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Worms auf Requisition des Oppenheimer Kreis- ratbs eine Compagnie des 116. Regiments marsch⸗ bereit gemacht war. Indessen endeten die Exkesse mit der Verhaftung einer ziemlichen Anzahl übel zugerichteter Glaubens- Helden. In Dienbeim bei Oppenheim fiel der Aufregung sogar ein Menschen⸗ leben zum Opfer. Der Vorgang soll sich als förmlicher Mord qualiftciren.
Berlin. Auf Veranlassung des Großen Generalstabes finden, den„D. Nachr.“ zufolge, Seitens des Ingenikurcorps seit einiger Zeit Ver- suche statt, die Luftschifffahrt für militärische Zwecke, insbesondere Recognoscirungen, verwendbar zu machen. Man hat sich die Aufgabe gestellt einen Apparat zu construiren, welcher feldmäßlg bequem transportabel ist und überall die Füllung des Ballons gestattet. Der letztere selbst soll so ein⸗ gerichtet sein, daß er von einem Seil gehalten, in jede beliebige Höhe gebracht werden kann. Die Versuche sind, wie verlautet, bis jetzt zu- friedenstellend ausgefallen.
— Der Bundesrath bat ein Verbot der An- nahme der holländischen halben Gulden und der österreichischen, sowie ungarischen Viertel ⸗Gulden bei öffentlichen Kassen erlassen. i
Leipzig, 22. Jan. Das Schwurgericht hat beute nach mehrtägiger Verhandlung 20 wegen Betheiligung an den August⸗Tumulten in Anklage⸗ stand versetzte Personen wegen Aufruhrs oder Land · friedenbruches zu je 8 Monaten Gefängniß bis 4 Jahren Zuchthaus verurtheilt.
Gotha. Eine Mittheilung des deutschen Reisenden Brenner an Dr. Petermann aus Zanzi. bar bestätigt, daß Livingstone am 15. Aug. 1873 in der Nähe von Unyanpembe gestorben ist.
Kiel, 26. Januar. In heutiger Stichwahl wurde Hänel(fortschrittlich) mit 11,812 Stimmen gegen Hartman(Soc.- Dem.) gewählt. Legzterer erhielt 9539 Stimmen.
München, 26. Jan. Justizminister Fäustle reist heute nach Berlin, um im Bundes rath per- sönlich an der Berathung des Preß-Gesetzes theil⸗ zunehmen.
Freiburg. Am letztvergangenen Samstag wurde der hiesige Bisthums-Verweser wegen Nicht- zahlung der Strafe in Betreff der Anstellung des fr. Stopper in Bärenthal gepfändet. Die Pfändungs- Commission fand Geld und hat das- selbe, unte Protest des Bisthums-Verwesers, weg · genommen.
Müblbausen i. E. Eine zahlreich besuchte Arbeiter⸗Versammlung hat den Social⸗Demokraten Liebknecht als Reichstags ⸗Candidaten aufgestellt
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 26. Jan. Das Abgeordnetenhaus hat die confesstonellen Regierungs- Vorlagen an einen Ausschuß von 24 Mitgliedern verwiesen und das Verlangen Kopps, für seinen Antrag betreffs der Regelung der con⸗ fessionellen Verbältnisse einen Special-Ausschuß einzusetzen, abgelehnt und den Antrag, einem Vor- schlag Perger's gemäß, an den Vierundzwanziger⸗ Ausschuß verwiesen.
Schweiz. Bern, 25. Jan. Zufolge der neuesten Meldung aus dem Jura organisiren die geflüchteten Geistlichen auf französischem Boden einen Gottesdienst und setzen außerdem durch Ver⸗ breitung von Manifesten ihre Wüblereien fort. Die Verbaftung des Decans Hornstein geschah wegen Fehlens der werthvollen Kirchengeräthe auf die Anklage des Kirchenraths.
— 26. Jan. Der Ständerath begann heute die zweite Berathung der Bundesrevision und stimmte den Artikeln 1—57 mit sämmtlichen Be- schlüssen des Nationalraths, einige unwesentliche Punkte ausgenommen, bei.
