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stand beschuldigten Deputirten von Martinique, Melvil⸗Bloncourt, gerichtlich verfolgen zu dürfen, beschloß die Versammlung, am Samstag eine Com- misston zur Prüfung des Gesuches zu ernennen.
— 6. Febr. Die Nationalversammlung nahm heule, den Bestimmungen der Geschäftsordnung gemäß, die Neuwahl des Präsidenten vor, und wurde Buffet mit 348 Stimmen wiedergewählt. Leon Say erbielt 246 Stimmen.
— Die Bureaux der Rationalversammlung schritten heute zur Wahl der dreißig Mitglieder der neuen Budget-Commission. Von 28 Ge⸗ wählten gehören 16 den regierungsfreundlichen Parteien und 12 der Opposition an. Sehr be: merkt wurde die Wahl Rouher's; neben ihm ist die bonapartistische Partei auch noch durch Haöntjens und La Roncidre le Noury vertreten.
Holland. Haag. Nach offiziellen Mel⸗ dungen aus Atchin vom 1. Februar wurde eine holländische Recognoscirungstruppe, welche am 29. Januar ausgesandt worden war, von dem Feinde angegriffen und verlor 3 Todte und 18 Verwundete. Drei Provinzen scheinen geneigt, sich zu unterwerfen, nachdem ihnen die freie Ausübung der Religion zugesichert worden. Neue Verstärk⸗ ungstruppen sind nicht mehr erforderlich. Die Cholera-Epidemie ist im Abnehmen begriffen.
Großbritannien. London, 6. Febr. Bisher find die Resultate von 420 Wahlen be⸗ kannt, davon sind 227 conservativ und 193 liberal ausgefallen. Die Liberalen haben bisher 24, die Conservativen 61 Stimmen gewonnen. In Hanley, Wolverhampton und Askeaton sind ernstliche Ruhestörungen vorgekommen, bei denen es mehrere Todte und Verwundete gab. Die „Times“ sagt: Es ist evident, daß die in den Wahlen enthaltene Antwort des Landes eine Opposition gegen Gladstone bedeutet. Das Blatt läßt durchblicken, daß Gladstone noch vor der Er öffnung des Parlaments seine Demission geben werde.
— 7. Febr. Es heißt, daß Gladstone seine Demission bereits gegeben habe.— Von den 484 bis jetzt bekannt gewordenen Wahlen kommen 255 auf die conservativen, 229 auf die liberalen Can- didaten. Die Conservativen haben nunmehr 71, die Liberalen 27 Sitze gewonnen.— Gestern fand ein Gegenmeeling der Katholiken unter dem Vorsitze des Herzogs von Norfolk statt, worauf Resolutionen mit dem Ausdrucke der Sympathie für die Katholiken Deutschlands beschlossen wurden.
— General Wolseley meldet von der Gold- küste am 24. Januar: Der König der Atschanti's hat alle Friedens⸗ Bedingungen angenommen und wird 200, 000 Pfd. Sterling Entschädigung zahlen.
Alle weißen Gefangenen sind ausgeliefert worden.
Spanien. Madrid. Nach Depeschen vom 5. Februar setzt Bilbao seinen Widerstand gegen die Carlisten noch fort. Lopez Dominguez, der Sieger von Cartagena, hat in der Provinz Va— lencia mehrere Carlistenbanden geschlagen.— Der Generalstabschef von Don Carlos, General Elio, hat wegen starkem rheumatischem Leiden die Armee verlassen müssen. Sein Nachfolger ist Dorregaray.
Italien. Rom, 6. Febr. In Folge des Kammervotums, welches den obligatorischen Volks- Schulunterricht verwirft, hat der Cultusminister Seialoja seine Demission gegeben. Der„Opinione“ zusolge hat der König noch keine Entscheidung getroffen.
— 6. Febr. Der Ministerpräsident Minghetti zeigte heute der Kammer die Annahme der Demission des Ministers des öffentlichen Unterrichts Scialoja un und daß der Minister des Innern mit der Führung der Geschäfle des Unterrichts⸗Ministeriums interimistisch betraut worden ist.
Donaufürstenthümer. Bukarest. Man schreibt der„D. Z.“, daß die rumänische Regier- ung sich ernstlich mit dem Projecte trage, den Prinzen Friedrich v. Hohenzollern, Bruder des Fürsten Karl, durch das rumänische Parlament als Thronfolger proclamiren zu lassen. Man wisse, daß die Pforte das Project bekämpfen werde; man lege aber dem bei Weitem geringere Wichtig⸗ keit bei, als dem Widerstande Rußlands, der sich
bereits sehr geltend mache.
