Ausgabe 
5.11.1874
 
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genten geschlagen. Ribas vereinigte sich jedoch mit Mitre, der auf die Hauptstadt marschirt. Eine neut Schlacht wird erwartet. Die Verbindung von Buenos-Ayres mit der Umgegend ist unter brochen, die Stadt ist stark befestigt.

China. Hongkong. Die letzten Rach richten aus Peking und Deddo lauten friedlich. Der Krieg wird wahrscheinlich vermieden werden. Die japanesische Regierung hat angezeigt, sie würde im Falle des Krieges die in Japan ansässigen Christ n nicht bebelligen.

Aus Stadt und Land.

Friedberg, 4. Nov. Gestern Abend gegen 7 Uhr wurde unsere Einwohnerschaft in einen tüchtigen Schrecken versetzt. Urplötzlich war des ganze nordöstliche Himmel vom Widerschein eines großen Feuers geröthet. Alles stürzte auf die Straße, da man glaubte, die Salzmann'sche Hofraitbe stebe in Flammen. Bald klärte es sich jedoch auf, daß ruchlose Hände eine im Felde sitzende Strohsaime angezündet hatten, die lichterloh in Flammen stand. Durch Zufall kaun der Haufen nicht in Brand gerathen sein, da derselbe eine Stlecke von der Chaussee ab saß.

Offenbach. Sicherem Vernehmen nach hat Land⸗ lags⸗ Abgeordneter Heinzerling von Darmstadt die ihm von der überwiegenden Majorität der biesigen Stadtwer⸗ ordneien noch in den letzten Tagen angetragene Wahl zum Bürgermeister dahier aus Familien-Rücksichten abgelehnt.

Darmstadt, 2. Nov. Gestern fand man in der Griesheimer Tanne einen seinen Eltern entlaufenen acht⸗ jährigen Kuaben, der sich kunstgerecht in einen Lapinsbau eingegraben batte. Nach Aussage seiner Eltern hat das boffnungsvolle Bürschchen in den letzten Wochen etwa 18 Tage außerhalb des elterlichen Hauses zugebracht.

Dar mstadt, 3. Nov. Heuie findet vor dem Apellbof die vielberedete Verhandlung gegßen Kaufmann Wachter von hier flatt. Graf Ervach ist als Zeuge erschienen.

Darmstadt, 1. Nov. Heute wurde eine hier in Diensten siehende Magd in das Hospital verbracht, welche heimlich niedergekommen war und deren neugebornes Kind in dem Speicher des Hauses sodt gefunden wurde. Ge⸗ richtliche Untersuchung ist im Gange. In der Bleich straße fand man beute Morgen die Leiche eines Mannes. Derselbe war während der Nacht auf der Straße verstorben. Gewalithat liegt allem Anschein nach nicht vor.

Mainz, 31. Oct. Auf der Strecke Mainz⸗Franksurt gerietb gestern Morgen 8 Uhr 35 Min. ein Wagen 3 Klasse in Brand. Der Zug mußte in Rüsselsheim balten und der brennende Wagen gelöscht und ausrangirt werden. Außer einer kleinen Verspätung batte der Vorfall weiter keine Folgen.

Allerlei.

Frankfurt, 2. Oct. Gestern Morgen gegen 8 Uhr versuchte ein junger 20jähriger Meusch aus Siegen, der hier zur Zeil wohnbaft ist, durch einen Messerschniit in den Hals, sich das Leben zu nehmen. Als er in Folge des Schnittes Schmerzen gespürt hat, scheint er seine, dem Vernehmen nach, in Folge unglücklicher Liebe gefaßten Selbstmordgedanken aufgegeben zu haben. Denn als er aufgefunden wurde, war er zwar durch den Blutserlust bewußtlos, aber doch nur unerheblich verletzt. Er wurde in das Hospital zum heiligen Geist geschafft, in dessen Pflege er wahrscheinlich in Kurzem von Werthers Leiden genesen wird.

Frankfurt. Vergangenen Sonntag fand die Er⸗ öffnung der Cronberger Eisenbahn statt. Während des Winters verkehren täglich vier Züge in jeder Richtung mit direktem Anschluß an die Züge der Homburger Bahn.

