Ausgabe 
10.3.1874
 
Einzelbild herunterladen

der Standesbeamten den einzelnen Landesregier-

ungen anheim. 6. März.

des Strafverfahrens gegen den Lesung des Impfzwang⸗Gesetzes ein.

Commission, dahingehend, daß im jahre eine

183 gegen 119 Stimmen angenvumen. 7. März. In ihrer heutigen Sitzung ge-

nebmigte die Preßgesetz⸗ Commission in zweiter anläßlich einer Petition wegen Einführung der Civil

Lesung den von der Redactions-Commission vor- bereiteten Entwurf mit mehreren die Beschlüsse der ersten Lesung wesentlich nicht berührenden Aenderungen. Dit Commission beschloß eine Reso- lution, wodurch der Bundesrath aufgefordert wird, in die neue Strasprozeß⸗Ordnung eine Bestimmung aufzunebmen, wonach die Aburtheilung von Preß- verbrechen und amtlich zu verfolgenden Presver- geben durch die Schwurgerichte erfolgt. Mit der schriftlichen Berichterstattung an den Reichstag ist Marquardsen beauftragt.

Die preußische Bank wird nach sehr er⸗ heblichen Rücklagen eine Jahresdividende von 20 pCt. vertheilen.

Der Reichskanzler beantragt beim Bundes- rathe: die Bundes-Regierungen einzuladen, bis zum Eingang und der Berathung einer in der Vorbereitung begriffenen Vorlage betreffs der Reform der Eisenbahn⸗Tarife auf der Grundlage der Markrechnung ihre Entscheidung über Aender ungen der Eisenbahn⸗Tarife auszusetzen.

Trier, 6. März. Bischof Eberhard wurde heute vom Landrath verhaftet und in das biesige Gefängniß eingeliefert. Der Bischof segnete die herbeigeströmte Menge. Ruhestörungen kamen indeß nicht vor. 0

Kassel, 7. März. Die in Herrenbreitungen und Dreihausen stationirten Pfarrer sind heute entlassen worden. Damit sind nun sämmtliche Renitenten ausnahmslos und definitiv abgesetzt.

Braunschweig. Die Landesversammlung genehmigte den Staatsvertrag mit Preußen über Theilung des Communionsgebietes am Unterharz. Der Vertrag soll am 1. Jan. 1875 in Kraft treten.

Schwerin, 6. März. Die beiden Regier- ungen von Mecklenburg⸗Schwerin und von Mecklen⸗ burg⸗Strelitz haben sich entschlossen, die ständische Antwort anzunehmen, vorbehaltlich der Wieder aufnahme der Verhandlungen und unter der Voraussetzung, daß die Stände ihrerseits bestrebt sein werden, die endliche Verständigung auf Grund der Vorlage berbtizuführen. Der Schluß des Landtags erfolgt morgen.

Metz. In Lothringen sind, wie dieMetzer Zig. meldet, neununddreißig Pfarrer aus den Kreisen Searburg und Chateau-Salins für den 18. d. Mts. vor das Zuchtpolizeigericht Metz ge⸗ laden, um sich darüber zu verantworten, daß sie den seinerzeit mehrerwähnten Hirtenbrief des Bischofs von Nancy von der Kanzel verlesen, resp. mit Bemerkungen begleitet haben.

5 Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 5. März. Das Abgeordnetenhaus begann heute die Debatte über die confesstonellen Gesetze. Gegen den Ge

Der Reichstag genehmigte cl 5 ae ee den Antrag Windborst auf SistirungGesetz, vier dagegen gesprochen batten, urde der re Abgeordneten Schluß der Generaldebatte angenommen. Ein ia(Glatz) und trat bierauf in die zweite] Antrag Kronawetter's(Demokrat) auf Zurück r§. 1 des weisung der Vorlage an den Ausschuß, sowie ein Gesetzes wurde nach den Vorschlägen der freien] Antrag Smolka's(Pole) auf Vertagung des An- 12. Lebens- trages wurden abgelehnt. Revaceination stattfindet, wenn der dung Impfling in den letzten fünf Jahren nicht die habe den aus Gesundheitsrücksichten angesuchten natürlichen Blattern überstanden hat oder erfolg- Abschied des General- Adjutanten Grafen Belle. reich geimpft ist, in namentlicher Abstimmung mit garde nicht angenommen, sondern demselben einen

