wagen zu befördern. Ebeuso bat sich heraus- gestellt, daß ein ausreichendes Unterbeamten-Per-⸗ sonal an Schaffnern, Heizern ꝛc. vorhanden ist— so daß die bis jetzt alljährlich stattfindenden Com- mandirungen von Unteroffizieren zur Erlernung des Eisenbahn Dienstes in Zukunft fortfallen können.
— Die Beschlüsse der Fuldaer Bischofs⸗Con⸗ ferenz bebufs Herbeiführung einer Verständigung zwischen Kurie und Reich sind, einem officiösen Telegramm der„W.-Z3.“ zufolge, erst nach er⸗ solgter Gutheißung Seitens des Papstes der Reichs⸗Regierung mitgetheilt worden.
— Die„Nordd. Allgem. Ztg“ meldet als nunmehr feststehend, daß das Reichsmünz⸗Gesetz mit Beginn des nächsten Jahres in Preußen für alle öffentlichen Kassen und den allgemeinen Ver— kehr eingeführt werden soll.
Wilhelmshafen. Am 24. Juni— so meldet die„O.-3.“— erschien auf Befehl des
Reichskanzleramtes der deutsche Kriegsdampfer „Adler“ in den ostfriesischen Gewässern, setzte einige Boote aus und zwang die etwa 200
Fahrzeuge zählenden englischen Fischer, ihre Retze aufzunehmen und in See zu gehen.
— Dem Vernehmen nach hat das aus den Panzer⸗Fregatten„Kronprinz“ und„Friedrich Karl“, der Corvette„Ariadne“ und dem Kanonen— boot„Albatroß“ bestehende deutsche Geschwader Befehl erhalten, sich durch die Corvette„Nymphe“ zu verstärken und dann unter Contre- Admiral Henk unverzüglich in die spanischen Gewässer abzugeben.
Paderborn. Dem„Westf. Volksblatt!“ zu— solge hat ein biesiger Bürger die gegen den Bischof erkannte Geldstrafe von 400 Thlrn. vor dem Ablauf der zum Antritt der Haft gestellten Frist bezablt. Der Bischof protestirte gegen die wider sein Wissen und Willen erfolgte Bezahlung der Strafe. Das Kreisgericht hat bisher noch keine definitive Entschließung gefaßt und eine Vollstreckung der Haft bisher noch nicht vor— genommen.
— 4. Juli Das Kreisgericht beschloß in seiner heutigen Plenarsitzung, die von einem hie— sigen Bürger eingezahlten 400 Thaler trotz des Protestes des Bischofs zu behalten und den Bischof von der Haft zu liberiren.
Posen. Landrath v. Massenbach schloß am 1. Juli die Demeriten-Anstalt zu Storchnest und die dazu gehörige Reformatenkirche und erklärte dabei, daß er die durch den Erzbischof Ledo— chowski früher erfolgte Ueberweisung der Refor— matenkirche an die Philippiner in Grätz aufhöbe.
Eisennach, 4. Juli. Nach einer gestrigen Haussuchung und Confiskation des Programms zu dem morgen abzuhaltenden Verbrüderungsfeste wurde heute der Schuhmacher Giffey, Führer der hiesigen Social-Demokraten, verhaftet.
Saarbrücken. Das Zuchspolizeigericht ver— urtheilte den Frhrn. v. Los wegen der von dem- selben auf der Wander⸗Versammlung des Katho⸗ liken Vereins am 29. Juni v. J. zu Urbach gehaltenen Rede zu 100 Thlr. Geldbuße, event. 3 Wochen Gefängniß.
Cassel. Am 17. d. M. feiert der Fürst zu Isenburg Wächtersbach mit seiner Gemahlin, der ältesten Tochter des Ex-Kurfürsten, das Fest der silbernen Hochzeit. Es ist dieß derselbe Fürst, welcher einst auf dem giesigen Friedrichs⸗Platze dem Minister Hassenpflug die Sympathien des Volkes für dessen Regierungs⸗System auf dem Rücken und der rechten Wange fühlbar machte.
Dresden. Wie wir hören, hat Bebel in diesen Tagen seine zweite Strafhaft im Zwickauer Landesgefängniß angetreten. Die Hoff⸗ nung, daß in Folge k. Begnadigung ihm die nochmalige neunmonatliche Entfernung von der Familie erspart werden würde, hat sich nicht ver⸗ wirklicht. Liebknecht weilt jetzt für einige Wochen zu seiner Erholung in Laubegast an der Elbe.
München, 2. Juli. Die Abgeordneten kammer erl digte in der heutigen Sitzung den Cultus⸗Etat vollständig nach den Anträgen des Aus schusses und genehmigte die Aufbesserung der gering dotirten katholischen Pfarreien.
