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Wetterauer Industrie-Ausstellung.. Friedberg, 17. Aug. Vom herrlichsten 8 Endlick r Wetter begünstigt fand gestern die Eröffnung riechen endüchandeneg g en, unser Wetterauer Industrie-Austellung statt. welcher so viele Vorbereitungen und ganz gewiß Nachdem Morgens früh fast die ganze Stadt auch viele Sorgen gekostet hatte; denn die 9 5 8; n ie ohne Ausnahme geflaggt hatte, begaben sich erste Wetterauer Industrie-Ausstellung ist ein die eingeladenen Behörden und das Comité Unternehmen der schwersten Art gewesen.*. 5 Uhr nach dem Ausstellungs gebäude. Die Eröffnung der Ausstellung geschah Die Aussteller und sonstiges Publikum hatten heute, am 16. August, um 11 Uhr, in ein⸗ sich nicht so zahlreich wie erwartet eingefunden. facher Weise. Kreisrath und Stadtvorstand Herr Advokat Jockel begrüßte die Versamm— waren eingeladen und erschienen, um der Er⸗ lung und erklärte die Ausstellung für eroͤffnet. oͤffnungsfeler beizuwohnen. Auch der General Was nun die Beschickung der Ausstellung secretär der hess. Gewerbevereine, Herr Geh. anlangt, so ist diese eine sehr gute, und der Regierungsrath Fink, welcher schon vor einigen Besucher ist wahrhaft überrascht von der Tagen über das Unternehmen sich informirt Schönheit und Gediegenheit der Sachen. Im hatte, war anwesend. Der erste Präsident Hofe des Ausstellungsgebäudes zunächst sind des Ausstellungscomite's, Herr Hofgerichts- landwirthschaftliche Geräthe und Maschinen, Advokat Jockel, hielt die Eröffnungsrede. sowie Wagen und Chaisen, Brennereiapparate, Derselbe hob besonders hervor, daß gerade Pumpen und eine Dampfmaschine aufgestellt. deshalb, weil in der Wetterau die Landwirth- Der Keller des Gebäudes stellt ein vollständiges schaft das Hauptgewerbe bilde, die formirende Braunkohlenbergwerk dar. Interessant sind die Industrie bis daher nicht die rechte Würdigung mancherlei Arten Stämme und Holzklötze, die beim und Entwickelung gefunden habe, daß aber Fördern in den verschiedenen Werken gefunden diese Einseinigkeit in unserer Industrie, bei wurden. In dem unteren Hausgange befinden den jetzigen landwirthschaftlichen Verhältnissen sich Erze, feuerfeste Kassenschränke, feuerfeste unhaltbar, für den allgemeinen Wohlstand Steine, sowie eine Bierfaß-Pyramide von nachtheilig sei; hierin könnten Industrie-Aus⸗E. Windecker. Im Saale parterre rechts be— stellungen(namentlich lokale Ausstellungen) gegnen wir Haushaltungsgegenständen, Küchen⸗ eine sehr wirksame Abhuͤlfe verschaffen, indem geräthen, Reiseutensilien, Arbeiten in Blech sie die Zusammengehörigkeit, die Solidarität und Eisen. Der mittlere Saal parterre ent⸗ der Industrie darstellten und eine Vergleichung hält die Produkte der Landwirthschaft, Mehl, der Leistungsfähigkeit mit den wirklichen Leist- Obst, Wein, Liqueure, Bienenhonig c. Par⸗ ungen herbeiführten, indem sie ferner Aner- terre links finden wir Sammlungen zum in⸗ kennung und Aufmunterung für Fortschritte structiven