Garten umgewandelt, in dessen Hintergrund sich die Büste ö der Kaiserin Augusta plastisch abhob. Palmenhaus und Saal bildeten ein Ganzes, und in dessen Mitte bewegte sich ein Damenflor, durch Jugend, Schönheit und Reich⸗ thum der Toilette gleich bezaubernd. Haute volée, haute ünance und das schlichte Bürgerthum hatten sich ein⸗ trächtig die Hand zum Gelingen des Werkes gereicht; besonderen Dank gebührt jedoch außer den Damen Hoffmeister und Schweykard und Herrn. Zademack dem „Liederkranz“, welcher dem Abend durch einige meisterhaft vorgetragene Lieder die höhere Weide gab. Höͤchst ge⸗ lungen waren auch die im Palmenhaus zur Darstellung gelangten lebenden Bilder„Loreley“(Fräulein Hoff⸗ meister)„Germania“ auf der„Wacht am Rhein“(Fräu⸗ lein Schweykard) und ein Tableau Kranken⸗Pflegerinnen. Wenn auch keine Trinksprüche im Programm vorgesehen waren, so konnten es einzelne Gäste doch nicht über das Herz bringen, ihren Gefühlen lauten Ausdruck zu geben. Der erste Toast galt dem Kaiser, der zweite der gastlichen Stadt und der dritte ihren Damen. Das Fest, welches
pfund 2 fl. 10 kr. Aepfel per 200 Zollpfund 5 fl. 10 dis 30 kr.
Mainz, 8. Oct. Productenmarkt. Waizen per Nov. 11 fl. 57 kr., per März 20 fl.— kt., per Mai 20 fl. — kr. Korn per Nov. 9 fl. 4 kr., per März 16 fl. — kr., per Mai 16 fl.— kr. Hafer per Nov. 10 fl. 30 kr., per März 18 fl. 35 kr., per Mai 18 fl. 30 kr. Rüböl per Oct. 17 fl. 15 kr., per Mai 32 fl. 25 kr. Raps per April 29 fl. 50 kr.
Friedberg. Es wird von dem Publikum nicht selten außer Acht gelassen, daß das einfache Briefgewicht im Verkehr mit Frankreich nicht 15 Gramm, wie im deutschen Briefverkehr, sondern nur 10 Gramm beträgt. In Folge des Uebersehens kommen nach Frankreich in beträchtlicher Anzahl ungenügend franktirte Briefe vor. Da alle derartigen Briefe den Adressaten mit Porto be⸗ lastet zugehen und dadurch fortgesetzte Störungen in dem betreffenden Correspondenzverkehr entstehen, so wird wieder⸗ bolt darauf aufmeiksam gemacht, daß die einfache Brief⸗ taxe von 3 Sgr. nach Frankreich nur für solche Briese
Allen, die daran theilnahmen, in schöner Erinnerung bleiben wird, endigte gegen die erste Morgenstunde. Wiesbaden. Ein Herr, welcher
Kammerjungfer in einem hiesigen Badhause wohnt, erbeten ö hatte, aber stets abgewiesen worden war, erschien gestern
Vormittag mit demselben Anliegen und wurde denn auch ungünstige Gerüchte, welche augenscheinlich von der Con⸗ Als er bei der Dame eingetreten, erklärte tremine in Umlauf gesetzt waren, verschärften im gestrigen er, er müsse sie allein sprechen; die Dame erwiderte Abendverkehr die schon bei Schluß der Mittagsbörse sagen, was er eingetretene Baisse. Heute verkehrte man beruhigter und Darauf erklärte der junge Mann, daß er die traten zu niedrigeren Coursen gute Käufer an den Markt, Dame heirathen wolle, was natürlich abgewiesen wurde. so daß sich ein ziemlich lebhaftes Geschäft entwickelte. Da der Heirathslustige seitdem mehrere Damen auf der Im Verlauf des Verkehrs erfuhr die Tendenz noch eine
vorgelassen.
indeß, das geschehe nie, er solle nur wünsche.
