in zu höflich, dieselben auszusprechen.(Anhaltender Lärm.) Windthorst(Meppen) bemerkt, Fürst Bismarck babe in der nach dem Kissinger Attentat gehaltenen Rede die Parole für die Angriffe auf das Centrum gegeben; er thue Unrecht, die Parteien gegeneinander zu hetzen. Man treibe ohnehin einem Kriege zu. Fürst Bismarck weist den Vorwurf zurück und weist auf die Hetzereien der ultramontanen Presse hin, die Vorgänge, wie das Kullmann'sche Attentat, provoeirten. Wollte ich die Hälfte dessen glauben, was die ultramontane Presse gegen mich sagt— wer weiß, was ich thäte! Lasker erklärt, daß die Auslassungen Windhorst's, welche zum Kriege hetzten, eines Volksvertreters unwürdig seien, und wird wegen dieses Ausdrucks vom Präsidenten zur Ordnung gerufen. Hierauf wird unter unerheblicher Debatte die Etats— Berathung fortgesetzt und alle zur Berathung stehenden Etatspositionen genehmigt.
— 5. December. Reichstag. Ein neuer Antrag der bayerischen Regierung auf Verfolgung der„Süddentschen Presse“ wegen Beleidigung des Reichstags wird der Geschäftsordnungs⸗Commission überwiesen. Bei der dar— auf fortgesetzten Berathung des Reichshaushalts wurde der Etat des Reichs-Eisenbahnamts genehmigt, nachdem der Präsident des Reichs⸗Eisenbahnamtes die zukünftige Ernennung von Reichs⸗Eisenbahn-Commissären zugesagt und Untersuchung und Abstellung der gerügten Uebel— stände verheißen hatte. Bei dem Etat des auswärtigen Amtes bemängelt Windthorst die Aufhebung des Ge— sandtschafts-Postens bei dem päpstlichen Stuhl. Man werde damit die Katholiken Deutschlands dem Papste nicht entfremden. Reichskanzler Fürst Bismarck erwiedert: Er habe bei der Durchlesung der letzten Reichstagsver— handlungen über diesen Gegenstand gefunden, daß er damals eine versöhnliche Stimmung ausgedrückt habe, die er jetzt aufgeben müsse, wenn er sich nicht der schon ihm insinuirten Mißdeutung aussetzen wolle, daß die Reichsregierung unter allerlei Bedingungen in Rom Frie⸗ den nachgesucht habe. Die Reichsregierung sei weit ent⸗ fernt, den Papst als Oberhaupt der katholischen Kirche nicht anzuerkennen, das aber bedinge noch nicht die Ab— sendung eines Gesandten an den Vatican. Wenn die Nothwendigkeit diplomatischer Beziehungen zur Curie ein— treten sollte, so habe die Reichsregierung hierzu einen Diplomaten in Rom. Jetzt liege dazu kein Anlaß vor, weil die vor anderthalb Jahren gehegten Hoffnungen unerfüllt geblieben seien. So lange das Haupt der ka⸗ tholischen Kirche seine jetzige Stellung behaupte und den Klerus zur Nichtbefolgung der Gesetze in den Staaten, wo die Angehörigen des Klerus leben, aneifere, so lange erscheinen die diplomatischen Verbindungen Deutschlands mit dem Papste überflüssig. Die Regierung habe den jetzigen Kampf nicht provoeirt, der Kampf war schon vor 1870 geplant, der französische Krieg förderte nur den— selben. Daß Rom den Sieg der Franzosen erhoffte, ist bekannt, ich kann das nachweisen, und hoffe, daß ich in dieser Angelegenheit den Herren im preußischen Landtage wieder begegne. Lupius(Katholik) bestreitet das Recht Windthorst's Namens aller deutschen Katholiken zu sprechen. Reichensperger(Crefeld), Varnbüler und Löwe sprechen gleichfalls gegen Windthorst und für Abstrich des Gesandtschaftspostens. Hierauf wird ein Antrag auf Schluß der Debatte angenommen und alle Positionen für die Gesandtschaften genehmigt. Bei dem Posten für Consulate fragt Dickert betreffs des russischen Handels— vertrages an. Der Präsident des Reichskanzleramtes Delbrück antwortet, die Convention über die Hinterlassen⸗ schaften sei abgeschlossen, der Abschluß der Consular⸗ Convention noch im Laufe der Session zu erwarten. Wegen des Handelsvertrages sei zunächst der Abschluß der österreichischen bezüglichen Verhandlungen abzuwarten. Einzelbeschwerden werde das auswärtige Amt erledigen. Hierauf wird ohne erhebliche Debatte der ganze Etat des auswärtigen Amtes, des Pensionsfonds und des Reichs⸗Invalidenfonds, der Etatsüberschuß von 1873 und der Etat der Eisenbahnverwaltung genehmigt, der Etat der Reichsschuld an die Budget-Commission verwiesen.
