Allerlei.
Frankfurt. Am 23. April beginnt in der Leder⸗ valle die von dem hiesigen Vereine veranstaltete Vogel- Ausstellung. Bekanntlich wurde jederzeit von der hiesigen Gesellschaft der Vogelfreunde Großartiges geleistet und die beurige Ausstellung wird den früheren gewiß nicht nach⸗ ehen. N Ar N Der diesjährige hiesige Frühjahrspferde⸗ markt wird am 27., 28. und 29. d. M. abgehalten wer- den. Am 27. d. M. findet in der ehemaligen Gendarmerie— Caserne von Morgens 8 Uhr ab die Prämiirung der besseren dem Markie zugeführten Pferde statt und darauf die Vertheilung der Preise an die Befitzer derselben im Hotel de Russie Mittags 1 Uhr.
Neustadt, 17. April. Ein schaudererregendes Un⸗ glück ereignete sich heute in der Papierfabrik von Fritz Knöckels Nachfolgern. Der langjährige Geschäftsführer der Fabrik, Paul Krez, eine allgemein geachtese Persön— lichkeit, gerieth aus bisher nicht bekannter Veranlassung in das Triebwerk, aus welchem er als vollständig zer— queischte Leiche berausgezogen wurde. i 5
Sturtgart. Hier wollte dieser Tage ein Individuum bei einer Bank einen Frankfurter Schein von 500 fl. wechseln. Da der in Frankfurt begangene Mord dort bekannt war, frug man nach dem Namen des Fremden, schöpfte Verdacht und ersuchte ihn, etwas zu warten. Bis indessen die beuachrichtigte Polizei anlaugte, halte sich der Kleingelobedürftige aus der Klemme gezogen.
Wien. Ueber unsere Stadt entlud sich am Abend des 14. April ein großartiges Gewitter, wie es in so früber Jahreszeit selten ist. Ungebeuere Regengüsse ver— ursachten stellenweise förmliche Ueberschwemmungen. Da⸗ zwischen fielen große Schlossen. Um 8 Uhr war das Gewilter, das zwei Stunden vorber begonnen hatte, noch nicht im Abnehmen begriffen. Nach telegraphischen Be— richten wüthet in Süd⸗ und West-Tyrol, sowie in der Schweiz bei außergewöhnlich niederem Luftdruck ein furcht⸗ barer Föhnsturm, welcher mit einer in dieser Jahreszeit ungewöhnlichen Heftigkeit tobt. 6
Wien. In Oberösterreich wurde die Frau eines Mühlsteinhauers von Sechslingen entbunden, zwei Kinder waren frisch und gesund, vier aber kamen todt zur Welt
Volkswirthschaftliche Mittheilungen aus dem Deutschen Handelsblatt, (Organ für die amil. Nachrichten des Deutschen Handelstags)
zusammengestellt von dem Friedberger Handelsverein. VI. Auswanderung. Trotz der vielfach be- triebenen Werbungen für Brasilien, Centtalamerfka, Australien, betrug während der Jahre 1850— 72 die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten und Britisch Amerika 95,1% der Gesammt- Aus- wanderung aus Deutschland, während auf alle übrigen Länder nur 4,9% entfallen. Die Zahl der über Bremen beförderten Auswanderer be— trug 1873 mit 63,241 gegen 80,345 im Jahre 1872; die Auswanderung des vergangenen Jahres muß als eine normale bezeichnet werden; sie wurde, abgesehen von 1872, noch von derjenigen der Jahre 1854, 1857, 1868 und 1869 übertroffen. Unter obiger Vesammtzahl sind 6205 Nordameri— kaner einbegriffen, die durchgehends Reisende und nicht Auswanderer find; zieht man außerdem die aus anderen Ländern Europa's herkommenden Auswanderer ab, so beziffert sich die deutsche Auswanderung über Bremen auf 48,616 Per- sonen. An der Zabl, welche Preußen hierzu ge— stellt hat— 30,424— sind nach wie vor die Provinzen Preußen, Hannorer, Pommern und Posen die meist betheiligten. Es starben während der Reise 1873 insgesammt 172 Personen oder 2,72 per Mille. In