é— 3. Juli. Die Abgeordnetenkammer lehnte den Antrag Völks betreffs Bewilligung von 7500 Gulden zur Dotation von Geistlichen altkatholischer Gemeinden mit einer geringen Mehrheit ab, be- willigte aber 2,023,174 fl. zur Aufbesserung der Lehrer-Gehalte, sonach 848,550 fl. mehr als die Regierung gefordert hatte.
Fürth, 3 Juli. Die Arbeiter geben vor, sie strebten nach Selbständigkeit und Selbstver— waltung. Die Arbeitgeber wollen glauben machen, sie seien auf Lösung der socialen Frage bedacht. Hier nur ein Beispiel, wie das praktisch ange— wendet wird. Der hiesige Magtstrat hat ein ge— werbliches Schiedsgericht ins Leben gerufen, dessen Beisitzer Fabrikanten, selbständige Gewerbtreibende und Arbeiter sein sollen. Von den Fabrikanten hat nicht Einer eine Stimme, von den Arbeitern haben nur 13 ihre Stimmen an der Wahlurne ab— gegeben. Die Gewerbtreibenden wählen erst heute.
Kissingen, 4. Juli. Fürst Bismarck ist heute Vormittag mit Gemahlin und Tochter hier eingetroffen.
Ausland.
Frankreich. Paris. Die„Union“ läßt
sich von einem Correspondenten aus Nizza melden, daß die italienischen Umtriebe in dieser Stadt sich immer ungescheuter hervorwagen und von den Behörden mit unbegreiflicher Nachsicht ge— duldet werden. Die Budget Commission beschloß, das Eennahme-Budget nicht früher zu disecutiren, als bis die Nationalversammlung über das Amendement Wolowski, wonach die jährlich an die Bank zu zahlende Amortisations-Summe reducirt werden soll, Beschluß gefaßt haben wird.
— Das Journal„Union“ ist wegen Ver öffentlichung eines Manifestes des Grafen Cham— bord auf 14 Tage suspendirt worden. Mehrere Journale sagen, das Manifest Chambord's sei das Testament der Monarchie und meinen, dasselbe werde dem Antrage Périer neue Anhänger zuführen.
Versailles, 4. Juli. In der National- versammlung richtet Lucien Brun an den Minister des Innern die Frage, ob die Suspension der „Union“ das Resultat der Publikation des Mani— festes des Grafen Chambord sei. Der Minister des Innern erwiedert, es habe doppelter Grund vorgelegen: erstens die fortgesetzten Angriffe auf die Gewalten des Marschalls Mae Mahon und zweitens die Veröffentlichung des Manifestes. Die Regierung habe diese Maßregel ungern ergriffen. Da sie sich aber über alle Parteien stelle, so glaubte sie ihre Pflicht zu erfüllen, wenn sie dem von der Nationalversammlung am 20. November votirten Gesetz Achtung verschafft. Der Minister fügt hinzu, der Präsident Mae Mahon werde stets nur den beiden Gefühlen gehorchen:„Gesetzlichkeit und Vaterland.“ Lucien Brun erklärte sich durch die Antwort des Ministers nicht fur befriedigt und brachte eine Interpellation ein, deren Discusion auf Dienstag festgesetzt wurde.
Belgien. Brüssel, 3. Juli. Rochefort zeigt an, daß morgen die erste Nummer seiner „Laterne“ hier erscheinen, und daß dieselbe von nun an regelmäßig alle Samstage in Brüssel aus— gegeben werden wird. Rochefort schickt das Manu— seript aus England.
Dänemark. Kopenhagen, 3. Juli. General Haffner erklärte gestern dem Könige, er vermöge nicht der ihm übertragenen Neubildung des Cabinets zu entsprechen.
Großbritannien. London, 3. Juli. Das Unterhaus hat den Antrag Butt auf Er- richtung eines irischen Parlamentes, nachdem noch
Disraeli dagegen gesprochen, mit 458 gegen 61 Stimmen abgelehnt. Spanien. Madrid, 3. Juli. General
Morines hat das Commando der Division Martinez übernommen. An die Stelle des Generals Echague ist General Ceballos getreten. Eine vorgekommene Niedermetzelung der bei Abarzuza Verwunndeten war nicht durch Dorregaray angeordnet, sondern wurde durch einze ene Carlisten begangen. Santander. Eingegangene Nachrichten halten die Wiederaufnahme der Kriegs-Operationen
durch die Regierungetruppen vor 14 Tagen für un⸗ wahrscheinlich. Die Garnison Bilbaos ist durch
die Abgabe von Verstärkungen an die Nordarmee sehr geschwächt und hat die äußeren Positionen aufgegeben. Die Caxlisten haben in Folge dessen sofort das Thal Azua Monte Abril bis zum Nervion⸗ Fluß besetzt. Anderen Nachrichten zu⸗ folge sind nur einige huddert Carlisten gegen Bilbao unterwegs. Die Regierung hat angeblich beschlossen, einen neuen Theil der Reserve zu den Waffen zu rufen. Don Carlos und seine Ge⸗ mablin residiren in Tolosa.
