Ausgabe 
4.8.1874
 
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schlimmert, obschon ihm gerade Jene Hindernisse bereiteten, die ihn zu unterstützen berufen waren. Die Herren im Ministerium scheinen nicht mehr zu wissen, was anfangen.

DieOpinione billigt die Absicht der deulschen Regierung, ein Geschwader nach den spanischen Küsten zu senden; das Blatt will wissen, daß auch andere Großmächte über die Sendung von Geschwadern dorthin zum Schutze ihrer resp. Landes-Angehörigen unterhandelten.

Die Curie beschloß, die Diöcesen Straßburg und Metz der Jurisdiction des Metropoliten von Besangon zu entziehen und unter die directe Juris- diction der Curie zu stellen.

Türkei. Konstantinopel. Kabuli Pascha ist zum Handels Minister und an seine Stelle Kadri Bey zum Stadt-Präfecten ernannt.

Serbien. Carlowitz. Der serbische Kirchen Congreß hat in der Neuwahl den ru⸗ mänischen Metropolitan Ivacskovics mit 56 von 63 Stimmen zum Patriarchen gewählt.

Amerika. New⸗ANork. Die Unruhen der Indianer Stämme in den westlichen Territorien haben sich noch nicht gelegt. Von den vier bervor⸗ ragendsten Stämmen, den Kiowas, Cheyennes, Comanches und Apaches, sind die drei ersten auf den Kriegspfad begriffen; sie machen räuberische Einfälle in das Land zwischen Missouri und Mississippi, morden Schäfer und Farmer und treiben Rosse und Rinder weg mit außerordentlicher Schnelligkeit. Aus ihrem energischen Vorgehen glaubt man auf einen allgemeinen Indianer- Aufstand sich gefaßt halten zu müssen, eine nicht angenehme Aussicht, auch wenn man nur die bloßen Kosten der Unter- drückung in's Auge saßt.

Die öffentliche Schuld der Vereinigten Staaten hat sich im Monat Juli um 1,283,000 Doll. vermindert. Im Schatze befanden sich beute 7,111,000 Doll. in Gold und 16,913,000 Doll. in Papier.

Aus Stadt und Land.

: Klein⸗Karben. Es gibt wohl wenig Menschen, die nicht gern dem Gesang unserer Singvögel im Walde oder in unseren Garten lauschen. Somit sollie auch Jedermann darauf bedacht sein, die Thierchen auf jede Weise zu hegen und zu pflegen, zumal unsere Wälder nur klein ind. Um so empörender ist es, wenn man hier mit ansehen muß, wie Fremde, die sich in unseter Nachbar⸗ schaft aufhalten, im Walde umhergehen, die jungen Vögel aus den Nestern nebmen und die Alten fangen und zwar mit einer solchen Ungenirtheit, daß es unbegreiflich ist, warum diesem Unfug nicht schon lange ein Ziel gesetzt wurde.

Lauterbach, 31. Juli. Heute wurden auf Ver⸗ fügung Großh. Justizministeriums Assessor Stammler und Landgerichtsdiener Simon wieder in ihrem Dienst beim hiesigen Landgerichte eingewiesen. Diese Thatsache ist in hohem Grade geeignet, das Lob über die ausgezeichnete Handhabung des Rechtes im Staate Hessen zu erhöhen.

Darmstadt, 28. Juli. Die imaginäre Linie, welche im Innern die Mitte des Gewehrlaufs bezeichnet, nennt man bekanntlich die Seelenachse. Ein Kriegsmann, der Geld brauchte, schrieb kürzlich seinen Eltern nach Hause: Schickt mir Geld, ich habe dem Aerar einen großen Ver⸗ lust zu ersetzen, ich habe die Seelenachse meines Gewehrs verloren. Ich brauche mindestens 2 Thaler, um eine neue anzuschafsen. Leider schickten die Eltern das Geld an den Feldwebel, wodurch der Schwindel an den Tag kam.

Darmstadt. Die Rachenbräune tritt unter den Kindern seit einigen Tagen sehr heftig auf und verlangt vielfache Opfer.

Darmstadt, 31. Juli. Wie wir hören, haben gestern etwa 500 Personen die im Polytechnikum zur Ausstellung gebrachten graphischen Arbeiten besucht.

Darmstadt, 31. Juli. Gestern Nachmittag stürzte in der Kirchstraße eine mit Fensterputzen beschäftigte Frau aus nicht unbedeutender Höhe auf das Straßenpflaster. Die Unglückliche soll sehr erhebliche Verletzungen davon getragen haben.

