Ausgabe 
19.12.1874
 
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führen habe, erhebt sich und dußert, daß er nie⸗ mals instructionswidrige Berichte dem auswärtigen Amte eingesendet hade. Wenn übrigens noch, wie früher, der Reinigungs- Eid zulässig wäre, würde er vor Gott und Menschen schwören, daß er nie⸗ mals daran gedacht, sein Verhalten involvire ein

Vergehen. Der Präsident erklärt mit wenigen Worten, aber mit hocherhobener Stimme, daß der

Gerichtshof diesen Prozeß mit jener Unparteilich⸗ keit und Gewissenhaftigkeit geführt habe, welche stets die Ehre des preußischen Richterstandes ge⸗ wesen. Das Urtbeil werde nächsten Sonnabend 4 Uhr verkündet werden.

Marburg. Das soeben ausgegebene Ver⸗ zeichniß der Studirenden der hiesigen Hochschule ergibt folgende Resultate: Die Gesammtzahl der überhaupt an den Vorlesungen Theilnehmenden beträgt 427. Davon sind immatriculirt 409 und zwar gehören der theblogischen Fakultät an 45, der juristischen 61, der medicinischen 125% der philosophischen 178 Studirende.

Leipzig. DerDresd. Ztg. schreibt man von hier:Dem Vernehmen nach ist die russische Regierung aufmerksam geworden, zu erfahrn, ob und in welchem Grade sich die an der hiesigen Universität Studirenden russischer Nationalität der sotial demokratischen Agitation angeschlossen haben. Die russische Regierung hat bekanntlich hier an der Universität eine Art Seminar errichtet, von dem die russischen Studirenden beträchtliche Vor- theile genießen. Den Anlaß zu der Untersuchung scheint die seiner Zeit vomVolksstaat gebrachte Mittheilung gegeben zu haben, daß der sotial · demo kratische Congreß in Coburg ein Begrüßungs. und Zustimmungs⸗Telegramm von hiesigen russischen Studirenden empfangen habe.

Ausland.

Frankreich. Paris, 15. Dez. Die Ant- wort des Herzogs Decazes auf das spanische Memorandum vom 4. October ist dem spanischen Botschafter Vega de Armijo heute eingehändigt worden. Gutem Vernehmen nach werden darin alle in dem Memorandum hervorgehobenen That- sachen geprüft und mit Mäßigung, aber Festigkeit discutirt. Der Herzog Decazes sagt darin: Die französische Nation liebt die spanische und wünscht mit iht in Frieden zu leben; sie bedauert, daß die in Folge früherer Reclamationen eingenommene Haltung und die Lopalität idres Verfahrens nicht besser gewürdigt worden sind, ist aber fest über- zeugt, daß dieses in Zukunft anders sein wird. Die Depesche ist mit Beilagen versehen, in denen auf alle einzelnen, in den Belegstücken des spanischen Memotandums enthaltenen Thatsachen wortet wird.

Versailles 16. Dez. Nationalversammlung. Die Flamme zün

Der Gesetzentwurf, durch welchen jedes Indivi⸗ duum von fremdländischer Herkunft, das in Frank⸗ reich geboren ist und dem Militärdienst in dem Lande seiner Herkunft nicht genügt, zum franzö⸗ sischen Nationsangehörigen erklärt und der Militär⸗ Diensipflicht in Frankreich unterworfen wird, kommt zur dritten Berathung und wird endgültig genehmigt.

Griechenland. Athen. Deutschland, Oester⸗ reich und Rußland haben gemeinschaftlich Schritte dahier gethan, weil Griechenland die Anerkennung der ägyptischen Gerichts Reform und der Er- richtug internationaler Gerichtshöfe erster und zweiter Instanz verweigert, indem die Mächte die Drobung aussprachen, eventuell bleibe Griechen⸗ lands Widerstand unberücksichtigt

Amerika. New Nork, 16. Dez. Einer Meldung von Cuba zufolge griffen 1000 cubanische Insurgenten Cascorra an, wurden aber zurückge⸗ wiesen. In Mexico hat der Congreß das Ge⸗ setz über Aufhebung der religiösen Orden ange⸗ nommen.

Aus Stadt und Land.

