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7. r, 1874.
Samstag den 9. Mai.
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Oberhessischer Anzeiger.
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Die Petitzeile 5 1:. Erscheint jeden . wird mit 4 ente berechnet. Areisblatt für den Kreis Friedberg. Dienstag, Donnerstag und Samstag. des 10 1 18 ag il een Deutsches Reich. Fe— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ begrüßt denn— Die wiederholt vom preußischen Landtag
5. Darmstadt, 6. Mai. Seine Majestät der 1 zaiser vnn Rußland trafen auf der Durchreise ulack bute Morgen dabier ein und wurden am Bahn- ö bf von Seiner Königlichen Hoheit dem Groß- brzog und JJ. GG. HH. den Prinzen Alexan- du, Ludwig und Wilhelm empfangen und in das eichloß geleitet. Nach etwa einstündigem Aufent— bllt setzten Seine Majestät, gegen 11 Uhr, die deise fort, von Sr. K. Hoheit, sowie JJ. GG. HH. n vorgenannten Prinzen an die Bahn begleitet. L Die Agitation gegen das Verbot der Teiachtel Liter- Gefäße scheint größere Dimen⸗ men anzunehmen. Die Versammlung der Wirthe ass dem Großherzogthum Hessen, welche in der drigen Woche in Frankfurt tagte, beschloß, mit aun zulässigen Schritten gegen jede Beschränkung du Schankgefäße voranzugehen. Das desfallsige Esuch der Frankfurter Wirthe wurde von der dum angegangenen Behörde abgeschlagen; in Diesbaden wurde es genehmigt. Das großh. Arisamt Dieburg hat die Beibehaltung des Drei— ab tel Liter-Glases gestattet, im Kreise Neustadt i sie ebenfalls noch in allen Wirthschasten zu wen, in anderen Kreisämtern wurde das Verbot Akechgeführt! Auch die Gläser der Stammgäste „ ee e diesem Gebote unterworfen. In Mainz wurde ane kite größere Anzahl solcher Gläser weggenommen und erst dann den Stammgästen wiedergegeben,
el sie beschworen, daß sie ihnen gehörten.
— Der Finanz- Ausschuß hat in letzter Zeit e Reihe ven Sitzungen abgehalten, welche zementlich das Nachtragsbudget und den Wieder eulbau des Hoftheaters zum Gegenstand hatten.— en Zusammentritt der zweiten Kammer steht vor Ningsien nicht bevor, da die einschlägigen Bericht— klattungen nicht so zeitig abgeschlossen werden komen, um die Kammer noch vor dem Feste auf Abgesehen
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—— ein Reihe von Tagen einzuberufen.
lie re dem Nachtragsbudaet und dem Theaterbau ku men demnachst noch eine Reihe von Ange— aubi lien heiten zur Berathung, über welche die Be—
ce schon gedruckt sind.
die großh Regierung hat in neuester Zeit zu Mitteilung an den Finanz⸗Ausschuß gelangen sen, welche den Nachweis liesern soll, daß der nat auf Grund des Uebereinkommens mit den künden, wie solches in dem Landtags-Abschied „ Jahr 1841 enthalten ist, zum Wiederaufbau de Theaters verpflichtet sei.
Berlin, 5. Mai. Die„Nordd. Allg. Ztg.“ tleßt ihren heutigen Leitartikel mit den Worten:
b üchlein,
in
2 tensten Nachdenken fordert das Gebahren der „ bzösiscen Regierungspresse auf, welche, wie
e angais“ und das Organ des Herzogs Decazes, —
1„Presse“, für den Grafen Arnim Lanzen men. Wie sollen wir Das verstehen? Heißt sopiel als ein Ausdruck der Vorliebe franzö—
Meer Staatslenker für eine Politik, welche in ligsloser Ansmosität gegen das Papstthum dem chen Kanzler den Vorwurf wacht, zulange Seiten aufgezogen, lavirt und nicht scharf ug von vornherein Rom auf's Korn genommen saben 7 oder empfindet die Zeitung des Her- % Decazes über jede Schulderhebung gegen RNeschskanzler eine nicht zurückhaltende Be— lg gung 7 ist den französischen Politikern jeder Win, der gegen die deutsche Politik geschleuvert ein, so willkommen, daß sie gar nicht danach
— en, von welcher Seite her der Wurf erfolgte? —
en Verhältnissen entspricht es, Act davon zu
russischen Kaiser als den besten Freund Deutsch— lands und äußert: daß die Bewohner Berlins bei allem Glanze der neuen Zeit die beste Volks- Tugend, die Dankbaikeit, nicht verlernt hätten, die Dankbarkeit für Das, was Kaiser Alexander Preußen und Deutschland in den schwersten Mo— menten der neueren Geschichte gewesen.
