgung mehrerer ehemaligen Minister, welche zugleich Senatoren sind, seine Ermächtig⸗ ung ertheilt. Griechenland. Athen, 3. Dec. Der neu ernannte französische Gesandte am hiesigen Hofe, Tissot, ist eingetroffen und hat seine Creditive überreicht. In der Schlußsitzung des außerordent⸗ lichen Staatsgerichtshofes wurde das Urtheil in dem Proeesse gegen die ehemaligen dem Cabinet Bulgaris angehörigen Minister verkündet; dasselbe lautet freisprechend, enthält jedoch den Ausdruck strengen Tadels gegen die Beschuldigten.
— 5. Dec. Da der wiederholt zum König berufene Deligeorgis eine Cabinets-Bildung nicht
zu Stande bringen konnte, hat der König den
seitherigen Minister-Präsidenten Kumunduros er- sucht, die Geschäfte bis zur Beseitigung der Krisis weiter zu führen. Eine wiederholte Abstimmung über die Steuer⸗Auflage wird deßhalb schon heute vorgenommen.
Amerika. New Pork, 4. Dec. Man meldet den Ausbruch einer Revolution in Buenos; Aires; die Stadt sei in Belagerungszustand erklärt.
Washington, 4. Dec. Nachdem heute der Congreß zusammgetreten war und sich constituirt hatte, ernannten sowohl der Senat wie das Repräsen⸗ tantenhaus Commissionen zur Untersuchung der Wahlmänner Wahlen für das Präsidenten Am.
in Süd Carolina, Florida und Louisiana. Ein.
Botschaft des Prästdenten ist nicht eingegangen.
Allerlei.
Mannheim, 4. Dec. Gestern Abend wurde hier ein Individuum bei einem Streite von der Rheinbrücke herab⸗ gestürzt und ist ertrunken. Der Thäter ist verhaftet. Der bis jetzt unbekannte Extrunkene trug eine Umhängtasche und hat wahrscheinlich eine oder die andere Verletzung am Kopfe.
München. Der durch den Selbstmord des Einjährig⸗ Freiwilligen des 9. Infanterie⸗Regiments von Lutzenberger bekannt gewordene Secondelieutenant Fuß ist seiner Function als Instructionsoffizier der Einjährig⸗Freiwilligen enthoben und einstweilen in Urlaub geschickt worden.
Berlin. In der evangelischen Bartholomäus Kirche bat sich verflossenen Sonntag ein betrübender Unglücksfall zugetragen. Durch bisher unaufgeklärte Umstände hatte in der Vorhalle eine Gasausströmung flattgesunden, die kurz vor dem Abend⸗Gottesdienste zu einer Gas Explosion führte. Eine Frau wurde dabei durch die zerschmetterte Kirchenthüre so schwer verletzt, daß sie bald darauf ver⸗ schied. Zwölf Fenster sind vollständig zertrümmert. Die werthvollen Glasgemälde, welche sich in den Chorfenstern befinden und der Kirche von Friedrich Wilhelm IV. ge⸗ schenkt wurden, haben sehr bedeutenden Schaden gelitten.
Hamburg, 3. Dec. Bei Revision des gestern nach New Pork expedirten Dampfers„Gellert“ wurden zwei ver⸗ dächtige Personen, der Bierbrauerei-Besitzer Vogel aus Württemberg und ein wegen Unterschlagung verfolgter Wirih Namens Meißner angehalten und zur Haft ge⸗
tiefe Spmpathie für Deutschland hegt, aller Er⸗ bracht. Auch ein Eisenbahnbeamter aus Frankfurt a. M.
wurbe bei Abgang des vorwöchentlichen Dampfers zurück⸗ gehalten, da inzwischen ein Steckbrief wegen den flüchtigen Bahnbeamien eingelaufen war.
