Ausgabe 
29.12.1874
 
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neigung gegen die Oessentlickat, sondern mit Berück⸗ sichtigung der factischen Verhälinisse geschehen, indem nicht üderall die nöthigen Lokalitäten vorhanden seien. Allein die überwiegende Mehrheit der Kammer war dafür, die Oeffentlichkeit der Gemeinderathofitzungen im neuen Gesetz als Prinzip zu wahren. Abg. Welcker meinte, man solle den Weg der Freiheit gehen, und dazu gehöre auch die Oeffentlichkeit; genügend sei es, wenn nur Einzelne eintreten könnten, der ganze Ort brauche nicht zuzubören. In gleichem Sinn sprach sich Abg. Metz aus, der Anttag involvite nicht den Bau besonderer Lokalitäten, vielmehr hätten die Leule auch aus öffentlichen Sitzungen, falls kein Platz da wäte, einsach wegzubleiben, und Abg. Kuhl empfahl die Schulsäle als passende Lokalitäten zu den Gemeinderathssitzungen. Abg. Büchner erklärte sich für die Oeffentlichkeit, damit die Wähler ihre Vertreter beurtheilen könnten, und nicht Einige etwa binter Anderen sich verkriechen könnten; die Oeffentlichkeit befördere die oͤffentliche Sittlichkei. Später stimmie die 1. Kammer der Stände dem Antrag Welcker nicht zu, und so erschien im Gesetz Artikel 43 in seiner ursprünglichen Fassung, wonach der Gemeinderath jeder einzelnen Gemeinde die Oeffentlichkeit seiner Sitzungen beschlteßen kann. In unserer Stadt siebt namentlich die Bade⸗Industrie treibende Bevölkerung dem demnächsigen Gemeinderathsbeschluß mit Spannung entgegen. Jung Naubeim ist numerisch schwächer(ca. 250) wie die Parthei der Altbürger(ca. 545), und unterlag deshalb bei den letzten Gemeinderathwahlen nach allgemeinem Stimmrecht so vollsländig, daß nur ein einziger sog. Neusftädter oder Fremder aus der Wahlurne hervorging. Anders ist das Verhältniß allerdings beim Communalsteuer⸗Zahlen, da wirst die Bade-Industrie treibende Bevölkerung incl. Badeanstalt und Saline so ost zwei Gulden in die Gemeindekasse als die ackerbau⸗ treibende Bevölkerung einen Gulden, und während zu letzterer z. B. nur 5 gehören, deren Steuerkapital über 300 fl. deirägt, zählt erstere deren 19. Es wird deshalb nicht blos ein Akt der Billigkeit, sondern auch ein solcher

Stuttgart. vorigen Jahre we Rothen berg⸗Capelle Obermann, der büßt, mit einem seiner bei Geri

Gewing von 20,000 Thalern gemacht bat.

Von hier wird berichtet, daß der im gen eines Einbruchs diebstabls in der zu neunjährigem Zuchthaus verurtheilte zur Zeit diese Strafe in Gotteszell ab- cht deponirten Loose einen

Handel und Verkehr. Frankfurt, 23. Dec. markt war ziemlich befahren. bis 3 fl. 12 kr. Butter 1. Qual. 48 tr., 2. Qual. 46 kr. Hundert 4 fl. Karto bis 3 fl.

Mainz, 23. Dec. Productenmarkt. März 19 M. 90., per Mai 19 M. 160 M. 15., per Mai 18 M. 80., per Mai M.. per Mai 31 M. 45. Raps per April.

Marburg, 24. Dec. war gering besucht. Eier 1 Stück

16 M. 5.

10 Hlr., Käse 1

1

Stück 2530 Sgr

D. Frankfurt a. M., 24 Dezember. beginnenden Feiertage äußerten selbstverständlich heute ihren stärksten Einfluß und herrschte daher, nachdem der Verkehr sich schon wochenlang in den engsten Grenzen bewegt hatte, eine fast totale Geschäftslosigkeit. Ver⸗ hältnißmäßig fand heute sogar in Anlagepapieren mehr Umsatz als in Spekulationseffekten stalt, so daß die Coutse der letzteren eigentlich nur eine nominelle Be deutung haben. Das Gleiche wurde auch von den aus wärtigen Plätzen gemeldet. Creditaktien blieben nahe 241¼ Staatsbahn-Aktien nahe 323½ Lombarden 134¼. Von österr. Bahnen Elbthal fl. 3 höher. Banken lagen

der Klugheit sein, wenn der Gemeinderath dem Antrag Gebetinger zustimmt, und damit sowohl der Partbei, welche sich aus dieser Koͤrperschaft durch die letzten Wahlen verdrängt sieht, Gelegenbeit verschafft, fich von der Un⸗ partheilichkeit der Beratbungen unserer städschen Au- gelegenheiten steis zu überzeugen, als auch der über⸗ wiegenden Mehrheit der öffentlichen Meinung Rechnung trägt.