7. März. Abgeordnetenhaus. Die De⸗ batte über die confessionellen Vorlogen wurde heute Nachdem noch vier Redner für das

DieWiener Zeitung erfährt, der Kaiser

sechsmonatlichen Urlaub bewilligt. Pest, 7. März. Das Abgeordnetenhaus hat

ehe einen Antrag angenommen, des Inhalts, daß dieser Gegenstand einem Ausschusse mit der Weisung überwiesen werde, sofort darüber zu berichten.

Frankreich. Paris. Das Gerücht be⸗ treffs Abberufung des Botschafters, Generals Leflö, aus Petersburg und Ersetzung desselben durch den Vicomte de Gontaut-Biron ist, gutem Vernehmen derAgence Havas zufolge, unbegründet.

Der Minister des Innern hat mit Hin weis auf den Beschluß der Nationalversammlung vom 19. November 1873, betreffend die Ver- längerung der Amtsgewalten Mac Mahon's, den Verkauf von Photographien des Grafen Cham- bord verboten.

Großbritannien. London. Zum Sprecher des Unterhauses ist abermals Brand gewählt. Der- selbe wurde von Gladstone im Namen der Libe⸗ ralen beglückwünscht.

DieKöln. Ztg. meldet von hier: Die antiultramontanen Provinzial- Meetings beginnen in nächster Woche, und zwar am 12. in Tun⸗ bridge Wells, am 26. in Reading. Am 31. d. oder 2. April findet ein großes Meeting in Liver pool stalt, dem vielleicht der Unterrichts minister Lord Sandon präsidiren wird.

Eine officielle Depesche des Generals Wolseleß vom 7. Februar meldet, daß Cumassi genommen und eingeäschert und der König der Aschantis geflohen wäre, ferner, daß die Engländer ihren Rückmarsch nach Cap-Coastcastel angetreten hätten. Eine spätere officielle Depesche Wolseley's vom 9. Februar besagt, Boten des Königs seien in das englische Lager gekommen und hätten um Frieden gebeten. In der Depesche heißt es dann wörtlich:Ich halte mich mit den eingeborenen Truppen nördlich von Adausihill bis zum 13. oder 14. Februar auf, um dem Feinde zu Friedens verhandlungen Zeit zu lassen. Uaser Rückmarsch ist vom Feinde unbehelligt.

Spanien. Madrid. Serano hat eine

dessen Truppen inspieirt.

nachdem Verstärkungen in der Höhe von 16,000 Mann hinzugekommen sind, nunmehr auf 65,000 Mann. Die Carlisten find im Umkreise von 3 Lieues um Bilbao concentrirt.

Türkei. Konstantinopel. Es wird ver- sichert, die Absetzung Hamdi Paschas, an dessen Stelle Jussuf Bey zum Finanzminister ernannt ist, sei wegen der übertriebenen Bedingungen erfolgt, unter welchen er das letzte Vorschußgeschäft von 130,000 Pfund Sterling mit der ottomanischen Bank auf 9 Monate abschloß. Dem Ueberein- kommen gemäß soll die Pforte 12 pCt. Interessen

setzentwurf sind 35, für denselben 23 Redner vor- zahlen und die Rückzahlung in 50,000 Pfd. St. . Von denselben sprachen heute Hohenwart, baar und 800 Schatzbonds-Serien B und Cal reuter, Fürst Czarteryski und Weiß von Starken⸗ pari leisten, was einer jährlichen Verzinsung von fels dagegen; Schaffer, Gbllerich, Düenberger 50 pCt. gleichkommt.

