Ausgabe 
9.6.1874
 
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f sicht, daß die Frage der definitiven e n der Ansich, 0 NN f. erwähnte Bremser befand sich zwischen zwei Wagen, wollte

Regierungsform erst nach Ablauf der siebenjährigen Amtsgewalt Mac Mahon's zu entscheiden sei. Das rechte Centrum will, daß der dem Chef der Exe- cutivgewalt durch bestehende Gesetze gegebene Titel aufrechterhalten werde. Es wird jeden Antrag, durch welchen die Beratbung der constitutionellen Gesetze verzögert wird, zurückweisen.

Die mit den-Vereinigten Staaten verein- barte Postconvention wurde, nachdem der Minister des Auswärtigen, Herzog v. Detazes, die noth- wendigen Erklärungen abgegeben hatte, von der betreffenden Commission der Nationalversammlung angenommen. Der Minister erklärte zugleich, Frankreich werde bei dem Postcongreß in Bern vertreten sein.

5. Juni. Das linke Centrum hat sich heute für die Annahme eines Programms ent schieden, das kurz gefaßt lautet: Proclamirung der definitiven Republik oder Auflösung der Nationalversammlung. Dem Programm haben sich 110 Deputirte angeschlossen. Da das rechte Centrum sich nicht von der gemäßigten Rechten trennen will, so ist der Glaube und jede Hoff nung auf eine Verständigung der beiden Centren geschwunden.

Versailles, 5. Juni. Viel bemerkt wurde auf der Diplomaten⸗Tridüne, daß Gambetta gestern, als Cissey das Project für die Befestigung der Ofigrenzen vorlegte, ausrief:Das ist die wahre Versöhnung! und daß die Linke Beifall klatschte.

Großbritannien. London. Cardinal Cullen ist von der Curie angewiesen worden, ein Contil der katholischen Kirche Irlands einzuberusen. Der Zeitpunkt des Zusammentritts des Concils ist dem Cardinal anheim gegeben. Das Concil wird sich mit dem Gesetze beschäftigen, welches päpftliche Bullen für ungesetzlich erklärt, mit den Beziehungen der Klöster zum Staate und mit dem Gesetze, be treffend die Rechts verhältnisse der Jesuiten Irlands.

Italien. Rom, 4 Juni. Das Befinden des Papstes war heute besser. Derselbe soll den Rath der Aerzte, nach Castel Gandolso zu gehen, ablehnen.

4. Juni Im Senate verlangte Minister- präsident Minghetti die Feststellung der Tages; ordnung. Menabrea wünschte, daß die Vorlage

über die Befestigungs- Arbeiten noch vor den Ferien zur Discussion komme. Cialdini verlangte die Suspendirung der Vorlage bis die noth

wendigen Geldmittel vorhanden stien, und bean- tragte eine Tagesordnung in diesem Sinne. Der Ministerpräsident setzte hierauf auseinander, wie die gegenwärtigen Steuern ergiebiger gemacht werden könnten, ohne daß man sie erhöhe oder neue einführe, und legte die Nothwendigkeit dar, das Gleichgewicht in den Finanzen herzustellen, sowie diejenigen Gesetzvorlagen, deren Annahme weitere Auslagen mit sich führen würde, zu sus pendiren. Der Ministerpräsident versprach übrigens, keinerlei auf militärische oder öffentliche Arbeiten bezugnehmende Vorlage fallen zu lassen. Die Ver- sammlung genehmigte die Tagesordnung Cialdini's, nachdem die Regierung sich mit ihr einverstanden erklärt hatte, fast einstimmig. Die Deputirten- kammer hat sich vertagt. 5

5. Juni. Der Papst celebrirte gestern eine Messe. Heute ist der Papst sehr schwach, aber ohne Fieber. Derselbe empfing indeß noch heute in öffentlicher Audienz. DerVoce della Verita zufolge werden sich die Klerikalen an den politischen Wahlen nicht betheiligen.

China. Peking. Ueber Kiachta(russisch⸗ chinesischer Grenzort) wird Petersburger Zeitungen von hier unterm 16. Mai gemeldet: In der fran zösischen Niederlassung zu Shanghai brachen am 3. Mai ernsthafte Unruhen aus, welche durch einen Streit über den chinesischen Kirchhof her vorgerusen waren. Mehrere Chinesen wurden ge tödtet. Am 8. Mai war die Ruhe wieder herge stellt. Deutsche sind nicht beschädigt worden.

