Ausgabe 
17.1.1874
 
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Germania über die päpstliche Bulle unrichtig seien. Die Aechtheit des von derKöln. Ztg. veröffentlichten Textes sei nicht zu bezweifeln.

Fulda. Gewählt wurde in dem Wahlkreis Schlüchtern- Fulda der Gutsbesitzer Herrlein mit zwei Drittel der abgegebenen Stimmen(Centrum). Gegencandidat war Fabrikant Müller aus Fulda (nat.-lib.). Stadt- und Landkreis Schlüchtern gaben ihre Stimmen fast durchschnittlich für Müller ab.

Homburg, 14. Jan. Das definitive Er- gebniß im ersten. Nassauischen Wahlkreis ist: 11,949 Stimmen für Dr. Brüning, 7,357 Stimmen für Craf Walderdorf, 56 Stimmen für Schmidt.

Wiesbaden, 14. Jan. Im dritten Nass. Wahlkreise St. Goarshausen-Nassau ist der bis · berige Abgeordnete Lieber(ultramontan) mit 9539 gegen den Justizrath Hilf mit 8678 Stimmen gewählt worden.

Hanau. Nach officieller Feststellung: Zahl der Wahlberechtigten 23347, Zahl der abgegebenen Stimmen 14987. Hiervon 303 ungültig. 8775 für Dr. Herm. Weigel zu Kassel(national- liberal), 3908 für E. A. B. Richter zu Hannover(Socia- lit), 1996 für Professor Glaser zu Marburg (Centrum), 9 zersplittert.

Creuznach. Wahl: v. Treitschke 12,833, v. Fürth 6888 Stimmen.

München, 12. Jan. Der königl. sächsische Kammerherr, Graf v. Gersdorf, weicher seit dem 6. d. bier weilte, um unserem König die Thron besteigung des Königs Albert von Sachsen ofsiciell anzuzeigen, ist, ohne sich seines Auftrags entledigt zu haben, wieder abgereist. Er hatte sich nach Hohenschwangau begeben wollen, um sich von König Ludwig II. eine Audienz ertheilen zu lassen, ver- schob aber seine Abreise dorthin, weil ihm von dort telegraphisch gemeldet wurde, daß der König einen Ausflug nach Reute in Tyrol unternommen habe. Zufolgt einer auf telegraphische Anfrage bei König Albert erhaltenen Weisung kehrte nun Graf Gersdorf gestern Abend wieder nach Dresden zurück. Bei seiner Abreise war wegen der ihm von König Ludwig II. zu ertbeilenden Audienz noch keine Entscheidung eingetroffen.

12. Jan. Aus bester Quelle kann die Allgem. Zig. mittheilen, daß der König seit dem 3. d. M. an einer heftigen Entzündung der Zahnkieferbeinhaut leidet und in Hobenschwangau das Zimmer nicht verlassen kann. Die von der Hofmann'schen Correspondenz verbreitete Nachricht, daß der König in Reute weile, ist eine tenden⸗ ziöse Erfindung.

Aschaffenburg. In dem unterfränkischen Wahlbezirk Schweinsurt-Ebern ist Bauch(Cen- trum) mit großer Majorität der Landberölkerung gewäblt worden. Hiernach berichtigt sich die frühere Meldung, wonach Wülsert(lib.) gewäblt sein sollte.

13. Jan. Die eingelaufenen Nachrichten aus Oberbapern, Niederbayern, Oberpfalz und Unterfranken, lassen kaum einen Zweifel, daß dort in sämumtlichen 25 Wahlkreisen, ausgenommen der erste Münchener, die ultramontanen Candi- daten gesiegt haben.

Straßburg. Die biesige Elsässer Partei erklärt durch dasEls. Journ., sie werde austatt Bergmann's keinen Candidaten mehr aufstellen, sondern sich der Wahl enthalten, da sie den Sieg Lauth's für gesichert ansehe. Ihr Programm will sie gleichzeitig fester als zuvor aufcecht erhalten; ihm gehöre die Zukunft. Der Wahlsieg der ein fachen Protestpartei werde die Klärung der Lage beschleunigen.

Mülhausen. Der hies. Reichstags⸗Candidat, Fabrikant Häffely, erklärt in seinem Programm, Elsaß-Lothringen müsse über die Annexion befragt werden, die heiligsten Principien des Rechts und der modernen Civilisation seien verletzt, er werde aufs Entschiedenste gegen die Annexion protestiren. DasFraukf. Journal macht hierzu die Be werkung: Häffely, Lauth und einige Andere scheinen im Reichstag die Rolle der Aryger und Ahlmann übernehmen zu wollen.