Türkei. Konstantinopel, 6. Febr. Ein Telegramm der„Neuen Fr. Presse“ von hier vom heutigen Tage meldet, daß der Sohn des Sultans, Prinz Izzedin, am Scharlachsieber schwer erkrankt ist.
Rußland. Moskau, 5. Februar. Die kaiserliche Familie, der Herzog und die Herzogin von Edinburg sowie die übrigen fürstlichen Gäste sind gestern Abend hier eingetroffen.— Die „Moskauer Zeitung“ enthält anläßlich der An⸗ wesenheit des deutschen Kronprinzenpaares einen für Deutschland sehr sympathischen Artikel.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Einsender dieses beabsichtigt das Publi⸗ kum auf einen Unterricht aufmerksam zu machen, den eine Frau in hiesiger Stadt in hoͤchst ersprießlicher Weise von Zen zu Zeit jungen Mädchen eriheilt. Die Frau des loraelitischen Lehrers Herrn Heß eröffnet pexriodisch einen Unterrichtscursus im Anfertigen von Frauen- und Kinderkleidern, wodurch die Schülerinnen in vier Wochen wie Schreiber dieses aus Erfahrung weiß, wohl befäbigt werden, die genannten Arten von Kleidern modisch zu schneiden und zu fertigen. Für den Besuch des Cursus wird verhälinißmäßig nur ein geringes Honorar bezablt, da ähnliche Leistungen anderwärts nur in viel mehr Zeit erfolgen. Wenn man bedenkt, wie wichtig es heutzutage geworden ist, daß auch das weibliche Geschlecht sich zu einem seldstständigen Beruf und Erwerb ausbuüdet und ferner erwägt, daß gerade das Kleidermachen eine für's andere Geschlecht woblgeeignete Beschäftigung ist, so ge— bührt der Frau Heß Anerkennung, und für das Publikum vedarf kes wohl nur dieser Anregung, um den Besuch des genannten Unterrichtscursus in seinem eigenen Interesse zu benutzen.
Darmstadt. Sr. Kgl. Hob. der Großherzog hat, wie unlängst für die Magnusküche in Worms, auch für die frühere Abtei- jetzt Pfarrkirche zu Seligenstadt 10 Cir. Kanonenmetall von erobertem Geschütz zum Umguß der Glocken bewilligt.
Worms, 6. Februar.
Ein Zopfabschneider ist in unserer Stadt aufgetaucht. Heute früh kurz vor 8 Uhr schlich sich in der Nähe der Gießenbrücke an ein des Weges gehendes 12jähr. Mädchen ein schlechtgekleidetes Individuum von hinten heran, ergriff es an den herab⸗ hängenden Zöpfen und versuchte durch einen raschen Schnitt mit einer Scheere diese abzuschneiden. Durch den Hülferuf des Kindes gestört, stand derselbe von der Ausführung seines Vorhabens ab und verschwand rasch in der Richtung gegen den Rhein zu.
Allerlei.
Frankfurt. Zu einem Vogelhändler in der Mainzer⸗ gasse kamen dieser Tage zwei Herren, der eine feilschte um ein Paar Vögel, für welche zwanzig Thaler gefordert wurden, der andere sah sich einstwellen die anderen Vögel an. Da die Handelnden nicht einig werden konnten, so richtete man die Aufmerksankeit auf ein anderes Paar, diesen Moment denützte der bis dahin unbeachtete andere Vögelliebhaber, nahm den Käfig mit dem Zwanzig-Thaler-Paare und lief davon. Trotz der eifrigsten Verfolgung gelang es nicht den Dieb einzubolen.
Frankfurt. Nach einer hier eingelaufenen Nach⸗ richt wurde der Raubmörder Völker, welcher unter dem Namen Schappel aus Bockenheim in einem Bergwerk zu Mörs im Cleve'schen arbeitete, entdeckt. Der Pseudo⸗ Schappel beging nämlich einen Diebstahl, der zu seiner Verhaftung und Entdeckung führte. Schappel gab es fcüher in Bockenheim. Dieselben sind jedoch ausgestorben.
Villmar, 3 Febr. den hiesigen Kalksteinbrüchen haben heute die Arbeit ein⸗ gestellt. Die 60— 70 Arbeiter sollten hinfort täglich blos drei Waggons Steine fördern, während deren im Sommer 20— 25 verlangt wurden, sollten nur in Halbschichten arbeiten und dazu per Waggon 5 Sgr. weniger erhalten als seither. Die Taglöhner, meistens ältere Leute, sollten ganz abgeschickt werden
Greuznach, 7. Febr. Die Abtei St. Blasien steht seit 6 Uhr früh in Flammen. Die Spinnerei ist zur Hälfte die Kirche total niedergebrannt. Die andern Ge— bäulichkeiten wurden gerettet.
