Ausgabe 
17.10.1874
 
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test des Verwaltungsraths der oberhessischen Bahnen gegen die Auslassungen des Abg. Dernburg, welche als durchaus unwabr mt. bezeichnet werden. Der Antrag des Präsidenten, dieses Schriftstück an den Finanzausschuß zu verweisen, wird von Dumont, der denübermüthigen ungebührenden Ton der Eingabe scharf kritisirt, anfänglich zwar bekämpft, allein da die Kammer der Ansicht ist, daß es ge⸗ boten erscheine, hier Klarheit zu schaffen, schließ⸗ lich doch angenommen. Gegen die Kirchengesetze sind wiederum einige zwanzig Adressen eingelaufen.

Berlin. Die Provinzial Correspondenz meldet, daß der Kaiser auf dringendes Abrathen der Aerzte, welche die Verantwortung für die Reise und die damit verknüpfte schroffe Lustver⸗ änderung im Spätberbst nicht übernehmen zu können erklärten, auf die Reise nach Italien ver- zichte und dem Könige Victor Emanuel sein leb- daftes Bedauern über diese Nothwendiokeit aus sprechen ließ.

Breslau. Wenn auch nur allmäblig, so mehrt sich doch die Zahl der niederen Geistlichen, welche sich von der Infallibilität abwenden. Neuerdings meldet wieder das ultramontane Kirchenblatt, daß vor einigen Tagen der Caplan Schwanduschka dem Fürstbischof von Breslau angezeigt hat, daß er das vatitanische Concil nicht anerkenne, die Haltung der Bischöfe den Mai-G setzen gegenüber mißbillige und seine Stelle verlasse.

Trier. Die Diözese hat 70 katholische Geist⸗ liche welche mit dem Staat in Conflict gerathen

sind, aufzuweisen. Die Hälfte derselben ist, nach- pflicht ebenfalls auf 12 Jahre, vom 32. bis 44. sätherige Bürcgermeister Philippe mi

dem sie Wochen und Monate lang Gefängnißhaft verbüßt bat, ausgewiesen. Gegenwärtig sitzen noch 14 Geistliche im Arrestlokale zu Trier.

Eisenach. Nach dem Schluß des Congresses der Social Politiker hatte der Ausschuß desselben noch eine Berathung, und in derselben wurde be schlossen, auch die nächstjäbhrige Versammlung hier in Eisenach zu halten, obwohl von bayerischen Abgeordneten gebeten worden war, einmal in Süd deutschland den Congreß zu halten.

Weimar. Die Synodalsitzuug am 10. d. nahm die Regierungsvorlage über die Bildung eines Centralfonds für die evangelischen Geistlichen zur Tages- Ordnung. Dieser Fonds soll aus festen Beiträgen der Staatskasse und aus Abzügen der gut dotirten Stellen von deren nächster Neube⸗ setzung an gegründet werden. Die Minimal- Besoldungen sollen von 1500 Mark an nach je 5 Dienstjahren um 300 Mark bis 2100 Mark steigen, bei den Superintendenten von 2400 bis 3000 Mark. Cultusminister Stichling bedauerte, den weitergehenden Anträgen gegenüber eine nicht höhere Proposition unter den bestehenden Verhält nissen machen zu können; er habe sich mit dem Aueführbaren begnügen müssen. Das Verlangen, der Staat solle der Kirche die zur Zeit der Refor- mation überkommenen Domänen herausgeben, sei durchaus unhaltbar, weil Gegenleistungen für die

verschiedenen Schulanstalten beständen; selbst ohne die Zuschüsse für die Universität habe der Staat über die Hälfte der etwa 500,000 Mark betragen den Erträge der Domänen zu gewähren; der Staat habe nur ein moralisches Interesse, der Kirche beizustehen; für die nächste Finanzperiode sei jedoch der Etat abgeschlossen; wie weit später die Zuschüsse gehen werden, stehe dahin.

Coburg. Der Landtag ist zur Berathung des Volksschulgesetzes zusammengetreten.