— 27. Jan. 33 Nationalräthe interpelliren den Bundesrath, ob er von den Umtrieben, die letzthin zu Gunsten einer fremden Intervention in der Schweiz bekannt wurden, Kenntniß habe, und welche Maßregeln er eventuell gegen dieselben zu treffen gesonnen sei.
— 27. Jan. Der Ständerath hat die zweite Berathung der Bundesrevision beendigt. Derselbe beschloß, entgegen dem Nationalrath, die Bei—
behaltung der Todesstrase und beharrte dabei, daß statt 50,000 nur 30,000 stimmfäbige Bürger für das Referendum nothwendig sein sollen. Der Nationalrath ratificirte die Handelsverträge mit Persien.
Holland Haag. Der holländische Consul in Penang meldet, daß die Holländer den Kraton eingenommen haben; ihr Verlust sei unbedeutend.
— Eine officielle Depesche aus Penang vom 26. d. bestätigt die Einnahme des Kraton am 24., nachdem die Landverbindung abgeschnitten war. Der Kraton wurde von Wesien angegriffen und verlassen gefunden.
Großbritannien. London. Einem Tele gramme aus Aden zufolge ist der Afrika-Reisende Dr. Livingstone in Unvanpembe der Dissenterie
zu reisen. Sein Leichnam wird einbalsamirt und über Zanzibar nach England gebracht werden.
— Die amtliche Zeitung veröffentlicht eine Proclamation der Königin vom 26. d., durch welche die Auflösung des Parlaments ausgesprochen, die Vornahme von Neuwahlen angeordnet und das neue Parlament auf den 5. März einberufen wird.
— Sir Bartle Frere und Consul Kirk aus Zanzibar bezeichnen die Nachricht von Living stone's Tod als unglaubwürdig. Kirk erkennt in der betreffenden Mittheilung das Gerücht wieder, welches bei seiner Abreise in Zanzibar umlief.
Spanien. Madrid, 24. Januar. Die amtliche„Madrider Zeitung“ veröffentlicht ein Decret, laut welches Admiral Topete mit unbe⸗ schränkter Regferungs Vollmacht nach Cartagena entsandt wird, um sich mit allem auf die Insur⸗ rettion Bezütlichen im Allgemeinen, sowie mit den darin verwickelten Personen im Besonderen zu beschäftigen. Zabala ist inzwischen mit der interimistischen Leitung des spanischen Marine— Ministeriums betraut worden. In Cartagena find die Fregatten„Carmen“,„Vitoria“ und„Nu⸗- mancia“ mit den Verhafteten an Bord einge— troffen, in der Stadt werden zahlreiche Verhaf— tungen vorgenommen.
Santander. Portugalete hat sich am 22. d. auf Gnade und Ungnade den Carlisten übergeben. Dieselben haben zahlreiche Gefangene gemacht und viele Flinten und zwei Kanonen erbeutet.
Rußland. St. Peters burg, 27. Jan. Gutem Vernehmen nach beabsichtigt die russische Regierung an Stelle des verstorbenen Berg einen Statthalter von Polen nicht wieder zu ernennen, General Koötzebue ist nur zum General- Gouverneur von Warschau und Commandirenden des dortigen Militär-Bezicks ernannt.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Im„Neuen Mainzer Anzeiger“ lesen wir folgende Warnung an das Publikum: Wie srüzer volländische und österreichische Gulden durch bekannie Ger schäftsleuie hier imporurt wurden, so geht es jetzt mit dem amerikanischen Gelde. Die Silberdollars lauchen in der letzten Zeit zu Tansenden hier auf und 6s kann leicht erkannt werden, von welcher Seite dies Geschäft betrieben wird. Die Silber-Dollars werden zu 2 fl. 24 kr. ver⸗ ausgabt, während sie nach dem Course thatsächlich nur 2 fl. 10 ke. stehen. Ebenso sind halbe Dollars nur zu 1 fl. 5 kr. anzunehmen. Das Publikum möge sich vorsehen.