Frankfurt. Am Samstag Abend wurde in der Näbe des Wasserhofs, zwischen Offenbach und Oberrad, ein junger Mensch von vier anderen angefallen, mißhandelt und ihm schließlich sein Lohn bestehend in 20 fl., abgenommen.

Feldkirch. Ein in der Stabikiche befindliches, die Verurtheilung der heiligen Kasharing durch den römischen Kaiser Maxentius derstellendes Gemälde, auf welchem der christenoerfolgende Kaiser unverkennbar die Züge des deut⸗ schen Kaisers Wilhelm und sein neben ihm stehender Raih⸗ gever jene Bismarck's trug, ist nun plötzlich über Nacht auf geheimnißvolle Weise geändert worden. Den Kopf des Kalsers ziert jetzt siall des weißen Backenbartes ein starker rothbrauner Vollbart und dem Fürsten Bismarck ist plötzlich zu seinem Schnurrbart noch ein Knebelbart gewachsen, so daß er jetzt aussieht wie ein Pariser Stutzer. Durch diese Metamorphose wäre die anstößige Portraita⸗ Aehnlichkeii an den Köpfen der römischen Christenver⸗ solger beseitigt.

Linz am Rhein. Ein selienes Jubiläum, nämlich das ihres tausendjährigen Bestehens, seiert in diesem Jahre unsere Stadt. Wahrscheinlich ißt ihr Alter ein noch höheres. Urkundlich wird sie jedoch erst im Jahre 874 erwähnt, und zwar unter dem Namen Lyuchoste. Das betreffende Document ist von der Aebtissin Regenberger von Gerres⸗ beim abgefaßt. Es bestätigt die von deren Vater voll⸗ zogene Stiftung des Klosters Gerresheim bei Oüsseldorf und wendet diesem Kloster den Zehnten von Lynoste(Linz) zu, wie der Stifter des Golteshauses zur Bedingung ge macht halte.

Rom. Am 22. v. Mis. erfolgte bei Villa Rosa auf Sicilien ein Zusammentreffen königlicher Truppen mit der von Rinaldi Rocca geführten Räuberbande. Die letztere

von Petralia Soprana. Die Banditen ergriffen beim An⸗ griff der ihnen überlegenen Truppen die Flucht. Die Reiter folgten ihnen aber auf den Fersen, machten drei der Räuber, Janni Rosario, Salvatore Belardi und Di Cesare zu Gefangenen und erbeuteten vier Pferde und einige Waffen. Am Morgen des folgenden Tages fand ein neuer Zusammenstoß mit der Bande, welche von Mirabella geführt wird, in der Gegend von Trapani statt, wobei fünf bekannte Räuber, auf welche die Polizei schon lange Zeit vergeblich gefahndet hatte, gefangen genommen wurden. Dies sind die ersten Erfolge, welche durch die zusammengreifenden Maßregeln der Civil⸗ und Militär⸗ behörden der angrenzenden Districte in Sicilien erreicht worden sind. Man gibt sich wohl nicht mit Unrecht der Hoffnung hin, daß auf diese Weise dem Brigantenthum in Sicilien bald ein Ende gemacht werden wird. Glasgow. Der hiesige Sladtrath hat mit 33 gegen 3 Stimmen ein Gesuch um Wiedereinführung der Prügel⸗ strafe an die Regierung zu richten beschlossen, weil es außerdem nicht mehr möglich sei, mit der zunehmenden Rohheit der Bevölkerung fertig zu werden. Die sich mehrenden Raubanfälle, Mißhan lungen von Frauen und der häufige Gebrauch des Messers dei Raufhändeln ver langten eine empfindlichere Ahndung als eine bloße Frei⸗ beitsstrafe.

Ein Wort für die Heidenmission.