Straße mit denselben Anträgen verfolgte, so wurde er weitere Befestigung, als Berlin sich günstig disponirt schließlich gestern Abend von einem Schutzmanne verhaftet. zeigte
Münster. Dahier starb vor einigen Tagen der letzte
der dort ansässig gewesenen Priester der Gesellschaft Jesu, Creditaetien bewegten sich zwischen 256¾—56— 57/— P. Haan, welcher durch langjähriges schweres Leiden ver- 56¼ und 257½, Staatsbahnaetien gingen zwischen hindert war, dem Ausweisungsbefehl nachzukommen. Das 330½—29/—30/ 30 ½ und 330 um. Lombarden
war der letzte Jesuit in Deutschland. Wasungen. Bei dem am 5. d. M. staltgehabten Brande wurden 7 Wohnhäuser mit Scheunen und Neben- gebänden zerstört. Von Inieresse ist es, zu vernehmen, daß der Brand denselden Stadliheit betroffen hat, welcher vor 20 Jahren abgebrannt und hiernach neu aufgebaut worden ist. ö Weimar. Am 2. d. gegen 7 Ubr Abends ereignete sich auf der Thüringer Bahn zwischen Erfurt und Weimar folgender Vorfall. Eine Dame saß mit 3 Kindern in einem Coupé 2. Classe des von Eisenach kommenden Schnellzuges. Sie hatte ihren Platz in einer Ecke nächst dem Fenster genommen, die Kinder standen um sie und lauschten ihrer Erzählung, ein Knabe von sechs Jabten stand zwischen ihr und der Wagenthür. Da plötzlich fliegt die Thür auf und starr vor Entsetzen sieht die Mutter in einem Nu ihr liebes Kind verschwinden! Durch einen gellenden Schrei und einen Schlag wider das Fenstet des Wagens gelingt es iht, die Aufmerksamkeit der Nachbarwagen zu erregen — sie war mit ihren Kindern allein im Coupé— und ihr Angsiruf„Halt!“ pflanzte sich schnell bis zue Spitze des Zuges fort. Es wird gehalten, und während tbeil— nehmende Reisende sich um die entsetzte Mutter und die beiden anderen sich umschlungen haltenden kleineren Kinder veschäftligten, gehen andere nebst einigen Schaffnern mit Lalernen die Bahn entlang, das Kind zu suchen. Wie werden sie es finden? Was werden sie der Mutter bringen können? Da macht aller Anast der Ruf des kleinen Bur— schen ein Ende:„Mama! Mama!“ Er hatte sich auf— gemacht und lief dem Zuge nach, obne zu weinen oder zu schreien, nur durch die Laternen in Schrecken gesetzt, von denen er glaubte, daß sie einem ibm entgegenkommen⸗ den Zuge angehörten. Wer beschreibt die Wonne der Mutter, als das Kind lebend und, wenn auch heftig blutend, doch augenblicklich obne jede schwere Verletzung, ihr in die Arme gelegt wird?— Der Arzt in Weimar konnte bestätigen, daß die Kopfwunden unerheblich seien und gestattete schon nach eintägigem Aufenthalt die Weiterreise. Straßburg. Ein entsetzliches Verbrechen versetzte die Stadt in Aufruhr. Am 3. d. Abends wurde ein Töchter⸗ chen des Pbotographen Schwitgebel, welcher Ecke der Kinderspielgasse wohnt, von seinen Eltern in die Börsch⸗ mühle geschickt, um Mehl zu holen. Seitdem blieb das Kind verschwunden und war trotz aller Nachforschungen nicht zu ermitteln. Heute Vormittag endlich fand man seinen Leichnam in einer abgelegenen Ecke der Börschmühle auf einem Rade liegend und mit Schilf und Stroh bedeckt. Das Gesicht des Kindes war mit Blut bedeckt. Die scham⸗ loseste That scheint der Ermordung vorgegangen zu sein oder nachgefolgt zu haben. Das„Els. J.“ schreibt:„Wir haben die Leiche geseben. Das arme Mädchen hat ein sehr hübsches Aeußere: es ist blondhaarig, sehr stark und 14 bis 15 Jahre alt; am Körper selbst bemerkt man keine sehr in's Auge fallende Beschädigungen; am linken Knie sahen wir einige Aufschürfungen und auf den Schenkeln einige Bluffleckchen. Die ärztliche Untersuchung wird den Ursprung dieser leichten Verwundungen erklären, welche vom Kampfe herrühren, den das Opfer gegen den oder die Mörder bestanden hat. Zwei stark verdächtige Indi⸗ viduen wurden verhaftet und dem kaiserlichen Staats- procurator zur Verfügung gestellt.
und daß für Briefe über 10 bis zu 20 Gramm einschließ⸗ schon mehrere lich 6 Sgr. und für jede fernere 10 Gramm 3 Sgr. mehr Male Audienz bei einer reichen Dame, welche mit ihrer zu entrichten sind.
