solle anerkan Präfetten auf, darüber zu wachen, daß die sou⸗ veränen Entschließungen der Nationalversammlung nicht beeinträchtigt werden, eine öffentliche Pro; paganda zu verhindern und Staatsbeamte von der Theilnahme an einer solchen abzuhalten.
— In der Nationalversammluug ist ein Ent; wurf der Regierung vertheilt, welcher die Noth⸗ wendigkeit der Herstellung von neuen Vertheidigungs⸗ werken in der Umgebung von Paris darlegt und vorschlägt, hierfür im laufenden Jahre steben Millionen Franken auszuwerfen.
— Frau Bazaine ist nunmehr nach der St. Margarethen-Insel abgereist, um fortan die Ge- fangenschast ihres Gatten zu theilen.
Holland. Amsterdam, 20. Febr. Einem Telegramm der heute in Penang erschienenen Zeitung zufolge sind daselbst Gerüchte über leb · dafte am 15. d. M. stattgehabte Gesechte zwischen den Atschinesen und den Holländern verbreitet. Die Letzteren hätten erhebliche Verluste, auch an Offizieren erlitten. Der Verlust der Atschinesen war noch unbekannt.
Großbritannien. London, 21. Febr. Das neue Ministerium ist wie folgt gebildet: Erster Lord des Schatzes ist Disraeli; Lordkanzler Cairns; Präsident des geheimen Rathes der Königin Herzog v. Richmond; Lord⸗Siegelbewahrer Malmes⸗ bury; Staatssecretär des Aeußern Lord Derby; für Indien Marquis of Salisbury; der Colonien Lord Carnaroon; des Krieges Gathorne-Hardy; des Innern Croß; Kanzler der Schatzkammer Sir Stafford ⸗Northeote; General- Postmeister Lord Manners; erster Lord der Admiralität Hunt.
— Zum Vicepräsidenten des geheimen Raths soll Lord Saudon, zum Schatzsecretär Smith, conservatives Mitglied, für Westminister ernannt werden.— Ein Telegramm der„Times“ aus Sierra-Leone meldet von Cape-Coast-Castle den
28. Januar: Die Engländer haben Cumassi be.
setzt und halten den König der Atschantis und seine Angehörigen gefangen.
— Der Zusammentritt des neuen Parlaments ist formell auf den 5. März anberaumt, doch werden die eigentlichen Geschäfte erst etwa 10 Tage später beginnen können. Wenn die Wahl des Sprechers und die Vereidigung der Mitglieder erledigt ist, wird sich das Haus vertagen müssen, bis der neue Premier und eine Reihe seiner Col— legen die durch Uebernahme des Amtes nöthige Neuwahl überstanden haben, so daß voraussichtlich erst am 15. März das Parlement seine Sessions- Arbeiten beginnt.
Spanien. Santander, 21. Febr. Die Regierungstruppen haben mehrere Positionen ge · nommen, dabei aber beträchtliche Verluste erlitten; die Carlisten leisten heftigen Widerstand. Seit Montag sind die Verwundeten nach Santander gebracht worden. Der carlistische Brigadier Dorre- garay ist von Estella eingetroffen.
Portugal. Lissabon. Hierselbst ist die Meldung eingegangen, daß General Lopez in Paraguay zum Präsidenten gewählt ist.
Griechenland. Athen. Ja Folge der Wahl des oppositionellen Kammer-Präsidenten hat das Ministerium Deligeorgis seine Demission ge⸗ geben. Mit der Bildung eines neuen Cabinets ist Bulgaris betraut worden, dem die Opposition ihre Unterstützung zugesagt hat.
Aus Stadt und Land.
th. Friedberg, 23. Febr. Soeben erfahren wir, daß S. K. H. der Großherzog die Benutzung der Burg“ kaserne als Ausstellungslokal für die Wenterauer Industrie⸗ Ausstellung, wozu dieselbe vorttefflich geeignet ist, gnädigst genehmigt hat. Wir beeilen uns dieses zur öffentlichen Kenniniß zu bringen, weil damit allen Betheiligten und Freunden des Unternehmens eine große Freude bereitet wird; denn die schwerste Aufgabe des Ausstellungscomites, die Beschaffung eines passenden Lokals, ist nunmehr gelöst. Darum sagen wir schon jetzt: Dank, herzlichen Dank Sr. 5— Großherzoge! Und noch in einer anderen Be— ziehung fleuen wir uns der guten Nachri insofer! nämlich, als die Wetterauer Industriellen un f als seuther darin weiteifern werden, unser gemeinnütziges Unternehmen segensreich und rühmlich ausführen zu helfen.