Unterricht für die verschiedenen hie— aller Art gewährten. Schließlich hob der sigen Lehranstalten, Zeichnungen und Schrift— Redner noch hervor, daß der seitherigen proben der Schüler, Buchbinderarbeiten und wetterauer wirthschaftlichen Eigenthümlichkeiten Erzeugnisse der Presse. Auf dem oberen Haus⸗ wegen die erste Industrie-Ausstellung nur be⸗ gange sehen wir Seiler- und Flechtwaaren, scheidenen Anforderungen entsprechen könne; Mineralwässer, Lacke, Salinenversteinerungen ꝛc. eine jede folgende Ausstellung werde aber den In einem Seitengelasse ist eine reiche Samm— zunehmenden Segen der vorausgegangenen be- lung von Pelzwaaren und Bekleidungsgegen— weisen. Daß dieses geschehen möge, mit diesem ständen aufgestellt. Einen reichen Anblick Wunsche erklärte der Präsident die Ausstellung bietet der besuchenden Damenwelt der obere für eröffnet. Saal rechts mit seinen Stickereien, Spitzen, Alle Anwesenden, die Eingeladenen, Aus- Ballkleidern, Puppen, weiblichen Handarbeiten; steller und Besucher der Ausstellung, durchwan- Bekleidungsstücke, Stiefel und Schuhwerk, Hüte, derten nun die sehr geeigneten Ausstellungs- gegerbtes Leder sind außerdem darin zu finden. räume mit einer Ueberraschung, welche, von Aus dem mittlern Saal oben tönen dem Be— Saal zu Saal zunehmend, sogar in den duͤsteren sucher die Klänge der ausgestellten schönen Kellerräumen, wo uns die Kobolde(Berggeister) Pianinos entgegen; der Saal enthält ferner
zu empfangen scheinen,— die freudigste Stim— mung erzeugt über den reichen Segen der Wetterau an Naturgaben und au Arbeit. Ja, auch das letztere können wir gerade nach einem Besuche der Ausstellung sagen; denn dort fin—
den wir selbst das schlichteste Handwerk ebenso
einen riesigen Vogelkäfig, vorzügliche Wand-, Holz- und Firmenmalereien, Regulatore, Horn⸗ und Schildpattwaaren, Steinschneidereien und eine ganze Wand mit Erzeugnissen der Fabrik von Trapp& Münch. Den obern Saal links haben die Herren Billau, Goͤbel und Blensdorf
vortrefflich vertreten, wie dieses bei verschie- allein in Anspruch genommen und sich gegen⸗ denen Zweigen der Kunst und der Produkten- seitig wahrhaft überboten; die ausgestellten gewinnung der Fall; und der Saal für Schule, Möbel, Stickereien ꝛc. sind überraschend schön. Volksbildung ꝛc. überzeugt uns wie erstere be- Der letzte Saal links endlich enthalt Photo⸗ strebt ist, den neuen an sie gestellten hohen An- graphien, prachtvolle Elfenbeinarbeiten, solide forderungen zu entsprechen. Aber auch die Art und doch elegante Holzschnitzereien, Möbel und und Weise wie Alles aufgestellt, geordnet, ar- einen mit äußerster Präcision gearbeiteten Re— rangirt und decorirt ist, findet die lebhafteste gulator. Allen Arbeiten sieht man an, daß sie und allgemeinste Anerkennung, ein Lob, das mit Lust und Liebe, sowie mit Verständniß her— unser braver Mitbürger, Herr Supp, in der gestellt wurden. Jeder wollte das Beste zeigen That verdient, das wir biermit gerne auch und es gelang wider Erwarten.