Memel, 30. Nov. Dieser Tage hat auch hier die unglückselige Ofenklappe wieder drei Menschenleben als Opfer gefordert. In einem hiesigen kaufmännischen Ge⸗ schäft bewohnten ein Commis und zwei Lehrlinge gemeinsam ein Zimmer, dessen Ofen am Abend mit Steinkohlen ge⸗ heizl war. Bevor sie zu Bett gingen, wurde unvorsichtiger Weise die Ofenklappe geschlossen. Am nächsten Morgen wur⸗ den die drei jungen Leute todt in ihren Betten aufgefunden.
Einssedeln(Schweiz), 30. Nov. Auf ber Berg⸗ bahn Wädensweil⸗Einsiedeln ist heute Nachmittag ein Zug mit einer Locomotive und einem Wagen in rasendem Lauf nach Wädensweil gefahren. Es gab 2 Tode, 10 Ver⸗ wundete und wurde das Material zernümmert. Ueber
Die französischen Bevollmächtigten zur Conferenz haben mit dem Großvezier, dem Minister des
die Katastrophe selbst berichtet man dem„Landb.“ Folgen⸗ des: Nach angestellten Berechnungen muß die Locomolive
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mit einer schließlichen Geschwindigkeit von 160 Kilometern f
per Stunde den Berg herabgebraust und im Bahnhof Wädensweil angekommen sein. Leute, welche der grau⸗ sigen Thalfahrt zusahen, erzählen, daß fast im gleichen Moment, wo sie die Locomotive von oben herunterkommend erblickten, sie schon an ihnen vorbei, weit unter ihnen an⸗ gelangt war, und daß der durch sie hervorgebrachte Luft⸗ druck Staub von Erde und kleine Steine auswarf. Weichen⸗ wärter Diener, welcher herbeigeeilt war, dem brausenden Ungethüm den Weg zu öffnen, wurde vom Luftdruck weg⸗ geblasen und überworfen. Der gleiche Luftdruck, verbunden mit der durch Entgleisung entstandenen Erschütterung, hat auch die auf dem Schienenwagen befindlichen Personen von ihren Plätzen herunter, die einen glücklich, die anderen un⸗ glücklich auf die Seite geblasen. Wäre das directe Geleise im Bahnhofe Wädensweil offen gewesen, so würde es Maschinenmeister Haueter wahrscheinlich gelungen sein, weiter zu fahren und allmälig die Maschine zu stellen, ohne daß ferneres Unglück passirt wäre; denn es desez sich kein Zug unterwegs. Allein bei der schlangenförmigen Ausweichung mußte die Locomotive entgleisen und, da sie in voller Schnelligkeit war, überwerfen. Daß dies drei Mal geschah, daß die Locomotive vollständig zertrümmert und eine Kolbenstange wie eine Schraube gekrümmt wurde, zeigt, mit welcher Gewalt der Anprall vor sich ging. Der Schienenwagen war schon vorher entgleist, weil die Schienen sich nach vorn bewegten, die vordere Wand eindrückten und schließlich durch ihr Gewicht zu Boden fielen, in den⸗ selben sich eingruben und in den sogenannten Dreiecken sich festrannten. Das geschah oberhalb Wädensweil, und, wie man uns erzählt, direct über einem Bierkeller, in welchem dadurch ein solches Getöse entstand, daß die darin beschäftigten Arbeiter aus Furcht, er stürze zusammen, sich eiligst davon machten.
London, 4. Dec. Seit Sonnabend wüthen furcht⸗ bare Stürme auf der ganzen Insel und an den Küsten, auch wurden bereits zahlreiche Schiffbrüche mit sehr be⸗ trächtlichen Verlusten an Menschenleben gemeldet. Der Stand der Themse ist durch die andauernden heftigen Regengüsse stark überschritten, so daß man einen Ueberktitt der Themse befürchtet.