Würzburg. Wie verlautet, bat am 10, d. der Schwurgerichts Präsident, Appell⸗Gerichts⸗Rath Haus, das durch Art. 117 des Straf-Proceß Gesetzes vom 10. November 1848 vorgeschriebene Verhör mit Kullmann abgehalten. In demselben soll Kullmann wiederholt eingeräumt haben, daß es seine Absicht gewesen, den Reichskanzler zu er- morden, und daß er nur bedauere, daß sein Vor- haben vereitelt worden.

Metz. Man schreibt derKarler. Zeitung: Nicht wenig Aufregung hat in einheimischen Krtisen die mit dem Beginn des Wintersemesters erfolgende Entfernung der Schulbrüder aus dem Schuldienste hervorgerufen. Gegenwärtig wird nun die Reorganisation der von den Schulbrüdern

sind schon zum Theil abgereist. Die von ihnen innegehabten Schulen bleiben bis 17. October geschlossen.

Die neue Schul-Organisation verbittert, wie man derKarlsr. Ztg. schreibt, den länd- lichen Bürgermeistern fortwährend das Leben. Vor züglich machen ihnen die Schulstrafen viel zu schaffen. Auf der einen Seite wollen sie ihren Gemeinde Angehörigen nicht wehe thun, während auf der andern Seite die Schul-Inspectoren mit unerbitt- lichster Strenge darauf halten, daß die von den Lehrern eingerichteten Straflisten erledigt werden. Einerseits hat der Orte-Vorstand die Ungunst der Orts⸗ Angehörigen, andererseits Vorwürfe oder gar Entlassung zu gewärtigen. Noch größere Schwierig- keiten erwachsen ihnen durch die Anschaffung der von der Regierung vorgeschriebenen Lehrmittel. In einer ziemlichen Anzahl von Gemeinden haben die Bürgermeister die Neu- Anschaffungen von Monat zu Monat verzögert. Neuerdings wurde jedoch von den Schulbehörden Veranlassung ge nommen jeder Gemeinde einen Termin zu setzen, innerhalb dessen die fehlenden Veranschaulichungs Mittel angeschafft und die Anschaffungen durch Einsendung der betreffenden Rechnungen nachge wiesen werden müssen. 2

Ausland. Schweiz. Bern. Der Nationalrath fixirte

bei der weiteren Berathung der Militär-Organi

sation die Auszugs- Diensipflicht auf 12 Jahre, vom 20. bis 32. Lebensjahre, die Landwehrdienst

Lebensjahre. Frankreich. Paris, 14 Oct. DieAgence

hänger Grant's mag nun von der dritten Candi, datur nichts wissen. Die Ablösung einer neuen Grant- Partei stellt also eine zweite Zersplitterung dar, welche sich nicht allein auf di Bevorzugung einer Person beschränkt, sondern auch Prineipien⸗ Fragen betrifft.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Am 5. d. fand die Generalversammlung des Mathildenstists statt. Nach den Rechnungen beträgt der Stand derselben Ende 1872: Kapitelien 790,838, Kausschillinge 52281 fl. 17 kr., Adjudicirte Güter 730 fl. Einnahmeüberschuß 49,385 fl. 5 kr. Summe des Vermögens 893,234 fl. 22 kr. Die Schulden betragen: Einlagen

