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Nach fünfjährigen Vorversuchen ist, die Entscheidung in Betreff der neuen Feldgeschütz Ausrüstung der deutschen Armee auch für das in der speciellen Kaliberbestimmung bisber noch rück stäudige schwere Kaliber erfolgt. Die Bestellung bei Krupp in Essen ist auf 3000 Geschütz⸗ Rohre bemessen, deren Ablieserung bis spaͤtestens Mitte

1875 erfolgen dürfte. Daneben befindet sich noch Gesetzentwurf wurde darauf in der Generaldebatte

die Ablieferung der neuen deutschen Festungs⸗ und Belagerungs-, sowie Küsten- und Marine⸗Geschütze in voller Ausführung. 2 N

Die projectirte astatische Reise des Prinzen

beabsichtigt, damit die Kirche in ihrem heiligen Berufe frei walten könne und nicht übergreife in das unantastbare Recht des Staates.(Wieder holter stürmischer Beifall.) Der Ministerpräsident erklärte gegenüber den Drohungen der Opposition, daß die Regierung dem Gesetze energisch Achtung verschaffen werde.(Stürmischer Beifall.) Der

mit 224 gegen 71 Stimmen angenommen. Pest, 7. März. DiePester Corr. schreibt: Der Kaiser ist hier eingetroffen und empfing den Ministerpräsidenten, welcher die Demission des Cabinets überreichte. Der Kaiser ließ sich aus

Friedrich Karl, die über Jahr und Tag dauern

soll, sieht einer Verbannung auf ein Haar ähn- sührlich über die Situation Bericht erstatten und

lich. Wie man sich in den betreffenden Kreisen erzäblt, hängt diese Angelegenheit mit den sehr

unangenehmen häuslichen Verhältnissen des Prinzen⸗ rums Marschalls zusammen. Man sprach sogar ziemlich deren 1955 9 0 1 unverbolen von Scheidung, und nur des Königs erst dann über das Demissionsgesuch zu entscheiden. i 0 i ig Die Audienzen

Gebot vermochte die gelockerten Bande ein wenig Die zen hab f 0 Indeß will sich der eigen- Conferenzen und zielen keineswegs auf die Beauf Dauer solchem Zwange tragung eines oder des anderen der berufenen Parteimänner mit Uebernahme eines Portefeuilles

Pfarrer Wehn von Niederberg oder mit der Bildung eines neuen Cabinets ab. die!

zusammenzuschweißen. artige Kopf auf die nicht fügen. Koblenz. wurde wegen 38 Zuwiderbandlungen gegen

Kirchengesetze von der Strafkammer des Kreis-[Paul Senney und Koloman-Ghyzy berufen. 76 Thlr. Gelostrafe oder

gerichts zu Neuwied zu

19 Tage Gefängniß⸗Haft verurtheilt. Wie wir

bören, wird der Gesperrte nicht eher aus dem sich im Gefängniß selbst entleibt hatte, tumultuöse Gefängnisse entlassen werden, bis er die Kirchen- Scenen statt, veranlaßt durch ein Gerücht, wonach

bücher nebst Siegel ausgeliefert hat. In dem hiesigen Arresthause sitzen jetzt 9 verurtbeilte Geist⸗ liche; keiner von ihnen darf Messe lesen, was Einzelnen früher erlaubt war. Im Allgemeinen werden dieselben ihrem Stande gemäß sehr schonend behandelt und genießen allen zulässigen Comfort, was von oben herab befohlen wurde; Mittags- und Abend⸗Tisch erhalten sie aus der Küche der Schwestern vom h. Franciscus.

Posen. Das hiesige Appellationsgericht ver urtheilte den Weihbischof Janiszewski wegen des an den Religionslehrer Schrötter gerichteten Schreibens, in welchem Letzterer mit Excommuni⸗ cation bedroht wird, nach§. 47 des Strafgesetz buches, wegen Theilnahme an einer strafbaren Handlung, zu 300 Thalern Geldstrafe, eventuell 2 Monat Gefängniß. Die erste Instanz sprach bekanntlich den Weihbischof frei, da derselbe nur als Bevollmächtigter des Bischofs gebandelt hätte.

