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berhessischer Anzeiger.
Erscheint jeden
Samstag den 7. März.
Die Puligal. Kreisblatt für den Artis Friedberg.
1 wird mit 4 Kreuzern berechnet. Dienstag, Donnerstag und Samstag.
1——— * Amtlicher Theil.
2 tetteffend: Jen im Monat März l. J. vorzunehmenden Wiesengang. Friedberg am 5. März 1874.
crUngsau Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
zanlung Im Monat März ist nach der Bestimmung der Witsen⸗Polizei⸗(Art. 24 der Wiesen-Polizei-Ordnung) und auf die Unterhaltung der 8 ordnung ein Wiesengang von den Wiesenvorständen unter Zuziehung Ent- und Bewösserungs-Gräben(Art. 28 und 29 der Wlesen-Polizei⸗ g. er Feldschützen und Wiesenwärter vorzunehmen. Wir beauftragen Sie Ordnung) zu richten und hierbei nach den bestehenden Bestimmungen
nher, dieselben dierzu auszusordern und uns die über den Wiesengang zu verfahren. 3) Verbesserungsvorschläge in Bezug auf größere Wiesenfluren, nament- lich solche, zu deren Ausführung das Wiesencultur- Gesetz vom
7. October 1830 Anwendung finden muß.
der aufzunehmenden Protecolle dis zum 10. April l. J. längstens vorzulegen. In diese Protocolle haben die Wiesenvorstände, was denselben noch u eröffnen ist, bauptsächlich folgende Punkte aufzunehmen.
dad 1) Ob die Anordnungen, welche sie bei dem im Monat October v. J. Man erwartet, daß die Wiesenvorstände hiernach genau verfahren 971 vorgenommenen Wiesengang getroffen haben, befolgt worden sind[und wird noch bemerkt, daß alle Wiesengangeprotocolle, welche den vor⸗ * und welche nicht, sehenden Bestimmungen nicht ganz genau entsprechen, zurückgegeben werden
müssen. Diejenigen, welche ihre Wiesen nicht gründlich reinigen, wozu das Vertbnen des Auswurfs der Maulwürse gihört, sind in ein desondres Verzeichniß zu bringen und es ist dieses dem Wiesengangs- Protocoll bei-
2 welche Anordnungen von den Wiesenvorständen zur Beseitigung der dei dem diesmaligen Wiesengang vorgefundenen Mängel von Ibnen getroffen worden find, oder vorgeschlagen werden. Wir empfeblen
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9 den Wiesenvorständen hierbei besonders ihr Augenmerk auf die zulegen; haben die Wiesenbesitzer aber in diesem Punkte ihre Schuldigkeit 9 Reinigung der Wiesen von Gestrüpp, Gesträͤuch, Moos, die Ent- getban, dann hat der Wiesenvorstand dies in den Protocolle kurz vor- * fernung der Herbstzeitlosen, des Erdauswurfs aus den Be- und Ent— zumerken.
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Carl Steh
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eigerung
e e die Vertbnung der Maulwurfshügel und dergl.
Deutsches Reich. Darmstadt. ingsblatt Nr. 13 enthält:
I. Gekanntmachung Großberzoglichen Minisleriume et Juftiz, die Gebühren det Ortsgerichte betrefsend.
0 II. Uebersicht über die Einnabmen und Ausgaben des Tecinalwegbaufonde der Prerinz Rheindessen für die dabre 1867 bis einschließlich 1872.
III. Usdasicht der von Gioßberzoglichem Ministersum können.—
Das Großherzogliche Regier-[nebmen,
führung immer noch längere Zeit in Anspruch da die Ausführungs- Arbeiten bis jetzt nur ziemlich langsam von Statten gingen.— Die neuen Etats des Justizwinisteriums sollen von dem betreffenden Referenten des Finanz-Ausschusses der zweiten Kammer so weit bearbeitet sein, daß sie Gegenstand der Ausschuß-⸗Beratbungen werden Die Baukosten der Fortsetzung der
e Junern für das Jabt 1874 gentbmiglen Umlagen] Odenwaldbahn von Erbach nach Eberbach sollen ar Bestreiiung von Bedürfnissen der ieraecl. Religions nach den bis jetzt aufgestellten Ueberschlägen min-
meinden des Kicises Aleseld.
das erforderliche Material aus Bapern noch aus; stebt, vertagt.— Die Preßgesetz⸗Commission berieth nur§. 21, betreffs der Verantwortlichkeit für Preß- Delicte, und F. 23, betreffs der Beschlag⸗ nahme, verwarf die Vorlage der Regierung und nahm erhebliche Abänderungen au. Regierungs- Commissär v. Brauchitsch erklärte, die vetschärste Bestimmung über Verantwortlichkeit des Redac⸗ teurs halte die Regitrung unabänderlich sest. Die Commission wird morgen die erste Lesung schließen und dann eint Commission zur Redaction des
8. Eimdelizung zur Annahme und zum Tragen destens auf 160,000 fl. für den Kilometer zuf und. ni f ö * ee ines fremden Ordene. veranschlagen sein, während sie sich für die im Gesetzes einsetzen. Dieselbe wird ihre Arbeiten —.— J. Eribeuung von Efindungepalenten. Betrieb befindliche Strecke auf nur 130,000 fl. voraussichtlich Anfang nächster Woche schließen.
