Ausgabe 
22.10.1874
 
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lassen bat, von derNidve Besitz ergriffen. Die Nidve ist gestern nach Sparen abgegangen. Die Carlisten, deren Internirung der spanische Consul verlangt hat, werden nach Ortschaften jen- seits der Loire, deren Wahl ibnen freisteht, ge- bracht, falls sie den angewiesenen Aufenthaltsort verlassen und aus französischem Gebiet ausge⸗ wiesen werden.

Belgien. Brüssel. Eine Ordre des Königs theilt Belgien in zwei Haupt⸗Militärbezirke. Der erstere umfaßt die Provinzen Antwerpen, Ost flandern und Westflandern, der zweike Brabant, Hennegau, Limburg und Luxemburg. Jeden Be- zirk commandirt ein General-Lieutenant. Jede Provinz zerfällt in Militär⸗Districte.

Großbritannien. London. Der britische Bevollmächtigte, Sir Robinson, meldet von den Fidji-Inseln vom 30. Sept., der König habe den Abtretungsvertrag an England ohne Vorbehalt unterzeichnet. Er(Robinson) sei im Begriff, sich nach den östlichen Inseln zu begeben, um die Zu stimmung des Häuptlings Maafu und der anderen Häupilinge einzuholen. In Sheffield hat eine zweite große Fabrik für Eisenbabhn⸗ Material in Folge der Concurrenz des Festlandes mehrere Hundert Arbeiter entlassen.

Spanien. Madrid, 19. Oct. Nachrichten der Regierung zufolge haben die Carlisten mehrere Officiere wegen Insubordination erschossen. Don Alphons hat den ian, den Ebro wieder zu über⸗ schreiten, aufgegeben. Versuche der Carlisten, Lerin einzunehmen, wurden von den Regierungs- truppen zurückgewiesen.

20. Oct. Nachrichten der Regierung zu- folge überfiel der Regierungs-General Daban die aus 800 Mann Infanterie und 200 Reitern be⸗ stehende Abtheilung des Carlisten-Chefs Lozano nach deren Einmarsch im Dorfe Bogarra und nahm nach längerem Kampfe 200 Mann, darunter 15 Officire, gefangru.

Italien. Rom. Bei einem in Bioglio (Provinz Novara) stattgehabten Banket erklärte der frühere Finanzminister Sella, er werde das Ministerium unterstützen, um das Gleichgewicht im Budget herbeizuführen. Derselbe wies die Noth- wendigkeil nach, daß eine starke Majorität der Steuer Reform zustimme, und sprach sich dafür aus, daß die öffentliche Sicherheit einiger dies bezüglich gefährdeten Provinzen durch Ausnahme Maßregeln verbürgt werde.

Türkei. Konstantinopel. Levand Herald meldet, daß die Vertreter Oesterreichs, Deutschlands, und Rußlands Weisungen erhalten haben, die Pforte zu benachrichtigen, daß ihre Cabinette im Rechte zu sein glauben, Handelsverträge mit Rumänien und Serbien abzuschließen.

Griechenland. Athen, 18. Oct. Der Finanzminister Papamichalopulos hat seine Demission gegeben, welche vom Könige angenommen wurde. Die Kammer beginnt morgen die Wahlprüfungsdebatten.

Amerika. Montevideo, 18. Oct. Die Insurgenten Chefs Arredordo, Rivas und Borges suchen Verbindungen mit Mitre, der sich Buenos Ayres nähert. Mehrere Kriegsschiffe sind zu den Insurgenten übergegangen. Sarmiento befehligt die Vertheidigungs⸗Truppen der Hauptstadt. Sennor Diego Alvero ist zum bevollmächtigten Gesandten der argentinischen Republik in London und Rom ernannt. Buenos Ayres hat an Montevideo die Aufforderung gerichtet, die Ausfuhr von Waffen, Munition und Truppen⸗Aus hebungen zu verhindern.

China. Pecking. Eine Verschwörung gegen die Ausländer soll entdeckt worden sein. Eine große Abtheilung von Soldaten Si Hung-Cheng's, an ihrer Spitze General Wang, hatte beschlossen, sich Tientsin's zu bemächtigen, die Stadt zu plündern und alle Ausländer zu tödten. Dreizehn der Rädelsführer wurden ergriffen, General Wang aber ist entflohen. Der englische, amerikanische und französische Vice-Consul verlangen Verstärkungen.

