Ausgabe 
7.12.1876
 
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F 9 9 1

41168 3698 4922 537 2332 792 1706 5651 721 3728 1847 3775 2817 840 4802 3452 930 1393 3169 4559 3900 788 287 5612 5171 1148 1762 207 4931 2654 660 3671 2678 784 4135 6237 4015 1690.

e 88d 7 fl.-Loose. Nummern-⸗Ziebung größerer Treffer: S. 5823 Nr. 44 15,000 fl. S. 5695 Nr. 46 2500 fl. S. 3828 Nr. 47, S. 5497 Nr. 24, S. 9739 Nr. 39 je 500 fl.

Badische 35 fl.⸗Loose vom Jabr 1845. Ziebung

am 30. Nov. Gezogene Serien: Nr. 98 254 376 1141 1201 1360 1461 1601 1669 1198 1792 2094 2493 2623

223 3028 3965 4083 4136 5756 4816 5632 5951 6046

6244 6687 7567 7659 7743 7867. Die Prämienziehung findet am 31. Dec. d. J. sta tt.

Ein Wort

über das israel. Religionsschulwesen im Großherzogthum Hessen. Die seit neuester Zeit seitens des Großh. Kreisamts erfolgte amtliche Bekanntmachung in Betreff des israel. Religionsschulwesens erregte bei den betreffenden Gemein den und Lehrern insofern eine freudige Stimmung, als sich daran einige Hoffnungen auf Organisation des frag⸗ lichen Schulwesens knüpften. Solches bildete bisher im Gegensatz zu dem so sehr geordneten christlichen Schulwesen einen derartigen Contrast, daß selbst Regierungs- und angesehene Schulmänner sich defremdend darüber ausge⸗ sprochen, und diese Umstände auf Tiesste beklagend, mitleidsvoll auf die in solch chaotischen Verhältmissen sich bewegenden Cultusbeamten herabblickten. Was die israel. Religionsschule speciell betrifft, so kränkelt sie namentlich daran, daß für sie kein Schulzwang bestebt, daß die Vor⸗ stände nicht ermächtigt sind, die Eltern für die Schulver⸗ säumnisse ihrer Kinder zu strafen, weil sie sich ferner keiner Aufsicht von Oben herab bisher erfreute und die betreffenden Schulbehörden darüber nicht informirt sind, ob die Beauf⸗ sichligung der israel. Religionsschulen mit zu ihrem Ressort gehört oder nicht. Kleinere unbemittelte Gemeinden, und deten zählen wir nicht wenige, mußten sich zum großen Theil, da sie doch einmal für das religiöse Wohl ihrer Kinder verpflichtet sind, mit allem möglichen Ausschuß von Lehrern begnügen und schließlich Polaken oder sonstige vagabundirende Subjekte engagiren. Kein Wunder, daß unter solchen Erscheinungen der religidse Sinn der Jugend bedeutend herabgedrückt und das Ansehen von wirklichen Schulmännern nicht sonderlich gestiegen ist. Und zu allen diesen Auswüchsen gesellt sich noch das leidige Vertrags- verhältniß, eine Einrichtung, die wir gerne, wo der Pfeffer wächft, hin verweisen möchten. Da haftet noch ein Stück⸗ chen Mittelalter dran, daran erkennt namentlich der israel. Lehrer das Entwürdigende seiner Person und seines Amtes gegenüber seinen Collegen christlicher Confession. Und Wehe dem Lehrer, dem sein Vorstand nicht hold, und die Ver⸗ tragszeit abgelaufen! Er muß fort und mit dem Wander⸗ stab ruhig weiter pilgern, bis ihm der Himmel eine anderweitige ähnliche Stätte gnädig verleiht. Wie kann unter solchen Verhältnissen, fragen wir wiederholt, von einer ersprießlichen Erziebung, von einem gedeihlichen Unterrichte auch nur im Entserntesten die Rede sein, wo der Lehrer keine Stütze von Oben noch Unsen, ein solch' armseliges Dasein fristet, hierbei ein precäres Dienstver⸗ häliniß, keine Versorgung bei eintretendem Alter oder Dienstuntauglichkeit hat, und außerdem noch sehr dem Parteigeist der Gemeinde ausgesetzt ist? Die Behandlung dieser Frage gäbe einen herrlichen Stoff zur Abfassung

