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1874. Dienstag den 25. August. M100.
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Oberhessischer Anzeiger.
Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Amtlicher Theil. Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatt ist zu publieiren:
Nr. 40. sub 1. Verordnung, die Aufhebung der Ober-Studien-Dircction und Bildung einer Ministerlalabtheilung für Schulangelegenbeiten. i Friedberg am 22. August 1874. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Trapp.
Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Jobannes Simon von Pohl-Göns wurde zum Feldschützen für diese Gemarkung ernannt und verpflichtet.
Deutsches Reich. die Sedan Feier betreffend, worin ausgeführt München, 21. Aug. Der König von Bayern . Friedberg.) Das„Eingesandt“ in wird, daß und warum die katholische Kirche an besuchte gestern Mittag in Starnberg den Kaiser Nr. 99 d. Anz. ist lediglich durch seine Unklarheit der Feier sich nicht betheiligen könne. Sie könne und den Kroaprinzen von Oesterreich und führte classisch. Soll nämlich damit eine Vertheidigung dies vornehmlich deshalb nicht, weil die Feier dieselben mit seinem Daupfschiff nach Schloß der seitherigen Stadtverwaltung unternommen sein, nicht vom gesammten deutschen Volke, sondern Berg, wo zedoch nur ein halbstündiger Aufent- so war die Sache überflüssig, da kein vernünftiger hauptsächlich von einer Partei ausgebe, von einer halt stattfand. Der König begleitete dann den Mensch daran denkt, Mißstände, die allein in den Partei, welche sich fälschlich als die Vertreterin Kaiser nach Pessenhefen und kehrte alsbald nach Verhältnissen lagen, dem Gemeinderathe zur Last des deutschen Volkes geberde und in der Gegen- Berg zurück. zu legen. Soll aber mit beliebig berausgegriffenen wart an der Spine des Kampfes gegen das 7 Ziffern irgend welcher Beweis geführt, ein Urtheil Christenthum und die katholische Kirche stehe. Sie Ausland. über die seitherige Verwaltung begründet werden, könne überdies nicht an gemeinsamen Festen An Oesterreich-Ungarn. Wien. Gutem so ist das Unternehmen offensichtlich verfehlt. Und theil nehmen, nachdem man soeben das katholssche Vernehmen zufolge ist jetzt die Entscheidung des wenn am Schlusse gesagt wird, man müsse mit Deutschland für das Attentat eines verkommenen russischen Cabincts bezüglich der Anerkennung der tealen Verhältnissen rechnen, so hätte es der Weis- Menschen mit verantwortlich gemacht. Da aber spanischen Regierung eingetroffen. Ueber den In⸗ heit des Artikelschreibers nicht bedurft, um unsere das Gebet für das deutsche Vaterland immer die halt verlautet verläßlich, daß Rußland sich vor⸗
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gegen Annadme der Städte-Ordnung erhoben, bezw. machgewiesen werden, daß in 16 Jahren viel Geld werde, um Gottes Gnade und Segen über Deutsch⸗
Bürgerschaft über diesen Gemeinplatz zu belehren. Pflicht der Geistlichkeit sei, so gestattet der Bischof, Soll aber endlich damit ein verblümter Fand nntage ein Gebet oder ein Bittamt gehalten
am Tage der Feier oder dem folgenden
gebraucht worden und unsere Stadt nicht reich land zu erflehen und namentlich um Gott zu ssei, so hätte man das Letztere auch ohne die Ver- bitten, daß er uns die innere Einheit wiedergebe,
leerer f 2 5 Permanenz Commission erklärte der Minister des
Aeußeren, Herzog v. Decazes, auf eine Inter-
sicherung des Einsenders geglaubt. Ob darin aher ein genügender Grund gelegen ist zur Land- gemeinde-Ordnung zu greifen, ob man nicht auch die Kehrseite der Medaille, d. h. die Vortheile der Städte- Ordnung ins Auge fassen muß, wenn man unpartheiisch urtheilen will, bleibt der vernünftigen Erwägung unserer Bürger überlassen. Darmstadt. Am 21. August wurde dem zwang. Pfarrer zu Wieseck, Dr. Chr. Jochem, die Pfarrstelle zu Stockstadt, dem 2. evang. Pfarrer zu Alsfeld C. Müller die 1. Pfarrstelle daselbst, Zem evang. Pfarrer zu Holzhausen J. R. Kromm die Pfarrstelle zu Bechtheim und' dem evang. Pfarramts Candibaten B. Franz von Gießen die Pfarrstelle zu Queckborn übertragen. — 23. Aug. Der jetzt im Druck erschienene - Bericht des Finanz- Ausschusses der zweiten Kammer über die Rechenschafts⸗Ablage über die großh.
