europäischen Cabineten
ob die Anerkennung der spanischen Regierung nicht
opportun sei.
—— Oesterreich lische Anfrage wegen der Opportunität der Aner⸗
zur Erwägung nahezulegen,
geht auf die deutsche diploma⸗
kennung Spaniens ein, da Frankreich und Italien der deutschen Initiative gleichfalls folgen.
Frankreich. Paris. Dem„Gaulois“ zufolge wurde dem spanischen Gesandten die Ant— wort des Ministers des Aeußern, Herzog Decazes, auf die Note des Marschalls Serrano überreicht. Die Antwort soll in den herzlichsten und versöhn⸗ lichsten Ausdrücken verfaßt sein. Ihr ging eine Unterredung zwischen dem spanischen Gesandten und Herzog Decazes voran, in welcher namentlich über die Internirung der an der Pyrenäengrenze weilenden Carlisten verhandelt wurde.
— Der„Moniteur“ meldet, das Kanonenboot „Oriflamme“ gehe am 13. August ab, um die kranzösischen Kreuzer in den spanischen Gewässern zu verstärken und die dort zu übende Aufsicht zu derschärfen. Die Ankunft von Kriegsschiffen ver— chiedener Nationen im Gastcognischen Meerbusen
wird gemeldet. — 10. Aug. Die Journale melden, daß Jazaine aus seiner Haft auf Ste. Marguskite in er Nacht vom Sonntag auf den Montag ent— ohen sei. Bestimmte Einzelheiten fehlen noch. 2s beißt, Bazaine habe das Fort mittelst einer Strickleiter verlassen. Man vermuthet, daß er ein
ach Italien gehendes Schiff erreicht habe. — 11. Aug. Oberst Vilette, ehemaliger Ad-
utant Bazaine's, welcher dessen Gefangenschast eiwillig getheilt hatte, ist gestern in Marseille wrhaftet worden. Man glaubt, Bazaine sei mit aner Frau und seinen Kindern in einer Barke tutflohen, in welcher seine Frau am Sonntag nach kite. Marguerite gekommen war, um ihn zu be⸗ chen. Welche Richtung die Flüchtlinge genommen lüben, ist noch unbekannt.
Versailles. Wie die„Agence Havas“ teldet, hat Fürst Hohenlohe dem Herzog v. De⸗ es am Samstag mündlich angezeigt, daß die dutsche Regierung die Absicht habe, die spanische Jegierung anzuerkennen. Eine Note hat Fürst kohenlohe nicht überreicht.
Spanien. Madrid. Die Pariser legiti⸗ astische„Union“ meldet, Marschall Serrano babe n Großmächten angezeigt, er habe die Absicht, zn Cantobrischen Golf in Blokavezustand zu ver— ben. Darauf habe das englische Cabinet geant— mirtet, daß es in diesem Falle sofort die Car— lien als kriegführende Macht anerkennen werde.
Barcelona, 9. August. Eine Abtheilung Crlisten von ca. 2000 Mann erschien in der un— mitelbaren Nätze von Barcelona und erregte wegen de Abwesenheit der Truppen lebhafte Unruhe. De Carlisten ziehen auf dem Lande alle dienst— ligen Männer ein.
— Die Carlisten griffen am 7. d. Molins / Rey an, wurden jedoch zurückgeschlagen und Mrohen jetzt Villafranta(beide Ortschaften sind der Nähe von Barcelona gelegen). Die Car- Um besetzten ferner die Zollstelle in Perthus. Li Regierungs-Generale Lopez, Dominguez und 55 oga sind in Barcelona eingetroffen.
Acht Chefs der Inter—
Italien. Rom. bmonale wurden
Bei mehreren Beamten der süd—
lenischen und römischen Eisenbahnen haben
Berlin in der gleichen Weise nach München
Haussuchungen stattgefunden. Zwei Beamte der Südbabn wurden verhaftet und aufrührerische Schriftstücke in Beschlag genommen.
Aus Stadt und Land.