Barcelona.. Der General- Commandeur der Truppen in Catalonion, Tristany, ist von seinem Posten abberufen und durch Lizarraga er- setzt worden.
Türkei. Konstantinopel. Der neu- ernannte deutsche Botschafter, Frhr. v. Werther, ist hier angekommen.— Kabuli Pascha ist zum Präfecten von Stambul, Raschid Pascha zum Botschafter in Wien ernannt.
Amerika. Newyork. Der Gesandte der Vereinigten Staaten in Petersburg, Jewell, hat die Stelle des General-Postdirektors angenommen.
Afrika. Corfu, 1. Juli. Gestern ist es hier zwischen der Garnison und de? Be— völkerung zu einem Conflict gekommen, bei wel⸗ chem von der Bevölkerung 25 Personen, darunter 1 italienischer, 4 türkische und 2 österreichische Unterthanen verwundet wurden. Es wurden mehrere Läden geplündert. Die Garnison ist in ihren Karsernen consignirt.
China. Jokoham a. Aus China und Japan gingen mit der„Great Repudlie“ in San Francisco Nachrichten von Nokohama bis zum 23. Mai ein. Die Formosa-Expedition ging trotz den Gegenbefehlen der Regierung, die auf Nach- richten aus Peking warten wollte, nach Formosa ab und kam ohne Widerstand an.— Die Coreaner enthaupteten 28 schiffbrüchige Japanesen blos ihrer Nationalität wegen, bauten Befestigungen und rüsteten sich zur Vertheidigung. Die
Eisenbahn zwischen Kobe und Osaka wurde am
21. Mai eröffnet.— In Shanghay griff ein Volkshaufen das französische Viertel an, miß⸗ handelte einen Herrn Perebois und dessen Familie und brannte dessen Haus nieder. Der fran- zösischen und englischen Polizei gelang es schließlich den Aufruhr, an dem 5000 Chinesen theilnahmen, zu unterdrücken.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Sicherem Vernehmen nach soll in den nächten Tagen das Mähen des Wieswachses von den stäbtischen Straßen und Plätzen, sowie das Ein⸗ fahten des gewonnen Heues an den Wenigsinehmenden vergeben werden.
Friedberg, 3. Juli. Heute Nachmitiag, während eines starken Gewitters ertönte plötzlich die Sturmglocke. Der Blitz hatte in Nieder-Rosbach eingeschlagen und sosort gezündet. Es brannten 2 Scheuern nebst den Stallungen nieder. Auch wurde ein Stück Rindvieh vom Blitz erschlagen.
Fauer bach v. d. H., 4. Juli. Heute brannte dahier ein Stall ab; wahrscheinlich liegt Branostiftung durch Kinder vor und ist ein Knabe bereits hinter Schloß und Riegel gebracht worden.
Gießen, 2. Juli. Ein Schüler, der sich von hier heimlich entfernt: hatte, ist an der holländischen Grenze sesigehalten worden und ein heute früh abgereister Polizei⸗ officiant wird denselben dort in Emfang nehmen.
Gleßen. Dem rechtzeitigen Einschreiten der Univer⸗ sitäts⸗Polizei gelang es vor einigen Tagen, ein Pistolen⸗ Duell zu verhindern. Eine Caramdole gelegentlich eines Balles war die Veranlassung der Forderung.
Gießen, 4. Juli. Gestern versuchte sich ein Mann von hier am Nahrungsberg zu erschießen. Es wurde ihm noch zeitig das geladene Pistol abgenommen.— Heute Nachmittag wurden einem Brunnenarbeiter von Dudenhofen in einer hiesigen Wirihschaft von einer obscuren Gesellschaft 4 Thaler entwendet. Dem Bestohlenen, welcher im höchsten Grade angesäuselt war, wurde überdies noch gehörig der Kopf zerhauen.
Gießen, 4. Juli. Das Schwurgericht vom III. Quartal l. J. wird seine Sitzungen Montag den 6. d. M., Vor⸗ mitiags 9 Uhr, eröffnen und werden in der ersten Woche nachbemerkte Anklagesachen zur Verhandlung bezw. Ab⸗ urtheilung kommen: Monzag den 6. Juli, Vormittags
stahls; Veriheid.; Großherzogl. Hofgerichts-Advocat Thor wart. Oienstag den 7. Juli, Vormittags 8 Uhr, gegen Wilhelm Schmiot von Nieder-Bessingen, wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit; Vertheid.: Großherzogl. Hofgerichts⸗ Advocat Weidig. Denselben Nachmittags 3 Uhr, gegen Franz Gräcmann von Nidda, wegen Diebstahls; Veriheid.
9 Uhr, gegen Georg Herbig bon Lauterbach, wegen Dieb⸗
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