Ausgabe 
4.7.1876
 
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älteste Mitglied des Hauses, v. Bonin, an das Präsidium die Worte des Dankes für seine Ge⸗

Im Unterhaus erwiederte Disraeli: Auf eine Anfrage Hartington's, er sei über die angeblich

schäfts⸗Leitung gerichtet hatte, auf welche Präsident] beabsichtigte Kriegserklärung Serbiens nicht unter

v. Bennigsen erwiederte, schloß Letzterer die Sitz · ung mit einem dreifachen Hoch auf den König. In der gemeinsamen Schlußsitzung beider Häuser des Landtags erschienen kurz nach 12 Uhr die Mitglieder des Staatsministeriums, darunter

richtet; der britische Consul in Belgrad habe vor einer Stunde telegraphirt, daß die serbischen Truppen die Grenze nicht überschritten hätten.

30. Juni. Im Unterhause fragt Dilke, ob es wahr sei, daß sich der Großfürst Wladimir mit

der Präsident des Reichskanzler Amts Hofmann. der serbischen Armee an der tüuͤrkischen Grenze be

Nachdem der Präsident des Herrenhauses die Sitzung eröffnet hatte, verlas Minister Camphausen die königliche Cabinetsordre aus Ems vom 28. Juni, welche den Schluß der Session verfügt; der Prä- sident des Herrenhauses brachte ein dreimaliges Hoch auf den König aus, womit die Sitzung schloß.

30. Juni. Der zur Theilnahme an der heutigen General ⸗Versammlung der rumänischen Eisenbahnen erschienene, in den Proceß gegen Gehlsen und Genossen wegen Verläumdung verwickelte Rechnungsrath Heßling wurde kurz vor Beginn der Versammlung verhaftet.

Bonn. Bischof Reinkens, welcher z. Z. der Firmung im Badischen obliegt, hat bei seiner jüngsten Anwesenheit in Karlsruhe gegenüber seinen Freunden geäußert, daß er mit Bezug auf den Verlauf der Debatten bei der letzten altkatholischen Synode beabsichtige, auf seine Stellung zu resigniren.

i Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 28. Juni. Unter der größten Reserve theilt man demFrankf. Journal ein Gerücht mit, welches gestern in ersten politischen Kreisen allerdings nur halblaut colportirt wurde. Es hieß, die Begegnung Kaiser Franz Josephs mit dem Kaiser von Rußland werde diesmal ganz unterbleiben. Gegenüber diesen wiederholt auftauchenden Meldungen wird von Petersburg aus versichert, es stehe fest, daß die Zusammenkunft stattfinde, wie schon aus den an die amtlichen und Hofkreise ergangenen Anord- nungen hervorgehe.

1. Juli. Der Kaiser hat, wie diePol. Corr. meldet, dem hiesigen russischen Botschafter, v. Nowikoff, das Großkreuz des Stephan⸗Ordens verliehen. Der bisherige türksche Botschafter, Aarifi Pascha, hat heute dem Kaiser sein Abbe⸗ rufungs Schreiben überreicht und reist morgen nach Constantinopel ab. Ferner empfing der Kaiser heute den neuen italienischen Botschafter, um dessen Beblaubigungs Schreiben entgegen- zunehmen.

Pest. Graf Andrassy wird jetzt von seinen Landsleuten im Stiche gelassen. Seine intimsten Anhänger in Pest werden von ihrem Unmuthe über die Wendung der Dinge fortgerissen und halten mit ihrer zuweilen sehr herben Kritik der Andrassy'schen Orient⸗Politik nicht mehr zurück. Als besonders interessant verdient hervorgehoben zu werden, daß die Magyaren plötzlich mit seltener Einmüthlichkeit eine neue Politik vorschlagen. Engster, unbedingtester Anschluß an Deutschland, nicht aber auch an Rußland, lautet die Parole, und sogar der hochofficibseHon gab d. Tage zu verstehen, daß Andrassy auf diese Weise seine jetzt grollen⸗ den Freunde wieder aussöhnen könnte. In diesem Verlangen offenbart sich das alte Mißtrauen gegen Rußland, aber auch das geringe Zutrauen zu England, das man eine Weile als dennatür⸗ lichen Alliirten Oesterreichs in der Orient⸗Frage hinstellte, und endlich offenbart sich darin die Er⸗ kenntniß, daß Oesterreich nur im Verein mit dem deutschen Reich den unausbleiblichen Stürmen ruhiger entgegensehen könnte.