Ausland.

Oesterreich⸗ Ungarn. Wien. Das Telegraphen-Correspondenz- Bureau meldet Ge⸗ genüber den Nachrichten von gemeinsamen Schritten der katholischen Mächte bei der Curie wegen der neuen, die Papstwahl betreffenden Bulle können wir bekräftigen, daß das Wiener Cabinet bereits vor längerer Zeit im Vactian gegen jede Aender⸗ ung der bisher gültigen Constitution über die Papstwahl die eindringlichsten Vorstellungen gemacht und im Quirinal auf die Unerläßlichkeit der vollsten Unabhängigkeit eines eventuellen Conclaves hinge- wiesen hat.

Schweiz. Bern, 14. Jan. Der große Rath hat mit 156 gegen 5 Stimmen die von der jurassischen Regierung getroffenen militärischen Maßregeln genehmigt und mit 143 gegen 7 Stimmen Vollmacht zu weiteren Maßnahmen ertheilt.

14. Jan. Der Bundesrath hat sämmt- liche Recurse gegen die Amtsentsetzung des Bischofs Lachat und die seitherigen Beschlüsse der Cantonal- regierungen principiell abgewiesen.

Frankreich. Paris, 13. Jan. In der constitutionellen Commission erklärte sich der Mi nister des Innern, Herzog v. Broglie, heute über das Wahlgesetz. Er sprach sich für das Alter von 25 Jahren und ein Domicil von 3 Jahren, Aufstellung der Wählerlisten auf Grundlage der Steuerlisten und Abschaffung des Listen-Scrutiniums aus und schlug ferner die Ernennung des Senats durch die Regierung und die Generalräthe vor. DieAgence Havas dementirt die heutigen Börsen-Gerüchte von Mißbhelligkeiten mit Italien.

Versailles, 13. Jan. Die Nationalver- sammlung beginnt die Diseussion des Maires- Gesetzes. Louis Blane und Christophle sprechen gegen, Valsons für die Vorlage. Morgen wird die Diecussion fortgesetzt.

14. Januar. Nationalversammlung. Nach einer Rede Pascal Duprat's(von der Linken) wird die Generaldebatte über das Maires-Gesetz geschlossen und mit 378 gegen 316 Stimmen der Beschluß gefaßt, zu der Discussion der einzelnen Artikel überzugehen. Zur Berathung gelangt noch ein Antrag Pressensé's, dahin lautend, daß die Decentralisations-Commission in Frist von zwei Monaten ein organisches Maires-Gesetz ausarbeiten und vorlegen solle, und bis dahin die Dinge in dem bisherigen Zustand gelassen werden möchten. Der Antrag wird in geheimer Abstimmung mit Namens- Aufruf, wie sie die Linke verlangt hatte, mit 356 gegen 292 Stimmen verworfen.

Großbritannien. London. Nach hier am 13. Januar eingetroffenen Meldungen aus Cape Coast-Castle vom 27. December v. J. be⸗ absichtigte General Wolseley am 16. Januar d. J. den Prah- Fluß zu überschreiten.

Spanien. Madrid. General Pavia hat die Provinzen Madrid, Avila, Cuenca, Cindad Real, Guadalhara. Segovia und Toledo in Be lagerungszustand erklärt.

Nach einer Depesche von St. Jean de Luz vom 13. d. hat sich General Moriones jetzt von Ampuero aus in Bewegung gesetzt, um durch einen Flankenmarsch in südöstlicher Richtung, über Balmaseda, die Carlisten in ihren Stellungen bei Bilbao zu umgehen. Mit ihm sind 13,000 Mann und 18 Geschütze. Die Nachricht, Portugalete sei in die Hände der Carlisten gefallen, bestätigt sich nicht. Der Platz leistet noch Widerstand.

Einem Gerüchte zufolge hätte sich Don Carlos durch den Jesuiten- General Beckrx und andere Priester, so wie durch seine von diesen beeinflußte Mutter dazu bestimmen lassen, seine Kron-Ansprüche auf das Königreich Navarra und die baskischen Provinzen zu beschränken. Es soll ihn hierzu auch die militärische Rücksicht bestimmen, daß die Basken nicht gern außerhalb ihrer heimath lichen Berge kämpfen mögen. Der Vatican soll dieser Lösung der Thron Frage günstig gestimmt sein, weil er darin die Möglichkeit einer Ver ständigung der Alfonsisten und der Carlisten zu finden meint,

13. Jan. Nach Berichten von Oran hat die spanische Insargenten-FregatteNumancia,

mit ungefähr 2500 Flüchtlingen an Bord, heute

früh 8 Uhr in den Gewässern von Kebbeer Anker geworfen. Dieselbe hat die Blokade von fünf Fregatten vor dem Hafen von Cartagena durch- brochen. Die Garnison von Oran ist in Bereit- schaft gestellt und erwartet die Befehle der fran⸗ zösischen Behörden.