öffentlich aussprechen. Des Nachmittags be— Am Nachmittage begann zeitig eine wahre suchten Tausende die Ausstellung, um alle in Völkerwanderung; unaufhörlich strömten die das hier kurz angedeutete Lob einzustimmen. Besucher nach der Ausstellung und die Räume Ein vortreffliches Concert unserer wackeren konnten die Menschen kaum alle fassen. Mehr Dilettantenkapelle erhöhte die freudige Stim- als Einen hörten wir sagen: Es ist nicht bei⸗ mung, welche zunächst auch dem Wirthe zu zukommen, wir kommen ein anderes Mal. gut kam, der die vielen Besucher der Ausstell- Wesentlich zur Erhöhung der Feierlichkeit und ung mit gutem Bier und Wein ꝛc. bediente. zur Stimmung trugen die vorzüglichen Pro— Die Stadt war reich beflaggt, also im Ge- duktionen unserer Dilettantenkapelle, sowie wande eines Festes und einer fast allgemeinen Herrn Burck's guter„Stoff“ bei. Feststimmung. Und der Himmel sah freundlich Eines Mannes müͤssen wir aber noch Er— darein. Möge er auch fernerhin das Wetterauer wähnung thun, der sich um das Arrangement
industrielle Gesammtunternehmen segnen, daß der Ausstellungsgegenstände, sowie um die De⸗
es die guten, gewünschten Früchte trage. Zu- coration der Räume ein wesentliches Verdienst nächst jedoch möge die ganze Bevölkerung der erwarb. Es ist dies Herr Supp, der stets Wetterau, alt wie jung, auch insofern sich bereite Helfer, wo es gilt, einer Sache auch aufraffen, daß sie ihr Interesse, ihre Theilnahme äußerlich den nöthigen Schliff zu geben. Ihm
die Ausstellung zu Wege brachten. In sich
müssen sie eine hohe Befriedigung finden, wenn sie das gelungene Werk betrachten. Und so sei denn der Besuch unserer Ausstellung Ein⸗ heimischen und Fremden bestens empfohlen.
Aufruf.
Pflicht auf, jetzt die Hülfe weiterer Kreise anzurufen.
Ein Nothstand der grauenhaftesten Art legt uns die
Vergangenen März ist in der Oberförsterei Albersch⸗
weiler, Deutsch-Lothringen, mitten in den Vogesen, einer der bravsten und tüchtigsten Waldarbeiter, der 26jährige Raimond Dirion, mitten heraus aus seiner frischen vollen Thätigkeit gerissen und auf ein einsames, surchtbares Siech⸗
an der guten Sache durch fleißigen Besuch der gebührt öffentlicher Dank. Dank auch den Ausstellung bethätige. Männern, die mit nie ermüdender Thätigkeit
l g unter und Todtenbett geworfen. Als der Unglückliche einen werdiuden schwerbelabenen Holzschlitten über eine stark abschüssige bletend verf Stelle der Schlittendahn führen wollte, glitt er aus: der Alten Schlitten fuhr über ihn weg, zerquetschte ihm beide Beine zerbrach das Rückgrat und blieb auf ihm steben, bis nach Verlauf einer halden Stunde Hülfe kam, der Schlitten entfernt und der arme Mensch in seine Hütte getragen“— werden konnte. Bei vollem Bewußtsein liegt er seit 5 Vergebl Monaten dort, in der obern Körperhälfte ganz gesund, in 0 Mont der untern vollstängig eine Leiche, deren zunehmende Ver⸗ 1 wesung die umgehenden Räume verpestet. Langsam fault auf 5 ende ihm das Fleisch ab und fällt in Stücken auf das Lager. des saleg Nach Aussage der Aerzte ist eine Amputation erfolglos, 19 412 der Mann ist dem sichern Tode verfallen. a usch
Noch einige Monate kann dieser fürchterliche, Zustand* 65 andauern. Die Eingeborenen bringen keine Hülfe, wein 6 der Verunglückte meist im Dienste der Deutschen Forst⸗* verwaltung beschäftigt war und deshalb als Prussien verabscheut wird; von der Forstverwaltung kann nichts 3 geschehen, weil das Unglück im Privatdiensie stattgesunden 7 hal. Es ist eine Ehrenpfiicht für die Deutschen, hier einzugreifen. Helfen Sie doch Alle, Alle, denen dieser Aufruf in die Hände kommt, dem Unglücklichen in seinen bangen Stunden und bringen Sie durch Ihre Gaben ind zu habe Trost und Beruhigung in diese enssetzliche Einsamkeit. Friedb
Saarburg i. L.——
Eichhoff, Oberförster.— Francke, Direktor. 0 Müller, Oberförster.— Ott, Kreis⸗Assessor. Li
Die Redaction des Oberh. Anzeigers ist gerne bereit,
Gaben in Empfang zu nehmen und an den Ort ihrer 1115 emp Bestimmung gelangen zu lassen.
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