schule, die letzte von dem Freitag'schen Mißtrauens⸗ ontrag bedrobte Position, mit 70 gegen 76 Stimmen verworfen. Die Position ist abgelehnt, das Miß trauensvotums wegen der Stimmengleichheit saktisch aber auch.
Kissingen, 27. Junk. Graf Herbert v. Bis- marck, ältester Sohn des Fürsten Bismarck, ist hier angekommen und im„Hotel de Russte“ ab- gestiegen, um für den Reichskanzler Wohnung zu bestellen.
Stuttgart, 26. Juni. Der König ist gestern in Friedrichshafen zum Sommer- Aufenthalt eingetroffen. Die Königin ist nach Baden-Baden zum Besuche der Großfürstin Marie gereist und geht von dort nach Jugenheim zum Besuche des russischen Kaiserpaars.
Karleruhe, 25. Juni. Die erste Kammer beschloß, der Adresse der zweiten Kammer, welche den Großherzog um Vorlage eines Gesetzes wegen obligatorischer Einführung gemischter Schulen er— sucht, nicht beizutreten, sondern die betreffenden Petitionen der Regierung nur zur Kenntnißnahme zu überweisen.— Das Gesetzblatt publicirt das Altkatholiken-Gesetz.
— Ueber die neuesten Versuche, den erz— bischöflichen Stuhl in Freiburg zu besetzen, be— richtet die„Augsb. Post- Ztg.“:„Es wurden bei der vertraulichen Anfrage in Karlszuhe, ob persona grata oder minus grata, zwölf Namen dem Mini— sterium genannt, von denen sieben als minus gratae gestrichen worden sind, darunter die Namen von Abt Maurus Wolter von Beuron, Decan Lender und Anderen. Nar folgende fünf Namen wurden nicht beanstandet: die Bischöfe Haneberg und Hefele, Dieringer, Behrle, Alzog. Das Dom— capitel hat nun eine Liste mit diesen fünf Namen dem Staats- Mintsterium vorgelegt. Eine Antwort ist noch nicht erfolgt.“
Ausland. Oesterreich-UUngarn. Wien. Nach Er⸗ kundigungen, die von competenter Seite eingegangen sind, ist dae Gerücht, wonach der in Hitzing ver- weilende Herzog von Braunschweig in Folge eines Schlaganfalls gestorben wäre, als durchaus un⸗ begründet zu bezeichnen. Der Herzog befindet sich vielmehr vollkommen wohl. 27. Juni. Der Großfürst Constantin Nikolajewitsch ist mit einer russischen Deputation zur Beglückwünschung des Kaisers von Oesterreich als 25jährigen Ritters des Georgs-Ordens hier eingetroffen. Derselbe wurde am Bahnhöfe vom Kaiser und den Erzherzogen Albrecht und Wil- helm herzlich begrüßt.
Triest, 26. Juni. Einer amtlichen Meldung zufolge ist in Merdi im Gebiet Benghasi(Tripolis) die Pest mit Beulen ausgebrochen. Die See— behörden in Triest und Fiume haben sofort Sicher— heits⸗Maßregel alles
f gegen Ankommende aus Tripolis und Tunis angeordnet. Schweiz. Bern. Die neue Bundesver-
fassung hat wieder eine Bresche in die alten Boll— werke einer barbarischen Zeit gelegt. In Appen⸗ zell J. Rh. ist der Galgen und der Stock gefallen und der Scharfrichter seiner Functionen enthoben worden, weil die Bundesverfassung derartige Ein— richtungen und Beamte hinfort überflüssig macht.
Frankreich. Paris, 25. Juni. Finanz⸗ minister Magne hat sich heute vor der Budget— Commission entschieden dafür ausgesprochen, daß
die an die Bank von Frankreich zu zahlende jähr⸗
liche Amortisations-Quote von 200 Millionen nicht, wie beabsichtigt wird, reducirt werde, er— klärend, daß er die Bank auffordern werde, jede Reduction zurückzuziehen, sowie daß er von der Beibehaltung der bisherigen Ziffer sein Verbleiben im Cabinet abhängig machen werde.
Großbritannien. Dublin. Hiesige Zeitungen versichern, der beabsichtigte Zusammen— tritt der katholischen Synode sei auf ein Jahr vertagt, um den Bischöfen zuvor Provinzial-Ver⸗ sammlungen zu ermöglichen.