und Fux dafür. 6. März. heute die Debatte über die confesstone fort. Gegen die Vorlage und Harrant

kondigte und Ventuci, welcher erklärte, daß di

Bevölkerung vom südlichen Tyrol die Gesetzvor⸗

Zwischen der Türkei und England sind

Das Abgeordnetenhaus setzte in Lahedsch bei Aden neuerdings Differenzen ent llen Gesetze standen, in Folge Gefangennehmung einer unter di Vo sprachen Lienbacher britischem Schutz stehenden Person durch türkische für dietelbe Eduard Luez, welcher Truppen. Seitens der britischen Behörden wurde

im Verlaufe seiner Rede die Einbrin i ˖ 1 e f N gung eines die sofortige Freilassung, aber bisher vergeblich, Amendements betreffs des bischöflichen Eides an- gefordert. f 1 1

Man hofft, daß die Differenz in e freundschoftlicher Weise beigelegt werden wird. Das füngst contrahirte Vorschußgeschäft

age als einen wahrhaft fortschrittlichen legis⸗ von 130,000 Pfd. Sterl. ist von der Regierung

atorischen Act begrüße.

annullirt worden.

Amerika. Newyork. Der Senat in Washington lehnte die Bewilligung des von der Regierung geforderten Credits für die Industrie⸗ Ausstellung in Philadelphia ab.

Aus Stadt und Land.

Friedberg, 7. März. Die am letzten Donners⸗ tage gebrachte Mittheilung üder die beschlossene Erhöhung der Volksschullehrergehalte bedarf einer Berichtigung; die Erhöhungim Sinne des Gesetzes ist, gleich wie in fast allen Gemeinden, so auch hier bereits voriges Jahr beschlossen worden; bierbei war nach Vorschrift des Gesetzes der Gehalt für die beiden ersten Schulstellen auf 800 fl. für die dritte, vierte und fünfte je 650 fl. und die beiden letzten auf 550 fl. nerst 100 fl. Wohnungs⸗ vergütung für jeden Lehrer normirt, und außerdem dem Inhaber der dritten Stelle, der gleiches Dienstalter mit den beiden ersten Lebrern hat, zur Gleichstellung mit diesen eine persönliche Zulage von 150 fl. bewilligt worden. Sehr bald jedoch gewann die Erkenntniß Eingang, daß hiermit zwar vorerst dem Gesetze genügt sei, diese Normir⸗ ung aber bei später eintretenden Stellenerledigungen und Neubesetzungen unliebsame Mißstände im Gefolge haben möchte und so wurde denn neuestens beschlossen, die Ge halte überhaupt nicht an im Voraus bestimmie Stellen zu binden, sondern jeden neu eintretenden Lehrer mit 550 fl. Minimalgehalt anfangen zu lassen und von fünf zu fünf Jahren jedesmal 50 fl. zuzusetzen bis das bei dieser Gelegenheit auf 850 fl. erhöhte Maximum erreicht ist und da die jetzigen Lehrer, jeder nach seinem Dienst alter, hiernach einrangirt werden, so wird es den beiden Jüngsten demnächst schon 650 fl., den drei ältesten aber 850 fl. tragen. Uebrigens muß der gute Wille des Ge meinderaths nicht nach diesen Bewilligungen, sondern nach den ihm zu Geboie stehenden Mitteln gewürdigt werden.