— Die Affäre Arnim beginnt bereits die ausländische Presse zu beschäftigen. Die Pariser Blätter wie„La Presse“ nehmen offen Partei für ibn gegen die Reichsregierung und Fürst Biemarck. Denselben Sympathien begegnet der Graf bei dem Wiener ultramontanen„Volksfreund“ und der Wiener„Tagespresse“, letztere mit bekanntlich halb welsischem, halb französischem Gesicht. Sckon diese eine Thatsache genügt zur Verurtheilung des Diplomaten. Die Seite, auf welcher sich die Sympathien der französischen Revanchepartei, der Ultramontanen und Welfen befinden, ist sicher keine, welche einem Deutschen, noch viel weniger aber einem Beamten des deutschen Reiches wohl austeht.
— Ueber die Reisen des Kaisers, welche dem— nächst bevorstehen, hörten wir, daß die Rückkehr aus Wiesbaden etwa zum 23. d. zu erwarten ist. Der Kaiser wird dann bier einige Tage zubringen und Paraden der hiesigen Truppen abhalten und sich demnächst zum Besuch des Kaisers von Ruß- land für die Dauer von etwa 8 Tagen nach Ems begeben. Ueber den weiteren Kuraufenthalt des Kaisers sind bis jetzt noch keine definitiven Bestimmungen getroffen, jedech glaubt man, daß der Kaiser Ende August oder Anfangs September seinen Aufenthalt in Babelsberg nehmen werde.
— Fürst Bismarck befindet sich in sortschreiten- der Besserung. Derselbe reist mit Eintritt wärmeren Wetters nach Varzin. Gewiß ist, daß der Fürst im Laufe des Sommers ein Bad besucht. Welches Bad aue zuwählen ist, hängt von den noch aus— stehenden Bestimmungen eines Conciliums ärzt⸗ licher Notabilitäten ab.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bespricht den Besuch des Kaisers Alexander vom 6. d. bei dem Fürsten Bismarck. Mit diesem Besuch, sagt das Blatt, sei ein neuer Beweis des Wohlwollens und der Sympathie des Kaisers für Deutschland und dessen nationale Politik gegeben. Auch außer— halb des Reiches werde die nicht gewöhnliche, aus dem freiesten persönlichsten Antriebe des Kaisers hervorgegangene Auszeichnung, welche derselbe durch seinen anderthalbstündigen Besuch dem deutschen Kanzler angedeihen ließ, als ein Act von wahrhaft politischer Bedeutung und als ein neues Unterpfand fortdauernder Harmonie zwischen Rußland und Deutschland anerkannt werden.
— Der„Reichsanzeiger“ publicirt das Reichs- gesetz über Internirung und Ausweisung renitenter Kirchendiener.
„Börsencourier“ zufolge demnächst bevor.
— Die Erhöhung der Elsenbahntarife ist nunmehr vom Reichskanzleramte definitiv vollzogen worden und steht die amtliche Publikation dem Den Eisenbahnen wäre gestattet, eine Erhöhung bis zu einem 20procentigen Zuschlage eintreten zu lassen.
