Ausgabe 
5.9.1874
 
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sich ein ähnlicher Fall von Pietätlosigkeit an die Seile gestellt, indem, wie derBayr. Landbote erzablt, in dem München benachbarten Thalkirchen das dortige Denkmal für gefallene Krieger aus dieser Gemeinde, auf Befehl des ultramontanen Bürgermeisters von da weggerissen werden mußte und jetzt in einem Leiterschuppen ein verborgenes Dasein führt.

Nürnberg. Am 6. d. findet hier eine Ver- sammlung von Mitgliedern der bayerischen Fort schrittspartei aus allen Theilen Bayerns, nament- lich aber aus Franken statt. Die Versammlung wird sich mit einem vom 1. October an er- scheinenden Wochenblatt für das Landvolk und mit der Reorganisation der Partei in Franken befassen.

Freiburg, 2. Sept. Heute Vormittag fand die Eröffnung der dritten Versammlung deutscher Forstmänner statt. Dieselbe ist sebr zahlreich be⸗ sucht; auch viele Schweizer nebmen daran Theil.

Metz, 31. Aug. Der Kreistag des Land- kreises Metz, welcher sich bisher noch nicht consti⸗ tuirt hatte, ist heute zusammengetreten, nachdem acht von neun Mitgliedern den Eid auf den Kaiser und die Reichs verfassung geleistet hatten.

Ausland. 1

Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Der König von Sachsen, vom österreichischen Kaiser direet eingeladen, nimmt an den böhmischen Manövern Theil und trifft mit Franz Joseph in Prag zu sammen.

Spanien. Bilbao, 2. Sept. Die Car⸗ listen griffen gestern Abend 9 Uhr Puyeerda neuer⸗ dings an und setzten die Beschießung bis zum Morgen fort. Die Carlisten warfen auch Brand- geschosse, in Folge dessen die Speicher und Scheunen in der Näbe des spanischen Thores in Flammen aufgegangen sind. Alle Angriffe wurden indeß zurückgeschlagen. Die Verluste der Carlisten sind beträchtlich.

Madrid. Pariser Nachrichten zufolge hat der Kaiser von Rußland einen Agenten in das carlistische Lager, einen anderen in das Lager der republikanischen Nordarmee geschickt, um sich über die militärische Situation bei beiden Heere Be- richt erstatten zu lassen.

Santander, 3. Sept. Die deutschen Kriegs- schiffeAlbatros undNautilus sind an der Mündung des Nervion augekommen. Der deutsche Gesandte, Graf Hatzfeld, und der deutsche Consul in Bayonne werden hier erwartet. Anläßlich der Anwesenheit derselben wird ein Banket stattsinden.

Italien. Rom. Zwischen Minghetti und Sella fand eine längere Zusammenkunft und ein Meinungs⸗Aus tausch statt, in Folge dessen Sella dem Ministerpräsidenten seine entschiedene Unter⸗ stützung zusagte.

Allerlei.

Frankfurt, 2. Sept. Gestern Abend 7 Uhr wurde an der Casse des Zoologischen Gartens das hunderttausendste Eintritts⸗Billet à 30 kr. gelöst. Während seines nun fünfmonatlichen Bestehens wurde der Garten außerdem besucht von 11,930 Kindern und 22,832 Personen an 12⸗Kreuzer⸗Tagen, 13,300 Personen an 18⸗Kreuzertagen und von 1555 Schulkindern, zusammen von 149,617 Perfonen.

Frankfurt, 2. Sept. Verflossene Nacht fand in einer Wirtbschaft der Dreikönigsstraße zu Sachsenhausen eine surcht⸗ bare Schlägerei zwischen italienischen und anderen Arbeitern statt, bei welcher von dem Messer Gebrauch gemacht wurde. Es kamen viele Verwundungen vor. Einer der Kämpfen⸗ den blieb auf dem Platze. Derselbe heißt Neumann, ist Pumpenmacher und Vater von 4 Kindern. Außerdem sind schwer verwundet zwei Nachtwächter, leichter verwundet vier Italtener und einige linksmainische Einwohner.

Frankfurt, 3. Sepibr. Zur Feier des Tages von Sedan sand gestern jn der sestlich geschmückten Halle im Zoologischen Garten ein Banket stalt, an welchem sich 291 Personen aus verschiedenen Ständen betheiligten. Von Seiten des Magistrats nahm der zweite Bürgermeister, Herr Dr. Berg, Theil. Der erste Toast wurde von Herrn General v. Loos auf den deutschen Kaiser, der zweite von Herrn Bürgermeister Dr. Berg auf das deutsche Vaterland ausgebracht.