R. Friedberg. In Betracht der jün öf
5 1 0 gst veröffent⸗ lichten Absich len des hiesigen Handels-Vereins c Projecten zur Verschönerung unserer Stadt und Umgegend
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nt werden. Der Minister fordert die befassen, und im Hinblick auf die von dem Nauheimer
ur und Verschönerungs⸗Verein diesem Vorhaben ent⸗ gegen gebrachten Sympathien dürfte erlaubt sein, beide Vereine darauf aufmerksam zu machen, daß von Nauheim aus darauf hingewirkt wird, und bei den einschlägigen Behörden bereits förmlicher Antrag gestellt ist, daß die vor einigen Jahren neu angelegte Lindenallee auf der Chaussee von Friedberg bis an die Nauheimer Eisenbahn⸗ station und Bädehäuser wieder beseiligt werden soll, ein Antrag, welcher den Baestrebungen beider Vereine ganz gewiß nicht entsprechen kann, weßhalb denselben hierdurch Veranlassung gegeben werden soll, sich dieser Sache an— zunehmen und ihren Einfluß geltend zu machen, damit die besagte Anlage erhalten werde. Ferner dürfte beiden Vereinen ein lohnendes und dankbares Feld der Wirksam⸗ keit sich eröffnen, wenn sie dafür wirken wollten, daß die hoffnungslose und blätterarme Obstbaumanlage an beiden Seiten des schönen Promenadewegs von Friedberg nach Nauheim beseitigt und dafür eine Allee von schattengebenden Bäumen angelegt werde.
Friedberg. Nach der am 10. Januar 1873 vor⸗ genommenen Viebzählung im Großberzogthum Hessen beziffert sich der Capitalwerth des Viehstandes auf über 47 Mill. Gulden. Davon kommen auf die Provinz Starkenburg 16,930,699 fl., auf Oberhessen 18,899,916 fl. und auf die Provinz Rheinhessen 11,281,885 fl.
Darmstadt. Fräulein E. Wallot von Oppenheim ist dieser Tage zur vorläufigen Beobachtung in die Irren— Anstalt zu Heppenheim von England aus verbracht worden.
Darmstadt, 21. Febr. Vorgestern Abend ereignete sich in einem hiesigen Gasthof ein höoͤchst beklagenswerther Unfall. Der Koch feuerte nämlich in einem dunkelen Gange, in welchem er Ratten zu hören vermeinte, einen Schrotschuß ab, traf aber einen zufällig vorübereilenden jugendlichen Kellner der Art in den Unterleib, daß der- selbe, wie wir hören, gestern bereits verschieden ist.
Mainz. Bei Ginsheim gelang es letzten Sonntag Nachts mehreren Fischern, einen gewaltigen Fischfang zu machen, wie seit langer Zeit keiner stattgefunden hatte. Das Netz konnte nur mit größter Mühe und Anstrengung hierher gezogen werden, wo Herr Fischer Peter Hänlein viele Stunden mit dem Wiegen der gefangenen Fluß— bewohner zu thun hatte; es waren vornehmlich Hechte und Karpfen. Das Gesammt-Gewicht betrug 140 Centner und für die Fische wurden nicht weniger als 1700 fl. eingenommen. Daß bei einem einzigen Fange so Be⸗ deutendes erzielt wird, ist eine große Seltenheit und ein derartiger Vorfall schon der Aufzeichnung werth.
Allerlei.
Frankfurt, 20. Febr. Der Termin zur Einlösung
der preußischen Friedrichsd'or ist von der Regierung auf den 31. März a. c. à 9 fl. 55 kr. fesigesetzt. Um nun unseren Handelsstand vor den üblen Folgen zu schützen, wollen sich eine Anzahl Handlungshäuser zusammen thun, um gemeinsam zu erklären, daß die Friedrichsd'or nur noch zu 9 fl. 55 kr. vereinnahmt werden. Nach dem 31. März sind dieselben nur noch zu dem Metallwer th anzubringen.—(Wir machen unsere hiesigen Geschästs⸗ leute hierauf aufmerksam, damit sie sich vor Schaden schützen können. D. Red.) Fulda, 19. Febr. In dieser Nacht wurde im hiesigen Amtsgerichtsgebäude mittelst Einsteigens eingebrochen und die Depositenkasse ihres Inhaltes, im Betrage von 10,400 Thalern, beraubt.
Rudolstadt. Die Equipage des Fürsten hatte am 17. d. M. ihren Herrn in Salfeld abholen sollen. Die Pferde wurden aber von dem Brausen des Bahnzuges scheu und gingen durch. Eines der Pferde verendete in Folge Anpralls an eine Mauer, der Kutscher hat nur geringe Verletzungen erlitten; der Fürst setzte seine Reise mit Extrapost nach Rudolstadt fort Opladen, 18. Febr. Gestern Nachmittag flog hier das Mischhaus der benachbarten Dynamit- Fabrik in die Luft, wobei mehrere Arbeiter verunglückten. Die Zahl der Geiddten soll fünf betragen, ist jedoch, wie die der Ver wundeten, noch nicht festgestelli.
Genf. Das„Genfer Journal“ bezeichnet die aus deuischen Blättern stammende Nachricht, es sei die Stadt Genf geneigt, einzelne Gegenstände der Braunschweig'schen Erbschaft, wie die berühmte Onyx-Vase und den Ring der Marie Stuart, dem Museum in Braunschweig zurück⸗ zustellen, als grundlos.