Aus Stadt und Land. Friedberg. In dem Garten des Herin Bernbeck dahier befinden sich zum zweiten male in diesem Jahr reife Erdbeeren, sowie die zweiten Traubenscheine mit erbsen⸗ großen Beeren.

Am 19. October fand die Bürger⸗ Zwel Partheien standen einander

Ober-Mörlen. meister⸗Wahl stati.

gegenüber und jede bot Alles auf, um ihren Candidaten durchzubringen. Es stimmten von 407 Wählern 331 ab, don welchen Stimmen Bürgermeister Peter Joseph Jekel 227 und Philipp König VI. 104 erhielt. Diese Wahl be⸗ kundet, daß der größte Theil der Einwohner mit dem schon lange Zeit im Dienste stehenden Bürgermeister zu⸗ frieden ist. Abends fand zu Ehren des Bürgermeisters eine Illumination mit Lampionszug und S!ändchen statt.

Vilbel, 16. Oct. Gestern hielten die evang. Lehrer des früheren Kreises Vilbel in Kaichen eine Versammlung. deren Bedeutung wohl verdient öffentlich vernommen zu werden. Durch die neue Organisation des Schulwesens mußte auch unser Dekan Ferisch, der zugleich schon über 20 Jahre Mitglied der Kreis-Schulkommission war, als Kreis ⸗Schulcommissär zurücktreten. Dies war für alle evang. Lehrer des Kreises ein unangenehmes Vorkommniß. Alle bingen mit ganzer Seele an diesem Manne. Und dazu hatten sie vollkommene Ursache. Er war nicht allein ihr verordneter Vorgesetzter, er war zugleich Allen ein wahrer Freund und treuer Rathgeber. Lehrer Runk von Rendel eröffnete durch eine kurze sinnige Ansprache das Fest. Darauf gaben die Lehrer Hüfner von Rodheim und Backes von Ober⸗Eschbach in weiterem Rahmen umfassende Bilder der Vergangenheit und des Wirkens unseres leben Vorgesetzten. Jeder sprach nach seiner Weise, aber beide gut und aus der Seele ibrer anwesenden Amtsbrüder. Als aber Herr Ferisch in bewegten, liebevollen Worten darauf erwiederte, waren Alle tief gerührt und konnten nur durch Aufstehen und einem stillen Händedruck ihren Gefüblen Ausdruck geben. Nach dem Essen übergaben die Lehrer dem Gefeierten ein Sopba, das nach den einleiten den Worten des Lehrers Runk ein Sinnbild der Ruhe nach gethanener Arbeit und ein dauerndes Erinnerungs zeichen der Dankbarkeit der Lehrer ihrem lieben opferwilligen Kreis⸗Schulcommissär sein sollte.

Gießen. Hier steht die Bildung einer alikatholischen Gemeinde bevor. Die hiesigen Alikatholiken haben bereite bei dem Kreisamte die Erklärung abgegeben, daß sie sich in Rücksicht auf die neuen Kirchengesetze, welche von ihnen vollständig gebilligt werden, als nicht mehr zurrömisch tatholischen Kirche gehörig betrachten.

Ulrichstein, 18. Oct. Unsere Gemeinde wurde beute Nacht durch die Sturmglocken aus ihrem Schlafe geweckt. In wenigen Minuten standen 3 große Hoftalthen, dicht am Pfarrhause, in Feuer. In der erstecen konnte die arme Bewohnerin, die durch dieses Unglück ganz elend geworden ist, kaum ihre 5 Kinder retten; in der zweiten gelang es dem Gr. Distrietdeinnehmer nur mit Noth, Kasse und Kassebücher ins Pfarrhaus zu schaffen; in der drilten verbrannte ein reicher Erntesegen eines der wohl habenderen hiesigen Bürger. Von Nachbargemeinden kam

die ersie Feuerspritze aus Stumpertenrod( Stunde e von Ulrichstein entlernt), die, bei Metz in Heidelberg gebaut, nimmt Montag den 2. November wieder

sich durch ibre Leistungsfähigkeit auszeichnete. Der Brand dlieb bei günstigem Südwind auf diese 3 Hofraithen be- schränkt. Eine unserer Glocken zersprang beim Sturmläuten.

Darmstadt, 19. October.

verschwand dahier ein junger Mann,(M. aus Gicßen) standes. der im Einjährigen⸗Freiwilligen Examen wiedecholt durch⸗ derung der

Vor etwa 7 Monaten

Allerlei.