Bessungen. Mit 8 gegen 5 Stimmen beschloß der Gemeinderath die Einführung der Städte⸗Ordnung und hat somit dem Wunsche des intelligenten Theils der Be⸗ völkerung entsprochen.

Pfungstadt, 30. Juli. Gestern gerieth in dem Hildebrandt'schen Etablissement ein Arbeiter in ein Trieb⸗ werk und wurde so schwer verletzt, daß er nach Darmstadt in das Spital verbracht werden mußte.

Worms. Der landwirthschaftl. Verein unserer Pro⸗ vinz wird dieses Jahr elwa 800 fl. zur Förderung des Weinbaues und 500 fl. für Unterstützung der Rindvieh⸗ Zucht verwenden.

Allerlei. Frankfurt, 31. Juli. Heute Vormittag um 10 Uhr fand auf dem hiesigen israelilischen Friedhofe die Beerdig⸗ ung des in Wien verstorbenen Baron Anselm v. Roth⸗

schild statt. Seinem Wunsche gemäß wurde er an der Seite seiner vorausgegangenen Gattin beigesetzt. Seinem Sarge folgten außer den Söhnen des Verblichenen die Mitglieder des Hauses Rothschild in Paris, London und Frankfurt. Die Beerdigung fand nach dem ganz strengen jüdischen Ritus statt. Die Grabrede hielt der Rabbiner der orthodoxen jüdischen Gemeinde, Hr. Dr. Hirsch. Da die Stunde des Begräbnisses nicht bekannt war, so war nur eine mäßige Anzahl Leidtragender zugegen.

Frankfurt. Von hier wird eine Köchin aus Gießen mit Namen Aug. Marg. Schneider steckbrieflich verfolgt, welche dieser Tage mittelst Schriftfälschung einen Betrag von nicht weniger als 4800 fl. sich widerrechtlich ange⸗ eignet und hierauf mit itzrem achtjährigen Jungen das Weite gesucht hat.

Wiesbaden, 31. Juli. Der in Mainz verhaftete französische Pfarrer Louis Augustin wurde heute in das hiesige Kreisgerichts⸗Gefängniß eingeliefert, und um 3 Uhr erfolgte seine Vernehmung vor dem Staatsanwalt unter Assistenz eines Dollmetschers. Augustin ist 32 Jahre alt, ein geborener Franzose und Pfarrer einer größeren Ge⸗ meinde in Frankreich. Bei seinem Verhöre blieb er im Wesentlichen bei seinen in Mainz gemachten Angaben stehen und behauptete beharrlich, bei der Unterredung auf dem Schiff nur von der Annexion des Nassauer Landes, wie sie durch Preußen erfolgt sei, gesprochen zu baben. Das Verhör dauerte über eine Stunde; nach demselben brachte ihn der Gerichtsdiener in das Gefängniß zurück.

Würzburg, 30. Juli. Während des gestrigen Ge⸗ witters um 8% Uhr konnte man am nördlichen Himmel eine prächtige Erscheinung beobachten. Eine weißglänzende Kugel senkte sich von SO. nach NW. unter feurigem Garbenregen herab und verschwand nach ungefähr Sekunden am Horizonte. Dem Metor folgte alsbald ein gewöhnlicher Blitzschlag.

Gera. Man schreibt von hier unter'm W. Juli: Heute Nachmittag wurde das seit Wochen vermißte Kind des Rittergutsbesitzers Schlick in Zwötzen vei Gera in einer auf dem Hofe Schlick's befindlichen Jauchengrube gefunden.

Frankenberg, 29. Juli. Ein beklagenswerther Un⸗ glücksfall ereignete sich gestern in unsetem Kreisorte Willers dorf. Ein dortiger Landwirth war in Gesellschaft seines siebenjährigen Knaben auf das Kornfeld gegangen, woselbst der Vater, den Jungen sich selbst überlassend, eifrig an das Kornmähen sich begab. Plötzlich, in voller Thätigkeit, als der Arm bereits zum Streich ausgeholt, bemerkte derselbe vor sich in dem Korne liegend einen schwarzen Gegenstand, den seine Sense bereits berührt. Ein forschender Blick, ein lauter Schreckensschret, es ist sein eigener Sohn, der hier ein Ruheplätzchen gesucht und eingeschlafen war, jetzt bewußtlos mit Blut bedeckt vor dem Vater lug. An das nächste Wasser getragen und gehörig abgewaschen, kehrte zwar die Besinnung des Knaben bald zurück, doch unter den grimmigsten Schmerzen grümmte sich der unglückliche Kleine. Bei der ärztlichen Untersuchung hierselbst ergab sich, daß der rechte Augenwinkel und das Augenlied be⸗ deutend verletzt, glücklicherweise aber der Augenapfel unver⸗ sehrt ist. Also immerhin noch großes Glück im Unglück.