Würzburg. In der Nacht auf den 5. Februar ist hier ein scheußlicher Mord verübt worden. Man fand am Main⸗Ufer, in der Nähe des früheren Dampfschiff— Gebäudes, einen an Händen und Füßen gefesselten Mann mit einem Knebel im Munde leblos liegen. Der Er— mordete wurde als ein Holzhändler von Miesbach iden⸗ tifieirt, welcher Gelder hier eincassirt hatte, und welchen Verbrecher entweder in der Umgebung oder einem Hause der Stadt überfallen und in den Main geschleppt haben. Sie beabsichtigten wohl, die Leiche der Bande zu ent⸗ ledigen, damit es den Anschein habe, als sei ihr Opfer verunglückt, denn die Stricke am Fuße waren schon ge— lockert, die Moͤrder müssen aber während dieser Operation vertrieben worden sein Dieser abscheuliche Raubmord versetzt die Einwohnerschaft in große Aufregung, zudem noch einige kleinere Attentate ruchbar werden, und man hofft, daß Maßregeln getroffen werden, um Leben und Eigenthum in Zukunft besser zu sichern.
Gotha. Neuere, dem Dr. Petermann hierselbst von
Dr. Gerhard Rolfs zugegangenen Nachrichten, welche bis zum 11. Jan. reichen, melden, daß die von ihm gesühr te Expedition in die Lybische Wilste am 11. Januar die be⸗ deulende Oase Dachel(17,000 Einwooner) erreicht hai. Die Expedition hal bereits zu werthvollen geograpyischen
Die sämmtlichen Arbeiter in
Ausschlüssen geführt. Von Dr. Rolfs find 0 Karten Über die bieberigen Ergebnisse aufgenommen worden.
ulm, 1. Febr. Auf dem hiesigen Theater epplodleten 20 an der Decke hängende Petroleum Lampen plößlich während einer Vorstellung. Das Petroleum fiel auf die e e links und rechts, unter andern auf viele
amen. In einem Nu waren deren Kleider in Brand. Schwere Verwundungen waren die Folge davon, sowle der Tod einer Dame, der eine Stunde später erfolgte.
Hamburg. Die„Gerichtshalle“ theilt mit, daß der Postpractikant, Emil Saekel, 31 Jahre alt, aus Steln⸗ berg in Westpreußen, als der Unterschlagung von Briefen (unter Anderem eines solchen mit fl. 1200.—) schuldig befunden und zu 9 Monaten Zuchthaus verurtheilt wurde. (Saekel war eine Zeit lang auch hier in Friedberg.)
Wien, 28. Januar. Während eines Sturmes, der gestern hier tobte, von welchem auch aus ganz Schlesten, Böhmen ꝛc. berichtet wird, und der überall mit Gewitter begleitet war, entlud sich unter Hagel und Schnergestöber auch hier ein heftiges Gewitter. Einer der Blitzschläge traf den Stephansthurm.„Die Uhr des Thürmers“ berichtet das Tagblatt,„zeigte 1 Uhr 4 Minuten Mittags, als eine leichte Erschütterung wahrnehmbar wurde und der Feuerstrahl des Blitzes bis in das Thürmerzimmer drang, an der Mauer längs des Leitungsdrathes des Feuertele⸗ grapben lief und die Batterie im Momente zerstörte. Bei der Uniersuchung zeigte sich, daß der Blitz fich getheilt haben mußte und ein Strahl desselben die abwärts vom Tourme fübrende Leitung, der zweite Strahl aber die bei der Einmündung des Leitungsdrahtes angebrachte soge⸗ nannte„Blitzplatte“ zerslörte und bis in die Batterie drang. Interessant ist, daß bei der Centrale der Feuer⸗ wehr, in deren Local der Leitungsdrath mündet, in dem Momente, als der Blitz einschlug, der Signal-Apparat käftig zu läuten begann. Im ersten Augenblicke glaubte man an den Ausbruch eines Brandes, doch die Untersuchung zeigte sofort eine Statt gesundene Unterbrechung der Leitung.“
Concert von Frl. Elis. Bindernagel. Bericht von Heinrich Becker.