Frankreich. Paris. Die Gemahlin des Marschalls Mac Mahon hat dem deutschen Bot- schafter Fürsten Hohenlohe die Summe von 25,000 Frs. für die durch Ueberschwemmung ge. schädigten Bewohner des Elsasses übersendet; die- selbe hat auch den auf gleiche Weise Geschädigten

finde. Unterstaatssecretär Bourke erwiedert, so viel die Regierung in Erfahrung gebracht habe, sei das Gerücht unbegründet. Auf eine Anfrage Grieve's antwortet Bourke, daß eine Antwort Frankreichs auf den Antrag wegen einer neuen Zucker- Conferenz eingegangen sei, daß aber die Verhandlungen noch sortgesetzt würden. Er werde über deren Natur Weiteres mittheilen, so⸗ bald dieselben beendet seien.

Italien. Rom. Die Amts Ztg. meldet, daß der König den Gesetzentwurf betreffs der oberitalienischen Bahnen sanctionirt hat. Dem Diritto zufolge ernannte der König den General Cialdini zum Botschafter in Paris.

Türkei Constantinopel. Die Meld⸗ ungen auswärtiger Blätter über Minister⸗Ver⸗ änderungen, namentlich über die Entlassung des Minister-Präsidenten Midhat Pascha, werden amt. lich dementirt. Ein Ministerwechsel kam gar nicht in Frage; das Reform ⸗Project Midhat Pascha's wird vielmehr demnächst dem Sultan vorgelegt werden.

die Pforte richtete eine Circularnote an sämmtliche Mächte, worin sie die Verantwortung für den Krieg auf Serbien wälzt und den Fürsten Milan als Rebell seiner Fürstenwürde für ver lustig erklärt.

Montenegro. Cettinje. Von hier meldet diePol. Corr. bestimmt die Existenz eines vor vierzehn Tagen ratificiren serbisch · mon tenegrinischen Allianz-Vertrags.

Serbien. Belgrad. DiePol. Corr. bemerkt zu ihren eigenen Belgrader Nachrichten über einen dort befürchteten türkischen Offensipstoß, daß die Pforte aus politischen Gründen die Offen- sive nicht ergreifen, sondern sich eventuell angreifen lassen werde. Der Eröffnung der Operationen werde serbischer Seite ein letzter formeller Schritt vorausgehen,

Hier ist auf direten Befehl des Kaisers von Rußland seitens des hiesigen russischen Vertreters bis zuletzt Alles aufgeboten worden, um den Fürsten vom Ueberschreiten der türkischen Grenze abzuhalten. Der Fürst erklärte jedoch, er könne, von der Bevölkerung gedrängt, dem Vorgehen der Türken in Bosnien und den Verletzungen der serbischen Grenze nicht ruhig zufehen; er glaube, daß, wenn der früher ventilirte Vorschlag, ihn, bei voller Wahrung der Souveränetät des Sultans, zum Vicekönig von Bosnien zu ernennen, von der Pforte angenommen worden wäre, die Bewegung und die Unsicherheit der Verhältnisse aufgehört bätte; die Pforte wolle aber keine Unterhandlungen mit Serbien, deshalb müsse er der Stimmung des Landes Gehör geben und dasselbe schützen.

30. Juni. Sicherem Vernehmen nach ist das Ultimatum an die türksche Regierung vorgestern nach Constantinopel abgegangen und dürfte morgen oder übermorgen überreicht werden.