Aus Stadt und Land.

Offenbach. Auf der neuen Bahn verunglückte am 3. Juni ein Bremser. Die Maschine des Zuges war vorgefahcen, um Wasser zu nehmen und fuhr dann so lark zurück, daß die Wagen einen äußerst starken Stoß

erlitten und ein großes Stück Weges zurücksuhren. Der

schnell aus dem Schienengeleise, wurde jedoch von dem rückwärts fahrenden Zuge erfaßt, wodurch ihm ein Bein abgefahren wurde. Der Unglückliche wurde in das slädtische Hospital gebracht.

Mainz. 5. Juni. Der Werkführer der Biebricher Cementsabrik des Herrn D. suhr gestern Nachmittag mit dem DampfbootLessing von hier zurück nach Biebrich und zwar mit seiner Tochter und deren Bräutigam. Die drei Personen standen an Bord und bei einem unglücklichen Bruche des Geländers stürzten sie gleichzeitig sämmtlich in den Strom. Sie waren sofort spurlos in den Wellen verschwunden und bis jetzt gelang es nicht, die Leichen aufzufinden.

Mainz, 5. Juni. An den beiden letzten Tagen fanden Mehrere in den Fluthen des Rheins ihren Tod. Vorgestern war es ein Festungsarbeiter, der im offenen Rheine, und gestern Nachmittag ein Soldat, der an der städtischen Badestelle sich badete. Auch in Castel ertrank beim Baden ein preußischer Pionier, denselben suchten seine Kameraden zu retten, brachten ihn jedoch als Leiche an's Land.

Reichelsheim im Odenwald. Am 1. Juni Abends halb 11 Ubr schlug während eines vierstündigen heftigen Gewitters der Blitz in den hiesigen Thurm und die Kirche.

Guntersblum, 2. Juni. Heute Morgen ereignete sich dahier ein bedauerlicher Unglücksfall. Das 12jährige Mädchen des hiesigen Oeconomen L. ging heule Morgen durch die Waschküche ihres elterlichen Hauses, fing im Vorübergehen an dem Herd Feuer und lief, mit dem Gedanken, diese Hitze sei die Sonne, auf seinen Spielplatz in den dahinter liegenden Garten, woselbst ges auch sogieich förmlich in Flammen stand. Alle sofort angewandten ärztlichen Reitungsversuche waren jedoch vergeblich und etlag das Mädchen nach gräßlichen Schmerzen den erlittenen Brandwunden.

Allerlei.

Frankfurt. Nach dem seit dem 1. Juni in Kraft getretenenen Sommer-Fabrplan der bier einmündenden Eisenbahnen gehen läglich 93 Eisenbahnzüge von hier ab, davon sind 25 Schnellzüge; 96 Züge kommen an, darunter sind 28 Schnellzüge.

Coburg, 5. Juni. Feldmarschall v. Roon ist gestern aus Italien hierher auf sein Gut Neuhof zurückgekehrt. Der Aufenthalt in Palermo während des Winters soll vom besten Erfolg für seine Gesundheit gewesen sein. Die dem Feldmarschall vom Kaiser verehrten französischen Kanonen werden nicht in Neuhof sondern auf dem v. Roon'schen Gute in Schlesien aufgestellt.

Löwenberg, 1. Juni. Am 30. v. M. Abends 7 Uhr richtete ein Windhose, welche während des Auf⸗ steigens eines Gewitters in der Richtung von Südwest nach Nordost dahindrauste, in dem benachbarten Kessels⸗ dorf unermeßlichen Schaden an. Mehr als dreißig Wohn⸗ und Wirthschafts⸗ Gebäude, don denen die Hälfte duch stäblich total zertrümmert dastehen, ohne Fenster und Thüren, ohne Dach und Schornstein, hat die Windsbraut in wenigen Augenblicken zerstört. Dachsparren, Balken, Strohschauben, Holzvorräthe, Windmühlenflügel ꝛc. wurden bis 100 Schritte und darüber weit davon getragen und bedecken, ein wildes Chaos bildend, Felder, Wiesen und Gärten. Eine auf einer Anhöhe siehende Windmühle wurde fast zehn Minuten weit getragen und brach dann in sich selbst zusammen.