Bab⸗Nauheim, 17. Dee. In gestriger Gemeinde⸗ rathefitzung, weiche diesen Körper zum erstenmal in seiner nach neuer Landgemeinde-⸗Ordnung gewählten Vollzählig⸗ keit zeigte, beantragte Gemeinderath E. Gebringer auf Grund des Artikels 43 genannten Gesetzes die Oeffent⸗ lichkeit der Sitzungen des Gemeinderaths der Slabt Babd⸗Nauheim. Der Antrag wurde prolocollirt unb kommt zur Berathung auf die nächste Tagesordnung.

Nach den kurzen Präliminarien von gestern scheint die arößere Anzahl unserer Gemeinderaths⸗ Mitglieder mit unserer liberalen 2. Ständekammer, für Oeffentlichkeit der auf diesen gerade für Naubeim von besonderer ausführlich zurückzukommen.

wird, wurde gestern

(B. von hier) stürzte zuf

zur Cantine ab.

geant⸗

die sich bekanntlich Sitzungen in ihrer Mehrheit aus⸗ zu sein und behalten wir uns vor, das Gemeindeleben der Stadt Bad; Bedeutung werdenden Gegenstand

sprach, einen Sinnes

Mainz, 14. Dez. Wie derM. Zig. mitgetheilt Abend gegen 8 Uhr auf der Zahlbacher Chaussee in der Näbe des Kirchhofs ein Mann von drei Kerlen angefallen und seiner Uhr beraube, die dei dieser Gelegenheit zu Boden fiel. Der Angefallene kehrte mit Succurs wieder an die Stelle, wo man ihn beraubt, zurück und fand seine Uhr wieder, welche die Strolche anscheinend im Dunkel nicht auffanden.

Mainz, 14. Dez. Die Schlossergasse war heute Nacht der Schauplatz eines blutigen Streites. Zwei nach Hause gehende Personen waren in Streit gerathen, der so heftig wurde, daß der eine derselben ein Messer zog und es seinem Segner in den Rücken stieß. Der lödilich Verletzte ammen, während der Tyäler die Flucht ergriff. Der Verletzte wurde in's Spital gebracht und konnte dort den Namen seines Gegners angeben, der noch in derselben Nacht durch die Polizei zur Haft ge⸗ bracht wurde.

Allerlei.

Frankfurt, 17. Dec. Ein Cantinen⸗Wirth in der

Räbe des Grindbrunnens traf mit einem Eisenbahnwärter die Uebereinkunft, daß derselbe Nachts der Sicherheit wegen in den Wirthschafis-Lecalitäten schläft. Der Wärier hatte sich nach zurückgelegt er Dienstzeit kaum zun Ruhe begeben, Thüre. Fenster und Läden verschlossen, als er pochen börle. Da er ruhig blieb, so wurden gleich darauf Thüre und Fenster mit Gewalt aufgesprengt, und es drangen 5 Kerle mit 4 Weibs⸗Personen ein. Die Gesellschaft machte sich an die Speise-Vorräthe, vertilgte eiue große Quantitä! Bier, Schnaps ꝛc. und ließ sich auch nebenber die Cigarren schmecken. Der gefangene Bahnbeamte konnte dies Alles nicht hindern. Erst gegen Morgen, als eine Locomotwe pfiff, konnte er sich unter dem Vorgeben, er müsse seinen Dienst autreten, enisernen. Der Mann eilie auf das nächste Polizei Revier, macht da die Anzeige, und es rückten nun mit ihm zwei Schutzleute und Nachtwächter Als dieselven dort eintraten, kam es sofort zu einem heftigen Kampfe, aus dem die Polizei als Siegerin hervorging. Düsseldorf. Die vielfach unter den Dienstboten gerissene Unsilte, ein schlecht brennendes Herdfeuer durch Aufgießen von Petroleum lebhafter anzufachen, forderte hlerselbst ein beklagenswerthes Opfer. Die Familie 8. ward früh Morgens durch einen gräßlichen Schrei aus dem Schlafe geweckt; bald darauf zeigte sich noch eine weit entsetzlichere Scene. Das Dienstmäbchen lief mit brennenden Kleidern in den Zimmern umber: eine wan⸗ delnde Feuersäule, da die Flammen der Unglücklichen über dem Kopfe zusammenschlugen, bis diese halb erstickt und athemlos niedersank. Der schnell zu Hülfe geeilte Oienst⸗ herr vermochte nun die unaufhörlich lodernden Flammen durch Ueberwerfen von Decken zu ersticken, allein das Mädchen war furchtbar zugerichtet; das Gesicht hat ver⸗ hülinißmäßig wenig gelitten, die Finger dagegen sind halb verkohlt und die übrigen Gliedmaßen schwer beschädigt, so daß für das Aufkommen der in rasenden Schmerzen Jammernden kaum Hoffnung vorhanden ift. Die Ursache des Unglücks war folgende. Da das Feuer nicht stark und schnell genug brennen wollte, nahm das Dienstmädchen den Petroleum⸗ krug, der ewe zwei Maaß faßte, um etwas aufzugießen. gelte boch auf und schlug in den Krug hinein, der sofort explodirte und einen Feuerstrom über die Kleidung des Mädchens ergoß.

