Die Tagesordnung für die Hauptbersammlung
wurde wie folgt festgesetzt:
3 Aufstellung der Präsenzliste.
2) Rechnungs- Ablage des Verbandscassiters.
3) Bericht über den allgemeinen Verbandstag zu Constanz, insbesondere über die Be— schlüsse desselben, das übermäßige Angebot fremder Capitalien bei den Vorschußvereinen betreffend.
4) Mittheilungen aus den Vereinen über ihre Erfolge und Erfahrungen im Jabre 1873.
5) Ueber die Stellung des Aussichtsraths der Vor- schußvereine bei Bewilligung von Crediten.
6) Bericht über Pensions- und Wittwen-Kassen für die Vereinsbeamten.
7) Ueber den Giro Verband, das provisions- freie Incasso von Wechseln und die Ver— offentlichung des Maximalsatzes der zu er— hebenden Proviston.
8) Können Actien-Gesellschaften Mitglieder des allgemeinen Verbands werden.
9) Die Höhe des Minimalsatzes für die Jahres- schuß vereine hätten die Aufgabe, den Geldumlauf
beiträge der Vereine zu den Kosten des all- gemeinen Verbands.
10) Wahl der Deputirten zu dem in Bremen stattfindenden allgemeinen Verbandstage.
11) Wahl des geschäftsführenden Vereins. 12) Wahl des nachstjährigen Versammlungsorts. Die Hauptversammlung wurde Dienstag den 6. Mai, Vormittags 9 Uhr, nach Begrüßung urch den Vorsitzenden des Hersfelder Vorschuß Sreins, Sunkel, eröffnet und ergab die Präsenz⸗ ste, daß von den zu dem Verbande gehörenden
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die Kündigungsfristen verlaͤngert werden müßten, daß die Anlage überflüssiger Gelder in erster Linie in guten Wechseln zu geschehen babe und, wo diese nicht zu erlangen seien, nur die solidesten Werthoapiere angeschafft werden dürften. Der Gewinn aus solchen Papieren dürfe dagegen nicht als Dividende und Tantième vertheilt, müßte viel- mebr zur Bildung einer Spectalreserve verwandt werden, um zur Deckung bei etwaigen Coursrück— gängen der angekauften Papiere zu dienen.
Bei Befolgung dieser Grundsätze würden die Verluste die im vorigen Jahre eingetreten und auch in diesem Jahre nicht ausbleiben würden, zum großen Theile vermieden werden, allein er fürchte, daß gar mancher Verein sich über diese Beschlüsse mit der Ausrede hinwegsetzen würde, sie
paßten nicht für seine ganz besonderen Verhältnisse.
Der Referent führte sodann weiter aus, daß es ein ungesundes Verhältniß sei, wenn ein Vorschuß⸗ verein mehr Gelder an sich ziehe, als er im regel mäßigen Geschäftskreis verwenden könne. Die Vor—
in den kleineren Kreisen der Geschäftswelt zu regu— liren, das müßig liegende Geld aus den kleineren Kanälen herauszuziehen, um es den kleineren Ge— schaftskreisen wieder zugängig zu machen. Dieser Aufgabe würden sie ungetreu, wenn sie die auf diese Weise herangezogenen Gelder in Werthpapieren festlegten und dadurch dem Kleinverkehr entzögen.
Es seien hauptsächlich die auf der ersten Stufe der Entwickelung stehen gebliebenen Vereine, welche an Geldüberfluß zu leiden hätten, und dieser Uebel— stand werde aur dann beseitigt oder doch ver—
vor Verlusten, wie sie in so beklagenswertber Weise vorgekommen seien, bewahrt bleiben. Die Ein- führung des Contocorrentgeschäfts würde den Vor⸗ schußvereinen die Kundschaft des mittleren Ge— werbestandes zuführen, der Contocorrentverkehr sei sehr bequem für den Creditnehmer, aber sehr unbequem für den Creditgeber, da dieser stets bereit sein müßte die gewährten Credite auszu- zahlen, aber nicht wisse, wann die ausgeliehenen Gelder wieder eingehen würden. Das Conto- correntgeschäft erfordere desbalb großes Geschick bei den zu treffenden Dispositionen und nur da, wo ein bankmäßig geschalter Vorstand vorhanden oder zu gewinnen sei, könne er den Vereinen rathen, das Contocorrentgeschäst einzuführen. (Schluß folgt.)
Landwirthschaftliches.