Spanien. Madrid, 26. Juni. 10,000 Carlisten unter Don Alphons sind bei Chelva
wegen Wiedereröffnung der nach Frankreich führen⸗ den Eisenbahn geschlossen.
— 27. Juni. Gestern hat die Armee des Generals Concha eine Umgehungs-Bewegung voll⸗ zogen und sich dabei der Ortschaften Villatuerta, Laca, Loeraz, Ailloz bei Estella bemächtigt. Die Einnahme von Estella selbst wird für morgen erwartet.
— Marschall Serrano hat die Verfügungen über neue finanzielle Maßregeln unterzeichnet, wo— durch sich die Einnahmen um 2500 Millionen, Realen erhöhen dürften.— Dae Gros der repub— likanischen Armee befindet sich noch bei Lerin. Eine Entscheidungs⸗Schlacht steht bevor.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 27. Juni. Gestern wurde ein biesiger Bürger beim Vorbeigehen vor einem Metzgerhause von dem großen Metzgerhunde ohne jede Veranlassung angefallen und erheblich verletzt. Kann denn hier die Polizei nicht eine Lokalverordnung erlassen, daß die Metzgerhunde, diese Plage Friedbergs, entweder einen Maulkorb tragen oder auf der Straße gefübri werden müssen?
Darmstadt. Die„Darmst. Ztg.“ schreibt: Wir sind in der Lage die vorläufige Mit heilung machen zu können, daß die Angelegenheit des dahier zu errichtenden Landes— Denkmals nunmehr in ein enischeidendes Stadium getreten ist. Die öffenttiche Ausstellung der in Folge des Con— curtenz-Ausschreibens eingelangten und noch läglich ein⸗ langenden Modelle wird wahrscheinlich 14 Tage lang vom 5.— 18. Juli d. J. in den Räumen des Saalbau's stattfinden, und die deßjallsige Bekanntmachung in Kürze zu erwarten sein. Hieran wird sich am 19. und 20. Juli die Begutachtung der Preisrichter und die Beschlußfassung des Central-Comile's anschließen. Es ist serner in Aus- sicht genommen, die Ausstellung und Prämiirung der Ent— würse durch ein großes Gartenfest mit Concert und Feuerwerk in dem Saalbau zu beschließen. Da der Zweck der Aus- siellung und der darauf folgenden Begutachtung darin bestebt, dasjenige Modell auszuwählen, welches dahier als Denkmal ausgeführt werden soll, so darf der Besuch der Ausstellung wohl angelegentlich empfohlen werden.
Allerlei.
München. Der von den Social⸗ Demokraten in Scene gesetzte Bier-Strike hat das Gute gehabt, baß sich bis jetzt 26 Wirthe bereit erklärt baben, keinen Preis⸗ Ausschlag des Bieres eintreten zu lassen. Ruhestörungen kamen bis jetzt nicht vor. Der social⸗demokralische„Zeit⸗ geist“ schätzt die Zahl der Bier ⸗Striker auf 15,000.
München. Das„Bayerische Vaterland“ ist über die Noblesse, mit welcher die Kammer der Abgeordneten für die Herstellung eines neuen Kunst⸗Akademiegebäudes 2 Millionen bewilligt hat, sehr ungehalten:„Wir halten das Geld einsach für hinausgeworfen. Der Kunst sowohl, als der Wissenschaft hilst man durch die Paläste nicht auf die Beine; für Pinseleien, wie z. B. Kaulbach sie zuletzt geliefert, ihuls ein Säustall(ei! sauber! d. Setzer.) oder eine Schnapsbude auch.“
Rom. Zum großen Staunen und zur wahren Ent⸗ rüstung der Bevölkerung der Tiberstadt sieht man den berüchtigten Räuber und carlistischen Bandenführer Tristanz frei und ungehindert in den Straßen von Rom spazieren gehen. Zwei Guardia di pubblica ficurezza behalten ihn immer im Auge, aber nur, um ihn vorkommenden Falles vor dem Haß des Volles zu schützen. Er lebt wie ein Gentlemann, wohnt im Hotel d' Alemagna und dinirt bei Spillmann. Tristany stand bekanntlich vor einiger Zeit mit Borjos an der Spitze einiger Räuberbanden in den Abruzzen.