irgend eines päbagogischen Prüfungsaufsatzes. Hoffen wir, daß es damit besser werde und daß namentlich dieser im Dienste der Menschheit stehenden Dienftclasse ein glücklicheres

Loos bereitet werde. J. Heß.

Aufforderung.

Um israel. Jünglingen Gelegenheit zu bieten, sich an einem Landes⸗Seminar als Volks⸗ und Religionslehrer ausbilden zu können, ist von Gemeinden und Privaten unseres Landes ein Stipendien Fonds gegründet worden, dessen Aufgabe es sein soll, Jünglinge mosaischen Glaubens während der Ausbildungszeit mit Geld-Unterstützung an die Hand zu gehen. Wir ersuchen in Folge dessen Diejenigen, welche sich fraglicher Sache zu widmen beabsichtigen, es bei dem unterzeichneten Vorstande anmelden zu wollen. Wir bemerken hierbei, daß je nach den Umständen eine jährliche Unterstützung von 300 bis 500 Mark verwilligt werden kann. Es wird um so mehr größere Betheiligung erwartet, als uns von höchst- preislichem Ministerium des Innern die Zusage geworden ist, daß bei entsprechender Zahl von jüdischen Seminaristen für Ertheilung israelitischen Religionsunterrichtes Vorsorge getroffen werden sollte. Nähere Auskunft wird auch ertheilt durch Herrn Dr. Stein in Worms, Herrn J. Weller in Mainz und Herrn A. Strauß in Offenbach.

Friedberg im December 1876.

Für den Vereinsvorstand: Mayer Hirsch, Vorsitzender.

Bon der Polizei-Verwaltung zu Kroppen⸗ sredt hat ein Magdeburger Bürger, der sich nach dem unglücklichen Mühlknappen Schrader erkundigte, folgende Antwort erhalten:

Im Verfolge Ihres gefälligen Schreibens erwiedern wir Jynen ergebenst, daß der frühere Mühlknappe, jetzige Arbeiter Friedr. Schrader hier im Hause 38 Hobe Straße vorläufig von Seiten der hiesigen Stadtbehörde Wohnung erhalten hat und sich augenblicklich noch nicht mit Arbeit beschäftigt, da er sehr der Erholung bedarf. Schrader ist Wittwer, hat eine verheirathete Tochter in Magdeburg und 2 Töchter im Alter von 15 und 13 Jahren, welche während der Zeit, wo Schrader im Zuchthause war, auf Kosten der Sladt erzogen wurden, letztere jetzt noch, bis der Vater im Stande sein wird, sie wieder selbst zu er ziehen. Schrader ist im vollsten Sinne des Wortes verarmt. Es hat die über ihn verhängte Strafe so auf ihn gewirkt, daß er, im 53. Lebensjahre stehend, geknickt erscheint. Er weiß es seinem Schöpfer nicht genug zu danken, daß seine Unschuld jetzt noch an den Tag kommen soll durch das Bekenniniß des Thäters, der ihn in das Verderben gestürzt hat. Seine völlige Ent⸗ lassung aus dem Zuchthause wird aber nicht früher er⸗ folgen können, bis der frühere Müllerbursche, jetzige Knecht

Güntber, der sich selbst den Händen des Gerichte, Jahre nach der That geständig, überliefert hat, von dem Schwurgericht in Halberstadt verurtheilt worben ist. (Volkszeitung.)