London. DieTimes hat ein neues Correspondenz system mit Paris eingeführt. Die Telegrapben Verwaltung hat näwlich dem Wellblatt einen besonderen Draht über- lassen, der bis ins Arbeuszimmer ibres Pariser Corre⸗ spondenten geht. Dort ist ein Telegraph ndeamtet angestellt, der die Telegramme empfängt und absendet. Diese Art der Correspondenz soll derTimes jährlich 800,000 Franken kosten.

Handel und Verkehr.

Grünberg, 6. Juni. Die Preise auf unserem heulen Fruchtmarkte betragen: Waizen(100 Kilo) 17 fl. 2 kr.; Korn(90 Kilo) 12 fl. 50 kr.; Gerste(80 Kilo) 10 fl. 27 kr.; Hafer(60 Kilo) 7 fl. 22 kr.; Molter (90 Kilo) fl. kr.; Erbsen(110 Kilo) 12 fl. 30 kr. Linsen(100 Kilo) fl. kr; Leinsamen(90 Kilo) 14 fl. 10 kr.; Kartoffeln(100 Kilo) 3 fl. 30 kr.

Frankfurt, 6. Juni. Der heutige Heu⸗ und Strohmarkt war gut befahren. Heu kosteie per Ctr. 1 fl. 45 kr. bis 2 fl. 36 kr. Siroh per Centner 1 fl. 45 kr. bis 2 fl. kr., Butter 1. Qualität 40 kr., 2. Qualität 38 kr., Eier das Hundert 2 fl. 42 kr.

Mainz, 6. Juni. Productenmarkl. Waizen per Juni fl. kl., per Juli 155/½ fl., per Nov. 14½ fl. Rorn per Juni 10 fl. 57 kr., per Juli 10 fl. 45 kr., per Nov. 10 fl. 3 kr. Hafer per Juni fl. kr., per Juli 11 fl. 54 kr. Rüböl per Juni fl. 0 per Oct. 19 fl. 54 kr. Raps per Sept. 17 fl. 25 kr.

Berlin. Eine beträchtliche Anzahl falscher preuß. Kassenanweisungen zu 5 Thlr., von der bekannten, blau- gerändersen Sorte von 1856, ist seit einiger Zeit in Circulation gekommen. Die Vorsicht bei Annahme von Fünfthalerscheinen muß um so größer sein, als die Falsi⸗ ficate so vorzüglich gelungen sind, daß man sie als solche bei oberflächlicher Betrachtung, ja selbst bei nicht ganz erschöpfender Untersuchung kaum zu erkennen vermag. Der einem Berliner Blaite vorliegende gefälschte Thalerschein trägt an Zissern; Serie IX., Fol. 178, Lit. B., Nr. 889641, und ist dies Fabrikit vesonders daran kenntlich, daß die

UmschriftTUENF THALER, welche auf den ächten

politischen Incidenzfällen irriürt zeigten,

Scheinen hellblau gehalten ist, bei den Falsiftkaten bei der Durchsicht ganz schwarzblau erscheint; sodann zeigt sich der, zur Namensunterschrist des aussertigenden Beamten dienende, auf den ächten Exemplaren ganz fein gulllochirte Grund bei der Nachbildung, die nicht wie das Original durch Kupferstich, sondern durch Lithographie hergestellt ißt, wie ein grobes Gewebe, und endlich hal der zur Rechten befindliche Engel auf seinem großen Zehen bei den Falsi⸗ ficaten einen länglichen, bet den ächten Scheinen einen breiteren Nagel.

D. Frankfurt a. M., 6. Juni.(Börsenwoche vom 30. Mai bis 5. Juni.) Trotz der seitherigen großen Ge⸗ schästsstille, welche auch diese Woche in Permanenz blieb und sonst eher der Baisseströmung Vorschub leistete, bat sich seit Montag an unserer Börse eine steigende Bewegung entwickel, die zwar gegen Schluß keine weileren Forischritte machte, indeß der Börse eine Festigkeit verlieh, welche einen grellen Gegensatz gegen die in letzter Woche vor⸗ herrschende deprimirte Sümmung bildete. Gerade von Berlin, wo die Verflauung des Bahnenmarktes allmälig einen starken Druck auch auf die übrigen Börsen ausgeübt hatte, ging auch wieder die Erholung des Marktes aus. Die Speculation scheint sich überzeugt zu haben, daß ein ktiükloses Werfen der Course gegenüber der unläugbar ge⸗ besserten Gesammisituation keine volle Berechligung mehr habe und die Contremine, der es nicht mehr gelingen wollte, das Gros der Vörsenbesucher zu weiteren Verkäufen zu verleiten, sah fich durch die plötzlich eingetretene festere Tendenz zu Deckungskäufen genöthigt, welche in Ver⸗ bindung mit der freilich nicht sehr stark auftretenden Kauf⸗ lust der Liebhaber der erwähnten Tendenz eine größere Dauer gaben. Nachdem am Mitwoch die Speculations- werthe ihren höchsten Wochenfand erreicht hatten, trat auf die Nachricht von einem angeblich serbisch-rumänischen Bündniß und einer ernsteren Erkrankung des Papstes eine