30 kr., zusammen 832,398 fl. 45 kr. und bleibt ein Ueben schuß von 60,835 fl. In dem Voranschlag für 1875 sim an Unterstützungen vorgesehen: für die Blindenanstalt in Friedberg 100 fl., die Kleink'nderschule daselbst 100 fl., die Ackerdauschule daselbst 800 fl., die Handwerksschulen daf, und Butzbach 500 fl., den Centralkrankenunterstützungsverein 100 fl. die Zweigvereine in Friedberg und Butzbach 400 fl, den Invalidenverein 100 fl., die Blödsinnigenanstali 100 fl., die Ludwig⸗ und Alicenstiftung 100 fl., die Industrieschulen des Kreises 200 fl. und die Mathildenstiftung des Kreises 3100 fl. Aus der letzteren wurden im Jahre 1873 71 verwahrloste Kinder aus verschiedenen Orten des Kreises in anderen verflegt. Herr Pfarrer Mayer trug einen aus⸗ führlichen Rechenschaftsbericht vor, aus dem sich die segens, reiche Wirksamkeit der Anstalt ergab. Die aus dem Ausschuß ausgetretenen Mitglieder wurden wieder gewähli; als Ersatzmann für Kreisassessor Haas A. Foucar. Es erfolgte die Aufnahme mebrerer neuer Mitglieder aug Friedberg. Jeder Staatsbürger in dem Kreise Friedberg kaun ohne irgend eine Leinung Miiglied der Anstalt werden. Fauerbach v. d. H., 14. October. Bei der gestern dahier stattgehabteu engeren Bürgermeister wahl wurde der 79 Stimmen von Det Gegencandida⸗

105 Abstimmenden wieder gewählt. erhielt 25 Stimmen. g Darmstadt. Das Project hier im Anschluß an die

831,189 fl. 15 kr., noch nicht bezahlte Zinsen 1209 fl.

Haras meldet: Depeschen aus Bilbge und eng- hözere Töchterschule ein Lebrermnnen⸗Seminar zu errichten,

D. Fra

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den elegante golterabendf Intenstein. Es ist di, sindigste Lie! Vorrätbig

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lische Depeschen aus Santander berichten übercin- hal, wie wir vernehmen, Aussicht auf baldige Realiftrung.

stimmend, daß mehrere biscapische Bataillone des, Alsbach a. d. 8. Der Most in den Kellern ent Don Carlos die Friedensfabne aufgepflanzt haben. Wee ange Mon Zugleich meldet vorgenanutes Blatt aus Hendape, große Vorsicht geboten wie nachstehender Vorfall zeig, daß vergangene Nacht 6 Geschütze, 3000 Ge- Kürzlich lag der große Hund eines hiesigen Wirthes auf

wehre und 300,000 Patronen ausgeschifft und an der Treppe und wurde durch das aus dem Keller aue die Carlisten ausgeliefert seien strömende Gas der Art beläubt, daß es Mühe kosttete f f 0 das Thier in's Leben zurückzurufen. Nach Depeschen aus Santander haben neue e N dan Fe sh Allerlei. Ft Dresden. Oer Leichnam det Gattin des bier weilen⸗ gegen Don Carlos ausgesprochen. den Engländers, dem die Erlaubniß zur Leichen-Ver⸗ Spanien. Madrid. Die Carlisten machten brennung in England verweigert worden, ist in diesen einen zweimaligen Sturm- Versuch auf die Stadt Tagen im Siemens'schen Ofen in Stunden verbrannt Amposta(Provinz Tarragona), wurden indeß worden. Damit scheint die Genehmigung der Leichen ⸗Ver⸗

.* 9 5 5 brennung im Princip gesichert zu sein. beidemal zurückgeschlagen, wobei sie viele Todte Manhattan im wesllichen Kausas in Amerika. Ein und Verwundete verloren.

Correspondent schreibt: Solches Elend, wie ich rings um Italien. Rom. Bei der Ueberreichung der

mich sehe, ist schrecklich zu schauen. Fast drei Monate Adresse des Volks Frauenvereins sagte der Papst: ahne Regen und seit zwei Monaten die Heuschrecken! die Katholiken könnten kein Mandat für ein Par-

Furchtbare Hitze und Staub dazu. Oft genug sammelten

8 1 sich Wolken, leuchtete der Blitz, rolle der Donner, rauscht⸗

lament annehmen, welches in Rom tage und ig der Wind, aber stets nur wenig Tropfen Regen. Jeder welchem die Befolgung von der Kirche nicht aner- Baum ist kahl, Ahorn und Weiden, Obsibäume und Busch⸗ kannter Gesetze beschworen werden müsse. werk, Gras und selost eas Unkcaut, alles Grüne ist ver⸗

