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en gegen den
——
Tbat dringend verdächtiges Individuum, angeblich ein
Sachse, in dem nahe gelegenen Münster verhaftet worden und soll ein Geständniß gemacht haben. Die Motive dieser That find bis jetzt noch unbekannt. 0
Meran. Pfarrer Sellemond in Schönna bei Meran alte den weltlichen Schulinspector mit den Worten empfangen:„Sie kommen daher wie ein Dieb“ und wurde, deim Bezicksgericht in Meran wegen Ehrenbeleidigung be⸗ nagt, freigesprochen, weil-diese Worte, von einem Priester gesprochen, sich nach„morgenländischer Sprachweise“ als Ausdruck der Ueberraschung denken lassen. Das Kreis— gericht in Bozen ließ jedoch die orientalische Sprachweise als eine harmlose nicht gelten und verurtheilte Herrn Sellemond zu einer Geldstrafe von 50 Gulden. In Zu⸗ kunft wird sich der Hochwürdige wohl mit abendländischen Ausdrücken bei der Begrüßung des Schulinspectors begnügen.
London, 29. Juni. Im Newgate-Gefängnisse wurde geute eine 42 jährige Frau, Namens Frances Stewart, zurch den Strang hingerichtet. Die Delinquentin hatte bren zwölf Monate alten Enkel— das Kind ihrer leib— lichen Tochter— aus Rache für eine ihr von ihrem Schwiegersohne zugefügte Unbill in der Themse ertränkt, und war wegen diesem Verbrechen, dessen sie theilweise ge⸗ fländig war zum Tode verurtheilt worden. Sie trat den Wang zum Schaffot gefaßt an, hatte aber anscheinend einen zualvollen Tod zu erleiden, da der neue offieielle Henker, der an Stelle des altersschwachen getreten ist, sein trau⸗ riges Amt etwas stümperhast vollzog.
Das neue Betriebsreglement für die Eisenbahnen Deutschlands.
Bekanntlich kommen vom 1. Juli 1874 an für die Beförderung von Personen, Reisegepäck, Leichen, Fahrzeugen und Thieren, sowie von Wütern auf sämmtlichen Eisenbahnen Deutschlands die Bestimmungen des neuerdings revidirten und vielfach abgeänderten Betriebs-Reglements für die Tisenbahnen Deutschlands zur Anwendung.
Bei der großen praktischen Bedeutung, welche diese Bestimmungen für das mit, den Eisenbahnen verkehrende Publikum haben, wird es an der Zeit sein, auf die Abweichungen des neuen Reglements don den bisher geltenden Vorschriften aufmerksam zu machen.
Was zunächst die Beförderung von Personen F. 7-23) des Reglements) anbetrifft, so liefern die allerdings nicht zahlreichen Abänderungen den irfreulichen Beweis, daß man bemüht ist, den ver— zändigen Wünschen des reisenden Publikums in seder Beziehung entgegenzukommen.
Neu sind zunächst(§. 9) die Bestimmungen iber die Bestellung ganzer Coupe's der ersten zwei Wagenklassen. Während cguf Zwischenstationen janze Coupe's selbstverständlich nur dann bean— prucht werden können, wenn solche in dem an— zommenden Zuge unbesetzt vorhanden find; ist auf en Abgangsstationen bis spätestens zwanzig Mi— uten vor Abgang des betreffenden Zuges die Be— tellung ganzer Coupe's„gegen Bezablung böchstens w vieler Fahrbillets der betreffenden Klasse, als das Coupe Plätze enthält, zulässig.“
Diese nicht besonders klar ausgedrückte Be— timmung dürfte dahin zu verstehen sein, daß es em Ermessen des kompetenten Bahn- Beamten Stations- Vorsteher) unterliegt, ob ein ganzes Joupe auch gegen Bezahlung einer geringeren Anzahl von Fahrbillets, als das Coupe Plätze enthält, zu überlassen ist, während jeder Reisende as Recht hat, ein ganzes Couve zu fordern, wenn er für sämmtliche Plätze bezahlt. Uebrigens
it der Reisende in keinem Falle berechtigt, mehr
Hersonen in das Coupe aufzunehmen, als Fahr- lillets bezahlt sind. Eine andere nicht unwichtige Aenderung in
emselben Paragraphen betrifft den Fall, wenn
inem Reisenden der seinem Billet entsprechende
Matz wegen Ueberfüllung des Zuges nicht ange—
wiesen werden kann. Nach dem bisber gültigen Reglement hatte in diesem Falle der Reisende nur die Wahl, das Billet gegen Erstattung des ge— zuhlten Betrages zurückzugeben oder dasselbe gegen an Billet einer andern Klasse, in welcher noch Mlätze vorhanden sind, unter Ausgleichung des Vreisunterschiedes umzutauschen.