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Lessische Militär⸗Verwaltung für 1868 beantragt,
owohl die auf das für die ordentlichen Bedürf— nisse der Militär-Verwaltung für 1868 verwilligte 1 pausch Quantum erfolgte 3,057,567 fl., als auch die für außerordentliche Bedürfnisse der Militärverwaltung für 1868 er- yolgten Verausgabungen im Gesammtbetrag von 633,935 fl. für gerechtfertigt zu erklären. Der Zericht des Finanzausschusses über die Regierungs- orlage gleichen Betreffs für 1869 ist unter der Presse. Die Rechenschaftsablagen für 1870 und 871— mit welchen sodann die einschlägige pecifisch hessische Rechenschafts angelegenheit ihren udlichen Abschluß gefunden haben wird— haben bborerst noch an die Stände zu gelangen. Mainz. Das„Mainzer Journal“ veröffent- cht ein Ausschreiben des Bischofs v. Ketteler,
) Einem weiteren Artikel, der uns in dieser Ange— Ißgenbeit zukam, mußten wir die Aufnahme versagen, da t uns anonym zugesandt wurde und wir laut mehr-
waliget Erklärung niemals anonyme Zusendungen beachten. f Die Redaction.
Verwendung von
ohne welche die äußere Einheit nur ein Schein sei.
Berlin, 20. Aug. Die deutsche wissen⸗ schaftliche Expedition zur Beobachtung des Venus- Durchganges, die aus den Mitgliedern Dr. Valen— tiner, Adolf Reimann, Kardaetz, Eschke Deichmüller besteht, hat heute den Hafen von Southampton verlassen.
Probe-Exemplate des silbernen Fünf-Mark-Stücks von der einschlägigen Behörde genehmigt worden sind, und daß man dahier bereits mit der Präg— 1„ 75
ung beginnt. Ebenso hört man von anderen Münzstätten, daß man dort mit den einschlägigen Vorbereitungen beschäftigt sei, und die Ausprägung mit Rücksicht auf die in Kürze eintretende Ein— führung der Mark Währung sehr beschleunigt werden solle.
— 21. Aug. Graf Raczinski, der Eigen— thümer der bekannten Kunst- Gallerie, ist heute Morgen gestorben.
Neuwied. Der durch seinen berharrlichen Widerstand gegen die Staatsgesetze und bei seinen polizeilichen Transporten oft genannte gesperrte Pfarrer Wehn von Niederberg, welcher nach Ver— büßung seiner vierwöchigen Haft in diesen Tagen aus dem hiesigen Kreisgerichtsgefängnisse entlassen werden wird, ist durch Beschluß der Regierung zu Coblenz nach Wetzlar internirt worden, von wo er sich ohne vorher eingeholte Erlaubniß nicht entfernen darf, widrigenfalls er verhaftet und mit Gewalt an seinen Internirungs-Ort zurückgebracht werden wird.
Fulda. Das hiesige Archiv, in welchem sich bekanntlich die ältesten Urkunden Deutschlands be— finden, soll nach einer vom 28. v. M. datirten Verfügung des Königlichen Oberpräsidenten nach Marburg verlegt und mit dem dortigen Staats— archive vereinigt werden.
läufig zur Anerkennung noch nicht enischlossen habe.
Schweiz. Bern, 21. Aug. Morgen findet in Pruntrut eine General-Versammlung der libe⸗ ralen Katholiken behufs definitiver Constituirung einer altkatholischen Gemeinde statt.
Frankreich. Paris, 20. Aug. In der
pellation wegen der Anerkennung der spanischen Regierung: Frankreich nimmt nicht die Initiative,
sondern folgt dem Beispiele anderer Mächte, um und nicht isolirt zu bleiben. Auf die Larochethulons, daß Don Carlos, falls er auf f den Thron stiege, sein Rachegefühl empfinden lassen — Man erfährt, daß vor wenigen Tagen
Aeußerung
möchte, erwiederte der Minister: man constatirt ein Factum und anerkennt weder ein Recht noch ein Prineip.
— 20. Aug. Marschall Mace Mahon traf heute Nachmittag in St. Brieut ein und wurde von den Behörden und der Geistlichkeit empfangen. Der Bischof hielt eine Anrede zur Begrüßung des Marschalls und sprach seine Befriedigung über das Septenat aus. Nach einem Besuche des Gottesdienstes in der Kathedrale reiste der Mar- schall nach Brest weiter, wo er Mitternacht eintraf.
— 21. August. Heute Abend traff der König von Bayern unter dem Incognito eines Grafen v. Berg hier ein und stieg im Hotel der deutschen Botschaft ab. Der Besuch, welcher auf etwa acht Tage bemessen ist, bat einen streng privaten Charak- ter, und die französischen Autoritäten sind ersucht worden, in jedem Betacht diesen privaten Charakter freundlichst zu respecetiren. König Ludwig II., welcher sich in hohem Grade för die Kunst der späteren Renaissance und des Zeitalters Ludwigs des XIV. interessirt, wünscht namentlich das Schloß in Versailles genau zu besichtigen, wofür der gegenwärtige Augenblick, da die Nationalversamm— lung auf Ferien gegangen, besonders günstig ist. Fürst Hohenlohe, welcher eben seinen Urlaub antreten wollte, hat im Hinblick auf diesen hoben Besuch natürlich seine Abreise vertagt.
— 21. August. Nach kurzem Aufenthalt in Guingamp und Landerncau ist der Marschall Mac
Mahon heute in Brest eingetroffen, wo er von
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