der Verordnung vom 22. Januar 1829 auf administrativem Wege er⸗
ledigen zu lassen. §.
13. Im Falle der Uneinbringlichkeit der gerichtlich erkannten
Geldstrafen sollen dieselben in Haft verwandelt Schuldnern verbüßt werden. Hierbei ist für je Strafe ein Tag Haft anzusetzen.
Diejenigen Gerichte, von welchen die Geldstrafen erkannt worden sind, haben auch in den geeigneten Fällen die Verwandlung derselben in Haft zu verfügen und für den Vollzug der Verbüßung zu sorgen.
und soll diese von den 1 fl. 10 kr.(2 Mark)
herzoglichen Siegels.
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§. 14. Gegenwärtige Verordnung tritt mit dem 1. Januar 1875 in Kraft und es sind von diesem Zeitpunkte an die Verordnungen vom 28. Juni 1827 und vom 30. September 1848, die Jagdwaffenpässe retreffend, aufgehoben, jedoch bleiben die ausgestellten Jagdwaffenpässe bis zu dem Zeitpunkt ihres Ablaufe in Gültigkeit.
Urkundlich Unserer eigenhändigen Unterschrift und beigedrückten Groß.
Mainz den 27. August 1874.
LU D W JG. Schleiermacher.
Betreffend: Die Bau- und Culturveränderungsverzeichnisse.
Das Großherzogliche Land erieht Friedberg an die Großherzoglichen Ortsgerichte des Landgerichtsbezirks. Nach Verfügung Großberzoglichen Hofgerichts der Provinz Oberhessen vom 30. September v. J. sind die Bau- und Cultur Veränderungs⸗
verzeichnisse bereits am 1. Juli jeden
nicht eingelangt sein sollten, baldthunlichst nachzusend keine Bau- und Cultur-Veränderungen vorgekommen bie noch rückständigen Verzeichnisse und Meßbriefe resp. Benachrichtigungen,
commissariat gelangen zu lassen.
en.
Friedberg den 9. September 1874.
Jahres an die Großherzoglichen Steuereommissariate zu übersenden und zugebörige Meßbriefe, die bis dahin Indem wir erwarten, daß Sie diese Verfügung für die Folge genau beobachten und wenn sind, auch biervon dem Steuercommissariate Nachricht geben, weisen wir Sie zugleich an, die jetzt daß Veränderungen nicht vorgekommen sind, schleunigst an das Steuer
Ber a m m, Landrichter ⸗Vicar.
Deutsches Reich.
Friedberg, 11. Septbr. Ein Ereigniß vollzieht sich heute, dessen eminente Bedeutung unsere Stadt wobl zu würdigen weiß, denn nach einem Zeitraum von 432 Jahren zieht wieder ein deutscher Kaiser in unsere Mauern ein. Aber kein Kaiser des„heiligen römischen Reiches deutscher Nation“, sondern ein Kaiser, der uns das neue deutsche Reich gab, der sich seine Krone in heißer Feldschlacht mit des Reiches Erbfeind erstritt, der sein Leben für dieses Reiches Unabhängig— keit und Einheit einsetzte. Ihn, soweit es unsere bescheidenen Kräfte erlauben, würdig zu empfangen, schmückte sich die Stadt mit ihrem besten Festgewande, tönen ihm unsere begeisterten Hochs, schlagen ihm unsere Herzen in Jubel entgegen. Möge er es empfinden,
mit welcher Liebe unsere patriotisch gesinnte
Stadt an ihm und seinem Hause hängt, wie wir nicht allein in angestammter Hessentreue zu unserem Großherzoge, sondern auch treu zu Kaiser und Reich stehen! Heil und Segen unserem deutschen Kaiser Wilhelm!
Darmstadt, Am 25. v. M. wurde an die Stelle des zum Provinzialdirector der Provinzial- direction Rheinhessen ernannten Großherzoglichen Geheimeraths Dr. Goldmann, der nunmehrige Provinzialdirector der Provinzialdirection Starken- burg, Friedrich Küchler, zum Präsidenten der Centralstelle für die Land wirthschaft und die land⸗ wirthschaftlichen Vereine und in Verbindung damit zum Präsidenten des landwirthschaftlichen Vereins der Provinz Starkenburg ernannt.