Piemont. Der„Corriere della Marche“ berichtet, daß,-als am 14. d. Mis. gegen 11 Uhr Vormittags in dem Dorfe Cerreto d'Est ein Gewitter heraunahte, fünfzehn Personen nichts Eiligeres zu thun hatten, als den dortigen Kirchthurm zu ersteigen und mit allen Glocken zu läuten, in dem Glauben, auf diese Weise am besten den kommen⸗ den Blitz unschädlich zu machen. Indessen war das Ge⸗ witter ausgebrochen und die ersten Blitze, die lossuhren, waren gegen den Kirchthurm gerichtet, wo im Augenblick sämmtliche fünfzehn anwesende Personen bewußtlos zu Boden gestreckt wurden. Mau eille von allen Seiten zu Hülfe und erst nach vieler Mühe konnte man sie zur Be⸗ sinnung bringen; doch war es ihnen noch unmöglich, ein Wort zu sprechen, denn der elektrische Strahl hatte die Zungen Aller gelähmt. Die Meisten waren indeß bald wieder völlig hergestellt, nur 2 schweben noch in Lebens⸗ gefahr, da sie theils am Kopfe, theils am Rücken und am Bauche Brandwunden davontrugen.
heuligel 2 ke.; 10 fl. (90 Kil. Linsen! 45 kr.; Fra Strobm, 40 kr. b bis 2 fl. 36 kt., Mai! Juni— 14½ fl. 50 kr., Hafer per Rübböl pe Raps per
Häusliche Schularbeiten.
Frankfurt. Wie wir vernehmen, sind zwei der- jenigen Individuen, welche mittelst gesälschten Creditbriefs! das Bankhaus v. Bethmann in einen Schaden von über 14,000 fl. gebracht, in Aachen und Köln verhaftet und hierher transportirt worden. Dieselben sollen Amerikaner sein und einer Gesellschaft von zehn Personen angehören, welche eigens über den Ocean gekommen, um die deulschen Banquiers heimzusuchen, was ihnen bereits auch in Mainz, Stuttgart und Mannheim getungen ist. ö K. Hanau. Näher und näher rückt das Fest eu nseres Mainthal⸗Sängerbundes,
hier verkünden bereits an den Straßenecken angeschlagene Riesen-Plakale die Einzelheiten des Festes.
Für unsere ferner herkommenden Gäste ibeilen wir daraus das mit, was sie zunächst und am meisten für die Einrichtung ihrer Herüberkunft angeht. Samstag den 4. Juli Abends ist hier am Festplatz bereits Vorfeier. Der Festplatz besindet sich im sog. Altstädter Schloß. Des Morgens von ½8 Uhr ab ist am 1. Fest⸗
den Sänger am Bahnbof, von wo in feierlichem Zuge die Angekommenen zum Frübstück auf den Fesiplatz geführt werden. Hier erfolgt 11 Uhr die Generalprobe, dann Aussuchen der Quartiere. Um 3 Uhr Nachmitags ist die Ausstellung des Festzuges auf dem Neustädter Markte und Festzug durch die Straßen der Stadt zum Concert auf dem Festplatze von 5 Uhr ab. Der Festplatz enthält einen offnen Raum zwischen Schloßgebäude und Reit⸗
geselligen Verkehr hergerichteten Räume der Reithalle und des Marstalls, welche vor Kurzem neu aufgeputzt und für ihren eigentlichen Zweck nicht benutzt, eine treffliche Unter kunft gewähren, hoch, hell, lüfug und geräumig. Hier findet nach dem Concert Restauration mit Militär⸗Concert statt. Am zweiten Festtage, Montag den 6. Juli, ist Morgen Ausflug nach dem Park Wilhelmsbad mit Frühstück daselbst. Die Preise für die Betheiligung an dem Feste sind sehr mäßig gehalten; die Festkarten für Zutriit zu allen Theilen des Festes kosten einzeln 1 fl. 12 kr., in balben Dutzenden 1 fl.