Frankfurt a. M., 3. September. Die Thiersamm⸗ lung des neuen zoologischen Gartens, welche fortwährend durch neue Zusendungen vermehrt wird, hat auch in den letzten Wochen wieder bedeulend zugenommen. Unter den neuen Ankömmlingen heben wir folgende als die wesenklichsten hervor: Einen jungen afrikanischen Elephanten, welcher etwa 5 Jahre alt ist und eine Größe von 5 Fuß hat. Er unterscheibet sich durch die Kopfform und andere Merk

male sehr wesentlich von dem indischen Elephanten, welcher den Besuchern des Gartens selt Jahren bekannt ist. Ferner traf ein Tapir ein, der, mit den Elephanten in naher Ver⸗ wandtschaft stehend, diese Thiergattung in Südamerika vertritt, wo ein eigentlicher Elephant nicht vorkommt. Sehr bemerkenswerth ist bei diesem Thiere der kurze Rüssel, den es verlängern und nach allen Seiten bewegen kann. Die jetzt gegen 90 Köpfe starke Affensammlung wurde durch einen schwarzen Pavian vermehrt, ein ebenso seltenes als munteres Thier. Im Straußenhause finden wir einen prächtigen afrikanischen Strauß, so daß nun die Straußvögel von Afrika, Amerika, Asien und Australien vertreten sind.

München, 2. Sept. Die Sedanfeier wurde hier mit der Einweihung des Krieger-Denkmals unter großer Theilnahme der Bevölkerung eröffnet. Die Weihe-Rede machte einen tiefen Eindruck; ebenso die Vorträge sämmi⸗ licher Gesang-Vereine. Die Stadt ist vielfach beflaggt. Abends ist große Fest⸗Versammlung.

München, 2. Sept. Die heutige Festversammlung

war außerordentlich zahlreich aus allen Ständen der Be- völkerung besucht. und Abgeordneten Schauß gehalten wurde, fand sehr bei-

haftesten und thätigsten Vereine zu einem Landesverbande der hessischen Kriegerkameradschaft zusammengeschlossen und durch den Anschluß an dasKartellbündniß deutscher Kriegervereine den zweiten erfolgreichen Schritt gethan um jene Einigung, die Euch im Felde zu den großen Erfolgen geführt hat, mit aller Energie auch in ihrem engeren Kreise zum vollendeten Ausdruck zu bringen, Und so ergeht denn von dem unterzeichneten Vorstande der hessischen Kriegerkameradschaft an Euch die herzlichste Bitte, diesem Verbande beizutreten. Hier auf heimalh⸗ lichem Boden, wo wir gewachsen hier können wir segensreich wirken, hier sind für unseren ernsten Willen die starken Wurzeln unserer Kraft. Keine partieularistische Bewegung hält uns von dem Beitritt zumDeutschen Kriegerbunde fern. Nein! Nur die allzu straffe Cen⸗ tralisation desselben läßt unsern Anschluß heute noch nicht wünschen werth erscheinen. Wir wissen: Auch im deutschen Kriegerbunde schlagen die Herzen in echt deut scher Gesinnung und wir füblen daß der Tag nicht mehr fern ist, da unser Kartellbündniß mit dem Bunde sich kameradschaftlich vereinigen wird, am Meisten zur Freude

Die Festrede, welche vom Bankdirector derer, denen man beute den Vorwurf separatistischer Be⸗

strebungen macht. In Bayern, Württemberg, Sachsen,

fällige Aufnahme. In das am Schluß der Rede ausge- Hessen, der Pfalz, Rheinland, überall haben sich Gau⸗ brachte Hoch auf das deutsche Vaterland stimmten alle verbände gebildet und sich über die Köpfe der einzelnen

Anwesenden mit anhaltendem, begeistertem Jubel ein.

Dresden, 2. Sept., Nachm. Die Sedanfeier hal hier unter allgemeiner Betheiligung begonnen. Die Stadt ist auf das Festlichste geschmückt, das königliche Schloß hat geflaggt.