— 8. Sept. Morgen wird der Finanz Ausschuß der zweiten Kammer zusammentreten, um zunächst über die seiner Zeit zurückgelegte Regier- ungs⸗Vorlage, betreffend den Wieder- Aufbau des hiesigen Hoftheaters, und sodann über die weitere Vorlage, betreffend die Anerkennung der Domänen in den neu erworbenen Landestheilen mit Ausnahme der als Landeseigenthum behandelten Objecte ꝛc. als Bestandtheil des Familieneigenthums des großh. Hauses zu beschließen.— Der Gesetzgebungs— Aus sschuß zweiter Kammer tritt erst am 14. d. zusammen, um über eine Reihe von Gegenständen zu beschließen, bezüglich deren die Referate erstattet, bezw. vorbereitet sind. Namentlich wird das schon mehrfach erwähnte Berg-Gesetz zur Verhandlung kommen, über welches der Abg. Buff zu berichten hat.— Der Zusammentritt der zweiten Kammer ist vorerst gegen Ende d. M. in Aussicht genommen. Es besteht die Hoffnung, daß bis dahin die Aus- schußberichte über die jüngst vorgelegten Kirchen⸗ Gesetze erstattet sind, so daß die Berathung sich
schon auf diese wichtigsten aller Vorlagen erstrecken
könnte.
Mainz, 9. Sept. Heute Morgen 11 Uhr kam die deutsche Kaiserin mit kleinem Gefolge von Wilhelmsthal(Thüringen) hier an. Unter Führung des Geheimrath Deninger verweilte sie eine Stunde lang in der Ausstellung, begleitet vom Gouverneur von Boyen. Die Kaiserin sprach ihre höchste Zufriedenheit über Alles aus. Hierauf nahm sie
das Frübstück im Gouvernementsgebäude ein und reiste nach Baden-Baden weiter.
Berlin. Die Zeitungs-Nachricht, es sei
eine Verstärckung des in den spanischen Gewässern kreuzenden deutschen Geschwaders beschlossen, wird von unterrichteter Seite als unbegründet erklärt. Bisber ist darüber nichts beschlossen. Ueber die Uebersiedelung des Prinzen Friedrich Wilhelm nach Kassel theilt das„Berl. Tagbl.“ mit:„Der älteste Sohn des Kronprinzen wird dem Vernehmen nach vom Beginne des Herbstsemesters ab das seit dem Herbst 1870 unter Leitung des Direktor Vogt stehende Lyceum Frideri— cianum in Kassel besuchen. Der junge Prinz, welcher augenblicklich 15½ Jahre alt ist, unterzog sich schon vor längerer Zeit an einem hiesigen (Gymnasium mit bestem Erfolge einer Prüfung für die Aufnahme in eine der oberen Klassen.
Homburg v. d. H. Am letzten Dienstag wurde dem Bischof von Jork, welcher bisher hier
weilte, um die Kur zu gebrauchen, vom Landraths-
amte mitgetheilt, daß er sich aus Preußen ent- fernen möge, widrigenfalls man genöthigt sein würde, ihn auszuwrisen. Der Prälat zog es vor, jeden Eclat zu vermeiden und reiste sofort ab. Bonn. Im hiesigen Centrallokale des Bor— romäus-⸗Vereins fand eine polizeiliche Haussuchung statt. Viele compromittirende Schriftstücke wurden mit Beschlag belegt.
Kaiserslautern, 9. Sept. Nach Inspi⸗ cirung des Divisionsmanövers kehrte der Kron- prinz des deutschen Reiches nach Homburg zurück, von wo er um halb 12 Ubr nach Nauheim ab- reiste. Seiner Abreise wohnten Tausende von Menschen bei, welche die„Wacht am Rhein“ sangen.
Leipzig, 8. Sept. Bald nach dem Attentat auf den Reichskanzler Fürst Bismarck ließ sich in der Stadt Zwickau ein katholischer, ultramontan gesinnter Kaufmann Namens Trümper zu Bedroh— ungen und beleidigenden Worten gegen Bismarck in einem öffentlichen Local hinreißen. Derselbe wurde dem Staatsanwalt denucirt und es hat in Folge dessen gestern in Zwickau gegen Trümper die öffentliche Gerichtsverhandlung stattgefunden. Der Angeklagte wurde zu acht Monate Gefängniß verurtheilt.