Hildesheim. Im Garten des Restaurateurs Schmidt hat sich auf einem Apfelbaum ein Kanarienvogelpärchen eingefunden, daselbst auch ein Nestchen gebaut, worin das Weibchen jetzt über fünf Eiern brütet, während das Männchen durch schmetternden Gesang ihm die Lange⸗ weile vertreibt. Daß Kanarienvögel ihren Besitzern ent fliehen, kommt nicht selten vor, daß aber solche Vögelchen hier im Freien nisten und brüten, dürfte wohl auf Rech⸗ nung der anhaltenden tropischen Hitze zu setzen und zu den Seltenheiten zu zählen sein.

Göttingen, 24. Juli. Von hier wird derTri⸗ büne ein entsetzliches Unglück gemeldet. Ein Wagen mit zwei Insassen, einem Herrn und einer Dame, kam heute Morgen führerlos über die Wernderstraße dahergebraust. Vergeblich machte der Herr krampfhafte Anstrengungen, die an der Erde schleifenden Zügel zu ergreifen. Kurz vor dem Markiplatze machten die Pferde eine unvorhergesehene Schwenkung auf die mit einem eisernen Gitter umgebene städtische Fontaine zu. Gräßlich war das Trauerspiel, das sich hier schneller, als die Feder es zu schildern vermag, abspielte. Ein surchtbarer Anprall des Wagens gegen das Geländer, ein markdurchdringender Schrei, zwei hoch über die Pferde weggeschleuderte Gestalten, und geschehen war das Schreckliche: mit an der Einfassungsmauer zer⸗ schmetiertem Schädel lag der Herr als Leiche in der Fon⸗ taine, während die Dame so unglücklich auf das Gitter geschleudert wurde, daß ihr eine Spitze desselben durch den ganzen Körper gedrungen war. Glücklicherweise gab die Unglückliche, jedenfalls unter furchtbaren Leiden ihren Geist auf. Kurz nachher hinkte der vom Bock geworfene Kutscher heran und es gelang ihm, die wild gewordenen Pferde zu besänftigen. Die beiden Unglücklichen waren Fremde und konnte auch der Kutscher keine nähere Auskunft geben. Es liegt die Vermuthung nahe, daß es ein auf der Hoch⸗ zeitsreise befindliches junges Ehepaar war.

Marseille. In der Nacht vom 26. auf den 27. Juli wurde hier wieder ein teleskopischer Komet im Sternbilde des Drachen entdeckt, der sich ziemlich rasch gegen den Kleinen Bären hin bewegt. Es ist dies bereits der 4. Komet, der in diesem Jahre aufgefunden wurde.

Verloosungen.

ApCt. Pfandbriefe der Nassauischen Lan⸗ desvank. Ziehung vom 17. Juni 1874. Heimzahlung am 1. November 1874. Serie I. und II. Lit. A. Nr. 11 94 100 89 282 350 513 41 73 615 805 46 95 962 71 81 1093 159 216 31 42 67 397 408. B. Nr. 31 117 219 51 76 361 436 49 97 568 90 601 2 67. C. Nr. 3 40 100 332 36 412 50 91 613 57 69 78 83

738 94. D. Nr. 12 14 177. Serie III. Lit. 4. Nr. 32 100 46 254 302 422 30 61 89 528 94 687 820 963 1122 221 74 332 99 440 503. B. Nr. 4 56 116 211 370 76 425 518 623 73 782 814 39 936 1033 29 84 102. C. Nr. 111 60 212 333 428 67 557. D. Nr. 47 125 54 249 324.

Wien, 1. Aug. Bei ber heutigen Serienziebung der 1860er Loose wurden gezogen: 263 806 887 1071 1088 1370 1394 1451 1594 1647 1893 2386 2865 2875 3399 3585 3707 3975 4011 4284 4379 4388 4407 4903 5145 5268 5270 5282 5449 5558 5915 6002 6018 7103 8440 8578 8665 8737 9208 9269 9572 9577 9675 10024 10171 10578 10808 11050 11072 11098 11154 11485 11727 12250 12375 12395 13276 13733 13774 13803 14611 15004 15119 15926 15970 16859 17186 17230 17677 18069 18335 18685 18686 18959 19034 19341 19609 19667 19855 19971.