Das neue Reglement läßt dagegen dies Wahl- techt des Reisenden nur in dem Falle eintreten, wenn„ihm auch zeitweilig ein Platz in einer jheren Klasse nicht eingeräumt werden kann.“ Innächst hat also jeder Reisende ein Recht darauf der höheren Klasse befördert zu werden, und zwar ohne den Preisunterschied bezahlen zu müssen,
und nur in dem Falle, wenn auch in den höheren Klassen keine Plätze vorhanden sind, muß er sich entschließen, entweder die Fahrt aufzugeben oder sein Billet gegen Erstattung der Differenz mit einem Billet der niedrigeren Klasse, in welcher noch Platz vorhanden ist, zu vertauschen.
Im F. 16 des neuen Reglements wird sodann humaner Weise auf eine weit verbreitete Schwäche der menschlichen Natur Rücksicht genommen. Der Reisende, welcher die Abfahrtszeit des Zuges ver— säumt, hat zwar nach wie vor keinen Anspruch auf Rückerstattung des Fahrpreises oder sonstige Entschädigung; es ist ibm aber gestattet, auf Grund des gelösten Fahrbillets mit einem am nämlichen oder nächstfolgenden Tage abgehenden Zuge zu reisen, wenn er sein Billet ohne Verzug dem Stationsvorsteher vorlegt und abstempeln läßt.
Im F. 19 wird sodann eine Frage erledigt, welche oft zu den unerquicklichsten Erörterungen zwischen den Reisegefährten geführt hat. Auf Verlangen auch nur Eines Reisenden müssen die Fenster auf der Windseite geschlossen werden. Nur darüber, welche Seite im einzelnen Fall als die Windseite anzusehen ist, wird also in Zukunft noch diskutir: werden können.(Schluß folgt.)
Verloosungen.
Braunschweiger 20 Thaler⸗Loose. Ziehung am 30. Juni. Hauptpreise: S. 890 1 Nr. 35 20.000 Tülr., S. 6088 Nr. 33 5000 Thlr., S. 7217 Nr. 18 2000 Thlr.
Meininger 7fl.⸗Loose. Serienziebung am 1. Juli. Serie Nr. 523 1943 1951 2848 3032 3126 3131 3147 3893 4110 4513 5052 5641 5987 6322 7599 7932 8343 8619 8710.
Karlsruhe, 30. Juni. Bei der heutigen Gewinn- ziehung der badischen 35 fl. Loose wurden die Nummern 158801 158804 168844 194660 195291 215464 250518 277829 359520 und 359526 gezogen.
Wien, 1. Juli. Bei der beutigen Serienziehung der 1854er Loose wurden selgende Serien gezogen: 178 263 373 496 846 922 1018 1161 1264 1272 1340 1527 1599 1622 1888 2205 2305 2321 2420 2627 2699 2834 2838 2911 3217 3398 3592 3814 3859 3990.
Wien, 1. Juli. Bei der heutigen Ziehung der zster— reichischen Crediiloose fielen: 200,000 fl. auf Serie 545 Nr. 33, 40.000 fl. auf S. 2529 Nr. 52, 20,000 fl. auf S. 1651 Nr. 29. Ferner wurden folgende Serien ge⸗ zogen: 134 322 387 1219 1464 1562 1719 1895 2204 2301 2797 3179.