Washington. Im Bundessenat sitzt jetzt ein Neger als Vertreter des Staates Misissippi, desselben Staates, der vor der Rebellion Jefferson Davids mit dieser Würde betraut hatte.
Volkswirthschaftliche Mittheilungen aus dem Deutschen Handelsblatt, (Organ für die amil, Nachrichten des Deutschen Handelstags)
zusammengestellt von dem Friedberger Handelsvertin. I.
Postwesen. Der allgemeine Post-Congreß, dessen Zustandekommen in erster Linie der uner— müdlichen Thätigkeit des General-Postdirectors Stephan zu danken ist, wird im Herbst d. J. in Bern zusammentreten. Als wesentliche Grund— lagen für seine Berathungen sind in Bezug auf das Porto festgestellt: das Briesporto für den
der Sendungen und sind dafür 20 Cent. zu er⸗
internationalen Austausch im Postbereich soll
N
ohne Unterschied der Entfernungen für 9
einen frankirten Brief 20, für einen unfranklrten Brief 40 Centimes betragen. Das Maximal. gewicht eines Briefes ist 250 Gramm. Fh Drucksachen sollen 10 Centimes für je 40
Gramm bei einem Maximalgewicht von 1 Kilo gramm, und dasselbe Porto für Waarenproben bei einem Maximalgewicht von ½ Kilogramm er. Recommandation aller“
hoben werden. Die Gegenstände ist zulässig, jedoch nur bei Frankirung
heben. Jede Postverwaltung soll ungetheilt dat Porto und die Gebühren beziehen, welche in ihrem Gebiete erhoben werden. Das Transst— porto jeder Art ist abzuschaffen.
Das einheitliche Verkehrsgebiet soll zu⸗ nächst bestehen aus: Europa nebst Russisch⸗ Aslen der Asiatischen Türkei, Aegypten, Algerien, den spanischen Besitzungen in Nord-Afrika, den Amer, kanischen Inseln und Madeira, ferner aus den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Canada, den sonstigen Britischen Besitzungen, Grönland (Dänische Colonien.)
Jahres
Arbeiterbewegung. Der 6.
Congreß der englischen Gewerkvereine, welcher ö
vom 12. bis 17. Januar in Sheffield tagte, war der bedeutendste, der seit dem Jahre 1865 ver— sammelt gewesen ist, nicht blos der Million Ar beiter wegen, die durch 200 Vertrauensmännet vertreten waren, sondern auch wegen der bedeut⸗ samen Fragen, welche auf der Tages- Ordnung standen. Hinsichtlich eines Antrags, wonach die Aufstellung und Durchbringung von Arbeiter- Candidaten für das Parlament als ge— meinsame Angelegenheit aller Gewerk vereine hingestellt werden sollte, erklärte ssch der Congreß mit großer Majorität im ver⸗ neinenden Sinne und für gesondertes Vorgehen der einzelnen Vereine je nach den loralen Ver⸗ hältnissen. Befürwortet wurde das Recht der Arbeiter, als Geschworne zu fungiren, empfohlen die Gründung von Gewerkhallen in ganzen Lande(auch für Friedberg seht empfehlenswerth) und die Einführung vos Schiedsgerichten von Arbeitern und Arbeitgebern, Die englischen Zeitungen, namentlich die Times, haben ihre Anerkennung über die maaßvollen Verhandlungen und Beschlüsse ausgesprochen.
Ungarische Finanzlage. Zur Illu: stration derselben dürfte die Angabe dienen, daß am Ende des Jahres 1872 die Steuerrüß⸗ stände über 49 Millionen Gulden und dit Gesammtsumme aller vom Staatsschatze zu fordernden Rückstände über 117 Millionen Gulden betrugen.(Ungarn liegt bekanntlich nicht wei von der Türkei!)
Eisenbahnen. Die baierische Regierung
ist von der Abgeordnetenkammer ermächtigt worden, I
den Tarif für Personentransporte auf den Staa ts eisenbahnen um 15 ½% in des ersten, 15% in der zweiten und 10½% in der 3. Wagenklasse zu erhöhen. Dabei wurde von Ministertische erklärt, daß über die fragliche Tarif. erhöhung zwischen den verschiedenen süddeutschen Bahnverwaltungen eine Einigung erziel! sei und der neue Tarif bald allerorts eingeführt werde,
(Im Reichskarzleramt ist man bekanntlich eine Erhöhung der Gütertrarife keineswegs geneigt wir hoffen, daß das Vorgehen der baierischen Regierung im Hinblick auf die beabsichtigte Er
böhung der Personentarife keine Nachahmung finden wird.) Vermischtes. England führte im Jahn
1872 nach Deutschland an Gold für 7,262,584 Yfund Sterling ein, es empfing von Deutschland für 118,695 L. Gold.
—
Für Schulen:
Die Wacht am Uhein
für zwei Stimmen mit Text. Preis 1 kr.
Catl Bindernagel.
Das meiste Gold bezog England aus Australien, nämlich für 9,444,495 9,
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