Trier, 9. März. Heute wurden die Pro fessoren aus dem Priester-Seminare ausgewiesen und das Gebäude polizeilich geschlossen.

9. März. DieTrier'sche Ztg. meldet über die Vorgänge bei Schließung des Priester Seminars: Von 9 Uhr Morgens sammelte sich eine Volksmenge vor dem Seminargebäude, welches die Professoren Mittags verließen, um das Mittags- mahl einzunehmen, dessen Eindringen in das Seminar die Polizei- Wache verhinderte. Die Professoren kehrten um 2 Uhr zurück, indem die Volksmenge ihnen den Eingang erzwang, sie folgten indessen Nachmittags der amtlichen Aufforderung, das Seminar zu verlassen. Dasselbe wurde be setzt und Militär säuberte die Straßen, wobei nirgends Widerstand geleistet wurde, auch keine Verletzung stattfand. Die Stadt ist ruhig.

München, 10. März. Die Commission zur Begutacztung der Anerkennungefrage des altkatho lischen Bischofs Reinkens war gestern Abend zu einer dreistündigen Sitzung versammelt und wird deute nochmals zusammentreten. Indeß ist es schon jetzt sicher, daß die Commission dem Antrage des Referenten vollständig beistimmen wird.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 9. März. Im Abgeordnetenhaus wurde die Debatte über die consessionellen Vorlagen fortgesetzt. Der Cultus- minister erklärte, die Vorlage sei das Product ruhiger, vorurtheilsfreier Behandlung der gegebenen Verhältnisse, aber keine Vergewaltigung der katho lischen Kirche; die Regierung könne den Miß⸗ brauch der Religion zu staatsgefährlichen Umtrieben nicht dulden und nicht gestatten, daß aus Gottes Opposition werden; nicht ein Krieg gegen die Kirche, sondern eine Ordnung der Verhältnisse derselben werde

dienein Mandatare

staatsrechtlicher

erklärte schließlich seine Geneigtheit, die hervor ragenden Persönlichkeiten der Rechten, des Cent und des linken Centrums zu empfangen, Ansichten über die Lage zu vernehmen und

haben lediglich den Charakter von

([Für morgen sind vorläufig Stephan Bitto, Baron

9. März. Gestern fanden in Neu⸗Pest gelegentlich der Beerdigung eines Metzgers, der

der Selbstmord in Folge von Mißhandlungen Seitens der Stadt⸗Panduren gescheben sein sollte. Eine große Menschenmenge schleppte die Leiche vor das Gemeindehaus und bewarf dasselbe mit Steinen. Auf dem Friedhöfe wiederholten sich ähnliche Scenen. Einschreitende Panduren wurden mit Steinwürsen verjagt. Abends belagerte die Volkemasse das Gemeindehaus und erbrach die Thüren und Fenster. Die Polizei⸗Soldaten gaben schließlich Feuer und wurden 4 Menschen getödtet, mehrere schwer verwundet. Nachts wurde Militär requirirt.

9. März. Während der gestern Nachts in Neu-Pest stattgehabten Unruhen wurde das Ge meindehaus von zahlreich herbeigezogenem arbeits- losen Gesindel angezündet und die Feuerwehr von dem wüthenden Pöbel mit Steinwürfen zurück getrieben. Erst nach Mitternacht gelang es, den Brand zu löschen, nachdem Militär eingetroffen war und die Lösch Anstalten schützte. Frankreich. Paris. Gutem Vernehmen nach hat der Minister der auswärtigen Ange legenheiten, Herzog v. Decazes, in Uebereinstimmung mit dem Kriegsminister beschlossen, einen Militär- Attaché bei der französischen Gesandtschaft in Bern zu ernennen.