Rodheim v. d. H. In der Nacht vom Sonntag auf Montag, Abends um 11 Uhr, wurde bei einer wohl⸗ habenden Wiltwe dabier eingebrochen. Während der Ein dringling Kisten und Kasten nach Geld durchsuchte, erwachte die Fran. Nur mit genauer Noth gelang es der Be drohten die Thüre zu erreichen und um Hülse zu rufen. Als auf ihr Geschrei Leute kamen, ließ der Dieb von iht ab und floh. Der Thäter, ein übelbeleumundetes Subject, ist bereits ergriffen. Am Dienstag wurde er in der Hef raithe, in die er eingebrochen war, in einem Versteck auf gefunden und in Haft gebracht.

Darmstadt. Ein vielversprechender biesiger Stadt schüler, noch dazu Confirmand, überfiel dieser Tage einen seiner Mitschüler aus Rachsucht und versetzte ihm mit einem sog. Knickmesser zwei Sliche in den Hals und unter dem Auge.

Allerlei.

London, 25. Dee. Gestern hat bei Shipton auf der Ostbahn ein großer Eisenbahn Unfall stattgefunden. Ein Expreßzug entgleiste und stürzten mehrere Wagen in den Canal. Bis halb 10 Uhr waren 30 Tode gefunden, wahrscheinlich find aber noch mehr umgekommen und

viele Passagiere verwundet worden. In den Kohlen⸗ gruben von Cronell Hill, in der Grafschaft Nord Staffordshlre, hat eine Gas-Explosion stattgefunden,

wodurch 20 Menschen getödtet wurden.

Von Staatsfonds Bayern und 50%

matt. Besser sind: Meininger 1½0%, Darmstädter fl., B üsssler ebenfalls höher. Handelsgesellschaft behauptet. Württemberger anziehend. Oesterr. Rensen besser. Ungarische Schatz⸗ bons fest. Russen von 1872 und 1873 matter. Ungarische Ostbahn⸗Prioritäten steigend. Von Loosen 1854er 1864er, Raab-Grazer und Ungarische höher. Wechsel still, Amsterdam etwas theurer.

Telegraphie. Das Bestreben, eine gewisse Wort⸗ zahl telesrahischer Depeschen nicht zu überschreiten, verleitet oft zu Worizusammensetzungen, welche nicht allein sprach⸗ widrig, sondern öfters jede Zusammengehörigkeit der be lceffenden, als ein Wort geeinigten Wörter ausschließen. Bündige Kürze ist angenehm, doch darf dieselbe nicht zu Mäißbräuchen führen, welche der Telegraphie Schwierig⸗ keiten beteiten. Die Kaiserlich deutsche obere Telegraphen⸗ Behörde hat deßhalb den Telegraphen-Stalionen die An⸗ nabme sprachwidriger Wortzusammensetzungen, wie z. B.; Roggennulleinssäcke, Noggenzweiersäcke, Julianfangverlad⸗ ung u. s. w. untersagt.

Die am 1. Januar 1875 in Kraft tretende, vom Reichskanzler vom 18. December 1874 vollzogene, im gesammlen Reichspostdiensse maßgebende neue Postordnung, womit zugleich das bisherige Reglement vom 30. Novbr. 1871 feine Giltigkeit verliert, enthält die neuen, wesentlich veränderten Tarifbestimmungen und werden durch die neue Ordnung visher gebräuchliche posttechnische Bezeichnungen durch deulsche Benennungen ersetzt. Nicht allein müssen Postbeamten diese Ausdrücke im amilichen Verkehr ge brauchen, sondern auch darauf hinwirken, daß das Publikum sich ihrer bediene. Folgende Neuerungen sind besonders hervorzuheben; Rekommandirt heißt fortanEinschreiben

sendung, PostmandatPostauftrag, Expreßbestellung,

ExpreßboteEilbestellung,Eilbote, Brief- Couvert

Der heutige Hen⸗ und Streb⸗ Heu kostete per Ctr. 2 fl. 30 Lc. Stroh per Centner 1 fl. 3040 kr. Eier das ffeln 200 Zollpfund 2 fl. 50 kr.