Dampfschiffen wurden 85½%, in Segelschiffen 14½% befördert. Schließlich sei noch bemerkt, daß seit 42 Jahren über Bremen in Summa 1,390,465 Personen auswanderten, welche in 7425 Schiffen befördert wurden. Lebens versicherung. Nach den bis jetzt erschienenen thatsächlichen Mittheilungen hat das Lebens versicherungsgeschäft unter der Krisis des Jahres 1873 kaum gelitten. Die Geschäftsergeb⸗ nisse der Gothaer Lebens versicherungs⸗ bank, der ältesten und, hingesehen auf die Versicherungssumme, größten deutschen Lebens⸗ versicherungs Anstalt bestätigen dieses Urtheil ebenfalls. Es gingen bei dieser Anstalt im Laufe vorigen Jahres 4652 Versicherungs- Anträge ein, welche auf eine Versicherungssumme von 9,819,300 Thaler gerichtet waren. Davon wurden 3855 mit 7,816,000 Tralec angenommen, ein Resultat wie es mit Ausnahme des Jahres 1872 seit dem 45. jährigen Beslehen der Bank in gleicher Höhe nicht erreicht worden war. An Sterbefallsummen wurden
für 856 gestorbene Versicherte 1,492,310 Thaler
ausgezahlt. Diese Summe ist zwar beträchtlich, dürfte aber um mehr als 300,000 Thaler hinter der erwartungsmäßigen Sterblichkeit zurückgeblieben sein und daher abermals die Zurückstellung eines hohen Dividende Betrags zu lassen. Der Ver— sicherungsbestand der Bank betrug am Ende vorigen Jahres Netto 42,530 Personen mit einer Ver— sicherungssumme von Thaler 84,004,200. Für die Sicherheit der Anstalt bürgt neben der Haft— pflicht der Mitglieder und neben der Jahresein— nahme, die sich 1873 auf mehr als 3,700,000 Thaler belief, ein effectiv vorhandener Fonds von unge— fähr 20,670,000 Thaler, der fast ausschließlich in ersten Hypotbeken auf größere Landgüter von mindestens doppeltem Bodenwerthe an- gelegt ist.
Staatsfinanzen. Der Abschluß des Reichs haushalts für 1873 wird einen Ueberschuß von ungefähr 12½ Millionen Thaler angeben, der für Preußen erreicht im vorigen Jahre den kolossalen Betrag von ca. 21,400,000 Thaler. Der Gewinn— Antheil des preußischen Staats an der preußischen Bank beträgt für 1873 die ansehnliche Summe von e. 3,800,000. Darnach ist es begreiflich, daß der Finanzminister Camphausen sich gegen- über dem Gedanken der Umwandlung der preuß. Bank in eine Reichsbank ziemlich kühl verhält.
Wertb der Arbeit. Ein Stück gewöhn- liches Eisen, welches einen Thaler kostet, gibt zu Hufeisen verarbeitet, einen Werth von 3 Thaler, zu Handwerksgeräthen 4 Thaler, zu gußeisernen Geräthen und Zierrathen 45 Thaler, zu Steck— und Nähnadeln 74 Thaler, zu Stahlschnallen und feinen Knöpfen 900 Thaler, zu Stahlschmucksachen 2000 Thaler, zu Hemdknöpfen 6000 Thaler, zu Ubrfedern 50,000 Thaler.(Aus den Berliner Berichten.)
Verloosungen.
Hessische Ludwigsbahn. Prioritäten von 1860 und 1866. Serie 1. Nr. 271 545 576 836 1131 285 586 841 879 911 2011 100 281 341 686 703 719 722 793 922 976 3512 516 549 556 694 941 978 4066 74 273 315 400 491 498 501 896 953 5115 280 351 428 429 564 602 906 977 6149 384 480 668 682 821 859 931 7150 219 320 419 586 587 590 751 803 975 8111 138 252 455 518 645 689 889 9062 79 156 160 196 271 308 710 993 14098 188 303 392 731 15126 463 730 791 813 16119 222 268 294 397 402 925 969 à 100 fl. Serie 2. Nr. 10065 286 498 707 737 758 796 998 11081 98 413 430 432 441 461 495 620 12304 448 553 773 975 13134 137 227 711 729 733 862 914 934 997 17004 10 36 200 213 236 319 482 503 623 860 18250 399
456 346 585 956 19046 à 500 fl. Rückzahlbar 1. Juli.