— Wie der„Haun. C.“ mittheilt, wird die Aufhebung der Bezirksconsistorien, mit Ausnahme der zu Hannover und Aurich, in Verbindung mit Einrichtung weltlicher Schulaufsichtsbehörden von dem Cultusminister so rasch vorbereitet, daß die Provinz Hannover innerhalb Jahresfrist im Be—
sitze der neuen Behörde sich befinden dürfte.
gestellte Forderung auf Einverleibung des Herzog⸗ thums Lauenburg in die preußische Monarchie geht endlich ihrer Realisirung entgegen.
— Gegen die definitiv angestellten katholischen Religionslehrer an den höheren Lehranstalten der Provinz Posen, welche sich in Folge des erz⸗ bischoflichen Erlasses weigerten, der Anordnung der Regierung gemäß den Religions-Unterricht in deutscher Sprache zu ertbeilen und deßhalb vor einem Jahre vom Amte suspendirt wurden, ist nachträglich beim Gerichtshof für kirchliche Ange- legenheiten das gerichtliche Verfahren wegen Amts- entsetzung eingeleitet worden.
— Der Kaiser hat am 7. d. dem Fürsten Bismarck einen einstündigen Besuch abgestattet.
— Der„Nordd. Allg. Ztg.“ zufolce beab⸗ sichtigt die preußische Regierung mit Beginn des neuen Jabres die Reiche mark-Rechnung einzuführen.
— Die Ernennung des Fürsten Hobenlohe— Schillingsfürst zum deutschen Botschafter in Paris ist vom Kaiser jetzt definitiv vollzogen.
— Der Kaiser will bekanntlich den in den drei letzten Kriegen gefallenen Generalen und Regiments Commandeuren Menumentalbüsten in karratischem Marmor errichten lassen, welche theils im Hauptsaale des Cadettenhauses in Lichterfelde, theils in den Offizierssälen der betreffenden Casernen aufgestellt werden. Mit der Ausführung der Büsten sind beauftragt: Prof. Drake, Prof. Wredow, Prof. Möller, Siemering, Itzenplitz, Pfuhl, Steinert, Schweinitz und Andere.
Fulda, 5. Mai. Gestern Nachmittag wurde Dom- Caplan Magnus Weber dahier zur Be- stehung der ihm sudsidiär zuerkannten dreitsgigen Gefängnißstrafe durch den Gerichtsboten einge- liefert. Auch Pfarrer Helfrich von Dipperz wurde
zur Verbüßung seiner zehntägigen Gefängnißstrafe
durch den Gerichtsboten hier eingebracht.
Tauberbischofsbeim. Dem Vernehmen nach hat die Großberzogliche Staate anwaltschast gegen den hiesigen Pfarrverweser Schott wegen Beleidigung des staatlich anerkannten Bischofs Reinkens Klage erhoben.
Straßburg. Die„Straßb. Zig.“ bestätigt die Nachricht klerikaler Blätter über die Schließung des hiesigen klerikalen Seminars insofern, als die Verfügung der Schließung ergangen ist. Dem Vorsteher der Anstalt stehe aber noch der Recurs an den Reichskanzler frei. Die Schließung war schon seit einer Reide von Monaten angedroht, weil der Vorsteber der Anstalt dem nach langem Sträuben endlich zugelassenen Inspector nicht ge— statten wollte, dem Unterrichte beizuwohnen.
Ausland.
Frankreich. Paris. Bei einem in Evreux stattgedabten Festmahle erklärte der Herzog v. Broglie, daß die Regierung die bestimmte Absicht habe, die constitutionellen Gesetzentwürfe der Nationalver— sammlung vorzulegen, und daß sie deren schleunige Berathung für dringend nothwendig erachte, damit den schwankenden Zuständen der Regierung und der Instituttonen, unter deren Herrschaft Frankreich gegenwärtig stehe, endlich ein Ziel gesetzt werde.
— Der Nizzaer Deputirte Bergondi hat sich erschossen.
— Nachrichten aus Bilbao zusolge baben die Bewohner von Bilbao durch die Belagerung wenig gelitten. Die Zahl sämmtlicher durch das Bombardement getödteten Personen beträgt etwa