Abschwächung der Summung ein, welche indeß, da nur

die kleine Speculation zu Realisationen schritt, nicht von Belang war und bald wieder am Schluß der Woche, als eine Besserung im Befinden des Papstes gemeldet wurde und auch die deutschen Hauptbörsen sich nicht von diesen einer festeren Haltung Platz machte. Creditactien fanden wiederum die hervorragendsie Beachtung Seitens der Speculation. Am letzten Samslag 228 ½ vdoben sie sich bis Mitwoch auf 229 und schließen heute 228. Auch Siaatsbahnactien und Lombarden gewannen, trotz ihrer starken Wochendefecie durch die allgemein günstige Tendenz. Erstere eröffneten mit 329 und niegen bis 532½ und bleiben heute 331 ½, letztere gingen von 144 bis 148½. Oesterr. Bahnace ien gewannen in Folge der festen Tendenz gegen Schluß der Woche etwas mehr Animo, namentlich die garantirten Werthe und schließen dieselben zum Theil höher. Elbthal anfangs offerirt und niedriger, zogen wieder etwas an, als die Nichteinlösung des Julicoupons dementirt wurde. Buschtiehrader gingen auf die Nachrichten aus der General⸗ versammlung 10 fl. abwärts, hoben sich indez heute um 7½¼ fl. und bleiben deshalb schließlich nur fl. matter. Galizier avancirten, von Auswärts getrieben, um z fl. Deuische Bahnen waren preishaltend. Für Banken herrschie eine feste Tendenz vor und stellie sich für die solideren Papiere dieses Terrains einige Nachfrage ein. Deutsche Effectenbank sind ½%, Deutsche Vereinsbank 180%, Deuische Handelsgesellschaft 1% höher. Von den älteren Banken hoben sich österr. Nationalbank 7%, Darmstädter fl., Anlagepapiere wurden ziemlich lebhaft und theil⸗ weise zu anziehenden Coursen gehandelt. Die Subscription auf die neue% fundirte finnländische Staatseisenvahn⸗ anleihe bei dem Hause Roihschild dahier, hatte einen durch⸗ greifenden Erfolg und wurde fark überzeichnet. Von Prioruäten gingen Franz Joseph 5⸗ und 3%. Staatsbahn und Ungarische Gattungen zu höheren Preisen um. Mährische Schlesische und Prag⸗Duxer brockelten stalk im Courst ab. Loose waren im geringeren Verkehr. Amerik. Prioritäten angeboten. Wechsel anziehend. Geld abundant.

Zwölfter Verbandstag des hessischen Unterverbands der deut⸗ schen Erwerbs- und Wirthschafts⸗Ge⸗ nossenschaften.

Der diesjährige Verbandstag der hessischen Vorschuß⸗ und Creditvereine fand zufolge Be⸗ schlusses des vorjährigen Verbandstages in Hersfeld statt, und war die Vorversammlung auf Montag den 25. Mai c., Abends 8 Uhr, die Hauptver⸗ sammlung auf Dienstag den 26. Mai e., Vor⸗ mittags 9 Ubr, anberaumt.

Die Anwaltschaft war durch den Gründer des deutschen Genossenschaftswesens, Herrn Dr. Schulze⸗Delitzsch vertreten.

Zur Versammlung hatten sich die Vertreter der Vereine Alsfeld, Cassel, Friedberg, Gießen, Groß almerode, Grünberg, Hersfeld, Lichtenau und Marburg eingefunden und nach Begrüßung derselben durch den Verbands- Director schritt man alsbald zur Bildung des Bureaus für die Hauptversammlung.

Es wurden gewählt zum Vorsitzenden Verbands- Director StückCassel, zum Stellvertreter des- selben Sun kel Hersfeld, und zum Schriftführer DiehlsCassel.

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