Meininger 7 fl.⸗Loose. Gewinnziehung am 1. Aug. Hauptpreise: Serie 3126 Nr. 45 45,000 fl., S. 5025 Nr. 2 3000 fl., S. 4110 Nr. 32, S. 8619 Nr. 29, S. 8710 Nr. 38 je 500 fl.

Die Wetter- Propheten im CThierreich.

Es ist eine allbekannte Erfahrung, daß die Organisation einer Menge Thiere mit den Witter⸗ ungsverhältnissen gewissermassen in einem Konnex stehe, und so wenig wir eine Erklärung dafür finden, so sind doch die derart gemachten Wahr- nehmungen alle Zeit zutreffend. So ist z. B. gutes Wetter zu erwarten, wenn bei Regenwetter die Eulen schreien, Lerchen und Rothkelchen hoch fliegen und viel singen, Nachtigallen bis gegen Morgen flöten, Weiher, Reiher und Rohrdommeln mit lautem Geschrei fliegen, Kibize hoch steigen und laut schreien. Der Bosheit und dem Neid der finstern Eule wär ein solches Benehmen schon zuzutrauen, während ebenfalls die sich aussprechende Freude der lieben Lerche, der Nachtigall und des Rothkelchens erklärlich erscheint; aus welchem Grunde aber Weiher, Reiher, Rohrdommel und Kibize ihren Unwillen über zu erwartenden Sonnen- schein ausdrücken, darüber fehlt uns Verständniß und Deutung. Aber auch die Fledermäuse üben in gleicher Weise das Prophetenamt, indem sie Morgens früher und Abends später fliegen, wenn ihre feine Wahrnehmung gutes Wetter verheißt; die Johanniswürmer leuchten heller eine Er⸗ scheinung, die gleich unsichtbaren Sonnen- und Mondfinsternissen sich auf bestimmte Gegenden beschränkt. Die Laubfrösche nehmen hohe Plätze ein, Hornisse und Wespen bören nicht auf, bis spät Abends noch ihre Luftpromenaden zu machen, während der Blutegel ruhig und träge am Boden seines Wassergefässes bleibt. Als Verkündiger schlechten Wetters gelten die munteren Finken, die alsdann früh auf sind und vor Sonnenaufgang ihre Singübungen abmachen; Schwalben, indem sie die Nähe von Mauern aufsuchen und dabei in nahe Gewässer tauchen; Tauben, die spät Abends vom Felde heimkehren und sich gerne baden; Störche, die ihre Jungen im Nest bedecken; Kraniche, die bei schönem Wetter schreien; Krähen, die mit aufrecht getragenen Köpfen hoch über Felsen, Thürme und Gemäuer fliegen, ebenfalls Wasser aussuchen und die Köpfe eintauchen, und schließlich das Hausfedervieh, das sich im Staube wälzt. Anhaltender Regen folgt, wenn die Hunde Gras fressen, die Katzen nicht mit ihrer Toilette fertig werden können, die Haushähne anhaltend krähen uud Regenwürmer aus ihren Löchern kriechen. Vorübergehender Regen steht bevor, wenn der Laubfrosch in's Wasser geht und untertaucht, wenn er auf niedrigem Standort sein Geschrei erhebt, wenn die Kröten hervorkommen, die Mäuse laut pfeifen, Maulwürfe hoch aufwerfen, die Mücken im Schatten spielen und Mensch und Thier hartnäckig verfolgen. Der Regen wird bald erfolgen, wenn das Rind die Schnauze leckt, die Schweine das Futter verstreuen, die Blutegel sich auf der Oberfläche des Wassers halten, wenn die Schafe der Weide unterwegs Gras fressen und ungern nach Hause gehen. Häufiges Fliegen der Roßkäfer am Morgen bringt am Mittag Regen. Gewitter sind in noher Aussicht, wenn Blutegel aus dem Wasser wollen, und sich die Bienen nicht weit von ihrem Stock entfernen. Kehren die Bienen schaarenweise heim, so steht Sturm in Aussicht; dasselbe gilt, wenn Drosseln und Finken unruhig umherfliegen, wenn die Fische springen und das Wasserhuhn untertaucht.

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