Offenbach. In letzterer Zen kamen sowohl im allen wie auch im neuen Bahnhof nicht unbedeutende Stein kohlen⸗Diebfähle vor und hielt ges schwer, den Dieben auf die Spur zu kommen. Enelich ist es aber der Polizei gelungen, einen der Hauplthäter zu ermitteln, der die ge oylenen Kohlen seiner Zuhälterin und deren Verwandten zukommen ließ. Bei einer Visttatlon in den Wohnungen bieser sollen circa 8 Centner vorgefunden und in Beschlag genommen worden sein. Auch dem unter dem milden Ausdruck bekannten„Steinkohlenstrenzen“ durch Buben in den Bahnhöfen wird jetzt ein Ende gemacht werden. Die Polizei bat nicht wenkger als 20 solcher Jungen, die im Auftrage oder wenigstens mit Billigung ihrer Eltern die „Kohlenstrenzerei“ zum Vortheil der Letzteren betrieben, ermittelt und werden Letztere der wohl verdienten Strafe nicht entgehen. Abermals gelang es der hiesigen Polizei, in der Person eines arbeitsscheuen Frauenzimmers die Thäterin verschiedener, seuher hier vorgekommener Kleider— Diepstähle zu entdecken. Dieselbe ergriff zwar die Flucht, wird jedoch dem Arme der Gerechtigkeit ebensowenig ent⸗ gehen, wie ihre Complicin, bei welcher man eine große Quantität gestohlener Gegenstände vorgefunden und con— fiscict hat.
Mainz, 23. Jan. Diese Nacht legte sich der Kellner
Beit und schlief ein. Später durch heftige Schmerzen
erlegen, als er im Begriffe war, nach Bemheset.
aufgeweckt, sah er,
geben mußte. Das Beit hatte durch die noch brennende Cigarre Feuer gefangen.
Mainz, 24. Jan. Heute Mittag zwischen 12 und 1 uhr erschoß fich in der Studenten ⸗ Allee ein noch sehr junger Mensch.— Vorgestern Nacht erhängte sich im Arreste der Citadelle ein Unterofficier des 117. Insanterle⸗ Regiments.
Allerlei.
Frankfurt. Angeregt von hier aus, hat sich auch in Aschaffendurg ein Frauen⸗Verband gebildet, und im Laufe dieser Woche sollen auch in Mainz, Mannheim und Als⸗ jeld dergleichen Verbände in's Leben gerusen werden.
Wiesbaden, 25. Jan. Leony von Langsdorf hat statt Zuchthaus 1½½ Jahr Gesängniß erhalten und wird morgen oder übermorgen zu ihrer Mutter und Schwester nach Coblenz abgeführt werden.
Berlin. Die Tribüne“ schreibt:„Todes⸗Anzeigen sind an sich eine so traurige Sache, und diejenigen Per⸗ sonen, von denen sie ausgehen, unter allen Umständen berzlicher Theilnahme auch Fremder so werth, daß man sie eigentlich nicht zum Gegenstande der Betrachiung machen sollie. Wir können es uns aber doch nicht ver⸗ sagen, folgende Anzeige der„Spen. Zig.“ zu entnehmen: „In einer schon schwer geprüften Zeit(1. Petri 4. 17-19) rief der HErr unser vierjähriges ftommes Cläuschen heute früh um halb 10 Uhr von uns in Sein Himmelreich. Mehringen, den 16. Januar 1874. Der Pastor W. Buch⸗ rucker und Angehörige.“ Die Bibelverse, die der schwer geprüfte Vater citirt, lauten:„Denn es ist Zeit, daß an⸗ fange das Gericht an dem Hause Gottes. So aber zuerst an uns: was will es für ein Ende werden mit Denen, die dem Evangelio Gottes nicht glauben? Und so der Gerechte kaum erhallen wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen 7 ꝛc.“ Was in aller Welt hat das mit dem Tode des vierjährigen, noch dazu frommen Cläuschens zu thun?
Dresden. Wie die„Dr. Pr.“ mittheilt, hat sich am 20. d. M. Morgens im Kammergebäude des Infan⸗ terie- Regiments Nr. 100 ein von seinen Kameraden sehr geachteter Sergeant erschossen. Derselbe halte die Feld⸗ züge von 1866 und 1870—71 mitgemacht und war erst in letzter Zeit noch mit einer Auezeichnung bedacht wor⸗ den. Als Motiv des Selbstmordes wird„verletztes Ehr⸗ gefühl“ angenommen. Am gleichen Tage Nachmittags erhängte sich ein Rekrut desselben Regiments in der Kaserne.