Badische 35 fl.-Loose. Karlsruhe, 31. März. Am 28. Februar gezogenen Serien: Nr. 31 53 81 148 172 243 275 358 495 703 711 821 954 974 1009 1112 1189 1267 1506 1521 1588 1594 1840 1872 1947 1958 2105 2120 2196 2219 2395 2415 2519 2596 2608 2621 2679 2681 2685 2724 2755 2863 3004 3179 3315 3338 3406 3680 3898 3905 3947 4022 4425 4439 4499 4576 4851 5208 5213 5245 5317 5447 5463 5561 5781 5798 5814 5869 5920 5952 5963 6030 6172 6216 6296 6581 7699 7802 7889. Gewinne: Nr. 120717 à 35,000 fl. Nr. 130364 à 10,000 fl. Nr. 310784 à 5000 fl. Nr. 7384 201094 224949 225794 242512 à 2000 fl. Nr. 75260 76034 133918 134250 150158 158904 166879 197308 228753 260610 297557 298137 à 1000 fl. Nr. 59403 75255 76047 91992 119723 120710 131022 133930 134016 136187 158910 165723 201078 260611 260934 278033 308598 329035 384922 384944 à 250 fl Nr. 1509 524 542 949 2624 629 632 646 647 4006 34 38 7351 355 366 372 374 385 388 398 399 8554 561 3571 587 12109 112 139 140 149 13710 711 713 732 735 737 741 747 17864 880 891 24710 729 739 741 745 35119 138 508 531 542 41031 47 672 696 48651 656 661 671 683 699 50403 480 415 419 426 428 434 55556 557 583 584 587 591 598 359416 423 440 447 449 63346 348 75277 279 2•2 284 76006 24 33 79371 888 691 699 91957 959 960 961 964 980 995 999 93577 597 97301 314 318 319 332 335 339 341 442 803 875 891 896 105954 960 975 976 997 109765 769 790 791 110913 929 119702 721 724 737 120701 705 706 714 718 725 726 734 125915 917 921 935 941 129758 771 784 130354 478 487 131030 45 49 133901 913 914 921 922 928 929 937 134027 28 29 442004 219 227 243 136152 156 157 193 194137741 142935 927 929 931 940 949 143118 121 122 126 146 150182 184 191 153901 907 908 921 930 936 938 950 165713 617 727 749 855 166855 865 868 871 170254 256 278 282 297 183955 968 989 194856 861 868 871 879 195209 214 216 231 242 197304 309 315 344 201090 93 221209 223 230 235 243902 910 920 224905 920 922 92, 937 939 943 228758 765
767 783 799 242519 527 260370 383 389 398 399 608
618 619 644 262203 231 234 238 265808 836 838 844
848 272302 316 322 346 273107 108 119 126 146 147 278002 9 15 17 38 47 289001 4 11 12 851 857 883 885 886 290668 672 684 693 293406 413 428 437 440 295952 993 297564 575 586 298103 105 112 115 135 140 301464 465 428 492 496 308566 592 310754 759 775 776 314760 761 771 795 799 329008 21 33 34 384910 912 920 925 936 939 945 390052 57 58 64 73 81 88 89 94 402 431 à 65 fl. Alle übrigen obigen Serien enthaltenen Nummern 3 35 fl. Freiburger 15 Frs.⸗Loose. Serien⸗Ziehung am 15. April. Gezogene Serien: 4 96 142 148 165 376 513 657 721 842 869 876 1031 1605 1638 1757 1705 1851 2047 2049 2084 2402 2584 2616 2629 2672 2684 2861 2886 2893 3002 3091 3202 3261 3280 3443 3519 3594 3625 3789 3915 3946 4002 4246 4655 4852 4924 5014 5119 5397 5493 5585 5605 5736 5991 6112 6257 6311 6501 6590 6781 6782 6803 7371 7417 7573 7627 7673 7924. g
Handel und Verkehr.
Friedberg, 21. April. Wajizen 16 fl. 40 k.; Korn 13 fl. 50 kr.; Gerste 13 fl. 15 kr.; Hafer 9 fl. 30 kr. Alle Preise verstehen sich per 100 Kils.
Frankfurt, 20. April. Fruchtibericht. Mehl Nr. 1 27 fl., Nr. 2 25 ½ fl., Nr. 3 22½ fl., Nr. 4 18½ bis 19 fl., Nr. 5 163/—17 fl., Roggenmehl/(Berliner Marke) 19 fl., do II.(Berliner Marke) 13½ fl. Waizen effectib hies. 17½ fl., Korn 12½—133/ fl., Gerste 13½ bis 14½ fl., Hafer 11½—112¼ fl., Kohlsamen 16½ fl., Erbsen 12— 14 fl., Wicken 10 fl., Linsen 12— 17 fl., Rüböl 38 fl. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo.
Frankfurt, 20. April. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren: 340 Ochsen, 190 Kühe, 220 Kälber und 300 Hämmel. Die Pteise stellien sich: Ochsen 1. Qual. 42 fl., 2. Qual. 40 fl. Kühe 1. Qual. 38 fl. 2. Qual. 36 fl., Kälber 38 fl. Hämmel 38 fl. per Cir.