Um das Kalben der Kühe bei Tage zu be⸗ wirken, soll in einigen Provinzen Hollands ein ganz einfaches Verfahren im Gebrauch sein. Dasselbe besteht darin, daß man die itächlige Kuh, wenn sie vor dem Kalben trocken sieben bleibt, nicht des Morgens oder Mit⸗ az zum letzten Male melken, sondern Abends und dann
das Euter derselten nicht mehr berübrt, noch viel weniger So wenig der wahre Grund und die Erklärung dieser Erscheinung auch gefunden werden kann und so fabelbafl und ungloublich sie Manchem vorkommen mag, so soll sie doch nach einer früberen Mittheilung des ver⸗ storbenen Professors Numan zu Utrecht, eines anerkannt tüchtigen Vichzüchters, von vielen Viehhallern geprüft und gültig befunden worden sein. So soll z. B. einem er⸗ fahrenen Landwirthe, der das Mittel schon längere Zeit bei seinem sehr zahlreichen Viehstande in Anwendung dringt, erst 2mal der Fall vorgekommen sein, daß eine Kuh des Morgens um 6 Uhr die andere Abende um 9 Uhr ge⸗ kalbt habe, wäbrend alle übrigen sonst am Tage kalbten.
melkei.
* 1 2* 2 4 2 Vereinen vertreten waren: Alsfeld, Cassel, Fried- mindert werden, wenn solche Vorschußvereine in Da die Anwendung dieses Miltels eine außerordentlich
erg, Fulda, Gießen, Großalmerode, Grünberg, zersfeld, Hünfeld, Lichtenau, Marburg, Melsungen. Licht vertreten waren bie Vereine: Allendorf, vodenau, Langgöns, Laubach, Niederwöllfadt, Leichelsheim, Schotten und Wetzlar. raren Vertreter der Vereine zu Gelnhausen und
dotenburg erschienen, welche ihren demnächstigen Vorschußvereine anzueignen, um ihren Kunden alle
Leitritt zu dem Unterverbande in Aussicht stellten.
Der Verbantscassirer Rittersbausen—Cassel esstattete hierauf Bericht über die Einnahmen und zasgaben des Unterverbands im Jabre 1873. Es sud eingenommen worden Thlr. 275. 15 Sgr., dagegen ausgegeben Thlr 56. 26 Sgr. 6 Hlr., daß ein Kassenbestand von Thlr. 218. 18 Sgr., 6 Hlr. verbleibt.
Die Prüfung der Rechnung wurde den Herren Crünewald(Alsfeld) und Herrmann(Groß— amerode) übertragen.
Es folgte sodann der Bericht über die auf dun allgemeinen Verbandstag gefaßten Beschlüsse, din übermäßigen Zufluß von fremden Geldern bes den Vorschußvereinen betreffend. Der Referent lärte seine völlige Uebereinstimmung mit den 1 Constanz gefaßten Beschlässen, daß bei über- Aißigen Angebot der Zinsfuß herabgesetzt und
ihrer Entwickelung weiter schritten, wenn sie zu wirklichen Volksbanken heranwüchsen.
Der Referent betonte, daß er die Vorschußver— eine in keiner Weise veranlassen wolle, in den Be— Formen des Geschäftsverkehrs hätten sich die Vortheile des Bankveckehrs zuzuwenden. Dazu gehöre vor Allem die Einführung des Contocorrent— und Discontogeschäfts. Es sei hinzuwirken, daß ein jeder Vorschußverein ein ständiges Geschäftsbüreau einrichte, welches täglich, und sei es auch nur wenige Stunden, geöffnet sei, und daß an die Spitze der Vereine Männer gestellt würden, die mit dem Wesen und Formen des Bankverkehrs vollständig vertraut seien. Nur hierdurch würde es möglich sein, den Kundenkreis der Vorschußvereine zu erweitern, deren Wirken immer mehr segensreicher zu machen, und der ungesunde Zustand des Geldüberflusses würde ver— schwinden.
Der Anwalt, welcher zun achst das Wort nahm, erläuterte nochmals in ausführlicher Rede die auf dem allgemeinen Verbandstag gefaßten Beschlüsse; bei strenger Befolgung derselben würden die Vereine
daher datauf
leichte ist und Nachtibeile auf keinen Fall zu befürchten sind, so kann es, selbst auf die Gesahr bin, daß es sich nicht bewähren sollte, doch zur Prüfung Jedem nur empfoblen werden.