Gießen. Der Gauner, welcher vor einigen Wochen auf der„Hessenkneipe“ einen Rock gestohlen hat, heißt Joseph Schladen; er ist geboren zu Hersel bei Bonn. Der⸗ elbe ist am 6. Februar 1862 zu Köln wegen Wechsel⸗ sälschung mit 1 Jahr und 6 Wochen Gesängniß bestraft worden, wird seit 1867 von dem Gerichte zu Essen wegen abermaliger Wechselsälschung verfolgt, während das Amts⸗ gericht Mannheim ihn seit October 1867 suchte, weil er die dortige Post um 100 fl. betrogen hat. Einen Theil
der von ihm in der letzten Zeit anectirten Gegenstände
ist auf der Börse zu Frankfurt gestohlen worben. Gießen. Von Zeit zu Zeit sindet sich ein sehr sauber gekleideter Hochstapler hier ein, der sich für einen In⸗ genieur ausgebend, bei Leuten vom Baufsach Brandschatz— ungen erhebt. Derselbe vagabundirt schon seil 30 Jahren, ist oft wegen Bettelns und Landstreicherei bestrast, hat auch schon im Arbeitshaus gesessen. Derselbe heißt Friedr. Wilh. Frielingsdotf, ist 50 Jahre alt, geboren zu Böing— hausen, jetzt heimathlos. Gießen. Vor drei Wochen hat ein fremder Gauner bei der Leichtgläubigkeit des Publikums in hiesiger Stadt gute Geschäfte gemacht. Oerselbe siellte sich nämlich stumm
und schrieb auf ein Papier: die Franzosen hätten ihm,
als er in Gefangenschaft gewesen, die Zunge abgeschnitten. Das zog, denn er wurde reichlich beschenkt. Der Gauner— Johannes Belz von Nauses bei Geln bausen— ist aber kern— gesund, er ist nicht stumm und hat eine Zunge von not— maler Länge. Derselbe treibt dies Geschäft schon sehr lange und ist bereits oft, auch schon mil Zuchthaus, bestraft worden.
Gießen, 10. Aug. Die Saison der Eisenbahnunglücke auf dem biesigen Bahnhof scheint wieder zu beginnen. Kaum sind es einige Tage her, daß einem Rangiter eim Bein abgenommen werden mußte, getieth gestern Abend wieder ein 19 Jahre alter Arbeiter auf dem Main-Weser⸗ Bahnhof unter eine Maschine und wurde demselben das eine Bein unter dem Knie vollständig abgeguetscht. Der Bedauernswerthe wollte die Maschine von einem Wagen abhängen und nachdem dieses geschehen, gab er das Sig⸗ nal zum Abfahren, blieb aver unglücklicherweise mit dem Absatz an einem sogenannten Herzfück der Schienen hängen
und fubr die Maschine so über ihn.
Gießen, 10. August. Vorgestern Abend wurde einem Studenten auf der Pulvermühle eine Brieftasche mit 123 fl. Geld vom Tische weg gestohlen. Ein Polizeloffictant fand das Geld bald darauf in einem Hintergebäude im Schilf dor, von wo man einen Kellner hatte herkommen sehen. Letzerer wurde sofort verhaftet. Er gehört zu denen, die beim Turnfest engagirt worden sind und gibt zu, auch schon in Mainz wegen Diebstahls gesessen zu haben.
Offenbach. Wegen Vergehen gegen die Siitichkeit, verübt an einem 7jäbr. Mädchen, wurde dieser Tage ein Arbeiter aus einer hiesigen Fabrik verhaftet; ebenso eine hiesige Bürgersfrau, welche nebst ihrer Tochter der Ver heimlichung der Schwangerschaft und Geburt eines Kindes der Letzteren, das in Folge davon starb, angeschuldigt ist.
Offenbach. Der berüchtigte Seufert, welcher am Samstag vor acht Tagen in dem oberen Stockwerke eines hiesigen Gasthauses einen Diebstahl ausführte, ist bereits nachdem er in Bingen eiligst noch einmal lange Finger gemacht hatte, in einem Slädtchen Rheinhessens verhaftet und ins Gefängniß nach Alzey abgeführt worden, wo die Untersuchung das Nöthige ergeben wird. Von den ge— stohlenen Sachen fand sich jedoch Nichts mehr vor.
Offenbach. Wie berelts gemeldet, wurde hier ein Unmensch verhaftet, Verbrechen wider die
Darmstadt.
Heiligen Kreuzbergs ein Fall der empörendsten Thier— quälerei.
den Von
Rhein abwärts
wollen. dorten
Dieburg, 8. August. In diesen Tagen schlug der Blitz der Telegraphenleitung entlang in das Postbureau, schmolz den Kupferdratb an dem Tclegraphenschreibapparat und erfällte das Innere mit einem Feuerstrahl, ohne jedoch weitere Beschädigungen anzurichten. Der Beamte war einige Schritte vom Apparat entfernt und entging viel⸗ leicht nur hierdurch einer großen Gefahr. Der Blitzab⸗ leiter auf dem Hause war wohl würkungslos, da der Feuerstrom in demselben nicht zur Erde ging,
Allerlei.
Frankfurt. In einer hiesigen Wirtbschaft wurden ein Sprachlehrer und ein vacttender Kellner unter der Anklage, ein Vergehen gegen die Sutlichkeit begangen zu haben, verhaftet.
Frankfurt. Der Bienenzucht-Verein für Frankfurt und Umgegend veranstaltet auch in diesem Jahre vom
Höhe. Angetrieben waren: 380 Ochsen,
40 fl., 2. Qual. 38 fl., Kühe 1. Qual. 33 fl., Kälber 38 fl., Hämmel 36—37 fl. per Cir.