Freiburg, 8. September. In der heutigen öffentlichen Schluß Sitzung, welche von 45000 Menschen besucht war, traten Ober⸗Staatsanwalt Streng und Professor Meßmer aus München, sowie Bischof Reinkens als Redner auf. Letzterer protestirte gegen ein Sendschreiben des Capitel- Vicars Kübel und erklärte eine Behauptung des- selben über eine von Reinkens in Konstanz ge— haltene Predigt für eine grobe Lüge, die Kübel, trotz der an ihn gecichteten Aufforderung, nicht wiederrufen habe. Professor Schulte schließt den Congreß mit einer Ansprache und einem Hoch auf den Kaiser und den Großherzog von Baden.
D. Frankfurt a. M., 10. Sept. Die Speculation, welche bezüglich der Vorgänge in Spanien, besonders in Berlin in eine größere Verstimmung gerathen war, als anfäng— lich angenommen werden konnte, zeigt sich wieder beruhigter, nachdem heute durch die„Prov. Corresp.“ der Vorfall mit dem„Albairos“ für erledigt erklärt wird, und außerdem
eine Depesche einen nicht unbedeutenden Sieg der repu— blikanischen Truppen über die Carlisten bei Mora meldet, Die Tendenz der Börse gestaltete sich dabier recht sest, und wurde der Grundton derselben selbst durch später ein— ireffende mattere Berliner Course nicht alterirt, wenn auch die Speculationswerthe eine kleine Abschwächung erlitten, Das Geschäft war nicht sonderlich belebt da die bevor— stehenden israelitischen Feiertage eine ziemlich beschränkende Wirkung ausüben. Am Speculationsmarkt waren Credit actien sehr beliebt und bewegten sich zwischen 258½—587¼ und 258 ½. Staalsbahnactien gingen von 340½ bis 341 und schlossen 340½½, Lombarden von 152½ bis 153, um schließlich 152½ zu notiren. Oesterr. Bahnen waren in stillem Verkehc. Galizier, Nordwest, Elbthal und Ungarisch⸗ Galizische höher. Braunau-Straßwalchener wurden zu 16¼ gehandelt. Prioritäten beliebt. Von Deutschen Bahnen alle bayerische Ostbahn und Oberhessen besser. Banken blieben behauptet. Deutsche und Nürnberger Ver⸗ einsbank und Südd. Bodencreditbank höher. Amsterdamer und Engl. Wechslerbank fest. Darmstädter 1¼ fl. nied⸗ riger. Prov.⸗Disconto offerirt. Oesterr. Renten etwas billiger, 18721 Russen und französische Rente etwas höher. Spanier fest. Von Loosen 18601 Braunschweiger bellebt und höher. Kurhessen anziehend. Von Wechseln Belgische Plätze gesucht.
Das Frankfurter Journal bringt folgenden Dringenden Hülferuf für das schwer heimgesuchte Meiningen! Die bis jetzt bekannt gewordenen Nachrichten über das am 5. d. M. über die Stadt Meiningen hereingebrochene Brand- Unglück lauten derart trau⸗
rig, daß, ohne erst Detail-Berichte abzuwarten, die Unterzeichneten dem Grundsatze huldigend:
Schnelle Hülfe, doppelte Hülfe, sofort zu einem Hülfscomité zusammengetreten sind,
Dieselben richten an die Einwohner hiesiger Stadt und Umgegend die dringende Bitte, durch Beiträge an baaren Mitteln sowohl, als auch Naturalien und Kleidungsstücken ꝛc., es zu ermög⸗ lichen, die gräßliche Noth einigermaßen lindern zu können.
Die Unterzeichneten sind zur Annahme von Gaben bereit.
Frankfurt a. M. den 8. September 1874,
Folgen die Uuterschriften.
Dem gleichen Grundsatze huldigend, daß wer schnell gibt, doppelt gibt, warten auch wit nicht auf die Anregung von außen oder die Con- stituirung eines Hülfscomité's, sondern bitten unsert Mitbürger in Stadt und Land, uns rasch und reichliche Gaben für die Verunglückten zur Weiterbeförderung zukommen zu lassen.
Die Erpedition des Oberh. Anzeigers.
Ohrenarzt Dr. med. Oscar Wolf
2406 in Frankfurt a. M. wohnt jetzt Eschersheimer Landstraße 10, nahe dem Eschenheimer Thor.
Sprechstunden: 9—11 Uhr Vormittags, 3—4 Uhr Nachmittags.(52⁵2)
Vorräthig bei Carl Bindernagel in Friedberg:
Coastbüchlein,
oder 300 der ansprechendsten Trinksprüche zum Ausbringen bei Familienfesten und gesellschaft⸗ lichen Mahlen. Gesammelt von Alvensleben. 90 Zweite Aufl. Preis 36 kr. 266
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