Wien. Die„N. Fr. Pr.“ schreibt:„Daß ganze Eisenbahnzüge durch Schneeverwehungen, große Stürme und andere Elementar-Ereignisse aufgehalten werden, ist in den Annalen des Eisenbaynverkebrs längst nichts Neues mehr: daß aber eine kleine, des menschlichen be⸗ lebenden Hauches entbehrende Trompete die Störung eines Zuges bewirken könne, wird doch wohl selten vor⸗ kommen sein. Der Bummelzug der Staatsbahn, der zwischen Prag und Trübau verkehrt, blieb vor wenigen Tagen zwischen den Stationen Hobemauth und Chotzen auf freiem Felde plötzlich steben. Einige Passagiete, die in dieser für Eisendahnunglücke so verschwenderisch reichen Zeit Schlimmes befürchteten, wendeten sich an einen Conducteur um Erklärung des plötzlichen Einhaltens. Doch dieser erklärte beschwichtigend:„Fürchten's Ihnen nicht, dem Ober-Conducteur ist nur sein Trumpeil berxab⸗ gefallen, und er hat anhalten lassen, um es zu suchen.“ Es ist freilich komisch, wenn aus solcher Ursache der Zug plötzlich hält; allein da der Conducteur die Trompete als Signal ⸗Instrument unumgänglich benzthigt, so fällt dem Zugführer keine Versäummiß zur Last.“
Temesvar. Vor zehn Jahren wanderte ein junger Mensch von hier, seines Zeichens ein Tischler, in die Fremde und war seitdem für seine Familie verschollen. Dieser Tage langte nun von demselben ein Brief ein, in welchem derselbe mittheilte, daß er sich in Sudan nieder⸗ gelassen und daselbst eine schwarze Prinzessin geheirathet habe. Da die Eltern derselben gelorden sind und dieselbe so viel Goldstaub besitze, daß er in Europa als reicher Mann leben kann, so beabsichtigt er mit seiner Frau wieder nach Temesvar zu kommen und sich daselbst nieder⸗ zulassen.
Paris. In den letzten Monaten waren die Um⸗ gebungen von Ramponillet, namentlich die Gemeinden
Limours, Vaufrigneuse, Angervilliers u. a., der Schauplag i
zahlreicher Raub-Morde, deren Urhebern weder die Nach- sorschungen der Behörden, noch jene der zahlreichen, von der Paelser Sensations-Presse ausgesandien Reporter auf die Spur kommen konnten. Erst der Selbstmord eines der Miilschuldigen oder doch der Mitwisser sollte die Namen der Thäter enthüllen. Am Dienftag sand man in einem Walde in der Nähe von Limours den dortigen Briefträger Désirs an einem Baume erhängt und in seiner Tasche ein Schreiben folgenden Inhalis:„Ich sterbe unschuldig, aber ich kann die Urheber der Mordthaten angeben. Sie heißen: Leboeuf, früher Fleischerknecht in Aiton, jetzt in Paris, wo er in dem Schlachthofe der Peiite Villette arbeitet; Gigard aus Limours, sein Schwiegervater; Guillemard, genannt der Feldwächter von Beis Dardod, Neffe der Mutter Vivance; Froquet von Angervilliers und der Schänkwirih desselben Oris, im Ganzen fünf Männer!“ Die Bezeichneten wurden sämmtlich verhaftet und dem Strafgerichte von Rambouillet eingeliefert, Leboeuf wird als ein neuer Troppmann und als Haupl⸗
eines hiesigen Hotels mit der brennenden Cigarre in's
thäter der theilweise mit raffinirter Grausamkeit ausge⸗ führten acht bis zehn Morde angesehen. London. Das„Athenäum“ erzählt, daß in einem
an Sir John Lubbock gerichteten Briese Herr Galvert
daß der eine Arm stark verbrannt war, so daß er sich noch während der Nacht in'? Hospltal be-
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