Ausgabe 
5.3.1874
 
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meldet, daß die diplomatischen Schritte zu einer bandelspolitischen Annäherung Rußlands und Oesterreich-Ungarns ein eifriges Entgegenkommen Seitens Rußlands fanden und daß die diesbe⸗ züglichen Verhandlungen demnächst in Petersburg beginnen werden.. 2

Pest, 2. März. Der Ministerpräsident Szlavy hat dem Kaiser in einer gestern in Wien statt⸗ gehabten zweistündigen Audienz über die Lage referirt und erklärt, das Cabinet wolle seine De mission geben. Der Kaiser behielt sich seine Entscheidung bis zu seinem im Laufe der Woche erfolgten Eintreffen in Pest vor.

Frankreich. Paris. Der berüchtigte

bonapartistische Klopffechter Paul Granier, genannt von Cassagnat, bat vor einigen Tagen imPays den deutschen Kaiser in einer ganz un; erhörten Weise geschmäht. Der Artikel machte hier sosort großes Aussehen, da man es als unvermeidlich ansah, daß die deutsche Regier- ung dieserhalb eine eclatante Genugthuung ver langen werde. In diplomatischen Kreisen war man daher der Ansicht, der Herzog von Broglie werde sich beeilen, in dieser Beziebung die Ini tiative zu ergreifen und mindestens demPays die Erlaubniß des Straßenverkaufs entziehen, wie er es eben in Betreff desXIX. Siecle gethan hat, welches Blatt die Majorität der National- versammlung beschimpft batte. Aber heute sind bereits drei Tage verflossen und bis zu diesem Augenblicke ist noch keine Maßregelung irgend einer Art gegen dasPays erfolgt. Die Untersuchung gegen den Oberst Stoffel ist, nachdem der Angeschuldigte zweimal vernommen worden, geschlossen. DieLiberté glaubt vermuthen zu dürfen, daß der Prozeß mit einem Ablaßbeschluß enden wird.

Der Gref Cbambord hat der von der Frau Mac Mahon eröffneten Subscription zum Besten der Volksküchen einen Beitrag von 3000 Fr. übersandt.

Holland Haag, 2. März. Die zweite Kammer verwarf den ersten Artikel des Gesetzent- wurf betreffs Einführung der Goldwäbrung mit 210 gegen 29 Stimmen, worauf das Ministerium die Vorlage zurückzog.

Großbritannien. London. Der feier⸗ liche Einzug des Herzogs und der Herzogin von Edinburgb in London ist auf den 12. März fest⸗ gesetzt.

2. März.Hour meldet gerüchtweise und unter allem Vorbehalt, General Wolseley sef auf dem Rückmarsche nach der Küste von den Aschantis umzingelt.

Der hiesige portugiesische Gesandte macht ein ihm zugegangenes Lissaboner Telegramm vom 28. Februar bekannt, wonach das Gerücht von einer neuen portugiesischen Anleihe vollständig der Begründung entbehrt. Der Zustand des pro tugiesischen Staatsschatzes sei zufriedenstellend.

Die Freude über den Sieg über die Aschantis hat nicht lange angehalten. Schon Tags darauf langten Privat⸗ Nachrichten an, wonach keineswegs Kumassi, wie früher berichtet, am 29. Jan. eingenommen, sondern am 31. Jan. halbwegs zwischen den Adansi⸗Bergen von wo aus Wolseley seinen letzten Rapport datirte und der Aschanti-Hauptstadt, nähmlich zu Acrombu, eine Schlacht geschlagen worden ist, welche zwölf Stunden angehalten und für die Engländer viele traurige Verlaste mit sich gebracht hat. Wolseley hat gesiegt allein es ist ein halber Pyrrhus Sieg und gedachte sogar am 5. Februar in Kumassi einzurücken. Aber es fehlte ihm an Truppen, und leider auch an Transport- Mitteln! Die Wirkung dieser betrübenden Nachricht auf das Publikum läßt sich denken.