2. Juli. DiePol. Corr. veröffentlicht einen Auszug aus dem serbischen Kriegs⸗Manifeste. Darnach schildect letzteres die seit Ausbruch des Aufstandes unerträgliche Lage Serbiens, welches Alles unterlassen habe, was das Werk der Paci⸗ sicirung erschweren könnte, während die Pforte Serbien mit einem eisernen Gürtel umgeben habe. Das Manifest bezeichnet es als unmöglich, länger in den Grenzen der Mäßigung zu verbleiben, macht die Pforte für das Blutvergießen verant-

in der Schweiz eine Unterstützung zugewendet. Großbritannien.

wortlich und versichert, daß an der Seite der

London, 29. Juni. Serben die Montenegriner, Hezegowiner, Bosniaken,

Im Oberhause erklärte Lord Derby, er könne Bulgaren kämpfen und die Griechen nicht lange

nicht sagen, daß eine Kriegserklärung von Seiten

warten lassen würden. Das Manifest fordert die

Serbiens statthaben werde, aber nach dem allge- Armee zur Achtung der Grenzen Oesterreichs auf, meinen Ton der empfangenen Berichte könne er, welches durch den huldvollen Schutz vieler Her⸗

wenn überhaupt, so doch nur geringe Hoffnung hegen, daß der Krieg abgewendet werden wird.

zegowinger-Brüder ein Recht auf Serbien's Dank⸗ barkeit erworben hätte. Serbien wird wahr-

scheinlich die Offenssve ergreifen. Die Ueberschreitung der Grenze an der Drina durch die Armee des Ranko Alimpits sollie heute erfolgen.

Rumänien. Bukarest. DiePol. Corr. meldet von hier: Die rumänische Regierung habe wegen der beabsichtigten Operationen der türkischen Donau flottille gegen Serbien Schritte bei den Garantie-Mächten gethan.

Griechenland. Athen. Die Regierung hat, getreu ihrer Friedens-Politik, mehrere Indi⸗ viduen, welche die türkischen Provinzen aufwiegeln und in Griechenland Mannschaften anwerben wollten, an der Grenze verhaften lassen.

Rußland. Petersburg, 1. Juli. Die B. N. melden, daß heute Miktag in Bern der russische Revolutionär Bakunin gestorben ist.

Aus Stadt und Land.

Offenbach, 29. Juni. Gestern Nacht nach 10 Uhr ließ sich kurz hinter der Station Oberrad ein junges Mädchen von dem heranbreusenden Zug der Bebraer Bahn überfahren und blieb auf der Stelle todt. t

Darmstadt. Die Slipendien aus der Stiftung der Gemeinden des Großherzogthums beim 25jährigen Regier⸗ ungs⸗ Jubiläum Sr. K. H. des Großherzogs sind für 1876 mit je 525 Mark verliehen worden dem stud. med. Frank aus Darmstadt, stud. phil. Obenauer aus Eich (Rheinhessen) und stud. theol. Magenbach aus Alten⸗Buseck.

Darmstadt. Die Zahl der unehelichen Geburten, welche im Jahr 1863 im Großherzogthum noch 18 pCi. betrug, hat sich dermalen auf 7 32 pCt. herabgemindert, die Folge der erleichterten Niederlassungs⸗Verhältnisse.

Darmstadt. Im Jahr 1875 betrugen die Ein⸗ nahmen aus Stempelpapser, Stempelmaiken und Spiel⸗ kartenstempel im Großb. Heffen zusammen 1,096 200 M. 90 Pf., wovon 10,102 M. 20 Pf. auf Kartenstempel entfallen.

Allerlei.

Weimar. Am 22. d. M. wurde eine hier durch Ciwil⸗Act vollzogene Ehe zwischen einem Juden und einer Kalholikin in einem benachbarten Dorfe durch einen evang. Pfarrer kirchlich eingesegnet, nachdem sich sowohl der be⸗

lreffende Rabbiner als der katholische Geistliche geweigert,

dies zu thun.

slimm!. ist aufge demselben welche M sind, nän im Staa ringsten vermögen nisse irle da, Wo Sehen wie Aust Da t der Sach Kircht auch no brauchen Verstand nicht an keinen 9 mit me

Handel und Verkehr.

