1874.
Donnerstag den 25. Juni.
N 74.
Oberhessischer Anzeiger.
„Dea. . d Wild betenden Die Petitzeile f 1 2 5 Erscheint jeden 1 0 wird mit 4 Kreuzern berechnet. Kreisblatt für den Kreis Friedberg. Dienstag, Donnerstag und Samstag. AN sel* 8 2— 2 2 2 Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Abonnement auf den Oberhessischen Anzeiger, welcher auch ferner wöchentlich dreimal, Dienstag,
Zemerkenswerthesten Tagesbegebenheit
—— Dionnerstag und Samstag, erscheinen wird. Ders
elbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der ünteressantesten und
en, besonders wichtige Neuigkeiten durch Extrablätter, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze,
landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche Nachrichten, Markt- und Cours Berichte, Verloobsungen von Staatspapieren und locale
Notizen, außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Unterhaltungs Blatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten,
Ig. Räthsel ic. und in einem„RNatbgeber“ monatliche n* Das Abonnement beträgt bei der Verlags-Expedition ohne er jährlich 47 kr. mit Bringerlohn. Onkel 1 — 9* 0 lll 8— brechung eintritt. It weit win e dit Ces
drücklich Abbestellung erfolgt.
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Bestellungen beliebe man baldigst zu machen,
praktische Winke für Haus- und Landwirthschaft.
Den verehrlichen Abonnenten in hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für
Bringerlohn halbjährlich 1 fl., durch die Post bezogen jedoch viertel
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das zweite Halbjahr zusenden, wenn nicht aus— Die Expedition.
Deutsches Reich. f Darmstadt. Am 10. d. wurde der außer- rdentliche Professor Dr. Wilhelm Clemm zum edentlichen Prosessor in der philosophischen Facul- at der Landes- Universität, insbesondere für das
Iscagt.
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„un eehrfach der classischen Philologie, ernannt. Prube— Wie verlautet, wird die etste Kammer im 0 aufe des künftigen Monats zur Berathung über een aas Nachtragsbudget u. s. w. zusammentreten.
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K Hauser.
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iger, wichen Uaterschristen bedeckte Gesuche um Ein⸗ ee eee e fehrung zeitgemäßer Kirchengesetze an, das Mini -Hatl get ferium abgegangen. —— Nach dem„Militärwochenblatt“ wurden U, i Lyncker und Kehrer, Sec. Lts. im Großh. ee ae feld- Art.- Regt. Nr. 25 zu Pr.- Lts. befördert, 10. ö— Pr. Lt. in demselben Regt. in das Schles. ie eee feld-Art.-Regt. Nr. 6 versetzt.
n— Sicherem Vernehmen nach hat das Präsi— Hulden dum des Gesetzgebungs-Ausschusses zum Bericht— a e un l.
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Zor der Beschlußfassung der ersten Kammer können B. die Kreis- Schulinspectoren und technischen Käthe für das Schulwesen im Ministerium nicht nannt werden.— Aus Mörstadt und Westhofen,
Ustatter über das neu vorgelegte Berggesetz den logeordneten Baff, zum Berichterstatter über den
ane, Fbesctzentwurf über bie Beweiskraft von Schuld— beinen, Quittungen und anderen ein Empfangs-
e eee, ekenntniß enthaltenden Urkunden in den Provinzen en, eaten Starkenburg und Oberhessen den Abg. Dumont, um Berichterstatter über den Antrag des Abg.
cuernageh Tkumont wegen der Verwaltung des Mainzer
n een Miversitätsfonds den Abg. Dernburg ernannt. Berlin. Kaiser Wilhelm beabsichtigt der Kieler Zig.“ zufolge, in der Mitte des Monats
— September nach Kiel zu kommen. Um diese Zeit soll — zmlich auf dem kaiserlichen Werft zu Ellerbeck der
und ferner den
dae Actienwesen angenommen
z7 nat S apellauf des seit 2 Jahren im Bau begriffenen i. iunzerschiffes„Friedrich der Große, stattfinden. 1 e 22. Juni. Der Bundesrath hat in der
rb. e Plenarsitzung die Anträge des Justiz— ge, masschusses über Plan und Methode der Aus-
8„abeitung des Civil-Gesetzbuches, Reviston des 1 5 bendels⸗Gesetzbuches und der Gesetzgebung über
4 mzuschlagen. Der Reichskanzler beantragte die ft 17 guimmung des Bundesraths zum Abschlusse des „ Leensularvertrages mit Rußland.
— Zbwischen der Reichsregierung und der Re 7 ung von Luxemburg ist in der letzten Zeit mlrfach hin und her correspondirt worden und 1 ver in Sachen der Niederlassung aus Deutsch—
* ausgewlesener Gelstlichen auf luxemburgischem
Boden hart an der Grenze. Die großherzogliche Regierung bat Erklärungen hierher gelangen lassen, wonach anzunehmen ist, daß sie Agitationen aus— gewiesener Geistlichen von Luxemburg aus in jeder
Weise zu verhindern bestrebt sein werde, anderer seits aber, wo derartige Beschwerden nicht erhoben werden könnten, auch Anstand nehmen müsse, das
gesuchte Asyl zu verwehren. — Es darf jetzt mit Bestimmtheit gemeldet
werden, daß das Bankgesetz im Herbst den Bundes
rath beschästigen wird. Der erste Entwurf, an welchem im Reichskanzleramte gearbeitet wird, ist
dem Abschluß nahe, und soll, bevor er in weitere N ö wie anderen Orten Rheinhessens, sind mit zahl- legislatorische Stadien tritt, den Einzelregierungen heute Equipagen, Pferde und Dienerschaft aus der
zur Begutachtung zugehen.