26 fl., Nr. 2 24½ fl., Nr. 3 21 ½ fl.,
Marke) 18½ fl., do II.(Berliner Marke) 129% fl. g den 17. October, dem jedoch nur diejenigen Lehrer sessected bies. 14½— 15 fl., Korn 11½— 10 fl., Gerste
nach Cumpa's Methode ½ fl., Erbsen 11— 13 fl.,
Stadt, welche über August— fl.— kr., per Nov. 12 fl. 35 kr.
mittelst dieses Be- August nach Holland August— fl.— kr., per Nov. 10 fl. 25 kr. werden dieselben über Oct. 17 fl. 57 kr., per Mai 18 fl. 45 kr. zurückkehren. Sept. 16 fl. 30 kr.
23.— 25. August im„Cafs Thurm“ eine Ausstellung von
lebenden Bienen-Völkern, Wohnungen, Geräthschaften aller Art, Honig, Wachs ꝛc. und wird damit eine Verloosung von Bienen⸗Producten und Gerätbschaften verbinden.
Göttingen. Die„Trüb.“ in Berlin schreibt: Aus Göttingen geht uns die amtliche Mittheilung zu, daß unsere in Nr. 113 gegebene Nachricht, nach welcher ein auf der Hochzeitsreise befindliches junges Ehepaar aus
einem mit wilden Pferden bespannten Wagen geschleudert 9
und auf dem dortigen Marktplatz an dem Brunnen zer⸗ schmettert sein soll, unbegründet ist.
Düsseldorf. Vor einigen Monaten wurde einem hiesigen Herrn auf einer Reise sein Sommer ⸗Paletot ge⸗ stohlen, der für ihn großen Werth halte, denn in dem Kragen des Rockes befanden sich zwei Fünfundzwanzig⸗ Tbalerscheine. Welche Uebertaschung dieser Tage! Sein Ueberzieber begegnete ihm, ausgefüllt mit einem ihm gänzlich Unbekannten. Er ging auf den bekannten Poletot und den unbekannten Menschen zu und bat den letzteten, er möge den ersteren auf einige Augenblicke ausziehen, sonst sähe er sich genöthigt, einige uniformirte Herren herbeizurufen. Dieser Bitte entsprach der Unbekannte auf das Bereitwilligste und verduftete eiligst, während der Eigenthümer des Rockes dessen Kragen untersuchte und richlig das Geld noch darin fand.
Ratiboc. Nachstehende Todesanzeige ist wörtlich dem hiesigen Kreisblatt eninommen: In Stunden dieses Monats enischlief nach schweren Leiden unser vielgeliebter Sohn, Vater und Bruder, der Schneider meister Richard Jakuisch zu Ralidor. In hochedler Moral seines Daseins wandeln, verließ er auf Gefallen des Herrn sein Zästes Leben ej ahr für die Zeit des Jenseits. Der nee Trauerschmerz von die Sein'gen möge die Kunde an die Verwandten und Freunde seine Vorjahre beflügeln zum treu und unermeß⸗ lichen Andenken seines Scheidens. Der hinterbliebene treuernde Familienkreis.
Literarisches.
Wir erlauben uns auf die im Großherzoglichen Staatsverlage zu Darmstadt erschienenen handlichen, billigen Ausgaben folgender Gesetze aufmerksam zu machen: Die neuen Verwaltungsgesetze, die Land gemeindeordnung, die Städteordnung, das Volksschulgesetz, Anleitung zur Wahl des Gemeinderaths ze. für die Landgemeinden Anleitung zur Wahl des Gemeinderaths ze. für die Stadtgemeinden. Wir können deren An⸗ schaffung im Interesse der Sache nur empfehlen. Die Gesetze sollten in keinem Hause fehlen
Handel und Verkehr.
Friedberg, 12. Aug. Waizen 14 fl. 15 kr.; Korn 10 fl. 50 kr.; Gerste 11 fl. 15 kr.; Hafer 9 fl. 30 kr. Alle Preise verstehen sich per 100 Kilo.
Frankfurt, 10. Aug. Der beutige Viehmarkt war gut befahren. Ochsen gingen im Preis elwas zurück, da⸗ gegen Kälber höber, Kühe dilliger, Hämmel auf früberer 200 Kühe, 230 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellien sich: Ochsen 1. Qual. b 35 fl., 2. Qual. Frankfurt, 10. Aug. Mehl Nr. 1 Nr. 4 17½ Roggenmehl%(Berliner
e Nite Vatzen
Fruchibericht.
bis 18 fl., Nr. 5 15¼—16 fü.
J fl., Hafer 12½— ½ fl., Kohlsamen 16½ bis Wicken 10½—10 fl., Linsen 2—14 fl., Rüböl 38½ fl. Alle Preise verstehen sich auf Marnz, 11. August. Productenmarkt. Waizen per Korn per Hafer per Rüböl per Raps per
— fl.— kr., per Nov. 9 fl. 35 kr.
Neapel.
In ein größeres Schweinemetzger-Geschäft nach „furt a. M. wird zum baldigen Eintritt gegen hohes lar ein einfaches gewandtes
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Kleie
L. H. Strauß.