Berlin. Ober- Präsident Nordenflycht (Schlesien) ist wegen Begünstigung der Ultramon— tanen abgesetzt und wird durch den Regierungs- Präsidenten Hagemeister(Oppeln) commissarisch ersetzt.— Der Proceß Arnim ist vertagt.
— Gutem Vernehmen nach ist die Nachricht eines hiesigen Börsen Blattes, der Termin für den Proceß Arnim sei verschoben worden, unbegründet. Allerdings hat der Vertheidiger Arnim's bei dem Stadtgericht einen Antrag auf Vertagung gestellt, das Stadtgericht aber ablehnend geantwortet.
— Als interessante und wichtige Neuigkeit theilt das„Frankf. Journal“ mit, daß der Bundes- rath gewillt ist, dem Reichstag noch in dieser Sesston einen Gesetzentwurf über die Einführung der obligatorischen Civilehe vorzulegen. Die Vor— lage wird gegen Ende nächster Woche an das Haus gelangen. Bayern hat nachgegeben.
Kassel, 5. Dec. Laut Privat⸗-Mittheilung aus Prig ist neuerdings in dem Befinden des Ex⸗-Kurfürsten eine plötzliche Verschlimmerung ein- getreten, so daß ernstere Eventualitäten befürchtet werden.
München 4. Dec. Das„Bapyerische Vater⸗ land“ meldet: Dr. Sigl hat heute von dem ihm
zustehenden Rechte der Einsprache gegen das Contumacial-Urtheil vom 30. November Gebrauch gemacht und kommt der Fall demnächst nochmals zur Aburtheilung vor das Schwurgericht.
— Bei der Gerichtsverhandlung gegen den Redacteur des„Baperischen Vaterland“, Dr. Sigl, war kein Mitglied der preußischen Gesandtschaft anwesend. Die entgegenstehende Angabe des ge⸗ nannten Blattes entbehrt jeder thatsächlichen Be— gründung.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Wie die „Tagespresse“ meldet, wäre die Frage betreffs der Handels verträge nunmehr so weit gelöst, daß der be⸗ treffende Ferman demnächst zu erwarten sei. Der Ferman würde dem Sinne der vor längerer Zeit von Oesterreich gemachten und dann von deutscher und russischer Seite unterstützten Vorschläge gemäß, nach dem Beispiele von Egypten, sämmtlichen Vasallenstaaten das Recht einräumen, Handelsver⸗ träge abzuschließen. Frankreich und England ge— dächten, indem sie diesem Vorschlage beitreten, ebenfalls Handelsverträge mit Rumänien ab- zuschließen.
Frankreich. Paris. Das Memorandum, welches der Herzog von Decazes der spanischen Regierung überreichen ließ, wird sämmtlichen Groß- mächten zur Kenntnißnahme zugehen Ebenso wird dasselbe im„Journal officiel“ veröffentlicht werden.