gilt, welche das Gewicht von 10 Gtamm nicht überschreiten,
D. Frankfurt a. M., 8. October. Verschiedene
und über dem hiesigen Niveau stehende Course
sandte. Auch Wien documentirte eine feste Haltung.
variirten zwischen 148¾—49¾ und 150½. Die heute gemeldete Mehreinnahme der Bahn beziffert sich auf fl. 58,000. Oesterreichische Bahnen waren wenig belebt. Galizier fest, andere Bahnen fast durchgängig matter, namentlich Alföld, Rudolf, Siebenbürgen und Ungarische Nordost. Elbthal etwas besser. Von deutschen Bahnen Oberhessen niedriger und zu 76 im Verkehr. Priori⸗ täten wenig verändert. Banken lagen still und waren meist eher am Markte. Darmstädter fl. 5 ½., Oesterr. Nationalbank fl. 4. matter. Oesterr., Deutsche, Frank⸗ furter Wehslerbank und Leipziger Vereinsbank fest. Silberrente behauptet. 5% Badische gesucht. Spanier 3% nachgebend. Loose ohne Leben und rückgängig. Ungarische verloren fl. 1. Raab Grazer fest. Von frem⸗ den Devisen Wien, Paris und Amsterdam etwas schwächer.
Die letzten Tage Friedrichs des Großen. Der Tod Friedrichs des Großen, des Einzigen, liegt zwar schon fast neun Jahrzehnte hinter uns, das Gedächtniß des Verewigten aber lebt in voller Stärke in der Nachwelt fort, und kaum wird die Zeit vermögen, den Zügen seines Bildes etwas von ihrer Plasticität zu rauben. Der 17. August, der Sterbetag eines der größten und berrlichsten Unter den Machthabern dieser Welt, wird für alle Zeiten einer der bedeutsamsten Gedenktage in der Geschichte der Menschheit sein. Man gestatte uns aus dem unverwelklichen Kranze eines so über— schwänglich thaten- und segenreichen Lebens an diesem Tage in kleines Blättchen zu nehmen und an der Hand eines seiner Aerzte, des hochberühmten Zimmermann(Fragmente über Friedrich d. Gr. Leipzig 1790) den„Philosophen auf dem Königs- thron“ auch in den letzten Tagen seines von schweren körperlichen Leiden heimgesuchten Lebens kennen zu lernen. Mit Recht sagt Zimmermann: „Gar Vielee liegt in jedem Menschen, das nur die Augen eines Arztes wahrnehmen, gar Vieles kann auch in großen Menschen liegen, das vielleicht Niemand so billig beurtheilt als ein Arzt. Bet einem so hochstehenden Geiste, wie ihn Friedrich sein eigen nannte, spricht selbst in kleinlich schei⸗ nendem Trotze gegen körperliche Schwächen und Leiden sich das Bewußtsein und Vollgefühl geistiger Ueberlegenheit aus.“
Friedrichs Körperbau war nicht kräftig. Schon in frühester Jugend brachten ihm seine feinfühlen— den Nerven manches Uebel. Kaum über das Jünglingsalter hinaus sagt er selbst, seine un- glückliche Erfahrung babe aus ihm einen Arzt gemacht. Bald nachdem er den Thron besttegen, war er von allerlei, ganz und gar nicht unbe—
Handel und Verkehr. Frankfurt, 7. Oct.
markt war ziemlich befahren. Heu kostete per Ctr. 2 fl.
Der heutige Heu- und Stroh⸗
deutenden Krankheiten beimgesucht, vorzüglich von gichtischen und Abdominalleiden, ja zuweilen auch von Lungenblutungen und einmal, in seinem 36. Lebensjahre, von einer halbseitigen Lähmung.
bis 3 fl.— kr. 1 fl. 40 kr. Eier das Hundert 3 fl. 12 kt.
Sirob per Centner 1 fl. 30 kr. bis Butter 1. Qual. 44 kr., 2. Qual. 42 kr., Kartoffeln per 200 Zoll⸗
Trotzdem hat er, wie selten ein Mensch, durch
zuhärten und seine Nerven zu bezähmen gewußt. Er verstand die Kunst, sich an alles zu gewöhnen. Er verbringt, aller Lebens bequemlichkeiten voll⸗ kommen bar, selbst von so manchem der nothwen⸗ digsten Kleidungsstücke dermaßen entblößt, daß er im Bett bleiben mußte, während ein Bauernschnei⸗ der die schad haften wieder in Stand setzte, den Winter von 1759 bis 1760 in einer elenden Hütte zu Schlettau. Er ist 1761 in seinem ver⸗ schanzten Lager in Schlesien Nacht für Nacht in den Batterien, und ein Bund Stroh ist seine Ruhestätte. Er vermißt selbst seine französischen Köche nicht, die, die ihm doch sonst nur allzulieb sind, und läßt sie erst kommen, nachdem ihm die frohe Nachricht von dem Tode der Kaiserin Elisabeth, seiner gefährlichsten Feindin, geworden
ist. Dann erst greift er, auch nach sehr langer
Pause, wieder zu seiner geliebten, so lange im
Koffer begraben gewesenen Flöte.
