Ausgabe 
23.4.1874
 
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Donnerstag den 23. April.

M48.

1874.

Oberhessischer A

zeiger.

Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Es ist die Wahrnehmung gemacht worden,

te Versicherung der Gebäude gegen Feuersgefahr

5 2 105 Platz, an welchem das abgebrannte stand,

1 N den§§. 34 und 35 der Brandversicherungsordnung vom 18. No- ember 1816, resp. in dem Artikel 22 des Gesetzes vom 6. Juni 1853,

88 2. 2 Frandschäden betreffend, wonach das neu zu erbauende Gebäude auf dem

iner wesentlichen Bestimmung mit dem beschädigten oder e ebände übereinstimmen muß, im Publikum nicht genügend bekannt sind.

Amtlicher Theil.

etteffend: Die Versicherung der Gebäude gegen Feuersgefahr und die Vergütung der Brandschäden. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

In Folge Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 10. d. M. zur Nr. M. d. J. 3693 lassen wir nachstehend die be⸗ merkten, gesetzlichen Bestimmungen in Abdruck mit dem Auftrage folgen, dieselben zur Kenntniß des Publikums zu bringen, wobei wir ausdrücklich bemerken, daß Gesuche um Abweichungen von diesen Bestimmungen im Allgemeinen abschlägig beschieden werden müssen und nur in ganz be⸗ sonderen Ausnahmsfällen irgend welche Berücksichtigung zu er⸗

daß die Bestimmungen

1 ö ** f und die Vergütung der erbaut werden und in

warten haben.

Friedberg am 21. April 1874.

T r a 8 p.

1 Seidtꝛtiln.

N dani, Deutsches Reich.

Backes. Darmstadt. Am 15. d. Mis. wurde der

2 raktische Arzt Dr. Friedrich Wilbelm Reißner zu armstadt zum Mitglied und Rath bei der Ober-

* *

edicinal- Direction ernannt. Gegen Ende dieses Monats werden die sessischen Wirthe und Zäpfer zu Frankfurt a. M. ine Landesversammlung balten, um über die chritte gegen das wiederholte Verbot des s Liter- Gefäßes und die sich hieran knüpfen⸗ en Maßregela der Regierung zu beschließen. Vorausschtlich wird man sich zunächse an den zandtag und eintretenden Falls auch an den Reichstag um Abhilfe wenden.

I die Verwaltungegesetze werden demnächst

. d ablicirt werden und bectimmt und allgemein am * 1 1 J. Juli l. J. in Kraft treten. Die Neuwahlen . er Gemeindevorstände werden im August l. J.

attfinden.

Beim großberzoglichen Oberconsistorium , wie dieEv. Bl. berichten, eine Petition gelaufen, dahin zielend, daß man von den durch u Staats-Zuschuß nunmehr flüssig gewordenen itteln Dienstalterszulagen an bedürftige Geistliche gesäumt ertheilen möge, und zwar daß sich die lben darum zu melden hätten.

Berlin, 20. April. Der Reichstag nahm stiner heutigen Sitzung den Nachtrags- Etat it 1874 in dritter Lesung ohne Debatte an. ei der darauf folgenden dritten Lesung des Ailitar- Gesetzes sprachen Jörg und Motteler egen, Gneist für die Annahme des Gesetzes, bdoerauf die General- Debatte geschlossen wurde. In der Special-Debatte über§. 1 legte Schulze

Ucberkeil 3 n 1

1 Pelitzsch den Standpunkt der Fortschrittepartei

ee e. F. 1 wurde mit derselben Majorität wie

. 1. der zweiten Lesung angenommen. Die übrigen

e eee gragraphen wurden gleichfalls angenommen, eben

ein vom Präsidenten des Reichskanzler-Amtes Lelbrück befürworteter Antrag Richter's(Hagen), tonach auch bei Landtags-Wahlen die Vercinig- ling wahlberechtigter Militärpersonen zu besonderen Filttär-Wahlbezirken aufgehoben sein soll. Das Unze Gesetz wurde hierauf bei namentlicher Schluß⸗Absimmung mit 214 gegen 123 Stimmen angenommen.

21. April. Reichstagssitzung. Erste Lesung ie Gesetzentwurses, betreffend die Verhinderung uur unbesugten Ausübung von Kirchenämtern. Hundes Commissar Förster(Director im preuß⸗ hen Cuctusministerium) motivirt die Vorlage, em er betont, daß die Reicheregicrung keinen me, mpf b mit der katholischen Kirche, sondern nur mt jener Richtung derselben führe, welche mit

ler Unterwersung unter das Unsehlbarkeitsdogma

ine politische und staatsgefährliche Agitation be

bee, e, weben babe. Gegen jene seien die preußischen

Hechengesetze gerichtet gewesen, deren Anwendung .

K

Lücken dargelegt

hätten, zu deren Ausfüllung der Entwurf dienen solle. Letzterer entspreche nur cinem vorhandenen Bedürfnisse, er enthalte aller dings eine schneidige Waffe, doch könne der Kampf mit stumpfen Waffen nicht geführt werden.

20. April. In der gestrigen Abendsitzung des Bundesrathes ist die Preßgesetzgebung Gegen stand der Debatte gewesen. Zu einem eigentlichen Beschlusse kam es nicht, vielmehr sprachen die Vertreter der Regierung sich dabin aus, daß die polizeiliche Beschränkung innerhalb der möglichst engsten Grenzen aufrecht erhalten bleiben müsse.