eam VI. Namenevctändctung. 2 Sone Königliche Hoheit berechnen.— Der„Börsen- Zeitung“ jufolge bat das et Ctoßheizog haben alletanädigsi gerubt: am 21. Febr. 8 N n 3 5 8 6
em Jobanme Stöppler aus Obertebausen zu gestalten,— 5. März. Nach dem„Reichsanzeiger“] Handels ministertum beschlossen, zur speciellen Be- — dertelde künsug falt des bisherigen den Namen] wurde v. Sanders, Ob. Lt. a. D., zuletzt Major aussichtigung der Bau- Ausfüdrungen der Privat- 4 Tsde rt führe. 5 1 f im Kür. Regt. Nr. 2, in die Kategorie der zur] Bahnen überall Stactscommissarien zu ernennen, 2 Nee Dieposition gestellten Ossiztere, mit der Erlaubniß die vom Begirn der Bauten bis zur gänzlichen J 71 in der pbilosoptischen Faculia' zum serneren Tragen der Uniform des 1. Gr. Fertigstellung alle Rechte der Oberaufsichtsbedörde
ser Landes, Untversudt, Dr. Ccuare Lütert, auf sein Nach⸗(Garde) Drag. Regts. Nr. 23 versetzt. Zimmer, geltend machen sollen. Teen mi Wukung rom 1. April 1. J. an, ven seinen Zahlmstr. vom Großh. Art, Corps, zu dem 1— Im Justiz Aus schuß des Bundesraths e len gfielle zu enilassen.. Bat. Juf. Regis. Nr. 88, Kuhn, Zablmstr. dom vertrat bei det Berathung über die Straf- Proceß- l Friedberg, 6. März. Das„Franksurter letzteren Bat., zu dem Großb. Art. Corps versetzt. Ordnung der württembergische Justigminister von — PVovrnal“ schreibt: Wenn bieher vielfach ein Mangel Berlin, 3. März.(Reichstag. Schluß.) Mittnacht energisch die Beibehaltung der Schwur ⸗ 5 n Velksschullehrern in Hessen sich geltend machte, Abgeordneter Windthorst. Meppen nimmt sür, gerichte gegen die Einführung der Schöffen ⸗Ge⸗
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welche man bei den Schullehrer
lag dies nicht zum kleinsten Theile in den rincipien, a eminarien, insbesondert demjenigen in Friedberg,
Iqüglich der mittellosen Scwinaristen besolgte.
ährend man in Preußen, Württemberg ꝛc. ic. die Unentgeltlichkeit des Unterrichts für unbemit- elle nur unter der Bediagung gewährt, daß sie
pater auch eine bestimmte Anzahl von Jabren
ile Lehrer dem Staate, der sie ausbilden läßt, lienen, anderenfalls aber die Kosten für den er- . Unterricht nachbezahlen müssen, hat man ibgesehen, was manchem Candidaten die Möglich- ein gewährte, nach vollständig erlangter Aus- lüdung außer Hessen eint Anstellung anzunehmen, nein gedenk der moralischen Verpflichtung, die ihm
der unentgeltlich von Staatewegen ertheilte Unter.
sicht auferlegtt. Wie wir jest erfahren, soll kietem Ülebelstande abgeholsen und eine ähuliche Pista mung wie in jenen oben bemerkten Staaten tetrossen werden.
Darm fta dt. Obgleich die neue Versassung det tvangelischen Landtskliche schon seit einiger Zeit terkündigt ist, so dürste deren practische Durch-
ti uns bisher von tiner solchen Bedingung vollig
Puttkamer gegen den Antrag das Wort, worauf die erste Lesung geschlossen und nach Ablebnung eines Antrages auf Vertagung in die zweite Lesung eingetreten wird. Abgeorducter Banks be⸗ antragt Berathung des Antrages in einer Com- missien und wird der Schluß der Debatte hierauf angenemmen. Die Verweisung an eine Com- mission wird bei der Abstimmung abgelehnt, eben- so ein von Krüger Bestoft gestellter Unterantrag, den Reichslanden eine tigene Landesvertretung zu gewähren. Der Antrag Gerber Winterer wird darauf bei namentlicher Abstimmung mit 196 gegen 138 Summen verworfen. Für den Antrag stimmen die Clsässer, Polen, Social: Demokraten, das Centrum und die Fortschrittepartei. Letztere, nachdem Banks im Namen der Partei erklärt halle, sie müßten, obschon sie die Argumente der Antragsteller sich nicht aneigneten, für den Antrag stimmen, wenn die Berathung in einer Commisston nicht angenommen werde.
— 4. März. Die Milltär-Conenission des Reichetages führte die Beratbung des Militär- Gesetzes bis§. 11 sort. Die Principal- Ab- stimmung über die ersten Paragrephen wurde, da
richte; er betonte die segensteichen Erfahrungen mit den Schwurgerichten und die warmen Sym- pathien, welche dieselden bei der Bevölkerung in ganz Süddeutschland genössen. Bapern und Hessen unterstützten lebhaft den Reserenten und protestirten gleichfalls gegen die Vorschläge des Entwurfs. Der preußische Justizminister Dr. Leondardt ver⸗ theidigte den Entwurf zwar nach allen Richtungen, erklärte sich aber schließlich bereit, der Stimmung in Süt deulschland Rechnung zu tragen und auf die Schöffen-Gerichte verzichten zu wollen. Die Verlage wird in Folge dieses Beschlusses, wonach Schöffen nur neben dem Einzelrichter tatig sein sollten, einer vollständigen Umarbeitung unterzogen werden müssen.
— 4. Marz. Die„Prov. Corr.“ schreibt: Der Kaiser ist in Folge einer leichten dae etwas beiser und bat sich deßhalb die Theiln e an den größeren Hoffestlichkeiten vetsagen müssen, doch konnte der Kaiser täglich die Besuche an- wesender fürstlicher Gaste empfangen, sowie Vor- träge regelmäßig entgegennehmen.
Leipzig. Nach officiellem Resultat wurde bei der Ersatzwahl zum Reichstage im biesigen