Versailles, 3. Dec. Die in der National- Versammlung heute verlesene Botschaft des Mar- schall⸗Präsidenten besagt u. A.: In dem Augen- blicke, in welchem Sie im Begriffe sind, Ihre Arbeiten wieder aufzunehmen, hat die Regierung die Pflicht, Ihnen eine Darlegung der allgemeinen Lage des Landes zu geben, und schulde ich Ihnen auch eine loyale Kundgebung meiner eigenen Ge— sinnungen. Ich bin während Ihrer Abwesenheit bemüht gewesen, meine doppelte Misston der Be— festigung des Friedens und der Aufrechterhaltung der Ordnung gewissenhast zu erfüllen. Die Bot- schaft betont die Verbesserung der wirthschaftlichen Lage des Landes in Folge der reichlichen Ernte, welche die industrielle Thätigkeit wieder belebt habe. Die Ausfuhren des Jahres 1874 werden die des Jahres 1873 erreichen. Der den öffent— lichen Arbeiten gegebene Aufschwung wird die Anstrengungen der nationalen Arbeit unterstützen. Der Finanzminister wird Gesetzentwürfe vorlegen, welche bestimmt sind, die Reformen der Verwaltung der Finanzen zu verwirklichen und die fiscalische Gesetzgebung zur Verhütung von Betrügereien zu vervollstäudigen. Der Special-Bericht über die finanzielle Lage wird die Mittel zur Deckung des Deficits aussetzen, welche in dem Budget pro 1874 bestehen blieb. Die Botschaft wurde besonders von dem rechten und von dem linken Centrum applaudirt. Die Versammlung begann nach Ver- lesung der Botschaft die Berathung des vom Deputirten Jaubert eingebrachten Gesetzentwurfs, betreffend die Freigebung des höheren Unterrichts.
— 4. Dec. Die Nattonal⸗Versammlung setzte heute die Berathung über den Gesetzentwurf, be- treffend die Freigebung des höheren Unterrichts, sort. Der Finanzminister wird im Januar einen Gesetzentwurf wegen Abänderung der bestehenden Steuern einbringen.
Großbritannien. London. Die Königin empfing in Windsor eine französische Deputation unter Führung des Grafen Serrure, welche Dank, adressen einer großen Anzahl französischer Städte und Ortschaften für die von der Königin während des Krieges zu mildthätigen Zwecken erhaltenen Unterstützungen überreichte.
— Capitän Nares von dem in den chinesischen Gewässern kreuzenden Schiffe„Challenger“ ist zum Commandanten der Nordpol⸗Expedition ernannt. Nares verläßt den„Challenger“ und kehrt sofort nach England zurück.
— Die Regierung ist jetzt überzeugt, daß der Gefangene, welcher Nena Sahib sein sollte, eine andere Persönlichkeit ist. Der Radjah von Sindhia gibt zu, daß er sich über die Identität des Gefangenen geirrt habe.
Hull, 3. Dec. In einer gestern hier abge⸗
haltenen Versammlung der vereinigten Metall-
silien für den Schiffsbau um 10 pCt. herabzusetzen,
Spanien. Madrid, 3. Dec. Officiell spird mitgetheilt, daß drei Compagnien eines in Badajoz garnisonirenden Bataillons, welche mit der Eisenbahn nach dem Norden abgehen sollten, dies anfänglich verweigerten, indeß doch dazu vermocht wurden...
— 3. Dec. Der Carlistenchef Lozano ist er⸗ schossen worden.
— 5. Dez.
Guipuzcoa eingeschifft, wo ein Armee⸗Corps die
Grenze zwischen Irun und Vera besetzt hält.— Die carlistische Nachricht, wonach die Regierungs⸗
truppen bei Despujols eine Niederlage erlitten hätten, ist unbegründet.