Waizen per 90. Korn per März Hafer per März 18 M. 65. Rüböl per Januar

Der heutige Wochenmarkt Butter kostete 1 Pfd. 11½13 Sgr.,

er 1012 Hl., Hänse per Stück 1 Tolr. bis 1 Thlr. 20 Sgr., Hasen pr.

Die morgen

odereingeschrieben, rekommandirte SendungEinschreib 5 0 e 0 hänge man eine Nuß, an welcher man an einer

Seite ein Loch macht, an einer Kordel auf

Brie sumschlag, poste restante postlagernb, Passagier⸗ BilletFabrschein. Dae Meistgewicht einer Drucksache ist auf 1 Kilogramm festgesetzt und dürfen zu einer Packet⸗ adresse nicht mehr als 5 Packete gebören, die Angabe des Werthes einer Sendung muß in Reichswährung geschehen. Einzahlungen bis 300 Mark zu ässig. Das Porto für Post⸗ karten beträgt 5 Pf., für Druck achen bis 50 Gramm 3 Pf., bis 250 Gramm 10 Pf., bis 500 Gramm 20 Pf., bis 1Kilo⸗ gramm 30 Pf.; für Waarenproben bis 250 Gramm 10 Pf.; die Gebühr für Postanweisungen bis 100 Mark 20 Pf., von 100 bis 200 Mark 30 Pf., von 200 bis 300 Mark 40 Pf.; Für Postaufträge bis höchstens 600 Mark 30 Pf. Für Send⸗ ungen an Einwohner im Orts- oder Landpostbezirke der Aufgabe⸗Postanstalt sind zu erheben: Für frankirte Send⸗ ungen und für unfrankirte Dienstbriese 5 Pf., für andere unfrankirte Briefe 10 Pf. Orts Bestellgebühren: für eine Postanweisung bis 300 Mark 5 Pf. für Werthöriefe bis 1500 Mark 5 Pf., bis 3000 Mark 10 Pf., für höheren Werth 20 Pf.; für gewöhnliche Packete bis 5 Kilogramm 10 Pf., für ein schwereres Packet 15 Pf. Gehören zwei oder mehrere Sendungen zu einer Begleitedresse, so ist für jedes Packet 5 Pf., jedoch mindestens 15 Pf. zu ent⸗ richten; für Wertbpackete je der ere Satz für Werth⸗

briefe oder gewöbnlicher Packete. Landbestellsätze für Send⸗ ungen mit oder ohne Wertb, Postanweisung 10 Pf. Für Eilbestellung von Briespoftsendungen werden im Orte 25 Pf., im Landbezirke für jedes Kilometer 10 Pf. als

Minimum 50 Pf erhoben, während für Fahrpost⸗Gegen⸗

fände die doppelten Sätze eintreten. Für Zeitungsabtrag⸗

ungen wird jährlich erhoben bei wöchentlich einmaliger oder

seltener Bestellung 60 Pf., 23 mal wöchentlich 1 Mark;

tägliche Bestellung 1 Mark 60 Pf. bei läglich zweimaliger

Bestellung 2 Mark. Freimarken und gestempelle Post⸗

karten werden nach dem Nennwertbe des Stempels

verkauft, wozu bei gestempesten Briefumschlägen noch ein

Aufschlag von 1 Pf. kommt, ungestempelte Postkarten,

unbeklebie Formulare zu Postpacketadressen oder Postan⸗

weisungen oder Postauftrag sind zum Preise von 5 Pf.

für je 10 Stück zu baben.

Der Gießener Anzeiger brachte folgendesEin gesandt: In Norwegen und Schweden herrscht ein schöner Weihnachtsbrauch, den wir auch hier befürworten möchten. Als einen Erweis seiner Dankbarkeit für die geleisteten Dienste stellt jeder- mann den Vögeln in den Feiertagen die besten Garben seiner Aernte aus, damit sie sich in den kalten, für sie so verderblichen Schneetagen einmal recht satt fressen können. Wir möchten darum die armen Vögel auch einer kleinen Weihnachtsbe schrerung bei uns empfehlen und glauben, daß, wer einmal angefangen hat die zutraulichen Thier⸗ chen zu füktern, was an Fenstern, auf Dachrinnen und erhöhteren trockenen Plätzen in Höfen geschehen kann, diese dankbare Arbeit nicht wieder aufgeben wird. Was wäre unsere schöne Umgegend ohns die Vögel.(Ein Mitglied des Thierschutzvereins.)