2. März. Heutigen Abendblättern zufolge hat die Regierung keine officielle Mittheilung über die Meldung desHour betreffs Abschneid ung des Generals Wolseley durch die Aschantis erhalten.

Spanien. Madrid. Nach in Baponne am 1. Marz eingetroffenen officiellen Nachrichten des carlistischen Hauptquartiers war Don Carlos mit seinem Generalstabe seit oem 22. Februar in!

Barnacaldo, um die Belagerungsarbeiten Bilbaos und die Operationen Moriones' zu überwachen.

Die Beschießung der Stadt begann am 22. Feb

ruar auf's Hestigste. Zur Beschießung sind 1500 Bomben bestimmt. Außerdem fabriciren die Carlisten täglich 400 Bomben in besonders dazu eingerichteten Werkstätten. Moriones unternahm

am 24. Februar einen dreimaligen Sturm auf die sehr steilen, durch Schutzwerk überall unzu⸗

gänglich gemachten Höhen von Somorrostro, wurde

indeß jedesmal mit ungeheuren Verlusten zurück-

geschlagen. verlassen. Die Eroberung der Stadt gilt als zweifellos und nahe bevorstehend.

28. Febr. Die amtliche Zeitung veröffent-

licht ein Telegramm des Generals Moriones aus sichendem ein Verzeichniß von außer Gours gesetzt werde, dessen Hauptquartier La Rigida vom 25. Febr., dem Papiergeld. Es sind dies: Badische Darlehenskassen, die Ver- scheine à 5 und 10 fl. Die Einziehung erfolgt allmälig,

welches besagt: Die Armee konntt schanzungen bei San Pedro nicht forciren. Der Feind durchbrach sogar an einer Stelle unsere Linien. Moriones fordert Verstärkungen. Er be hauplet seine Stellungen bei Somorrostro, sowie die Verbindung mit Castro.

Reuters Bureau wird aus Elipondo

vom 1. telegraphitrt: Der Commandant von Vergara meldet, daß eine 5000 Mann starke Abtheilung republikanischer Truppen bei der

Brücke Saint Pierre unweit Somorrostro durch die Carlisten überfallen wurde. Die Brücke wurde gesprengt, 1000 Mann getödtet, der Rest ge fangen genommen.

1. März. DerGaceta zusolge be tragen die Verluste der Armee des Generals Moriones 800 Mann an Todten und Verwun deten. Marscholl Serrano ist in Santander angekommen.

Rußland. Petersburg, 28. Febr. Der Herzog und die Herzogin von Edinburg sind per Expreßzug abgereist. Sämmtliche Großfürsten waren zur Verabschiedung auf dem Bahnhofe er schienen. Der Kaiser begleitete den Herzog und die Herzogin bis Gatschina.

China. Honkong. Nach in London eingetroffenen Meldungen von hier vom 30. v. M. soll die chinesische Regierung den fremden Gesandten in Peking die Mittheilung haben zugehen lassen, daß sie in Tientsin den Ausbruch eines gegen die Europäer gerichteten Ausstandes befürchte und daß sie für den Schutz der Fremden keine Garantie übernehmen könne. Die Behörden in Hongkong hatten Befehl erhalten, Kriegsschiffe nach dem Norden zu senden.

Amerika. New⸗Nork, 3. März. Die öffentliche Schuld hat im Monat Februar um 2,590,000 Dollars abgenommen. Im Schatze befinden sich 85,588,000 Dollars Gold, 3,727,000 Dollars Papier.

Aus Stadt und Land.

p. Friedberg. Nachdem schon unsere Damen⸗ Narrensitzung sehr gelungen ausgefallen war, konnte man annehmen, daß auch der Maskenball am 1. März ein besuchter und animirtet werden würde. Es war dies in der That der Fall. Ueber 400 Personen, darunter die Hälfte in Masken, bewegten sich in den Räumen der Drei Schwerter auf und ab. Wenn man auch An: fangs die Befürchtung hegte, daß die Masken, wie bei früheren Gelegenheiten, größtentheils aus Schäserinnen und Tyrolerinnen bestehen würden, so sand man sich beim Belteten des Saales sehr angenehm getäuscht, indem fast sämmtliche Masken an Originalität und Eleganz Alles über Erwarten aufgeboten hatten. Hoffen wir, daß der närrische Sinn unserer Friedberger so lange vorhält, daß man nächstes Jahr an die Abhaltung ähnlicher Festivitäten denken darf.