Handel und Verkehr. Frankfurt, 1. Juli. Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostele per Cir. 1 fl. 50 kr. bis 2 fl. 36 kr., Stroh per Centner 1 fl. 45 kr. bis 2 fl.— kr., Butter 1. Qualität 38 kr., 2. Qualität 36 kr., Eier das Hundert 2 fl. 36 kr.
Mainz, 2. Juli. Productenmarkt. Waizen per Juli 15 fl. 27 kr., per Nov. 13 fl. 57 kr. Korn per Juli 11 fl.— kr., per Nov. 10 fl. 15 tr., per Dec.— fl. — kr. Hafer per Juli 11 fl. 45 kr., per Nov. 10 fl. — ke. Rüböl per Oci. 20 fl. 10 kr. Naps per Sept. e 5 r.
D. Frankfurt a. M., 2. Juli. Die Beunruhigung in finanziellen Kreisen über die ungünstige Lage der Nord— westbahn, wie sie durch die Intabulirung der Prioritäten beider Linien auf das ganze Netz geschaffen wurde, wodurch die Garantie 5% Rente der Nordwestbahnactien in Frage gestellt wird, lam in der gestrigen Abendbörse durch eine Deroute am österr. Babnenmarkt zum lebhasten Ausdruck. Es konnte natürlich nicht ausbleiben, daß hierdurch auch die andern Verkehrsgebiete, besonders der Speculations- markt, in Miileidenschaft gezogen wurden. Heute zeigte sich die Sümmung wieder weit becuhigter und fester und gestaliete sich sogar bei ziemlich lebhastiem Geschäft, im Laufe des Verkehrs die Tendenz, namentlich für Credit— actien, zu einer steigenden. Auch die Tendenz der aus— wärtigen Börsen war günstig. Creditactien bewegten sich zwischen 227¼—27¼—29 und 229½. Staats bahnactien gingen von 326/— 327¾. Lombarden blieben 142¾ Oesterr. Bahnen, welche gestern Abend stark rückgängig waren, holten heute ihre Coursverluste wieder ein oder hoben sich in Folge guter Nachfrage über ihren gestrigen Millagscours. Galizier wurden zu 265/ lebhaft gehandelt. Nordwest, welche im Abendverkehr von 173 auf 165 herab— gegangen waren schlossen heute 167; Elbthal blieben 74½. Von deulschen Bahnen gaben Alte Bayr. Ostbahn% nach. Prioritäten preishaltend. Ungarische Ostbahn ¼% höher bei regem Begehr. Banken stellten sich zum Theil höher, namentlich Deuische Essectenbank und Oesterreichische Nationalbank. Coursherabsetzungen ersuhren: Meininger, Rheinische Crebitbank, Frankfurter Bankverein, Provinzial! Disconto und Darmstädter. Nürnberger Vereinsbank gingen auf Pari. Silberrente sest. Von Loosen Ungarische Raab Gratzer, 1860er gefragt, Kleine Meininger angeboten. Von amerikanischen Prioritäten Rockford nachgebend. Von Wechseln London schwächer.
ö Geld Cours. Franksurt am 2. Juli 1874.
5— ig,. fl. 9 34—36 Holländische fl. 10-Stücke.„ 9 45—47 Ducaten.„„ 5 32—34 Ducaten al marco 8„ 5 34—36 20 ⸗Frankenstücke.„ 9 25—26 Englische Sovereigns„ 11 50—52 Russische Imperiales.„ 9 42—44 Dollars in Gold.„ 2251 2%
Danksagung.
