Ausgabe 
11.7.1874
 
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. 1874.

Samstag den 11. Juli.

M81.

2 8 1 n dere. 8 1 mene un** Conrad Ans f; 0 8 2 E schei t jed 3 ee areietlatt für den atis friedberg. bent See en eg zunsik eu Speis 5 1 te abrelisf. 5.. Der in dem nachstehenden Signalement näher bezeichnete Musketier Michael Jakob Sommer der 4. Compagnie des 1. Hessischen N. Infanterie Regiments Nr. 81 hat sich am 1. d. Mts., Abends gegen 10 Uhr, aus der Caserne entfernt und ist bis jetzt noch nicht zurückgekehrt, ehen weshalb der Verdacht der Fahnenflucht begründet erscheint. a 5 Alle Militär- und Civil-Behörden werden dienstergebenst ersucht, auf den ꝛc. Sommer zu vigiliren, ihn im Betretungsfalle zu verhaften und erg. an die nächste Militär⸗Behörde abzuliefern, dem unterzeichneten Regiment auch hiervon Mittheilung machen zu wollen.

Frankfurt a. M. den 5. Juli 1874.

Hessen. Stirn: hoch. Augen: grau. bildung: regelmäßig. Statur: stark. 1 Halsbinde, 1 Paar Stiefeln.

Sprache: deutsch. Bekleidung.

Frankfurt a. M. den 3. Juli 1874.

Königlich 1.

Signalement eines Mannes der 4. Compagnie 1. Hessischen Infanterie Regiments Nr. 81.

Vor- und Zunamen: Michael Jacob Sommer. Geboren den 14. Mai 1850. Religion: Evangelisch. Gewerbe: Brunnenmacher. Nase: gewöhnlich. Mund: gewöhnlich. Zähne: gut. Bart: Schnurr. Kinn: stark. Gesichtsfarbe: gesund. Gesichts⸗ 1 eigene Mütze, 1 Waffenrock 4 Garnitur, 1 Paar Tuchhosen 4 Garnitur,

Geburtsort: Nieder- Florstadt. Kreis:

Größe: 1 Meter 67 Cent. 5 Mill.

Hessisches Infanterie-Regiment Nr. 81.

Friedberg. Regierungs-Bezirk: Großherzogthum

Haare: hellblond.

r Hauptmann und Compagnie- Chef.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Der erste Ausschuß der ersten Kammer der Stände tritt am Samstag den 11. d., Vormittags 9 Uhr, zu einer Sitzung zusammen. Gegenstände der Berathung sind: 1) die Vorlage des großh. Ministeriums der Finanzen, den Nach- trag zu dem Hauptvoranschlag der Staats-Ein nahmen und Ausgaben des Großherzogthums für dn die Jahre 1873, 1874 und 1875 und die weitere

Erhöhung der Beamtengehalte betr. ꝛc.; 2) ver⸗ 12 z schiedene andere Gegenstände. ant und ehre 20. d. tritt wahrscheinlich die erste Kammer wieder * zusammen, um ihre Rückstände zu erledigen.

Nach Art. 16 der neuen Gemeinde- und Staͤdte-Ordnung sind von der Wahl zu Gemeinde- räthen bezw. Stadtverordneten die Bürgermeister und Beigeordneten nach Analogie der preußischen Städte ⸗Ordnungen ausgeschlossen. Nach einer von dem Ministerium des Innern erlassenen Interpre tation bezieht sich jene Vorschrift nicht auf die derzeitigen auf Grund der bisherigen Gesetzgebung ernannten Bürgermeister und Beigeordneten, hat

Schwibt II., 5

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e dulung

zergebung. vielmehr nur auf die nach Maßgabe der neuen

ee Gesetze Gewählten Anwendung zu finden, wie

dies schon aus der Intention des Gesetzes hervor⸗

deen geht. Die Entscheidung ist praktisch von großer ene Tragweite.

enn Baum Berlin. Fürst Bismarck wird auch während

seines Aufenthaltes in Kissingen sich mit den Reichstags Angelegenheiten beschäftigen, wie man nus dem Umstande schließen darf, daß der Geh. Tegationsrath Bucher, der einen dreiwöchigen Ur nn aub zu einer Reise nach der Schweiz benutzt hat, e, ich kach Ablauf dieses Urlaubes nach Kissingen degeben wird, um mit dem Reichskanzler zu arbeiten.

Im Cultusministerium sind die einleitenden

. 3 Schritte geschehen, um die Gehalte der Pfarrer aut. und Pfarr- Adjuncten im ganzen preußischen Staate v»urchweg, und zwar noch mit rückwirkender Kraft om 1. Januar d. J. ab, auf die Summe von

9 500 Thlr. als Minimalsatz zu bringen. zeig 1 Der Bundesrath hat in seiner letzten Sitzung

10 nuch, derMagd. Ztg. zufolge, die Außercours- etzung der süddeutschen Guldenstücke beschlossen. Dieselben sollen mit dem 31. Dezember d. J. ihre b Heltung als gesetzliches Zahlungsmittel verlieren. I Bleichzeitig ist eine stärkere Prägung von Reichs- Tupfermünzen in Aussicht genommen, um dem Be sürfniß derjenigen Staaten, in welchen die Ein- ührung der Reichsmark Rechnung beabsichtigt wird, I entsprechen.

unden Der Kaiser von Brastlien hat an den keutschen Kaiser ein Telegramm gesendet, in welchem lerselbe sich wegen der durch das neue unterseeische

Am Montag den

Kabel nunmehr hergestellten nahen Verbindung mit Deutschland beglückwünscht. Kaiser Wilhelm hat sofort von Ems aus ebenfalls auf telegraphischem Wege eine freundliche Antwort nach Rio de Janeiro abgeschickt.