Berlin, 2. Sept. Die Sedanfeier begann hier mit einer Parade des Gardecorps auf dem Tempelhofer Felde. Prinz August von Württemberg commandirte. Der Kaiser, der Kronprinz und der Prinz von Wales waren anwesend. Die Straßen sind überall festlich decorirt. Der Kaiser wurde, wo er sich zeigte, enthustastisch begrüßt.

Posen, 2. Seot. Die Sedanfeier hat hier unter zahlreicher Betheiligung der Bevölkerung staltgefunden. Ein Festzug sämmtlicher Gewerke und Vereine bewegte sich vom Bernhardinerplatze aus durch die festlich ge

schmückte Stadt bis zum Wilhelmsplatze, wo die Festrede gehalten wurde. Dieselbe endete mit einem Hoch auf Kaiser und Reich, in welches die versammelte Menge mit Jubel einstimmte. Die in der Franziskanerkirche aufbe- wahrte Fahne des Tischlergewerks, welche für den Festzug verwendet werden sollte, hat der Decan Keßler ersl nach Widerstreben herausgegeben und, wie es heißt, erklärt, daß er dieselbe nicht wieder an geheiligter Stelle aufbe wahren werde

Catania, 2. September. dauert unter heftigen Ausschüttungen der drei Krater zwischen Linguaglossa und Randazzo sork. Die Cinwohner haben die umliegenden Oitschaften geräumt, obgleich keine unmittelbare Gefahr vorhanden ist. Bei Catania sind große Mengen Sand zur Erde gefallen.

Der Ausbruch des Aetna

Friedberg.(Eingesandt.) Wie weit die lächerliche Empfindlichkeit gewisser Leute in religiöser Beziehung geht, davon liefert derStarkenburger Bote, ein in Bensheim erscheinendes ultramontanes Winkelblatt, ein bezeichnendes Pröbchen. Es findet sich nämlich in Nr. 68 desselben ein Artikel, die Friedberger Ausstellung betreffend, in welchem die katholischen Schulen des Kreises Friedberg vor dem Besuch der Ausstellung gewarnt werden, warum? weil bei den von Herrn Lackfabrikanten Roßbach ausgestellten Gegenständen zweiSchandgemälde sich befänden, die, um den originellen Passus wörtlich anzuführen,zechende Mönche mii schauerlichen Bäuchen und Kupfernasen um Weinfässer gelagert darstellen. Was haben aber die kupferrothen Nasen und schauerlichen Bäuche mit der katho lischen Religion zu thun? fragt sich ein unbefangener Leser. Darauf gibt jedoch das Blatt selbst die nöthige Auskunft, denn man lese nur dieselbe Nummer weiter und man wird sinden, daß ein Blatt, dasMajestät Herodes, Excellenz Hoffmann ⸗Stark und Durchlaucht Bismarck als Verfolger Christi und seiner Kirche auf gleiche Rangstufe stellt, das den Satz ausstellt, daßKatholictsmus, Ultnamontanismus und Jesuitismus nur verschiedene Bezeichnungen für die⸗ selbe Sache sind, das sich zum Verbreiter der Ansicht des Volksstaats macht,daß die Haussuchungen bei Ultra montanen(nach dem Kullmann'schen Attentat auf Fürst Bismarck) nicht geschahen, um über die Urheberschaft des Attentats Licht zu verbreiten, sondern daß das Attentat geschah, um die Haussuchungen vornehmen zu können, daß solch' ein Blatt vollkommen berechtigt ist, in den Schmerbäuchen und Kupfernasen einiger gemalten Mönche einen Angriff auf die katholische Religion zu sehen. Wir hätten über den Unsinn ganz geschwiegen, wenn das Mach werk nicht geeignet wäre, unsere katholischen Mitbürger gegen einen geachteten Mann aufzuhetzen, dem bei dem Aufhängen zweier barmloser, scherzhafter Bilder sicher nichts ferner gelegen,als die katholischen Besucher der Aus stellung absichtlich zu kränken.

Ein gesandt.