Holland Haag. Nach einer officiellen Depesche aus Buitenzorg vom 6. d. M. ist die Lage der Dinge auf Atchin unverändert; in den Umgebungen des holländischen Lagers und des Kratons herrscht vollkommene Ruhe. Die mit den Atchinesen verbündeten Eingeborenen haben sich größtentheils zurückgezogen. Holländischerseits wird energisch an der Befestigung des Kraton gear beitet. Drei Schiffe sind mit Proclamationen an die Bevölkerung nach der West- und Nordküste gesendet worden.

Großbritannien. Windsor, 7. März. Der Herzog und die Herzogin von Edinburg sind heute in Gravesend unter enthusiastischer Begrüßung durch die zusammengeströmten Volks massen an's Land gestiegen. Nachmittags traf das junge Paar hier ein und wurde auf dem Bahnhöfe von der Königin und allen Mitgliedern der königlichen Familie empfangen.

Spanien. Madrid, 9. März. Einer Meldung der Regierung zufolge ist Marschall Serrano seit 2 Tagen in Sommorrostro mit zahlreichen Verstärkungen eingetroffen. Die Wieder aufnahme der Operationen steht bevor. Die Stimmung und die Disciplin der Truppen sind vor trefflich. Die Regierung fürchtet nichts für Bilbao, das sich bis zum Aeußersten vertheidigen wird.

Türkei. Konstantinopel. Der Sultan hat ein die Ernennung des Grafen Arnim zum deut-

Decret unterzeichnet, welches die sonst nicht üblichen Worte mitgroßem Vergnügen enthält. Das Gerücht, das wegen Vorschusses von 130,000 Pfd. Sterling abgeschlossene Geschäft sei von der Pforte anullirt worden, ist unrichtig.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. So sehr dasSeilspringen der Mäd- chen als gesunde Bewegung im Allgemeinen zu billigen ist, so darf es doch nicht stundenlang geschehen, wie

dies so oft vorkommt. Was dabei passiren kann, wird

uns aus Elberfeld erzählt. Es heißt von da: Am 27. v. M., Abends, starb das 7½j̃ährige Töchterchen eines Webers an Darmverschlingung. Diese Krankheit hat sich das Kind dadurch zugezogen, daß es Morgens nach Schluß der Schule mit mehreren Altersgenossen das sog. Seilspringen so lange etwa 100mal nacheinander ausführte, bis es vor Ermüdung fast umfiel. Das arme Kind, welches anfangs nur über heftiges Leibweh klagte, endete gegen Abend unter den gräßlichsten Schmerzen. Wir bitten deßhalb Eltern und Lehrer angelegentlich, doch ihr Auge darauf haben zu wollen, daß das erwähnte gymnastische Spiel in den nöthigen Schranken bleibe.

R. Rodheim v. d. H. Am 5. März feierte die biesige Gemeinde das 25jährige Amtsjubiläum des Bürger⸗ meisters Incobi. Durch Herrn Kreistalh Hallwachs in Vilbel wurde dem Jubilar, der sich der allgemeinsten Achlung erfreut und auf den Rodheim mit Stolz blickt, das von dem Großherzog verliehene Kreuz des Philipps ordens überreicht. Der Gesangverein brachte ihm ein Ständchen, die Gemeinde verehrte ihm einen schönen silbernen Pokal und die Zöglinge der Fortbildungsschule