Dagegen reich der Groß Banken überzugreifen, allein deren Nachruf „
757 Am 4. d. Mts. verschied nach nur einem sechs⸗ tägigen Krankenlager in Folge einer schweren Krankheit sunser lieber Kamerad Maximilian Morschel.
Der unterzeichnete Vorstand, zu dem er gehörte, verliert in ihm einen treuen Mitarbeiter und betrauert der Vereina den Verlust eines braven, stete für die Sache einstehen⸗ den, rechtlich gefinnten Kameraden.
Ihm ein stetes Andenkend bewahrend, wünscht, daß ihm die Erde leicht sein moge ö Friedberg im Juni 1874. Der Vorstan d des Veteranen- und Militär-(Krieger⸗) Vereins.
Accht kölnisches Wasser
von Johann Maria Farina. Meine Niederlage davon im Comptoir des Ober— hessischen Anzeigers in Friedberg empfehle ich zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dutzend und 45 kr. per Glas gehorsamst.
Johann Maria Farina in Cöln.
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Nraunkohlen-Vertauf.
722 Mit Beginn der neuen Credit⸗Periode vom 1. Juni 84 wird der Preis der Kohlen auf den Fürstlichen üben Weckesheim, Wölfersheim und Dorn Assenheim folgt festgesetzt: Preßklötze, Holzkohlen, Schoppen— de 16 kr. und Klötze von Reihen und Haufen 15 kr. Centner. Bei Baarzahlungen wird 1 kr. Rabatt 7 Centner bewilligs 0 Grube Wölfersheim den 3. Juni 1874.
Die Fürstliche Bergverwaltung.
Main ⸗Weser-Bahn.
2 Die Herstellung von 10 Wärter-Wachtbuden, ein— stleßlich Lieferung aller erforderlichen Materialien, soll E Submissionswege vergeben werden und wird hierzu
in im Hüreau der unterzeichneten Betriebs Inspectlon Af Donnerstag den 18. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, Ahraumt
Der Kostenanschlag, die Zeichnung, sowie Ueber— Ane⸗Bebingungen sind auf genannsem Büreau zur g knicht aufgelegt und konnen Submissionsformulare „e bst in Empfang genommen werden. Die Offerten portofrei und versiegelt mit der Aufschrift„Sub— lalfon auf Wärterbuden“ ebendaselbst vor dem Sub⸗ „ eifons termin abzugeben.
rankfurt a. M. den 4. Junt 1874. f Königliche Betriebs Inspection. Dey l.
Oeffentliche Aufforderung.
1751 In Sachen der Jacob Dietrichs Ehefrau von Butzbach, Rosalie, geb. Martinet, jetzt in Frankfurt a. M. wohnhaft, Klägerin gegen ihren Ehemann, unbekannt wo? abwesend, Beklagten. Ehescheidung betr.
Dem Beklagten wird eröffnet, daß ihn seine Ehefrau auf Grund böslicher Verlassung auf Trennung der Ehe vom Bande und Verurtheilung in die Prozeßkosten dahter verklagt hat und er wird hierdurch, indem ihm die Ein— sicht der Klage auf unserem Actuariate freigestellt wird, aufgefordert, sich so gewiß innerhalb 3 Monaten, von heute an, auf die Klage zu erklären, als er sonst ihres thatsächlichen Inhalts für geständig angesehen, mit Ein— reden ausgeschlossen und als sonst nach Lage der Sache erkannt wird, was Rechtens sei.
Alle weiter in dieser Sache ergehenden Verfügungen werden für ihn an dem Gerichtsbrett angeschlagen und es wird so angesehen werden, als sei dadurch die Be— kanntmachung an ihn selbst erfolgt.
Bußbach den 3. Juni 187,
Großherzoglich Hessisches Landgericht Buhbach— Dr. Gilmer, Röꝓ&mheld, Landrichter. Landgerichts-Assessor.
Ein Lehrling
kann in meiner Druckerei eintreten. Carl Bindernagel.
„»stoi gor Holz-Versteigerung. 1756 Freitag den 12. Juni l. J., von Vormittags 9 Uhr an, werden in dem Gräflich Solms⸗Roͤdelheim'schen Ossenheimer Wäldchen versteigert: 26 Raummeter Eichen Schälprügelholz, 3600 Wellen Eichen⸗Schälreisholz. Zusammenkunft am Ossenheimer Jagdhaus Wickstadt den 6. Juni 1874. Großherzogliche Oberfoͤrsterei Assenbeim ch a lla 8.
S
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