(en gros- Preis); mit 36 kr. Aufschlag erhält man einen numerirten Platz zum Concert. Die Preise für einzelne Theile des Festes sind zum Concert 1 fl. 45 kr. für numeririè Plätze dann I fl.; 48 kr.; 24 kr. für die folgenden Plätze, 30 kr. für Ein⸗ tritt in die Generalprobe, 30 kr. für Zuttitt zur Restau— ration. Die Musik leisten das biesige Musik-Corps und die Capelle des 88. Infanterie Regiments; die Stücke des Concerts sind zwei Ouvertüren Oberon und Wilhelm Tell; [denn an Gesangstücken außer(Friedberg), der deutsche Sängerbund,(Aschaffenburg) Ossian,(Darmstadt) Kirch⸗ lein,(Offenbach) Wie hab' ich sie geliebt,(Hanau) Im Wald, wo der Fink schlägt und Cbor aus der Schöpfung für gemischien Chor— und von sämmtlichen Vereinen vorgetragen:„Meeresstille, glückliche Fahrt und das deutsche Schwert.“ Für gute Restauration und einen eigenen Sängerwein ist gesorgt; die Semmung für das
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(Prov. Valencia) von 5000 Republikanern ge— schlagen worden. Zwischen General Concha und dem Carlisten-Chef Dorregaray ist ein Vertrag
Fest erhöht sich mit jedem Tag; die Arbenen am Festplatze werden fast von Neugierigen überschwemmt. Die hessische Ludwigsbahn läßt am ersten Festtag, den 5., Abends einen Extrazug 11 Uhr nach Frankfurt ab.
tage, den 5. Juli,(Sonntags) Empfang der ankommen⸗
halle ꝛc., hergerichtet zum Concert; daueben die für den
Die Regierung zu Oppeln hat eine treffliche Verfügung über häusliche Arbeiten an böheren Mädchenschulen erlassen, die sehr gut auf viele andere höhere Schulen anzuwenden ist und darum in Nachstehendem mitgetheilt wird.
„Aus den Berichten, welche über das Maß der häuslichen Schularbeiten in den Privat- mädchenschulen eingereicht worden sind, haben wir entnehmen müssen, daß nicht überall in diesen Schulen das Verhältniß der auf diese Arbeit zu verwendenden Zeit zu der Durchschnittskraft der Schülerinnen richtig erkannt und danach das zu⸗ lässige Maß bestimmt worden ist. Namentlich ist die Menge und die Schwierigkeit der häuslichen Arbeiten mehr nach der Kraft der befähigteren Schülerinnen, als nach der mittleren Begabung der Mehrzahl bemessen worden. Ebenso haben diese Arbeiten mehrfach den Unterricht in der Schule ergänzen sollen in einer Weise, welche den Hauptaccent auf den häuslichen Fleiß legt, während derselbe auf der unmittelbaren Inanspruchnahme der Schülerinnen im Unterricht selbst ruhen soll.
Ueberall ist festzuhalten, daß es für den Zweck des Jugendunterrichts auf den geistigen Verkehr mit den Schülern und Schülerinnen in der Lehr- stunde selbst ankommt, um sie zu freudiger Selbst⸗ thätigkeit anzuregen. Sehr zu Unrecht werden die schriftlichen häuslichen Arbeiten vielfach für das Wichtigste im Schulunterricht gehalten und wird dabei ein leiblich und geistig abstumpfendes, mechanisches Verfahren befolgt. Die Zahl der von den Schülerinnen zu haltenden Hefte hat zu— genommen; neben den eingeführten Lehrbüchern werden noch allerlei unnöthige Ausarbeitungen, Abschriften, Reinschriften schon gefertigter Ar beiten ꝛc. verlangt, und was ausschließlich Sacht mündlicher Uebung sein sollte, wird in ungewöhn⸗ licher Ausdehnung zu schristlichen Hausarbeiten benutzt.
In der Regel wird die verhältnißmäßige Zu nahme häuslicher Schularbeiten für ein Zeichen sgangesehen werden können, daß es den betreffenden Lehrkräften an Sinn und Geschick fehlt, die Lehr⸗ stunde ihrer Bestimmung gemäß zu benutzen und in vielen Fällen wird darin die Ursache ungenü⸗ gender Fortschritte der Schülerinnen zu suchen sein. ö Um darum den Nachtheilen, welche die Ueber bürdung der Schülerinnen mit häuslichen Schul
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