Bereits find eingegangen: Von den Herren Dr. Gebb M. 2., Director Schäfer(Blindenanstalt) M. 1., Director Matlthias M. 1., T.& M. M. 6., Ludw. Weiß M. 1., C. M. Schudt in Dorheim M. 6., J. F. M. 1., O. K. M. 1., C. Z. M. 1., W.& G. M. 1., E. E. M. 1.. Um weitere Gaben wird gebeten.

Trapp. Jöckel. Die Exped. des Oberh. Anz.

Auf dieBitte am Erntefeste sine für die Ge⸗ meinde Geinsheim weuer eingegangen: Von den Herren Salinenrentmeister Nebhuth 2 M. 15 Pf. Zeugengebühren, Bürgermeister Heppner IV. in Stammheim 1 M., Director Dr. Schwabe 2 M., Kreis⸗Schulinspector Schmidt 1 M. 50 Pf., Beigeordneter Steinhäuser J M., Kaufmann Huber 1 M. Die eingegangenen Gaben, welche im Ganzen 37 M. 35 Pf. betragen und für welche ich im Namen der Empfänger bestens danke, sind an den Großh. Bürger⸗ meister in Geinsheim übersandt worden.

Friedberg am 4. December 1876.

Bitte.

Zu der diesjährigen Christbescheerung der hiesigen fortwährend sehr stark besuchten Klein- kinderschule bitten wir die Bewohner unserer Stadt uns durch Geld und sonstige Gaben gütigst unterstützen zu wollen. Zum Empfang erklärt sich jede der Unterzeichneten gern bereit.

K. Baur. J. Klipstein. H. Dieffenbach. E. Trapp. W. Diegel. Chr. Werner.

Baur.

3903 Die schwere Frage der künstlichen Ernährung solcher Kinder, denen die Mutterbrust versagt, rückt mit den Fort⸗ schritten der Chemie ihrer Lösung näher,

Wir baben in der bei Herrn C. Görtz, Apotheker bier, käuflichen KindernahrungKraftgries ein von wissen⸗ schaftlichen Auloritäten europälschen Rufes empfohlenes Präparat vor uns, das mit Kuhmilch zusammen den ein⸗ fachen, resp. doppelten Nährgehalt der Frauenmilch dar⸗ bietet und so billig ist, daß die gesammten Ernährungs⸗ kosten täglich nur ca. 20 Pf. betragen.

Das Präparat ist ein vortrefflicher Zusatz zur Milch bei älteren Säuglingen, die bei bloßem Milchgenuß nie gehörig satt werden und sei Aerzten und Müttern hiermit dringend empfohlen.

Geld ⸗Cours. Frankfurt am 5. December 1876. 20⸗Frankenstüczfke Mk. 16 2226 Englische Sovereigns 20 3338 Russische Imperiales 16 70-75 Holländische fl. 10-Stücke. 16 65. Ducaten. J 9 6974 *

Ducaten al mareo. 9 6772 Dollars in Gold. 416-19

Immobiliar-Versteigerung.

3615 Freitag den 22. Dezember l. J., Vormittags

11 Uhr, soll in hiesigem Rathhause das nachbeschriebene, dem Heinrich Wind I. gehörende Grundstück öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden. Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Klftr. 2. 105. 106. Grabgarten, Liebfrauengärten. Friedberg den 6. November 1876. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.

F pu ca r.

Edi e ta ladung.

2892 Die seit langen Jahren unbekannt wo abwesenden Jakob Welter von Rodheim, geb. den 29. Juni 1806 und Nicolaus Hefterich von Rendel, geb. 1804, oder deren Leibeserben werden hiermit aufgefordert, sich binnen 6 Monaten zur Empfangnahme ihres seither curatorisch verwalteten Vermögens dahier anzumelden, gegenfalls Jakob Welter und Nicolaus Hefterich für ver⸗ schollen erklärt werden und das Vermögen den sich legi mirenden Seiten verwandten, in deren Ermanglung dem Großherzoglichen Fiskus überwiesen werden wird. Vilbel am 4. September 1876. Großherzogliches Landgericht Vilbel. Jäger.