Göttingen, 16. Juni. Der im hiesigen Obergerichtsgefängnisse detinirte Kreis-Hauptmann Rodewald aus Duderstadt wurde heute Morgen in seiner Zelle todt gefunden.
Kiel. Aus Nord⸗Schleswig schreibt man der „Kiel. Zig.“: Wenn nicht Alles täuscht, so ist die Regierung entschlossen, die dänische Agitation mit sester Hand anzufassen. Die Bitte um Rückkehr eines Hofbesitzers ist jetzt, kaum in Berlin abge— wiesen und mit neuen Ausweisungen wird fortge- fahren. Sogar die Bemühungen des dänischen Gesandten in Berlin um Rückgängigmachung der Ausweisung ist vergeblich gewesen.
Aachen. Vom 9. bis zum 24. Jul, wird hier die sog. große„Heiligenthumsfahrt“ abge- halten, bei welcher Gelegenheit das Kleid der Maria, die Windeln und das Lendentuch Christi und andere Sachen gezeigt werden. Das Dom— Capitel bat eine lange Bekanntmachung erlassen, worin es die Feier ordnet und die Vortheile der Betheiligung auseinandersetzt.
Fulda. Die Bischofsconferenz wird drei Tage, Mittwoch, Donnerstag und Freitag, dauern. Den Cardiualpunkt der Berathungen werden die Friedenepropositionen bilden, welche man der Re— gierung zu machen gedenkt. Vor allem wird der Homagialeid, betreffs dessen wesentliche Modifi— cationen in Auesicht genommen sind, den Aus— gangspurke bilden. Die Bischöse werden außerdem noch einige andere Fragen untergeordneten Ranges in Berathung ziehen. Dieselben werden alle im hiesigen Priesterseminar wohnen und jeden Morgen die Messe in der Domkirche celebriren.
Homburg, 20. Juni. Kaiser Wilhelm wird, nach einer gestern hier eingetroffenen Nachricht, gegen Mitte des Monats Juli hier eintreffen und sich einige Tage hier aufhalten.
München, 19. Juni. Der schon längst an— gekündigte Bierstrike soll morgen beginnen. Pla— kate des soelal- demokralischen Ansschusses fordern
das Publikum zur Enthaltung von jedem Biet— trinken auf, verlangen aber auch gleichzeitig, daß keine Ruhestörung, kein Krawall vorkomme,„denn die Social- Demokratie kämpfe nur mit geistigen Waffen.“
— Hier sind vierzehn Mann des in Ingol⸗
stadt garnisonirenden 13. Infanterie Regiments gefänglich eingebracht worden, die nach dem Be— suche einer social-demokratischen Versammlung ihre Gewehre mit dem Rufe hingeworfen hatten:„daß sie nicht länger als zwei Jahre präsent bleiben wollten.“ — 22. Juni. Auf Befehl des Königs sind königlichen Hofhaltung nach Kissingen abgegangen, um daselbst dem Fürsten Bismarck zur Verfügung gestellt zu werden.*
— 23. Juni. Abgeordnetenkammer. Der Antrag des Finanz- Ausschusses, aus den Kriegs- entschadigungsgeldern 2 Millionen für Zwecke der Kunst auezuscheiden und davon 500,000 fl. für den Bau eines Academiegebäudes in das Budget der jetzigen Finanzperiode einzustellen, den Rest aber verzinslich anzulegen, wurde nach langer Debatte mit 92 gegen 46 Stimmen angenommen. Ein Theil der Patrioten stimmte mit allen Libe⸗ ralen dafür. Rußwurm greift das Andenken Kaulbach's an, den der Cultusminister in einer glänzenden Rede in Schutz nimmt.
Karlsruhe, 22. Juni. Die erste Kammer hat heute das von der zweiten Kammer ange- nommene Einkommensteuer-Gesetz mit 9 gegen 6 Stimmen abgelehnt.
— 23. Juni. Die Regierung betrachtet das Einkommensteuergesetz durch die gestrige Ablebnung der ersten Kammer noch nicht als erledigt, bat dasselbe aber bis zu einer späteren nochmaligen Berathung zurückgezogen.
Straßburg. Der gegen die Schließung des hiesigen Knabenseminars eingelegte Rekurs ist vom Reichskanzleramt als unbegründet verworfen. Die Schließung ist also bevorstehend. Das Rekurs— verfahren wegen der Zillisbeimer Anstalt schwebt noch.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Pest, 22. Juni. Unterhaus. In Beantwortung der Interpellation Tisza's erklärt der Ministerpräsident, daß der Kriegsminister Kuhn auf sein eigenes Ansuchen von seinem Posten enthoben wurde. Wegen der mangelnden Contrasignatur bei dem Handschreiben des Kaisers habe er vom Minister des Auswärtigen
die Aufklärung erhalten, daß dieselbe aus Ver— gessenheit weggeblieben sei. Die Antwort wird
von der Majorität zur Kenntuiß genommen.