DieDarmstädter Zeitung Nr. 229 bringt einen Aufruf an die hessischen Krieger-Vereine. Darin heißt es unter Anderem wie folgt: Kameraden! Kampfgenossen! Einigkeit macht stark! ist, die im Kriege gewonnene Ueberzeugung aller Krieger- und Soldaten-Vereine und zur Bekräftigung dieses schließen sich überall, in allen Gauen unseres theuren Vaterlandes, die Vereine fest aneinander, um ihren ausgesprochenen Zweck, die Heilig haltung der nationalen Güter, in gegenseitiger Unter stützung desto kräftiger verfolgen zu können. Auch in

unserem engern Vaterlande haben sich viele der nam⸗

Vereine hinweg die Hand gereicht, heute noch tritt der Rheinländer in rheinische Regimenter ein, heute noch dient der Hesse in der hessischen Division, und da sollte es eine Sonderstellung sein, der hessischen Kriegerkamerad⸗ schaft anzugehören. Gewißlich nein! Zu ihr gehören naturgemäß alle hessischen Vereine. Was aber natur⸗ gemäß ist, dem gehört der Erfolg! Kameraden zögert nicht länger, unserem allgemeinen Landesverbande bei⸗ zutreten, der zwar stets bereit ist, Euch aufzunehmen, dessen Freude bei Eurem Eintritte aber heute größer ist wie je, weil er in Euch wackere Begleiter und kräftige Stützen auf dem Wege sucht, der vor wenigen Wochen von ihm betreten wurde. Deutschland über Alles!

Mit kameradschaftlichem Gruße.

Vorort Groß-Gerau, im Juli 1874.

Der Vorstand der Hessischen Kriegerkameradschaft: Avenarlus, Gau Algesheim. Medicus, Alzei. Raiß, Groß Gerau. Roemheld, Mainz. Gernsheim, Worms. Göbel, Oppenheim. Dr. Welcker, Sprendlingen bei Langen.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 2. September. Der heutige Heu- und Strobmarkt war ziemlich gut befahren. Die Qualität ließ trotz der hohen Preise viel zu wünschen übrig. Heu kostete per Ctr. 2 fl. kr. bis 2 fl. 40 kr., Stroh per Centner 1 fl. 24 kr. bis 1 fl. 36 kr. Butter 1. Qual. 48 kr. 2. Qual. 46 kr. Eier das Hundert 3 fl. 12 kr. Kartoffeln per 200 Zollpfd. 3 fl.

Mainz, 3. Sepibr. Productenmarkt. Waizen per Nov. 12 fl. kr., per März 12 fl. 3 kr., per Mai 12 fl. 3 kr. Korn per Nov. 9 fl. 25 kr, per März 9 fl. 30 kr., per Mai 9 fl. 30 kr. Haser per Nov. 10 fl. kr., per März fl. kr., per Mai 10 fl. 20 kr. Rüböl per Oct. 17 fl. 27 kr., per Mai 18 fl. 30 kr. Raps per Sept. 16 fl. 15 kr.

D. Frankfurt a. M., 3. Sept. Die heutige Bötse zeigte. bei größerer Geschäftsbelebiheit eine günstigere Ten⸗ denz. Von Berlin wurden der biesigen Stimmung con⸗ jorme Course gemeldet, während Wien etwas matter ver kehrte. Wie schon seit einigen Tagen, war auch heute am Speculationsmarkt eine Doppelströmung bemerkbar, indem Creditactien sehr beliebt waren und sonach die Speculation sich einigermaßen über die beunruhigenden Posten der Bilanz binweggesetzt haben dürfte, Staatsbahnactien hin⸗ gegen matt lagen, auf Grund ihrer unbefriedigenden Ein⸗ nahmen und schlechterer Pariser Notiz. Lombarden waren vernachlässigt. Creditactien bewegten sich zwischen 252½ und 254, Staatsbahnactien zwischen 339 ¼ und 3397/8, Lombarden schlossen nach 148½ mit 149½. Oesterr. Bahnen gingen zu behaupteten Coursen um, Bing⸗Budweis bedeutend niedriger. Von deutschen Bahnen Bayr. Ost⸗ bahn anziehend, Prioritäten beliebt und theilweise höher. Gisela wurden zu 90⅝, Theißbahn zu 80/ gehandelt, Banken blieben still aber fest. Darmstädter, Deulsche Ver⸗ einsvank, Deutsche Effectenbank und Württ. Vereinsbank höher. Oesterr. Renten begehrt. Ungarische Schatzbons zu 92 in gutem Verkebr. Von Russischen Fonds 1871 und 1872 r böher.%% Württemberger etwas besser, Von Loosen 1860r höher. Ungarische und Braunschweiger fest. Wechsel still, Napoleons ½ kr. matter.

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