1 Friedberg, 4. März. Nachdem bereits vor Jahresfrist sast alle Gemeinden unseres Landes die Besold- ungen ihrer Lehrer im Sinne des Gesetzes von 1871 regulirt haben, ist dies nun dem Vernehmen nach auch hier geschehen. Dieser Tage soll nämlich von dem hies. Stadtvorstande beschlossen worden sein, den Minimalgehalt der Lehrer an hiesiger Musterschule und eine solche ist unsere Volksschule in Bezug auf die Leistungen im wahren Sinne des Wortes auf 600 fl., und den nach den Be⸗ stimmungen des angeführten Gesetzes in 20 Dienstjahren zu erreichenden Maximalsatz auf 850 fl., ausschließlich der Wohnungsentschädigung, zu fixiren. Wenn nun auch unsere Stadtlehrer wegen der sehr ungünstigen Verhält nisse unter denen sie arbeiten, einen noch bessern Gehalt verbienten, so gebührt doch dem Stadtvorstande ob dieses

Beschlusses alle Anerkennung und hat er damit den Beweis geliefert, daß er die Arbeit unserer Lehrer wohl zu schätzen!

Alle fremden Consuln haben Bilbao

weiß, und daß auch er der Ueberzeugung ist, daß el Geld, das auf die Schule verwendet wird, reichlich Zinsen trägt. 1 Friedberg. Unsere neulich gebrachte Nachricht vo einer erhöhten Thätigkeit des Thierschutzvereins besttigt sich. Die Hess. Volksblätter erfahren aus zuverlässig Quelle, daß der Thierschutzverein für das Großherzogihum Hessen die Absicht hat, für sämmtliche Schullocale des Landes sogenannteThierschutzgebote zum Aufhängen i den Unterrichtszimmern unentgeltlich abzugeben und find

sämmtliche Gr. Kreisämter um Angabe der Anzahl diesen 0

Locale ersucht worden. Wo es gewünscht wird, werden auch die Privatschulen mit diesen Geboten versehen. Di Gebote enthalten in Kürze die Pflichten der Menschen gegen die Thiere, sie sind auf starke Cartons gedruckt und die Seiten sowie der obere und untere Theil künfklerisch verziert.

Friedberg. Um unsere Leser, namentlich auf dem Lande, vor Schaden zu bewahren, geben wir in Nach,

Bayerische Hypotheken⸗ und Wechselbank⸗Noten à 10 f. vom 4. Auguft 1857, verfallen am 20. September 18743 à 100 fl. vom 1. Juni 1839, werden allmälig eingezogen, Coburgische Kassenanweisungen 3 1 Thaler von 22. Januar 1849, verfallen am 1. Juli 1874. Dar lebens ⸗Kassenscheine des nordd. Bundes à 5, 10 und 25 Thaler vom 1. August 1870. Reußische(Fürstenthum, jüngere Linie) Kassenanweisungen 3 1 Thaler vom 7. Januar 1860, werden allmälig eingezogen. Wel marische, gr. sächs. Kassenanweisungen à 1 und 5 Thaler vom 20. April 1859, vom 1. Mai 1873 ab außen