ein werthvolles Buch. Möge der Jubilar noch lange zum Segen seiner Gemeinde sein Amt verwalten. Darmstadt, 9 März. Gestern Mittag erschien in einem hiesigen Geschäfte der Hausknecht eines Hotels mit einem Schreiben, worin ein daselbst logirender Pbotograph aus Gießen, welcher mit dem betr. Geschäft seit Jahren in Geschäftsverbindung steht, 6 Loth Cyankali erbat. Der Cbef des Hauses nahm, da ihm der betr. Photograph, wie erwähnt, bereits schon lange bekannt, keinen Anstand, das Geforderte zu derabfolgen. Wie es sich nachträglich herausgestellt, hat ein jedenjalls mit den Verhälinissen des erwähnten Photographen auf's Genaueste bekannter, in dem Hotel logicender junger Mann, dessen Namen be⸗ nutzt, um sich das Gift, ohne Zweifel in selbstmörderischer Absicht, zu verschaffen. Der junge Mann ist in der Nähe von Gießen zu Hause und war am letzten Samstag im Examen für die Einjährig-Freiwilligen, in welchem er in⸗ dessen nicht bestanden. Am Samstaßg Abend telegraphirte er dieses nach Hause und scheint in dem Telegramm Line Andeutung gemacht zu haben, welche bei seinem Valer Besorgniß erregte, so daß derselbe sofort hierher reiste. In dem fraglichen Hotel wurde der junge Mann indessen nicht mehr vorgefunden; derselbe halte sich, nachdem er sich noch eine Flasche Champagner batte verabfsolgen lassen, entfernt, und ist bis jetzt noch nicht aufgefunden.

Handel und Verkehr.

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Friedberg, 11. März. Waizen 16 fl. 40 k.; Korn 14(. kr.; Gerste 12 fl. 40 kr.; Hafer 9 fl. 30 kr. Alle Preise verstehen sich per 100 Kilo.

Frankfurt, 9. März. Waizen effectiv hies. 17½ fl. Korn 12/8138¾ fl., Gerste 12½¼ 14 ½ fl., Hafer 11½ bis 11½ fl., Kohlsamen 16½ fl., Erbsen 1214 fl., Wicken 10 fl., Linsen 12 17 fl., Rüböl 38 fl. Alle Preise versteben sich ouf 100 Kilo.

Geld⸗Cours.

Ihe 5 were Stämm iter, Buche

Frankfurt am 10. März 1874. Preußische Friedrichsd'or..fl. ö Pistolen ß Y Holländische fl. 10-Stücke. h 0 5 3133 Ducaten al mare 5 3335 i 20⸗Frankenstücke 9 22½23½% Englische Sovereigns. 11 4951 1 Russische Imperiales.. 9 3941 Dollars in Gold... n

Das der Deulschen Trausallanlischen Dampfschiffsabrts⸗

DampfschiffGoethe, Capitain Tooobuy, trat am

und voller Ladung von Hamburg direct ohne Zwischen⸗ häfen anzulaufen nach New-Pork an. 5

Lehrer-Waisenstift. Einmalige Gaben für das zu gründende Lehrer-Waisens slist haben gezeichnet: Lehrer Biisch 5 fl.; Reallehrer Lang 1 fl.; Seminarlebrer Süß 3 fl. 30 kr.; Seminarlebrer Kürchner 3 fl. 30 kr.; Professor Thurn 3 fl. 30 ke. Semimarlebrer Dr. Heid 3 fl. 30 kr.; Reallehrer Dr. Opel

ö

Bönstadt 1 fl. Summa 32 fl. wird gebeten. Quiuung über Ablieferung an die Haupl⸗ kasse erfolgt späler.

Friedberg den 11. März 1874. Dr. Heid.

schen Botschafter in Konstantinopel genehmigendes

733 in bester Qualität bei M. D. Loeb.

Gesellschaft(Adler-Linie) in Hamburg gehörende Posi-

5. März seine zweite diesjährige Reise mit Passagieren 1

1 fl.; Seminar-Direktor Schäfer 10 fl.; Lebrer Pabst zu 1 Um weitere Beiträge

Repsluchen, Kleien, Schaaler

Schaftaufen hen und 8 Kartoffel kann aut Bemalt Steigern J. währt werden Laubach

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