Eine sehr interessante Verfügung, die für die stetig zunehmenden geistigen Beziehungen zwischeñ Deutschland und Italien spricht, ist neuerdings vom Cultusminister erlassen worden. Es soll näm lich fortan den preußischen Mediein-Studirenden, welche italienische Universitäten besuchen, ein Se mester in Anrechnung gebracht werden. Vielleicht, daß die Schädigung allgemein menschlicher In teressen, welche durch die Entfremdung Deutsch lands und Frankreichs sicherlich eintritt, durch diesen gesteigerten geistigen Verkehr zwischen zwei anderen, ebenfalls in eminentem Sinne Richtung gebenden Cultur-Völkern, wieder einigermaßen aus- geglichen werden kann.

Das kronprinzliche Paar hat sich mit den jüngeren Kindern über Bremen, wo ein herzlicher Empfang stattfand, und von Bremerhaven auf dem DampferHohenzollern, gefolgt von dem deutschen Uebungsgeschwader, nach der Insel Wight begeben, woselbst dem erlauchten Paare eine über aus freudige Begrüßung Seitens der englischen Bevölkerung bereitet war. Die beiden älteren Prinzen Friedrich Wilhelm und Heinrich haben sich mit ihrem Gouverneur und ihrem Erzieher nach dem Seebade Scheveningen begeben.

DieNordd. Allgem. Zeitung meldet, die spanische Regierung habe in Folge der von den Grafen Kanitz und Hatzfeldt über die Entschä digung deutscher Kaufleute in Carthagena geführten Verhandlungen die vertragsmäßig vereinbarte Summe am 11. Juni bei dem Bankhaus Weiß weiler in Madrid zur Versügung gestellt. Graf Hatzfeldt habe den Auftrag erhalten, den dies seitigen Dank in Madrid auszusprechen.

Wilhelmshafen. Von hier wird mitge theilt, daß das PanzerschiffWilhelm in der zweiten Hälfte dieses Monats den Hafen verlassen und einige Tage in der Nähe von Helgoland manövriren wird, um der Welt zu zeigen, daß das Schiff nicht festsitzt, gleichzeitig aber auch, um die See⸗- Tüchtigkeit der Maschine festzustellen. Augenblicklich sind 24 deutsche Kriegsschiffe in Dienst gestellt. 5

Saarbrücken, 7. Juli. Bei der gestern vorgenommenen Verhaftung des Kaplans von Namborn derselbe hat wegen rechtswidriger Amtshandlungen 28 Monate Gefängniß zu ver büßen kam es beim Passtren des ultramon tanen Hauptquartiers St. Wendel, von wo aus

der Verhaftete per Bahn hierher gebracht werden sollte, zu ernsten Unruhen. Einige der ultramon tanen Heißsporne und Mitglieder des Mainzer Katholikenvereins batten es verstanden, in den unteren Volksschichten die zu der geplanten Demon stration erforderlichen Marionetten zu werben. Gegen 3 Uhr traf der arretirte Märtyrer zu Fuß in St. Wendel ein, begleitet vom Bürgermeister und einem Gendarmen, und umschwärmt von einem großen Theil der Namborner und anderer benach- barten Gemeinden. Unterwegs waren die beiden Beamten beständigen Insulten ausgesetzt; man warf nach ihnen mit Steinen und stieß die schlimmsten Drohworte aus. In dem Geleite des Märtprers befanden sich auch zwei andere Geistliche, die dem Tumult aber nicht steuern konnten, oder nicht wollten.

Straßburg. Der Bischof von Straßburg hat dem Papste 65,000 Franken Peterepfennig geschickt, und ein Straßburger Kloster hat noch 4000 Franken extra gesandt. Der von den elsässischen Pfarrern im Reichstage so sehr betonte Steuerdruck scheint demnach im Lande selbst keineswegs bemerkbar zu sein.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 7. Juli. Erzherzog Albrecht ist heute nach Warschau zur Begrüßung des Kaisers von Rußland abgereist; derselbe wird voraussichtlich längere Zeit in Ruß land verweilen.

Frankreich. Paris. DerOrdre meldet, daß Raoul Duval nächsten Mittwoch einen Antrag auf Auflösung der Nationalversammlung einbringen werde, und daß er für diesen Vorschlag auf die Zustimmung der bonapartistischen Abgeordneten rechnen könne.

Versailles, 7. Juli. Die Nationalver- sammlung beendigte in ihrer heutigen Sitzung die Berathung des Municipal-Wahlgesetzes, wobei die Erforderlichkeit eines zweijäbrigen Domieils für die Wahlberechtigung beschlossen wurde. Die Discussion der Interpellation Lucien Brun wurde auf morgen vertagt.

8. Juli. Nationalversammlung. Verhand- lung der Interpellation Lueien Brun. Der Minister des Innern, Fourtou, beantwortet dieselbe, indem er die Unabänderlichkeit des Gesetzes vom 20. Nov. v. J. betont, auf die von dem Ministerium gegen die Bonapartisten und Radicalen getroffenen Maß regeln hinweist und erklärt, daß das Ministertum entschlossen sei, die Amtsgewalt Mac Mahon's gegen jedweden Angriff zu vertheidigen. Ernoul erwidert. Von der äußersten Rechten, der Rechten und der Linken werden darauf verschiedene Tages-