22 2 schwunden. Ein sonderbarer Anblick. September mit Amerika. New. Jork. Bei den Con- ber Hitze des Sommers! An unseren Pfiisichbäumen ist

greßwahlen wurden in Odio 12 Demokraten und kein Blatt, keine Frucht geblieben; nur die Steine der 8 Republikaner gewählt. In Indiana ist das Früchte hängen daran als lrauriges Andenken. Die Heu Resultat der Wahlen noch zweifelhaft. In st. schrecken bedeckten sie vom Gipfel bis zur Wurzel und

9 5: H fressen jetzt die Rinde. Wir können nicht voc die Thüre Virginien sind alle republikanischen, in Nebraska suesten, ihne daß sie in Schwärmen auffliegen und uns

alle demokratischen Candidaten gewählt. Arcansassso blenden, daß wir sast nichis sehen können. Abende wählte ebenfalls demokratisch. muß man sie von jedem Kleidungsstück einzeln absuchen, Die Hälfte der Tabaks-⸗Ernte in Kentucki Sie fressen auch die Kleider und die Gardinen an den

i 5 918 Fenstern. Wenn man Wäsche zum Trocknen aufhängs, und Tennessee ist durch Hagel zerstört worden. n dabei bleiben, bis sie 17 ist, und 900 fle

Das erste Erscheinen einer neuen großen keinen Augenblick aus den Augen lassen, sonst würde sie politischen Zeitung in New Pork rerdient Erwähn- in wenigen Minuten rumirt sein. Man kann die Plage ung. Die Bedeutung desRepublican läßt ic dach cia 0 1 due vie Gee 0 machen; 90 e rvöse Ge in der Hauptsache daraus entnehmen, daß er sicb welchem wir uns befinden. Es kommt oft vor, daß bie die Unterstützung der dritten Candidatur des Prä- Eisenbahnzüge durch sie aufgehalten werden. Sogar meine sidenten Grant als ersten Zweck gewählt hat. Um Zimmerblumen konnte ich nicht gegen sie verihelbigel, diese ist es ihm hauptsächlich zu thun, doch ver- Meine Ain Na i ꝛc., find hin, obgleich ich spricht sich das Blatt ein längeres Leben, als dieser immer behielt und alles aufbel, ie u eine Zweck bedingen würde. Das geht schon aus Handel und Ve

5 1 N rke r. dem Gründungs-Capital von 500,000 Dollars ber- n 14. Oct. D i 5 d Subb⸗

15 5 ie Wabl der mitarbeiten⸗ 1 urt, 14. Oct. Der heutige Heu⸗ un vor. Dafür scheint auch die Wa markt war gut besahren. Hen kosteie per Cir. 2 fl den Kräfte meist aus dem Lager derNewyork bis 3 fl. 6 kr. Stroh per Centner 15 fl. 30 kr. bis Times Gewähr zu leisten. Für die Partei- 8 40 kr. Butter 1. Qual. 48 kr., 2. Qual. 46 Verhältnisse in den Vereinigten Staaten ist das neue 1 55 fr. 20 k. 3 fl. 30 kr. Kartoffeln per 200 80 Blatt insofern von hervorragendem Interesse, als Mainz, 15. Oct. Produclenmatki. Waizen per Non es eine neue Spaltung in dec republikanischen 12 fl. kr., per März 20 fl. 15 ke., per Mai 20 fl. Partei kennzeichnet. Letztere spaltete sich zuerst 3 0 e 0 1 48 kr., per 1 8 1 1 1 4Wat i. 4 J kt. er.. aser er ov. bei der letzten Prässdemen. Wahl in Anhänger 35 kel, per Mäcz 15 fl. 35 tr., per Mal 18 fl. 40 f Grant's und Anhänger Greeley's, die noch immer l

innegehabten Schulen vorgenommen. Die Brüder

i g Rüböl per Oct. 17 fl. 18 kr., per Mai 32 fl. 15 kl, getrennt daslehen. Ein großer Theil der An- Rape 9 Abril 29 fl. 50 kr. 1

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