Ein Concert von so schönem Inhalt,— Anlaß der Zusammenkunft von mehreren hundert Personen, noch voller Wirkung in seinen Nachklängen,— so ganz ohne Nach⸗ rede vorüber gehen zu lassen, wäre undankbar gegen die Spender der Gaben, dann hieße es gleichgültig sein gegen das Urtheil der Hörer. Die Rücksicht, die der Heraus⸗ geber dieses Blattes für ein Schweigen der Presse vielleicht nehmen mag, muß deßhalb schwinden. Ein rückhalts⸗ loses Wort wird von keiner Seite mißdeutet werden.“)
Das Programm brachte mehrere große Instrumental⸗ Werke: ein Trio von Mendelssohn, Beethovens Sonata appassionata, eine Sonate von Mozart für Clavier und Geige, eine Phantasie von Schubert und mehrere kleinere Clavier⸗Stücke; dazwischen eine Arie von Lotti, das „Waldes⸗Gespräch“ von Eichendorff und Schumann und mehrere kleinere Lieder. Es war so schön ausgesucht, wie man's nur in einer größeren, der regen Kunst-Pflege gewöhnten Stadt finden kann. Es war so viel Fleiß und Sorgfalt auf die Ausführung verwandt, daß das Ganze den wohlthuenden Eindruck künfflerischer Produktion machte. Wenn es trotzdem nicht Alle zu lauter Begeisterung hinriß, so waren es wohl einige subjektive und objektive Gründe, welche eine unmittelbare Wirkung der Kunstwerke verhinderten. Diese dar zu legen will ich versuchen.
Die größeren Instrumental Werke waren alle„So⸗ naten“, d. b.„Gesang⸗Stücke“, die bald von einem, vald von mehreren Instrumenten vorgetragen wurden. Die Sonate ißt eine Uebertragung der„Arie“ auf das Clavier, das Quartett oder Orchester. Die Arie aber ist ein Gesang⸗Stück lyrischen Inhalts, das die Empfindungen der in der Oper hervorragenden Personen auf dem Höͤhe⸗ punkt der Handlung ausspricht. Der Form nach ist sie dem Monolog(Selbst⸗Gespräch) des griechischen Schau⸗ spiels nachgebildet. Sie besteht, wie dieser aus der Rede der handelnden Person und dem darauf folgenden Zuruf des„Chores“(des Um Standes), von älteren„Arien“ nicht zu reden, erinnere ich nur an das Lied der Hanne in Haydn's„Jahres⸗Zeiten“:„Ein Mädchen das auf Ehre hielt“. Hanne erzählt von der Werbung eines Edelmannes um die Hand eines Bauern-Mädchens und der Kreis der Spinnerinnen(der„Um-Stand) ruft bald ermunternd, bald warnend, bald spöttisch lachend zwischen den einzelnen Versen darein. Der Vortrag wird außer⸗ ordentlich lebendig, der Natur getreu, weil man stets das Echo des Gesangs, das man selber mit hinein rufen möchte, wiederhallen hört.
Wer einmal solche Lieder mit Chor⸗Begleitung gehört hat, der verliert fast das Interesse an bloßen Einzel⸗Ge⸗ sängen. Kein Wunder, daß unsere hochbegabten Meister, Haydn, Mozart, Beethoven, denen diese Schreib-Weise geläusig, fast nichis anderes wie Sonaten schrieben, d. h. Arien mit Chor, die bald auf einem Instrumenk vorgetragen wurden, auf dem Cla dier(Solo), bald auf mehreren, Clavier und Geige(Duo), Clavier, Geige und Baß(Trio), oder von vier Geigen(Quartett), oder vom ganzen Orchester(Symphonie).
Die drei Meister unterscheiden sich nun wieder in der Behandlung des Chores. Bei Haydn redet, plaudert,
») Von mehreren Seiten waren uns Berichte zu⸗ ge sangen, die alle sehr lobend des Concerts er⸗ wäynlen. Aus leicht begreiflichen Gründen wollten wit jedoch gar keinen Bericht bringen. Derjenige des Herrn Backer ist jdoch so objektiv gehalten und bringt eine wirkliche Kink so daß wir demselben die Aufnahme nicht versigen zu dürfen glaubten. Den anderen Herren unseren benen Dark. Die Redaktion.
Die undleiung d. 150 ulla Fitedberg be Ahern. 1 schult) rant! an iht binunbet Maserscat J Slubuunt, bete Denn das Urte Getihovens Apps assen poll, e x 155 Dagend. Der junze Küng nicht bezwingen Bei Mozarls heimischttem G lebendiger, an besprochenen B teien, Jo erkan: Reben geistig er par bie mustk Uusie. Der M. unnke(ident)!
N 486 Donner ab, werden folgende Hol ö Raum
22 2 530 Wellen 99 Stück und 2 3 Stück! und 3 öffentlich meistbi. stennhelz gene Ded⸗Nat! Oroßhen
1 Hel led Donnerge, Adeimal dez 1 Gambacher Ser bur Dastngen, 1 Deter t 00