Seit der Bekanntschaft mit dem Dr. v. Malchow war sein Vertrauen zu der ärztlichen Kunst stark erschüttert; er war, wie das meist der Fall ist, nicht zu seinem Besten, sein eigener Arzt geworden und scheute in dieser Eigenschaft auch die heftigst wirkenden Arzneien nicht. Seine Aerzte hatten genug zu thun, ihn von dem Mißbrauch derselben durch Uebermaß der Dosen abzuhalten. Nur da— durch haben ihm sein Leibarzt Dr. Frese und später unser Landsmann Dr. Morgenbesser im eigentlichsten Sinne des Wortes das Leben ge— rettet. Friedrich behandelte seine Aerzte nicht anders, als seine Minister, Generale und Lakaien. Die Doctoren Muzelius, Cothenius, Selle u. A. hatten alle einen üblen Stand dei ihm, und sein Glaube an die ärztliche Kunst verringerte sich um so mehr, je weniger die Lazarethpflege in jener Zeit dazu angethan war, ihm Vertrauen einzu- flößen. Vor allen Dingen mußte jeder Arzt eine Art von Prüfung bei ihm bestehen, ehe er sich demselben anvertraute. Zimmermann versichert, er sei dabei sehr genau und mit Sachkenntniß zu Werke gegangen und habe ihn selbst schärfer aufs Korn genommen, als ihm je bei einem Examen widerfahren sei. Auch eine kleine medicinische Schrift, freilich nach dem damaligen und noch mehr nach dem heutigen Stande der Wissenschaft von mehr als zweifelhaftem Werth, hat der König verfaßt und in Berlin drucken lassen. Der Schutz⸗ pockenimpfung widmete er ein sehr warmes Interesse. Ueber seine eigenen Leiden scherzte er, auch wenn er die größten Schmerzen auszustehen hatte.„Das Podagra“ sagte er z. B.,„meint, weil ich ein Fürst bin, werde ich es gut bewirthen. Ich de⸗ wirthe es aber schlecht und lebe sehr mager.“ Selbst wenn es gar zu toll kam, verging ihm die Lost zu scherzen nicht; dann verglich er wohl seine Gicht mit der englischen Opposition und meinte, im Knie säße der Herr Burke und in der großen Zehe Herr Fox. Nichts vermochte ihn, durch einen Winteraufenthalt in einem milderen Klima Lin- derung für seine Leiden zu suchen; er bestand fest darauf, daß seine Pflicht und die höheren Zwecke seines Lebens ihm das unmöglich machten.
Bis in sein hohes Alter, bis zum letzten Jahre vor seinem Tode, reichte, gewissermaßen dem Tode trotzend, diese zähe geistige Stärke. Allmählich und langsam, erzählt der Leibarzt Selle, in einer Zeit von zwölf Monaten kam die Maschine dieses außerordentlichen Geistes zum Stillstand.
Am Anfang des Augusts 1785 fühlte sich der König zuweilen äußerst schwach. Er reiste aber trotz der Abnahme seiner Kräfte gleichwohl zur Revue nach Schlesien. Hier war er viele Stun den lang in seiner gewöhnlichen einfachen Kleidung einem starken, anhaltenden Regenguß ausgesetzt. Bald darauf trat ein heftiger Katarrh mit bedenk⸗ lichen asthmatischen Zufällen, zugleich ein starket Gichtanfall ein, und Indigestionen verschlimmerten den Zustand umsomehr, je weniger der hohe Patient von seinen gewohnten, im höchsten Grade schädlichen Genüssen abzubringen war. Nur zu bald sahen die Aerzte, daß sie ein unüberwind⸗ liches Leiden vor sich hatten; man konnte nur auf die Verlängerung dieses kostbaren Lebens oder, wie der König sich selbst ausdrückte, auf die„Ver-
Willensstärke und geistige Kraft seinen Körper ab—
längerung seiner Krankheit“ hinarbeiten. Sehr
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