In Nr. 124 Ihres geschätzten Blattes lesen wir unter einem Artikel aus Berlin, der die Bestrebungen derGesellschaft für Verbreitung von Volksbildung befördern will, folgenden Satz: Hunderttausende von Thalern verstehen die Missionsgesellschaften alljährlich aus Taschen hervorzulocken, um Kaffern, Hottenkotten und Chinesen zum Christenthum zu bekehren, aber für die Belehrung der den Schulen entwachsenen Deutschen hat man nur an wenigen Orten so viel Interesse, um in angemessener Anzahl sich

die einen Jahresbeitrag von min- destens zwei Thalern verlangt. Abgesehen davon, daß es wenig edel erscheint, wenn man eine an sich ja ganz gute Sache dadurch dem Publikum zu empfehlen sucht, indem man auf andere Be strebungen einen verdächtigenden Blick wirft, gibt jene Bemerkung eine auffallende Unkenntniß über Heidenmission zu erkennen, welche einem gebildeten Journalisten, zu welchen sich der Schreiber jener Zeilen wohl zählen wird, wenig ansteht. Be- kanntlich kommen die Missionsbeiträge aus ganz kleinen Gaben zusammen und wenn man die hunderttausenden von Thalern, die die ver- schiedenen Missions-Anstalten wohl in Anspruch nehmen mögen, auf die einzelnen Glieder der evangelisch-deutschen Kirche vertheilen würde, so würde auf den Einzelnen kaum mehr als ein Paar Pfennige kommen, einen Aufwand, welchen sich wohl die Gemeindeglieder der evangelischen Kirche für ideale Zwecke erlauben dürfen, zumal derselbe in gar keinem Verhältniß zu dem Treff- lichen steht, das durch unstre Missionare in den Heidenländern geleistet wird.

Vermuthlich wird aber gerade diese letzte Be- hauptung von dem Berliner Correspondenten wie von allen, die solche und ähnliche feindselige Be⸗ merkungen über die Heidenmission mit Wohlgefallen lesen, bestritten werden. Zum Beweise aber, daß in der That durch diese Bemühungen Treffliches und Heilsames geleistet wird, will ich mich auf das Urtheil derer berufen, welche der Lebensan⸗ schauung jenes Artikelschreibers mehr oder weniger nahe stehen. Der bekannte Amerikaner Dr. Stan; ley, welcher sich vor einigen Jahren durch die Auf- suchung des berühmten Missionaren und Afrika- reisenden Livingstane ein großes Verdienst erworben bat, begleitete die englischen Truppen in dem Kriege gegen die Aschantis. Nach dessen Beendigung ver- öffentlichte derselbe ein Buch über diesen Krieg und bekennt hier, daß die ecfolgreiche Arbeit der Basler Missionare auf der Goldküste, obwohl er sich seit⸗ her nicht zu den Verehrern der Missionsthätigkeit habe zählen können, seine volle Anerkennung ja Bewunderuntz hervorgerufen habe. Weiter hat in Folge dieses Krieges die Times, das größte eng- lische Blatt von liberaler Richtung, über dieselbe Arbeit Folgendes berichtet:In den öftlichen Bezirken der Goldküste besteht eine Schweizermission. Die Missionare, gewöhnlich Deutsche, treten in eine Anstalt in Basel ein und widmen dann ihre

anzuschließen,

bewegte sich in der Richtung nach Cannitti und stieß dabei auf einen Trupp von Bersaglieri, Carabinieri und Reitern

Lebenszeit den Negern. Wunderbar schnell lernen sie in der Sprache der Eingebornen predigen; sie

deutschen

einer an sich vortrefflich orgamsirten Gesellschast

verfassen Wörterbücher, übersetzen die Bibel, er⸗ theilen nicht nur Unterricht in den Elementarfächern, sondern lassen denen, welche es wünschen, sogar, eine europäische Bildung angedeihen. Sie haben auch Laienbrüder, welche als Oekonomen und Hand⸗ werker, z. B. Maurer, Zimmerleute, Schmiede, Schuhmacher u. s. w hiaaus gehen. Die Schul⸗ knaben lernen Hand- und Kopfarbeit; sie gehen von Schulbänken auf die Kaffee- und Tabaks, pflanzungen, oder in ihre Werkstatt. In einem Zimmer kann man einen Jüngling sehen, der in