Unserer früheren Aufforderung zur Anlegung von Futterplätzen ist vielfach Folge gegeben worden. Wir bitten, nicht zu ermüden und immer neue Plätze anzulegen. Die Vögelchen gewöhnen sich sehr schnell und bringen täglich neue Gäste mit. Für die Sperlinge, Hänflinge, Buchfinken und Lerchen streue man Brodkrumen, die Amseln fressen am liebsten faule Aepfel, für die Meisen

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nn t n ga chung.

3813 Nachdem die Ehefrau des Adolph Engel in Friedberg auf Sicherstellung ihrer Illaten angetragen hat und der Großherzogliche Hoftaxator Schwarz dahier zum provisorischen Masseeurator ernannt wurde, wird Letzteres mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß ahlungen für Adolph Engel bei Meidung doppelter Nablung nur gültig an Massecurator Schwarz gemacht werden können. Friedberg den 14. Dezember 1874. Großherzogliches Landgericht Friedberg. e.. Allwohn, Landgerichts-Assessor.

em.,

3823 Handelsmann Andreas Boch zu Hanau hat seine Jnsolvenz angezeigt und ist zur summarischen Schulden liguivatlon und zum Güteversuch behufs Abwendung des förmlichen Concurses Termin auf

den 22. Januar 1875, Vormittags 910 Uhr, in das Local des unterzeichneten Gerichts anberaumt

worden. Hierzu werden die Gläubiger des Cridars unter dem Rechtsnatheil, daß die nicht erscheinenden als dem Beschhuß der Mehrheit beitretend angesehen werden und mit dem Bemerken, daß ein etwaiger Ver nur durch Anschlag im Gerichtslocal ver ffentlicht werden soll, eingeladen.

Cöst er. dt. Winkler

3708 bei f 20 C 1 40 kr.

7 Abnahme von mindestess 20 Centner 1

Hanau am 17. Dezember 1874. N N* Credit bis Ende August 1875 gegen Königl. Preuß. Amtsgericht, Abtheilung II. e 1 41 kr. per Gen the.

Holz- Versteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. 3838 Montag den 4. und Dieustag den 5. Januar sollen im Distrikt Kellersberg versteigert werden: 70 Raummeter Kiefern Rundscheitholz von Meter Länge, 116 Raummeter Kiefern⸗Stockholz, 2550 Wellen Kiefern-Reisholz, 544 Kiefern Stämme von 1536 Centimeter Durch messer bis zu 18 Meter Länge mit 286,84 Kubik⸗ Meter, 6 Eichen⸗-Stämme mit 0,84 Kubikmeter und 26 Kiefern-Stangen mit 3,39 Kubikmeter Inhalt. Das Klafter- und Reisholz kommt am Montag Vor mittag, das Stamm- und Stangenholz am Montag von 12 Uhr an und am Dienstag zur Versteigerung. Zu sammenkunft jedesmal Morgens 10 Uhr auf, dem Garben⸗ teicher Vleinalweg, eirea ½ Stunde von hiesiger Eisen bahnstatlon. 5 ch, 23. Dezember 1874. Wim men auer, Forstrath.

Steinkohlen,

650 fl. leihen bereit.

8 0* 5⸗A N* Versteigerungs-Anzeige. 3803 Mittwoch den 6. Januar 1875, Vormittags 10 Uhr aufangend kommen bei Unterzeichnetem 1) MU drei Jahre altes Stutfohlen, 2)] ein Jahr altes Hengstfohlen, 3) eirea 50 Walter Probsteier Hafer,

4) 200 Centner Wiesenheu, ö unberegnet und 55 200 18 Kleeheu, von vorzüglicher 6 100 1 Krummet, 0 Qualtät, e. Waizenstroh, 8 6 Fuder Kornstroh zu Strohseil, 9 10 Gerstenstroh, 10) 14 Haferstroh, 11) 200 Koͤrbe Spreu, 12) 400 Walter Kartoffeln, 13) 500 Centner Dickwurz unter dem Anfügen zur öffentlichen Versteigerung, daß

sämmtlich besonders verzeichnete Gegenstände zusammen, als auch von jeder G. voll abgegeben werden konnen, einladet

Calbach bei Büdingen im Dezember 1874. Dre ler.

für sich attung einzelne Wagen wozu Steigliebhaber

3779 In der katholischen Kirchenkasse zu Oppershofen (Kreis Friedberg) liezen vom 1. Januar 1875 an gegen hypothekarische Versicherung zum Aus

K. Friedrich

blace- Handschuhe

Ph. Dan. Kümmich.

neben der Pet.