Cours gesetzt, werden jedoch bis auf Weiteres noch umgetauscht. Darmstadt. In dem Zeitraum vom 1. Oct. 1872

bis 1. Oct. 1873 wurde aus unserem Lande für 65,913 fl. Mineralwasser nach Amerika(Union) ausgesührt. Darmstadt, 3. März. Der kürzlich in einem hie⸗ sigen Hotel durch einen Schrotschuß in den Unterleib schwer verwundete Kellner ist unter den entsetzlichssen Schmerzen im Hospital gestorben. Der Koch, welcher den verhängnißvollen Schuß abfeuerte, befindet sich in Haft, Mainz, 28. Febr. In der hiesigen Actienbrauerel revoltirten heute Nacht sämmtiliche Brauer und Mälzer vollständig und zerstörten das Inventar der Wohnungs⸗ räume. Heute Vorminag stellten dieselben die Arbeit ein und verließen die Brauerei. Das Geschäft steht darum beute still und ist polizeilich bewacht. Ursache des Streites soll Klage der Arbeiter über schlechte Kost und das Ver

langen derselben sein, sich für ihre eigene Rechnung zu verköstigen, welchem Verlangen die Direction nicht als bald entsprochen habe. Bis jetzt hörte man nicht, daß an der Verpflegung der Arbeiter von Seiten der Direction gespart worden sei.

Allerlei.

Homburg, 26. Febr. In dem heutigen Licitations⸗ Termine hat die Stadt Homburg v. d. H. sämmtliche der früheren Spielpacht⸗Gesellschaft noch gehörigen Im⸗ mobilien(mit Ausnahme des sogenannten Directorfal⸗ Gebäudes), also das große Kaffee- und Bade-Haus mil allem darin befindlichen Mobiliar, das Theater nebst

Decorationen, Garderobe, Requisiten und Mobilien, endlich

die Gasfabrik für 271,000 fl. käuflich erworben und sofork 20 pCt. des Kaufgeldes baar hinterlegt. Außer dem vom Bürgermeister im Namen der Stadt Homburg abgegebenen Gebote war ein anderes nicht erfolgt. ö Eisenach, 1. März. Die Werra⸗Ba hn hat gestern in dem Tunnel bei Eisenach eine Betriebs-Störung ere fahren. Die Locomotive des Nachmittags⸗Zugs vermochte die Steigung im Tunnel nicht zu überwinden, blieb halten und mußte den Zug wieder bis vor den Tunnel zurück schieben. Hier hatte man zu warten, bis eine Hülss⸗ Loco motive von hier anlangte und den Zug flott machte. 5 Braubach, 23. Febr. DieCobl. Ztg. erzählt; Gestern sand man die Leiche eines Mannes aus dem

Amte Hadamar, welcher von Samstag auf Sonntag auf dem flachen Felde bei Dachsenhausen erstochen worden war. Derselbe trug nach amtlicher Untersuchung an 60 Thaler

baares Geld, sowie eine große Anzahl falsches Papiergeld und eine Brieftasche mit Briefen und Zettelchen bei sichh U

welch letztere auf ein ausgedehnteres Geschäft der Falsch münzerei schließen lassen. Resultat man sehr gespannt ist, ist im Gange.

Oberkirch(Baden), 19. Febr. lebte wegen seiner liberalen Gesinnung mit seiner religiös fanatischen Frau seit einiger Zeit in Unfrieden. Als der selbe nun gestern Abend im beitersten Humor, den er sichh um seinen Kummer zu vergessen, in der Bierschenke geholl hatte, nach Hause kam, erwiederte seine Frau wie die Feb. Zig. berichtet seinen Gruß mit einem Pistolen schusse der den Unglücklichen sosort zu Boden streckte.

Braunschweig. Auf Befehl des Herzogs von Braunschweig soll auf dem Grabe Lessings ein Denkmal errichtel werden. In Folge hiervon ist bereits Seiten verzoglicher Hofthealer-Intendantur an den Kirchenvorsland von St. Magni die Anfrage ergangen, ob derselbe gegen die Errichtung des Denkmals Einwendungen hätte und den dazu nöthigen Platz abtreten wolle. Der Kirchen vorstand hat, unter dem Ausdrucke seines Dankes, be schlossen, den erforderlichen Platz ohne jede Entschädigung zur Verfügung zu stellen.

Berlin. Im Jahre 1872 erreichten die zurückgelegten Personenreisen auf den preußischen Eisenbahnen eine Ge sammtlänge von 3,144,356,748 Km., was ungesähr dem

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