Bad⸗Nauheim. Nr. 24 und 25 d. Anz. bringen Artikel, deren Verfasser darauf aufmerksam machen, daß von Nauheim aus darauf hingewirkt werde, und bei den einschlägigen Behörden bereits ein sörmlicher Antrag ge stellt sei, daß die vor einigen Jahren neu angelegte Lindenallee auf der Cbaussee von Friedberg nach Nauheim wieder beseitigt werden solle. Diese Mittheilung bezieht sich ohne Zweifel auf eine zwischen dem Großyerzoglichen Fiscus und der Gemeinde Nauheim, in Folge der der letzteren zugemutheten Entschädigung für an jener Allee beschädigte Bäume, ausgebrochenen Rechtsstreit und geht dasvon Nauheim aus? offenbar an die Adresse des hiesigen Gemeinderaths. Zur Aufklärung des Publikums, und namentlich auch der beiden Correspondenten, beschränken wir uns einfach auf Mittheilung folgender Thatsachen: die Allee wurde vor einigen Jahren vom Großh. Fiscus wahrscheinlich in der anerkennenswerthen Absicht, hierdurch einen schattigen Fahr- und Spazierweg nach Nauheim zu schaffen, angelegt. Leider wurde hierdei mit dem Ange⸗ nehmen nicht auch das Zweckmäßige verbunden, in dem die Fahrbahn dieser frequentesten Chaussee hierdurch in einer Weise verengert wurde, die das gegenseitige Aus weichen größerer Fuhrwerke, namentlich bei Nachtzeit, ohne Beschädigung der jungen Alleebäume in hohem Grade erschwerie. So dauerte es denn auch gar nicht lange und es kamen Anzeigen über Anzeigen, daß Bäumchen be⸗ schädigt seien. Während man bei Anlage der Allee selbst⸗ verftändlich der Gemeinde Nauheim, als der zunächst dabei interessirten, keine Mitheilung hiervon gemacht hatte, so muthete man jetzt derselben zu für die beschädigten Bäume, da der Thäter nicht zu ermitteln sei, aufzukommen. Die Gemeinde verwahrte sich selbstverständlich hiergegen, es kam zum Rechtsstreit, in dem dieselbe schließlich auf Grund

g 5 einer in 18 erlassenen kurhessischen Verordnung, wonach Zusammenkunft mit General Moriones gehabt und wann bei einer frevelhaften Beschädigung der Baus

Die gesammte Stärke pflanzungen an Chausscen der Täter nicht zu ermitteln der Regierungstruppen im Norden beziffert sich, sel, die Gemeinde Schadenersatz zu leisten babe. verurtheilt

wurde. Trotz der Einrede, daß sich obige Verordnung auf Alleen am Rand der Chausseen beziehe, nicht aber auf solche auf der Fahrbahn und, daß die Beschädigung eine nachweisbar unabsichtliche, unter Umständen unvermeidliche, gewiß aber nicht frevelhafte sei, wurde das Urtheil aufrecht erhalten, Appellation war wegen der Geringfügigkeit des Objects nicht zulässig. Hiernach blieb dem Gemeinderath nichts übrig als Großh. Ministerium die Angelegenheit vorzutragen und um Abwendung der der Gemeinde durch die zahlreichen Entschädigungen erwachsenden Unkosten zu bitten, bezw. das Umpflanzen der Bäume auf Kosten des Großh. Fiscus geschehen zu lassen. Entscheid hierauf steht noch aus. Ein Antrag auf Beseitigung der Allee ist von dem hiesigen Gemeinderath nicht gestellt; ob es von anderen competenten Behörden außerhalb Nauheim's ge⸗ schehen, wissen wir nicht. Wir erlauben uns übrigens noch eine Frage. Warum beginnt die zu enge Allee erst auf der Nauheimer und nicht schon auf der Friedberger Grenze? Ohne Zweifel, weil man fürchtete, daß die Chausste durch eine schauige Allee mit geringem Abstand die Fahrbahn noch länger feucht halte, als dies ehedem schon der Fall ist; ganz dasselbe trifft aber auch für die Nauheimer Strecke zu, wir constatiren hier nur, daß in früheren Jahren allein schon aus diesem Grund eine zweite Allee, deren Fahrbahn bei weitem breiter war, als die jetzige entfernt wurde. Im Allgemeinen ist es uns an⸗ genehm durch jene Correspondenzen Veranlassung zu finden das Sachverhältniß in die Oeffentlichkeit zu bringen. Sachverständige und Vorurtheilsfreie mögen sich ihr Urtheil seibst über die Angelegenheit bilden. Auch die beiden Correspondenten hätten sich vorher etwas genauer erkundigen dürfen; es sieyt in der That zu sehr aus als ob sie pro domo sprächen. In Bezug auf die Allee am Nauheim ⸗Friedberger Promenadeweg bäfte es wohl kaum

beussee rh

. en Neck .

Holz

Purchmesser; Abenischte St ler Buchen⸗ E Abr ab:

0 Raumm

mawoch Aub, solen

eine große 1