Frauk furt. Rheinischen Hof kehrten in dem ersten halben Jahre seit der Eröffnung 8540 Reisende ein, die zusammen 21,682 Nächte logirt wurden. Dabei sind die vielen Hunderte von Reisenden nicht gerechnet, die die Herberge besuchten und an demselben Tage wieder Frankfurt verließen. Dieser große Andrang wird leicht erklärlich, wenn man sieht, was in der Herberge geboten wird und wie rotz der Masse von Menschen Ordnung, Reinlichkeit und Ruhe in diesem Hause herrscht. Autoritäten auf diesem Gebiete versichern, daß dieHeimath in Franksurt in jeder Be⸗ ziehung die bedeutendste sei und den ersten Rang einnehme unter den Herbergen Deutschlands.

Frankfurt. Ein hiesiger Bürger und Fuhrmann, dem schon öfters zu Ohren gekommen war, daß sein Knecht das ihm anvertraute Pferd mißhandelte, halte zu Anfang dieser Woche das Unglück zu einer solchen Thier mißhand⸗ lung zu kommen. Statt seines Zornes Hert zu werden, ergriff er einen Bindestock und prügelte damit den Knecht dermaßen durch, daß dieser ins Spital verbracht werden mußte.

Frankfurt. 3000 Eier, über welche seit Februas ein Civilproceß schwebt, da fich weder Verkäufer noch Käufer als Besitzer erklären wollten, waren seither in gerichtlichen Verwahr genommen. Das Object wurde mit der Zeit so faul, daß das vorübergehehende Publikum Beschwerde führte, worauf endlich die Verfügung erging, das streilige Gut in den Main zu schülten.

Leipzig. Der Erbgroßherzog von Oldenburg, der bekanntlich seither an unferer Universität studirte und in Folge des Vorgangs im Leipziger Bahnhof in Dresden Gegenstand allgemeinen Gespräches wurde, hat am 12. October eine längere Reise nach dem Orient ange⸗ treten. In seiner Begleitung befindet sich ein Hauptmaun vom großen Generalstabe und ein junger Gelehrter. Serlin. Dr. Nachugal, der deuische Aflika-Reisende, if. wie aus Chartum gemeldet wird, am 19. August d. J. wohlbehalten in El Oben)(Kordosan) eingetroffen und gedachte sich demnächst nach Charlum zu begeben.

Steitin, 18. Oct. Die feierliche Enthüllung des Denkmals für den verstorbenen Dichter Prutz hat heute Minags unter großer Betheiligung verschiedener Vereine und der Freunde des Verstorbenen stallgesunden.

Chester(Pennsylvanten). Hier ward eine Frau vor Gericht gebracht, die den Gottesoienst dadurch gestört hatte, daß sie sortwährend mit großem Geräusch Nüsse knackte. Sie war gebeten worden, dies zu unterlassen, hatie aber geantwortet, das Knacken von Nüssen gehöre zu den un⸗ veräußerlichen Menschenrechten freier Amerikanerinnen. Der Richter schien diese Ansicht zu tbeilen, denn er sprach sie frei.

Die Ackerbauschule zu Friedberg

ihren Anfang. Wie schon das Programm besagt, entspricht die Einrichtung dieser Anstalt dem Bildungsbedürfnisse des landwirthschaftlichen Mittel⸗ Aufgabe derselben ist die Weiterför⸗ Schüler in den Realfächern, sowie

gefallen war, unter Umständen, die auf einen Selbstmord Einführung derselben in die Naturgeschichte und

durch Cyankalium schließen ließen. Alle Nachforschungen über seinen Verbleib waren trotz der ausgesetzten Geld prämien vergeblich, bis endlich gestern die wenigen Ueber reste des unglücklichen jungen Mannes in einem dichten Untergehölz der Griesheimer Tanne aufgefunden und hier ber verbracht wurden. Die ersten Anhaltepunkie zu dieser Enideckung gaben die Aussagen zweier hier in Haft befind lichen liederlichen Dirnen und ist es als sicher zu betrachten, daß s. Z. die Leiche ihrer Uhr und Baarschaft beraubt worden war. Diese Ergebnisse der Untersuchung, welche mit Scharssinn und Umsicht geleitet wurde, sind Tank der Tyäligkeit unseres neuen Polizeicommissärs, Herrn Seim, rasch an den Tag gefördert worden und die Iden lität der Leiche, bei welcher man noch die Brieftasche vor fand, durch die per Draht hierhergerufenen Ellern ane: kannt,