Für die Wiitwe des verunglückten H. Vogt dahier sind an milden Gaben eingegangen: Bei Kirchenrath Görtz: K. G. in N.⸗Flotstadt 3 fl. 30 kr., Dir. Dr. Matthias in Friedberg 1 fl. 45 kr., Pfarrvicar Buchbold in N.⸗Flor⸗ stadt 24 kr., Cb. G., W. J. und A. G. das. zusammen 1 fl. 42 ke., Ockan Buchhold in Ossenheim I fl., Professor Dr. Diegel in Friedberg 1 fl., J. A. Naubeim daf. 1 fl., Regierungsrath Trapp daf. 1 fl. 45 kr. Großh. Staate⸗ Unterstützungskasse 5 fl., durch A. K. Hirsch in N.⸗Flor⸗ stadt gesammelt in N.-Florstadt 26 fl. 7 kr.; bei Bürger⸗ meister Wagner: durch Karl Schmidt in Assenbeim gesammelt in Assenbeim 27 fl. 39 ke.; serner bei Bürgermeister Wagner: Löwenthals Witiwe in Bönfgadt 1 fl., Levi Hof⸗ mann daf. 1 fl., Maurer Wehner in Ilbenstadt 24 kr., C. H. Dauernheim 30 kr., Chr. Schäfer in Langssorf 36 kr., L. Adler in Friedberg 18 kr., Em. Oppenbeimer in N. Flotstadt 12 kr., D. Michel in Groß ⸗ Steinheim 18 ke., A. Stern III. das. 1 fl., Bürgermeister Best in Bruchenbrücken 1 fl. 45 kr. Indem wir sämmtlichen gütigen Gebern Namens der Witwe Vogt hiermit herzlich danken, erklären wir uns bertit, weitere Gaben anzunehmen.
Nieder⸗glorstadt am 1. Juli 1874.
Görtz, Wagner, Kirchenrath. Bürgermeister.
Bad⸗Nauheim.— Kurhaus.
Wochenprogramm für die Unterhaltungen vom 5.— 11. Juli incl.
Sonntag den 5. Juli Harmonieconcerte der Kurkapelle von 7—8, 4—5 und 6—8 Uhr.
Montag den 6. Juli Concerte von 7—8, 4—5 und
7-9 Uhr. Diensiag den 7. Juli Concerte der Kurkapelle von 7—8, 4—5 und 6—7 Ubr, Abends 8 Übe Extraconcert der Königl. Bayerischen Hofopernsängerin Fräulein Louise Hucks aus München unter Mitwirkung von Frl. Ernestine Abely, des Herrn Prosessor Julius Sachs aus Frankfurt und der Kurkapelle.
Miliwoch den 8. Juli Concert Morgens von 7—8 Uhr, Nachmittags 4 Uhr Kinderball, Abends von 7—9 Uhr Concert.
Donnerstag den 9. Juli Concerte von 7—8 und 4 bis 5 Uhr, Abends 8—11 Uhr Ball.
Freitag den 10. Juli Concert der Kurkapelle von 7-8, Nachmittags von 4—9 Uhr großes Militär⸗Concert auf der Terrasse des Kurhauses, ausgeführt von dem Musik⸗Corps des 2. Großderzogl. Hess. Insanterie-Regi⸗ menis(Großherzog) Nr. 116 unter Leitung des Kapell⸗ meisters C. Krauße. Eutres 18 kr.
Samstag den 11. Juli Concerte von 7—8, 4—5 und 6—7, Abends 8 Uhr Dilettanten-Theater, dritte Vor— stellung für öffentliche und wohlibätige Zwecke. Lustspiele: „Die vergessenenen Schube“ von M. Knauff und„Monsieur Hercules“ von G. Belly. Fauteuil 1 Tölt.— Erster Platz 1 fl. Die Plätze sind, so weit möglich, nummerirt.
Accht kölnisches Wasser
von Johann Maria Farina. Meine Niederlage davon im Comptoir des Ober— hessischen Anzeigers in Friedberg empfehle ich zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dutzend und 45 kr. per Glas gehorsamst. Johann Maria Farina in Coln.
2010 Mehrere sehr schoͤne
Oleander-Bäume
hat zu verkaufen
Bad⸗Nauheim. Jean Basthnisen.
3 Faseleber, 2030 Landrace, 6 Monate alt, hat zu verkaufen Bönstadt. K. Alles.
Ein braves Mädchen
aus guter Familie wird für ein hiesiges Geschäft Naͤhere Auskunft ertheilt d. Exped. d. Anz.
Visitenkarten
in Buchdruck: 28 verschiedene Sorten, per 100= 48 kr.
in Lithographie: 21„ 10„ 100= 64
in Lithographie mit Verzierungen oder Faesimile. eee eine.
2006 gesucht.
1
Carl Bindernagel.