13. Jan. Die Mannschaft der Fregatte Numancia und die Flüchtlinge haben sich in Mers el Kebir ausgeschifft und den französischen Behörden ergeben. Unter ihnen befinden sich Contreras, Salvez, die Junta von Cartagena und andere hervorragende Persönlichkeiten.

14. Januar. Die Insurgenten- Fregatte Numancig ist den französischen Behörden in Oran übergeben worden und führt jetzt die französische Flagge. Eine spanische Fregatte, gefolgt von einer französischen, ist im hiesigen Hafen angekommen.

14. Januar. Die spanischen Fregatten Carmen undVittoria unter Führung des Admirals Chicarro sind in Oran angekommen. Letzterer und der spanische Consul reclamirten

wegen derNumancia und der Flüchtlinge aus Cartagena. 15. Januar. Man schreibt von Paris,

daß dieNumancia und die auf ihr mitentwichenen Sträflinge aus Cartagena noch heute den spanischen Behörden ausgeliefert, die anderen Flüchtlinge aber in Algerien internirt werden würden.

Cartagena, 14. Jan. General Dominguez ist mit seinem Stabe heute dahier eingerückt. Ein Theil der Belagerungstruppen ist bereits gegen die Carlisten nach den Provinzen Valencia und Aragonien abmarschirt.

Die Uebergabe der Stadt erfolgte ohne Blutvergießen. Die spanische Flottille hat den Insurgenten- DampferDarro mit vielen Flücht⸗ lingen genommen.

Der britische DampferEllen Constance, welcher am 7. d. mit Eisenerz beladen aus dem Hafen von Cartagena ausgelaufen war, wurde von dem spanischen Flaggenschiff beschossen, ob- wohl er, dem Signal gehorchend, herankam. Das Flaggenschiff rannte darauf in den Dampfer und bohrte ihn in den Grund, wobei drei Seeleute ertranken. Es ist eine Untersuchung eingeleitet worden.

Italien. Rom. DieVote della Verita sagt über die Publikation des vaticanischen Acten⸗ stückes in derKöln. Zeitung: Das geheim ge⸗ haltene Actenstück könnten Agenten des Reichs kanzlers sich wohl angeeignet haben. Der Papst werde wesentliche Aenderungen betreffs der Papst- wahl schwerlich vorgenommen haben, wenn er auch in Nebenpunkten zeitgemäße Modifikationen einge- führt hätte. Wesentlich für die legitime Papstwahl wäre nichts weiter, als die Zwei⸗Drittel⸗Mehrheit der Cardinalsstimmen.

15. Jan. Ein Telegramm derAugsb. Allgm. Ztg. von hier vom gestrigen Tage meldet, daß der Cardinal Antonelli in Folge eines hef⸗ tigen Gichtanfalls lebensgefährlich erkrankt sei und die Sterbesacramente empfangen habe. Im Vatican herrsche große Beunruhigung.

Rußland Petersburg, 14. Jan. Die amtliche Zeitung veröffentlicht ein kaiserl. Manifest über die allgemeine Dienstpflicht, worin der Kaiser sich an die Hingebung der Nation wendet, um die Reform durchzuführen, und die Fortsetzung der von seiner Regierung befolgten friedlichen Politik verheißt.

Amerika. Washington, 14. Jan. Präst⸗ dent Grant hat die Ernennung Caleb Cushing's zum Oberrichter des höchsten Gerichtshofes zurück⸗ genommen, da Umstände offenbar geworden sind, welche beweisen, daß Cushing mit den Südstaaten sympathisire.

Panama, 13. Januar. Man meldet Reuters Büreau von hier, daß die politische Agitation im Zunehmen begriffen sei. Der Ver- treter Frankreichs habe erklärt, die Abtretung Panama's an die Vereinigten Staaten begünstigen zu wollen, obgleich die Regierung von Neu-Gra- nada vorgeschlagen habe, Panama an Frankreich zu cediren. Es heißt, die Regierung von Neu- Granada werde zunächst keine entscheidenden Schritte in der Angelegenheit thun.

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