London. In der Nacht vom 11. auf den 12. Dec. vernahmen mehrere Polizissen und andere Personen, die auf der Werste des Woolwicher Arsenals sich befanden, lautes Geschrei, das aus der Milte der Themse zu ihnen drang; sie konnten aber in Folge der Dunkelheit nichis bemerken. Am Sonnabend sab man bei niedrigem Wasser⸗ stand die Mistispitze eines Schiffes hervorragen, dessen Namen bis jetz! nicht har ausfindig gemacht werden können. Es unterliegt keinem Zweifel, das ein Schiff untergegangen ist, doch weiß man bis jetzt nichts über den Umfang des Verlustes, noch hat man keine Ahnung wie viele Menschen⸗ leben verloren gegangen sind.

New⸗York, 15. Die. In Boston hat eine große Feuersbrunst staltgefunden; der durch dieselbe verursachte Schaden wird auf eine Million Dollars angeschlagen.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 16. Dec. Der heutige Heu⸗ und Stroh⸗ markt war gut befahren. Heu kostete per Cir. 2 fl. 30 kr. bis 3 fl. kr. Stroh per Centner 1 fl. 20 kr. bis 1 fl. 30 kr. Butter 1. Qual. 44 kr., 2. Qual. 42 kr. Eier das Hundert 4 fl. kr. Karioffeln 2 fl. 50 kr. bis 3 fl. per 200 Zollpfund. Mainz, 16. Dec. Productenmarkt. Waizen per Dec.

fl. kr., per März 19 M. 70., per Mai 19 M. 75. Korn per Dec. fl. kr., per März 16 M., per Mai 15 M. 85. Haser per Dec. fl. kr., per März 18 M. 90, per Mai 18 M. 65. Rüböl per Dec. fl kt., ver Mai 31 M. 50. Raps per April..

H.-V. Reichs markrechnung. Der Berliner Volks zeitung vom 15. d. M. eninchmen wir Folgendes: Es ist eine leidige Thalsache, daß, trotzdem wir in ca.

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was es fich dabei eigentlich handelt. Die Markrechunn nicht die Markwährung tritt mit dem 1. Januar 1875 in's Leben. Somit bleiben Thaler und die sämmilichen Unterabtheilungen desselben auch nach dem 1. Jauuar gesetzliche Zablungs mittel. Es ist von großer Tragweite, daß sich bierüber keine irrige Auffassung fest nie, bezto. durch amtliche Erlasse begünstigt werde. Der Sachverhalt ist folgender: Das Reichs münzgesetz bestimmt im zweiten Abschnitte des Artikels:daß der Zeitpunkt, an welchem die Reichswährung im gesammten Reichsgebiete in Kraft treten soll durch eine, mit Zustimmung des Bundes⸗ raths zu erlassende, mindestens 3 Monate vor dem Ein⸗ tritte dieses Zeilpunkis zu verkündende Verordnung des Kaisers bestimmt wird. Die Landesregierungen sind indeß ermächtigt, auch vor diesem Zeit⸗ punkte für ihr Gebiet die Reichs markrechnung einzuführen. So die gesetzliche Bestimmung. Die kaiserliche für das ganze Reich gültige Verordnung zur Einführung der Reichswäbrung ist noch nicht ergangen und wird auch wohl so bald nicht erfolgen. Dagegen hal die preußische Landesregierung unter dem 25. Juni dieses Jahres für Preußen angeordnet, daß die Reichs⸗ markrechnung mit dem 1. Januar 1875 in Kraft tritt. Die hessische Regierung bat für das Großherzogthum dasselbe angeordnet, nur Baiern und Württemberg sind noch nicht gefolgt. Eine wesentliche Umwälzung der Verbällnisse nin damit in keiner Weise ein. Es handelt sich dabei gewissermaßen nur darum, das Pub⸗ likum an die später einmal einzuführende neue Währung zu gewöhnen. Es ist nützlich dieses Be⸗ sireben der Verordnung zu unterstützen und so namentlich bei der eigenen Buchführung die Reichsmarkrechnung zu Grunde zu legen, aber auch dafür existirt kein gesetzlicher Zwang. Die Mützlichkeit auch für den Privatwerkehr die neue Rechnung sich zu eigen zu machen, steigert sich fceilich beinahe bis zur Notbwendigkeit, da fämmlliche Staats⸗ kassen und namentlich die preußische Bank die Markrechnung sireng durchfübren werden und unter solchen Umständen ist es denn auch zu wünschen, daß man sich im Publikum mit den Vorbereitungen für die neue Rechnung ein wenig mehr beeilt.