Estella. In der Umgegend von Estella haben die Schanzarbeiten der republikauischen Soldaten auch den Schleier von einem schweren Verbrechen gehoben. Sie stießens nämlich auf Leichname anscheinend junger Frauen, welche zweifelsohne ermordet worden sind; im Verdacht der That steht ein Carlisten-Führer, welcher in der Nähe dieses Platzes wohnt; der commandirende General hat angeordnet, daß dieser Nann im Betretungs⸗ Falle ohne Gnade über die Klinge springen soll.
Italien. Rom. Nach Privaknachrichten aus Caprera ist Garibaldi entschlossen, jegliche Nationaldotation abzulehnen, aus Rücksicht auf die finanzielle Lage Italiens. An den Parlaments⸗ sitzungen gedenkt Garibaldi vor der Hand noch nicht Theil zu nehmen.
— 4. Dec. Der Senats-Präsident Ambrois de Nevache ist verflossene Nacht plötzlich gestorben. Zur Bekundung der Trauer halten heute die Kammern keine Sitzung.
Serbien. Belgrad, 4. Dee. Die Seup⸗ tschina hat einen Redner, welcher bei der Adreß⸗ Debatte auf den Fürsten zu sprechen kam, auf einen Monat don den Sitzungen ausgeschlossen und setzte dann die Adreß Debatte fort.
— 5. Dez. Das Ministerium hat seine Demission gegeben, da es bei der Discussion der Adresse an den Fürsten in der Scuptschina nur eine Majorität von 3 Stimmen erhalten hatte. Der Fürst ist mit der Bildung eines neuen Mini- steriums beschäftigt. Der Fürst hat den früheren Minister bes Innern, Zumitsch, mit der Bildung eines neuen Cabinets beauftragt. Zumitsch gehört der liberalen Partei an und ist für eine besonnene auswärtige Politik.
Türkei. Scutari. Die nunmehr beendete Untersuchung der Vorgänge von Podgoritza hat das folgende Thatsächliche ergeben: Der Streit, welcher zwischen dem albanesischen Christen Niko und dem Türken Nussuf entstand und der mit der Ermord⸗ ung des Letzteren endete— die Ursache des ganzen Blutbads,— ist nicht, wie anfänglich gemeldet worden, einem Vieh-Diebstahle zum Nachtheile des Türken zuzuschreiben. Es ist vielmehr festgestellt worden, daß Niko von Nussuf gedungen wurde, den früheren Kaimakam von Podgoritza, Al! Beh, meuchlings zu ermorden. In der That tödtete Niko den Kaimakam. Als er nach einiger Zeit von Nussuf die zugesagte Belohnung forderte, verweigerte dieser nicht nur die Auszahlung der Belohnung, sondern drohte ihm mit einer Anzeige bei der Behörde. Da schwur Niko, sich zu rächen, und in Folge dessen fiel er Nussuf an und erschlug ihn, worauf die Türken über die Christen herstelen. Das Tribunal von Scutari verurtheilte 32 An⸗ geklagte zu 20 Jahren schwerem Kerker. Die Montenegriner halten diese Sühne für zu gering in Anbetracht Dessen, daß das Gemetzel 28 Opfer gekostet hatte.
Rußland. Petersburg. Die Einlad⸗ ungen zur Fortsetzung der Brüsseler Conferenzen in Petersburg sind erfolgt. Der Eröffnungs⸗ Termin wird später den Mächten mitgetheilt werden.
Egypten. Alexandrien, 3. December. Ossitiel wird mitgetheilt, daß der Finanzminißser gestern an das Haus Oppenheim die Summe von 479,000 Sovereigns für die Einlösung des Jannar⸗ Coupons der Anleihe von 1868 ausbezahlt hab,
waarenfabrikanten wurde einstimmig beschlosen, die Arbeits löbne für die Herstellung von Uten“
General Loma hat sich mit 10,000 Mann nach einem Hafen der Proving
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