Mainz, 21. April. Productenmarkt. Waizen per Mai 16 fl. 33 kr., per Juli 16½ fl. per Nov. 14 fl. 30 kr. Roggen per April 11 fl. 42 kr., per Mai 11 fl. 40 k., per Juli 11 fl. 12 kr., per Nov. 10 fl. 20 ke. Hafer per Mai 11 fl. 18 kr., per Juli 11 fl. 20 kr. Rüböl per Mai 17 fl. 35 ke,, per Ocl. 19 fl. 5 kr.
Mainz, 20. April. Die heutige Generalversammlung der süddeulschen Immobiliengesellschaft beschloß 10 pCt. Dividende zu vertbeilen, außerdem 227,730 fl. auf neue Rechnung vorzutragen. Die ausscheidenden Aufsichtsraths⸗ mitglieder wurden wieder gewählt.
Gießen. Wir entnehmen dem soeben fertiggestellten Jahresbericht der Oberhessischen Eisenbahn-Gesellschaft pro 1873 folgende Daten: Der Betrieb auf den 23,47 Meilen langen Tahnstrecken Gießen-Fulda und Gießen⸗Gelnhausen bat auch im abgelaufenen Jahre keinerlei Störungen erlütten, auch sind irgend nennenswerthe Unregelmäßig⸗ keiten nicht vorgekommen. Befördert wurden im Ganzen 6704 Züge, welche 517.939 Kilometer zurücklegten. Die Gesammt-Einnahmen betrugen 497,291 fl., die Ausgaben dagegen 457,437 fl., so daß sich ein Ueberschuß von 39,864 fl. ergibt. Von letzterer Summe entfallen 30,517 fl. auf die Linie Gießen-Gelnhausen und nur 9347 fl. auf die mehr Betriebs-Ausgaben erfordernde Strecke Gießen Fulda. Der Bestand der Betriebsmittel hat gegen das Vorjahr keine Veränderung erfahren, so daß gegenwärtig 18 Locomotiven, 16 Tender, 55 Personenwagen, 12 Ge⸗ päckwagen und 320 Güterwagen vorhanden sind.
5504 6542 7666
D. Frankfurt a. M., 21. April. Die günstige Strömung, welche seit mehreren Tagen sich Bahn ge— brochen hat, bl seb auch heute in Permanenz und gestaltele die Tendenz der Vötse zu einer festen. Das Geschäft war ziemlich belebt, namentlich in Creditactien. Es lagen für dieselben bei Börseneröffnung sehr günstige Wiener Course vor, so daß dieselben zu dem höberen Course von 226 eröffneten, später indeß auf matteres Berlin und Realisationen auf 223½ hetrabgingen. Gegen Schluß trat wieder eine bessere Tendenz für das Effect ein und schlossen Creditactien mit 224 /. Staatsbahnaclien blieben
Sie eröffneten mit 330 ½, hoben sich bis 331½ und schlossen 330 ¼. Lombarden waren durch ihre Vänder— einnahme von fl. 48,000. und die Aussicht auf eine un⸗ befriedigende Dividende sehr gedrückt. Sie bewegten sich zwischen 144 und 142. Oesterr. Bahnen weisen der tuhigem Verkehr nur geringe Coursveränderungen auf Galizier sind ½ fl. höher, auch Nordwesi, Vorarlberger und Ungarisch⸗Galizische besserteu ihren Cours auf. Deut che Bahnen hielten sich sest. Von Banken waren die beliebteren Werthe gefragt und größtentheils höher. Wir notiren: Wechslerbank 1%, Nheinische Effectenbank 3/%, Deutsche Effectenbank 1%, Meininger //, Deulsche Vereinsbank 2½% höher. Oesterr. Renten, Amerikaner behaupiet. Von deutschen Fonds 4½/. Würitemberger anziehend. Spanier /69% besser. Loosenwerthe im Ganzen fill, 1854er und 1860er Loose, sowie Ungarische beliebt. Raab⸗ Grazer offerirt. Von Pfandbriefen Oesterr. Staatsdomänen— Pfandbriefe höher. Von Wechseln Paris, Wien und 1 Plätze nachgebend. Silberrente-Coupons 23, 15.
1291 Die Fabrik des rheinischen Trauben-Brust⸗Honigs in Mainz macht durch eine Empfehlung im heutigen Blatte auf die Vorzüglichkeit ihres Präparates, welches als angenehmes und nützliches Hausmittel allgemein ge⸗ schätzt und anerkannt wird, aufmerksam.
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5 — nußssche len 50 utaten.
Zusat Zubhlu Buß
ziemlich behauptet, obgleich Berlin niedrigere Course sandie.
285 D blen in lachstehen!
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