Verloosung.

Taunuseisenbahn-Anleben. Ziehung vom 29. September. 31½ pCt. Lit. A. Nr. 59 08 79 50 202 3. B. Nr. 44 50 82 97 125 67 267 95. C. Nr. 64 70 82 87 89 136 49 65 76 211 21 22 300 26 69 91. 4 pCt. Lit. A. Nr. 90 126 35. B. Nr. 52 22ʃ 315 22 46 582. Restanten. A. Nr. 96 203. B. Nr. 304 5506. Zahlbar 31. Dezember.

D. Frankfurt a. M., 17. Dec. Analog den aus⸗ wärtigen Börsenplätzen eröffnete man hier in sehr fester Haltung und da die Contremine überhaupt ganz und gar die Operationslust verloren zu baben scheint, begannen die Course bei ziemlich belebiem Geschäft in Speculations⸗ papieren und in einzelnen Eisenbahnen sich in steigender Richtung zu entwickeln. Doch wurde der Börse geute wieder eine unangenehme Ueberraschung bereitet, indem von Berlin gemeldet wurde, daß in Abgeordnelenkkeisen das Gerücht coursire, Fürst Bismarck beabsichtige, in Folge der Annabme der Resolution Hoverveck im Reichs⸗ tag(bezüglich Majunke's) seine Demisston einzureichen. Obwohl diese Nachricht noch immerhin keine positive That⸗ sache ist, war sie doch genügend, zu derouliren. Gegen Schluß trat mu der Rückkebr ruhiger Ueberlegung auch wieder eine fisiere Halfung ein. Creditactien gingen von 245¼ auf 242½ herab und blieben 243¼. Staais⸗ dabnactlen beweglen sich zwischen 325¼25¼ 24 bis 23¾ und 324. Lombdarden zwischen 136 34% und 135. Oesterr. Bahnen, welche ansangs im Course an⸗ zogen, verkehrten gegen Schluß ebenfalls weichend. Albrecht verloren fl. 5., Galizier fl. 2. Donau⸗Drau sind fl. 1. Nordwest fl. 3. vöher. Prioritäten preishal tend. Nach ielegrapyischen Meldungen aus Betlin wurde die Sub⸗ seriplion auf die% Prioritäten der Köln⸗ Mindener Bahn bei der Disconkogesellschaft und S. Bleich oder schon heute Vormittag wegen Ueberzeichnung geschlossen. Auch bier soll eine bedeutende Ueberzeichnung des aufgelegten Betrags statigefunden haben. Banken waren größtentheils nachgebend, nur Oesterr. Nationalbank besser. Anlage⸗ fonds fest oder anziehend. Ungarische Bone zu 89½ ge⸗

fragt. Loose behauptet. Von Wechseln Paris theurer, Wien billiger. Geld: Cours.

Frankfurt am 17. Dezember 1874. Pie ff 1. 9 4850 Holländische fl. 10⸗ Stücke 9 5052 Ducaten. en ee 5 3537 Ducaten al maro 5 3739 20⸗Frankenstücke 9 4-1 Englische Sovereignss 1 5750 Nussische Imperiales. 9 4951 Dollars in Gold.. 220

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14 Tagen die Reichsmark⸗Rechnung gesetzlich eingefübr: haben werden, man noch allgemein sehr unklar ist, um

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