Darmstadt, 19. Oct. Heute Abend um 5 Uhr sand die Wahl des Bürgermeisters der Residenz durch die Siadt⸗ verordneten stait. Es waren 35 Stadtveroronete erschienen, nicht anwesend Hofgerichte-Advocal Ohly. Es erhielt Hof⸗ gerichts-Advocal Ohly dahier 18 Summen, Kreisagssessor Emmerling von Dieburg 17 Stimmen, so daß ersterer als gewählt erscheint. Alsbald wurde eine Commission bestellt, bessehend aus den Herren Dr. Küchler, Holzapfel, Diehl I., Möser und Dr. Kritzler, um die näheren Be dingungen bezüglich der Pensionsansprüche mit dem Ge wählten zu vereinbaren.

Darmstadt, 20 Oct. Die Polizei räumt dermalen unter dem vier sich herum treibenden Gesindel gewaltig auf. Gestern wurde ein ganzes Rudel solcher Persönlichkeiten, meist 1620jährige Bueschen, aufgegriffen und eiustweilen in das Ar resthaus verbracht.

Michelstadt. Capitän Karl Wepprecht's Familie wohnt nicht in König, wie von Erbach aus mitgetheilt wurde, sein Bruder Dr. med. Weyprecht wohnt hier, und bei diesem hält sich vorübergehend die Muiter, Kammer⸗ Direcsor Weyprechi's Witiwe, und eine ledige Schwester auf und wird nächstens eine bereits gemiethete Wohnung hier beziehen, Capitän Weyprecht wird also hierher kommen.

Worms, 16. Oct. Vergangene Nacht sind aus dem hiesigen Arresilocale im Stadthause 5 Stromer, von welchen 3 durch die Gendarmerie eingebracht waren, ausgebrochen. Dieselben demolirten den Ofen, um Werkzeuge zu erlangen, brachen die Wand durch, gelangten dann auf den Speicher und ließen sich von dort drei Stockwerke hoch an zusammen gebundenen Teppichen in den Hof herab, von wo sie über die Mauer in Freiheit gelangten.

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Naturlehre in ihren Beziehungen zur Landwirth⸗ schaft. 5

Die erheblichen Opfer, welche von Seiten der verschiedenartigsten Corporationen(landwirth⸗ schaftlichen Verein für Oberhessen, Mathildenstift, Kreis und Stadt Friedberg) gebracht werden, um diese landwirthschaftliche Lehranstalt in jeglicher Hinsicht sowohl bezüglich des Lehrerpersonals als auch der Lehrmittel tüchtig auszustatten, lassen von Seiten der Landwirthe aus näheren und weiteren Kreisen auch eine entsprechende Betheiligung erwarten, umsomehr als der Besuch der Ackerbauschule keine erheblichen Kosten verursacht und der Unterricht in die Winterzeit fällt, in welcher die Feldarbeiten ruhen.

Daß derartige Lehranstalten ein dringendes Bedürfniß für die Söhne unserer mittelbegüterten Landwirthe sind, wird bei richtiger Würdigunz der Sachlage Niemand zu vestreiten wagen. Die gewaltigen Umwälzungen, welche sich in den letzten Jahrzehnten auf socialem und volkswirthschaftlichem Gebiete vollzogen haben, sind nicht spurlos an unserer Landwirthschaft vorübergtgangen. Handel und Verkehr haben allmählich eine andere Richtung eingeschlagen und ungleich größere Dimenßonenen angenommen. Mit der Vergrößerung des Absetzgebietes hat die Con- currenz mindestens gleichen Schritt gehalten. In die letztere ist hinsichtlich derjenigen landw. Pro⸗ ducte, welche einen weiten Transport ertragen (Körnerfrüchte 1c.) sehr fühlbar und damit dit Productionsrichtung unserer Landwirthschaft zu wesentlichen Veränderungen gedrängt worden. Dazu haben sich die Arbeiterverhältnisse fur den Ackete⸗ baubetrieb sehr unvortheilhaft entwickelt; sie haben die Schwierigkeiten vermehren helfen, mit welchen

der Landwirth zur Zeit zu kämpfen hat. Gegen,

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