Holz ⸗Versteigerung. 3915 Freitag den 8. Dezember d. J., wird im Ober⸗ Nos bacher Gemeindewald, Distrikt Salzberg, nachstehen⸗ des Holz öffentlich meistbietend versteigert. 8 ahne Birken⸗Prügelholz, 965 Birken Wellen, 150 Nadel⸗Wellen. N Zusammenkunft, Vormittags 9 Uhr, an der steinernen Brücke im Salzberg. Ober⸗Rosbach den 5. Dezember 1876. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober- Rosbach. Blecher.

Immobiliar⸗Versteigerung. 3920 Dienstag den 12. Dezember d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen in biesigem Rathhause die nachbeschriebenen Grundstücke der Christlan Ulrich erster Erben ge⸗ hörend, erbvertheilungshalber öffentlich meistbietend ver⸗ steigert werden.

Gemarkung Friedberg.

Klftr.

5 41 Acker an der Seebach.

5 14 164 Wiese daselbst.

1 193 106 Grabgarten auf dem Haag.

Friedberg den 5. Dezember 1876.

Großherzogliches Ortsgericht Friedberg.

Böen Ha

Vergebung von Maurerarbeit.

3902 Mittwoch den 13. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, wird die zur Ausbesserung der Stützmauer des Schul⸗ lehrerseminars zu Friedberg erforderliche Maurerarbeit, veranschlagt zu 779 Mark 70 Pfennig, öffentlich im Submissionswege vergeben. Die Angebote sind in Pro zenten bis zu obigem Termin versiegelt und als Sub⸗ mission obiger Arbeit bezeichnet bei unterzeichneter Stelle einzureichen, woselbst Voranschlag und Bedingungen offen liegen.

Friedberg am 4. Dezember 1876. Großherzogliches Kreisbauamt Friedberg.

Re u ß.

Flur. Nr. 14

Arbeits-Versteigerung.

3916 Montag den 11. d. M., Nachmittags 3 Uhr, soll auf dem Gemeindehaus zu Petterweil nachbenannte Arbeit öffentlich in Accord gegeben werden:

Die Lieferung eines Brunnenxostes veranschlagt zu 23 Mark.

Vilbel den 5. Dezember 1876.

Ber o d, Bezirksbauaufseher.

Holzversteigerung.

3881 Montag den 11. d. Mts., Vormittags halb 10 Uhr, werden in dem Ober-Rosbacher Domanialwalddistrikt Kellerberg XIII: 1600 Stück Birkenwellen, zu Besenreisern geeignet, sowie 25 Gebund Ginstern öffentlich versteigert. Ober⸗Rosbach am 1. Dezember 1876. Großherzogliche Oberförsterei Ober-Rosbach. 1

Holzversteigerung

in der Fürstlichen Oberfösterei Lich Montag den 11. Dezember,

von Morgens 10 Uhr an, im Distrikt Möͤnchwald bei

Burkhardsfelden: Scheith. Prügelh. Stockh. Raummeter. Eichen 7 8 18 Nadelholz 24 349 352 582 Zusammenkunft auf dem Schlagweg an der Licher Gemarkungsgrenze.

Dieustag den 12. Dezember, von Morgens 10 Uhr an, in den Distrikten Meilbach und Mönchwald: 3 Eichenstämme mit 2½¼ Kubikmeter Inhalt,

257 Fichtenstämme von 15 41 Centim. Durchmesser und 8 20 Meter Länge mit 118, Kubikmeter Inhalt,

53 Kiefernstämme mit 27 Kubikmeter Inhalt,

179 Fichtenstangen mit 28½ Kubikmeter Inhalt und

48 Raummeter Kiefern⸗Rundscheitholz von Meter Länge.

Zusammenkunft auf der Hattenroͤder Straße in der

Meilbach. Lich den 2. Dezember 1876.

Reish.

3898 Wimmenauer, Forstrath.