Cöln. Wie wir vernehmen, ist höheren Orts

nach dem Kreis Waldbröl, wo viele Elementar schulen unbesetzt sind, die Weisung ergangen, daß

die Gehalte wesentlich aufzubessern und nicht mehr unter 350 Thlr. zu normiren seien. Wie röthig dieses, und zwar im Allgemeinen, ist, erhellt aus den gesteigerten Ansprüchen, welche das kostspielige Leben macht, und aus den anderen Erwerbszweigen. Wiesbaden. Kaiser Wilhelm am 8. Mai bier eintreffen und einen Aufenthalt von 14 Tagen nehmen. Kaiserslautern. Wie diePf. Post meldet, soll ein dritter altkatholischer Geistlicher für die Pfalz berufen werden. Herr Duren soll von Zweibrücken nach Saarbrücken gehen und an eine Stelle Vicar Siemers aus Mering treten.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 20. April. DieMontags-Revue meldet: Die confesssonelle Commission des Herrenhauses hat das Gesetz über die äußeren Rechtsverhältnisse der katholischen Kirche nunmehr in der Fassung des Abgeordneten hauses angenommen.

Ein Telegramm derNeuen freien Presse

aus Konstantinopel meldet, daß bezüglich der

weiteren Maßnahmen in der Suezeanal- Frage

zwischen der Pforte und den europäischen Mächten ein vollständiges Einverständniß erzielt sei.

Pest, 20. April. Die Delegationen wurden heute eröffnet. Die österreichische Delegation wählte Rechbauer, die ungarische Gorove zum Präsidenten. Beide Präsidenten betonten in ihren Antrittsreden die Nothwendigkeit, sparsam zu sein, ohne die Wehrkraft des Reiches zu beeinträchtigen. Graf Andrassy legte das Budget vor.

Schweiz. Basel, 20. April. DenBaseler Nachrichten zufolge war die Betheiligung an der gestern stattgehabten Abstimmung über die neue Bundes-Versassung eine sehr große. Nach den bis gestern Abend 9 Uhr bekannten Resultaten hatten 267,000 mit jo, 133,000 mit nein gestimmt.

Bern, 20. April. Bei der gestrigen Ab stimmung über die Annahme der Bundeereviston stimmten nach dem letzt bekannten Gesammtresultat / mit Ja, ½ mit Nein. In der Abstimmung

Guten Vernehmen nach wird

der Stände haben 14½ Cantone für, Cantone gegen die Annabme gestimmt. Bei den Wablen zum großen Rath im Canton Neuenburg wurden 90 Radicale und 11 Conservative gewählt. In der Stadt Bern sind die Conservativen vollständig durchgefallen. Auf dem Lande sind die Wahlen zum Großen Rath meist liberal ausgefallen. 21. April. Der Bundesrath hat aus Washington, Rom, Frankfurt a. M., Stuttgart, Bremen und anderen Städten telegrahpische Be glückwünschungen zur Annahme der Bundesrevision erhalten.

Frankreich. Paris. DerMoniteur de la Moselle schreibt:Man meldet, daß der Bischof von Nancy nach Paris berufen worden

ist. Diese Reise scheint mit den letzten Zwischen⸗ fällen zusammenzuhängen, in Folge deren der

Bischof vor eine deutsche Gerichtsbehörde geladen worden war. Inzwischen ist der Bischof von Nancy, wie man weiß, von dem Zaberner Gericht in eine Geldstrafe verurtheilt worden. Großbritannien. London. Einem Tele- gramme derTimes aus Calcutta vom 19. zu- folge fanden dortselbst zwei große Feuersbrünste 1 5 8 2* 1 8

statt, die sich auf zwei englische Meilen erstreckten. Sehr bedeutende Quantitäten Getreide, die zur Verwendung für die Bezirke bestimmt waren, in denen Hungers noth herrscht, sind zerstört worden. Das Werk der Unterstützung ist dadurch sehr er- schwert und die Noth im Steigen. Spanien. Somorrostro, 18. Marz. Marschall Serrano und Admiral Topete hatten eine Zusammenkunft. Morgen findet eine Be- rathung aller Truppenführer statt. Die Flotte kann sofort ihre Operationen an der Mündung des Nervion beginnen.

Figueras. DerAgence Havas wird von bier vom 18. telegraphirt: Die Regierungstruppen nahmen den Generalstab Saballs' nahe bei Vich gefangen. Saballs und andere Fübrer der Carlisten flüchteten sich über die französische Grenze.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 21. April. Gestern Abend constituirte sich das große Comité zum Mittelrbein. Turnsest, welches dieses Jahr in Gießen abgehalten werden soll. Es wurden als Festtage der 26. und 27. Juli bestimmt. Ale Fest⸗ platz ist der Oswald'sche Garten angenommen und ver⸗ spricht die Festhalle ein Prachibau zu werden.

Scholten, 20. April. In Michelbach braunse gestern Abend die Hofralshe(daus, Scheuer und Stall) des Georg Zinnel ab. Da die Hofraitbe ziemlich allein steht und kein Wind ging, so ward ein weiteres Umsichgreisen des Feuers verhület.

Mainz, 19. April. Aus eiuer Miltbeilung des Ver wallungsrathes der Hessischen Ludwigsbahn erseben wir, daß bei dem gesirigen Brand des Getreideschuppens 12 leere und 9 beladene Wagen ein Raud der Flammen gee⸗ worden sind. Sowodl die an Private verpachtete Halle nebst den darin gelagerten Gütern(Früchte, Mehl c.), wie auch die verbrannten Wagen sammt Inbalt sind vetstchert.