einem griechischen Testament liest, im nächsten einen, der eine Mozart'sche Melodie vom Blatse

spielt. Die trefflichen Missionare sind weit ins Innere vorgedrungen und haben ein großes Geblel geographisch erschlossen. Ja am Ende dieset Krieges hat sich sogar der englische Minister, Graf Derby, veranlaßt gesehen, durch den Ge sandten in Bern der Baseler Missions⸗Anstall

ein sehr anerkennendes Schreiben zukommen zu

lassen über die namhafte Hilfe, welche im Verlauf dieses Krieges von den Angestellten der Baseler Mission geleistet worden ist.Dieselben, heißt es bier, lieferten vornehmlich Handwerker, wie Waffen⸗ schmiede, Grobschmiede, Hufschmiede, Zünmerleutt, Schuhmacher und Telegraphisten, und sandten zehn Compagnien Mannschaften ins Feld, welche gute Dienste leisteten und als christliche Soldaten einen auffallenden Gegensatz bildeten zu ihren heidnischen Kameraden. Diese Urthbeile lauten nicht nur so günstig über die Arbeiten unsertt Missionare auf der afrikanischen Goldküste, sondem auch über die Leistungen derselben in Ostindien, Niemand kann die englisch-indische Regierung einer fanatischen Begeisterung für die Mission, oder ihre amtlichen Berichte auch nur eines Scheines von Parteilichkeit für vieselben zelhen, Lange hat sie die Misstonsbestrebungen ferngehalten, um nicht zu sagen, verfolgt, langsam hat sie ste

zugelassen und dann hartnäckig todtgeschwiegen

Darin ist es nun in den letzten Jahren anders

geworden und besonders anerkennend spricht sich

der nach Beschluß des englischen Unterhauses dem

Druck übergebene Bericht der Regierung üben die Mission im Jahre 1871-1872 aus.Das

ganze indische Missionswesen, heißt es hier, ist von so bedeutendem Einfluß auf die Hebung des Volkes, daß irgend eine Mittheilung über indischen Unterricht unvollständig wäre, wenn sie nicht auch auf die Arbeit der Missionare einginge.Dit dem Lande seit vielen Jahren verkündete Lehrt des Christenthums hat die ganze Masse der Be/ völkerung stark beeinflußt. Schaaren, die sich nicht als Bekehrte an die Missionare anschließen, zollen dem sittlichen Gehalt ihrer Predigt di höchste Anerkennung. Die vielseitige Belehrung, welche sie ertheilen, hat dem Volk im Ganzen neue Begriffe beigebracht, nicht nur in rein rel giösen Fragen, sondern auch über die Natur des Bösen, die Aufgabe des Gesetzes, die Motive:, nach welchen das menschliche Verhalten sich richten soll. Geschlecht mit einem höheren sittlichen Maßstab vertraut, der nicht nur durch den öffentlichen Unterricht, sondern auch durch die Millionen def

über das Land verbreiteten Druckschriften darge i

boten wird.

Solchen Urtheilen gegenüber läßt sich kaun noch von einem klar denkenden Menschen die Be hauptung festhalten, daßz durch die Bestrebungel der Missionare nichts Tüchtiges geleistet werde. Nicht besser sieht es aber mit dem anderen Ein

wand gegen diese Bemühungen aus, daß maß

keine Berechtigung habe in so weiter Ferne in Interesse christlicher Humanität zu wirken, so langt man in der nächsten Nähe noch so vielen schreien⸗ den Nothßände abzuhelfen habe. Es ist ein ganz unbestritttene Erfahrung, daß der Eifer fen

die Heidenbekehrung den Eifer für die Abhilst

aller sittlichen Nothstände in der nächsten Nabe

nicht lahm gelegt, sondern vielmehr geweckt 90%

Eine Reihe von Beispielen ließen sich zur Be stätigung dieser Behauptung namhaft machen, Ich will aber zum Schluß nur noch an die fiel schottische Kirche erinnern. Als dieselbe sich it Jahre 1843 durch Austritt aus der schottischeh

Unmerklich wird namentlich das jünger!

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