Gießen, 29. Juni. Auf unserem vorgestern und gestern abgehaltenen Markte waren 1544 Stück Rindvieh und 663 Schweine aufgetrieben. Bezüglich des Arbeits⸗ Viebs behaupteten zwar einige Verkäufer ein Heruntergehen der Preise, indeß soll dies seinen Grund doch nur in der großen Zahl des aufgetriebenen Viehs gehabt haben. Im Uebtrigen aber war der Handel ein ziemlich lebhafter und vis zur Mittagszeit alles Vieh abgesetzt. Nächster Markt den 11. und 12. Juli d. J.

Grünberg, 1. Juli. Die Preise auf unserem heutigen Fruchtmarkie betragen: Waizen 11 M. 56 Pf.; Korn 9 M. 72 Pf.; Gerste 8 M. 90 Pf.; Hafer 10 M. 41 Pf.; Molter M. Pf.; Erbsen 10 M. 13 Pf.; Linsen M. Pf.; Samen 14 M. 49 Pf.; Kartoffeln 3 M. 41 Pf. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 50 Kilo- 100 Pjund.

Frankfurt, 1. Juli. Der heutige Heu⸗ und Stroh⸗ markt war gut befahren. Heu kostete per Centner je nach Qualität M. 4.50 5.60. Stroh per Centner M. 4.50 bis 5.20 und M. 6. Butter im Großhandel das Pfund 1. Qual. 91 Pf., 2. Qual. 86 Pf., im Kleinhandel 1. Qual. M. 1. 1.10, 2. Qual. 90 Pf. Eier das Hundert M. 4.605..

Mainz 1. Juli. Producten⸗Markt. Watzen per Juli 20.20, per Nov. 21.30. Roggen per Juli 15.90, per Nov. 16.05. Hafer per Juli 18.65. Nüböl per October 33.85.

Telegraphischer Schiffsbericht. Mitgecheilt von Chr. Hecht in Friedberg. Das Hamburger Post⸗ dampsschiff Wieland, Capitän Hebich, von der Linie der Hamburg Amerikanischen Packelfahrt⸗ Aelien⸗Gesellschaft, welches am 14. Juni von Hamburg via Havre abging, ist nach einer glücklichen Reise am 27. Juni Abends wohl⸗ behalten in New⸗Poik angekommen.

Das Hamburger Postdampfschiff Cimbria, Capt. Brandt,

von obiger Linie, trat am 28. Juni wiederum eine Reise

via Havre nach New⸗York an.

Verloosungen.

Ba dische 35 ⸗fl. Loose. Karlsruhe, 30. Juni. Bei der heutigen Gewinnziehung fiel auf folgende 10 Num⸗ mern je ein Gewinn von 1000 fl.: Nr. 38973 59229 33909 269594 295176 327914 327918 345947 382966

Bra unschweigische 20⸗Thlr.⸗Loose. Braun⸗ schweig, 30. Juni. Bei der heute stattgehabten Prämien⸗ ziehung fiel der Haupilreffer von 48000 M. auf Nr. 45 der S. 2695 15000 M. fielen auf Nr. 23 der S. 2354, 7200 M. auf Nr. 33 der S. 4884, 3000 M. auf Nr. 48 der S. 8097, je 300 M. auf Nr. 21 der S. 2071, Nr. 30 der S. 2152. Nr. 43 der S. 4217, Nr. 38 der S. 4337, Nr. 22 der S. 5255, Nr. 24 der S. 5517, Nr. 16 der S. 5906, Nr. 13 der S. 6330, Nr. 46 der S. 6350, Nr. 9 der S. 7844 und Nr. 31 der S. 9205.

Oesterreichische 1854er Lodse, Wien 1. Ju Bei der heuligen Ziehung wurden folgende 32 Serien ge

9 61 dem Ro ung det trennt, Die O schrift:

bis zum d. J., triebs selbst au Formula Fra

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