Argos. Die„Times“ bringt ein Telegramm vom 25. November, welches besagt: Dr. Schliemann hat in dem schon erwähnten Grabe noch eine große Menge von schön gearbeitetem weiblichem Goldschmuck gefunden. Unmittel⸗ bar nach Beginn der Ausgrabungen bei einem anliegenden Grabmal wurde ein großes Kuhhaupt aus Silber mit un⸗ gewöhnlich großen Hörnern aus reinem Golde gefunden, serner ein großer goldener Gürtel, fünf Goldvasen und große goldene Knöpfe. Alle diese Gegenstände waren wundervoll gearbeitet. Unter anderen Dingen wurden neun silberne Vasen und zahlreiche bronzene Schwerter, aber keine Spur von Eisenarbeit gefunden.
Argos, 2. December. In dem oben erwähnten Grab hat Dr. Schliemann ferner noch eine große goldene Maske, eine außerordentlich große goldene Brustplatte und einen wundervoll, namentlich im Gesicht, erhaltenen männ⸗ lichen Leichnam mit rundem Haupt, großen Augen und 32 schönen Zähnen entdeckt, dessen weitere Erhaltung aller⸗ dings Schwierigkeiten machen wird. Ferner fand man 15 bronzene Schwerter mit großen goldenen Heften deren Scheiden mit einer Masse sehr großer goldener Knöpfe mit reicher Gravirarbeit geschmückt waren, zwei große goldene Becher und eine große Menge anderer Sachen aus Gold, irdene Artikel, eine aus Holz geschnitzte Büchse, verschiedene Gegenstände aus getriebenem Krystalle, 10 große Koch⸗ werkzeuge aus Bronze, aber keine Spuren von einem Gegenstand aus Eisen oder Glas.
Madeira, 4. December. Das Militärtransportschiff Saint⸗Lawrence, mit Truppen nach der Kapstadt unterwegs, ist vollständig gescheitert; die Soldaten sind gerettet, da⸗ gegen eine Menge Vorräthe verloren.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 6. Dec. Walzen M. 24.—. Korn M. 20.—. Gerste M. 18.—. Hafer M. 15— 20. Kar⸗ toffeln M. 3.—. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo 200 Zollpsund.
Kraskfurt, 4. Dec.(Viehmarkt.) Der heutige Markt war nur ziemlich bei angezogenen Preisen befahren. Angetrieben waren: 320 Ochsen, 240 Kühe und Rinder, 260 Kälber und 600 Hämmel. Die Preise stellten sich per Ceniner: Ochsen 1. Qual. M. 54—60., 2. Qual. M. 50—54. Kühe und Rinder 1. Qual. M. 4850, 2. Qual. M. 40—46. Kälber 1. Qual. M. 48—51., 2. Qual. M. 44—46. Hämmel 1. Qual. M. 50—52., 2. Qual. M. 45— 48.
Frankfurt, 4. Dec. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr. 2 M. 37., Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29., Nr. 5 M. 23. Roggenmehl/(Berliner Marke) M. 27. do. II.(Berliner Marke) M. 22., Weizen eff. bies. M. 25.—., fremder je nach Qualität M. 19—22., Korn M. 18.— bis 20.50., Gerstie M. 18.50—20.25., Hafer M. 1518.50. Kohlsamen M.—., Erbsen M. 21—24., Wicken M. 19. Linsen M. 21—30., Rüböl M. 81. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewich!— 100 Kilo.
Verloosungen.
Kassel, 1. Dec. Bei der heute staltgefundenen 63. Serien Ziehung des vormals kuchessischen aufge⸗ nommen Slaats-Lolterie-Anlehens vom Jahre 1845 sind folgende 80 Serien-Nummern gezogen worden; 2986 2346 3408 3767 4172 3723 532 2637 2595 623 4939 3057 5002 2439 5442 2584 2914 4511 4051 224 31053 561 3268 4662 3472 4740 316 2158 3720 6416 4860 3580 5571 652 2624 1305 4458 408 6664 395 245 5632
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