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vordanden war, besorgten beide Lehrer dasselbe selbst: es erschienen von 165 Schülern etwa N die meisten Nicht-Erschienen fedlten ohne Ent⸗ schuldigung. Einige Eltern kamen und erklärten: „Wir schicken unsere Kinder in die Privatschule!“
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 27. Febr. Der Kaiser ist heute Morgen im besten Wohlsein bier wieder eingetroffen und auf dem Nordbahn; hose vom Kronprinzen, dem Ministerpräsidenten, sämmtlichen übrigen Ministern, dem Polizeipräsi⸗ denten und dem Director der Nordbahn empfangen worden. 2
— Ein hechofficiöser S Artikel des„Fremden- Blattes“ constatirt den glücklichen Erfolg der Reise des Kaisers. Dieselbe sichere Europa gegen eine gewaltsame Lösung der orientalischen Frage, Oesterreich gegen eine Störung seiner inneren Entwicklung durch das Gespenst des Panslavismus und enttäusche Jene, die eine Trübung der berz⸗ lichen Beziehungen zu Deutschland und eine Nähr- ung chaurinistischer Revanchegelüste oder Begünstig- ung nationaler Träumereien erhofften.
— 28. Febr. Das Abgeordnetendaus acceptirte den Vorschlag des Präsidenten, auf die Tages- ordnung der nächsten Sitzung(Mittwoch) die zweite Lesung des Gesetzes über die Regelung der Rechts verhälinisse der katbolischen Kirche zu stellen, entgegen dem Verlangen Smolkas, die zweite Lesung so lange aufzuschieben, bis die Ausschuß⸗ berichte über alle confessionellen Vorlagen fertig seien und die Regierung auch die anderen er- warteten confessionellen Vorlagen eingebracht habe.
Pesth, 26. Febr. Das Unterhaus nahm die Gesetzvorlage über dit Handelsverträge mit Schweden, Portugal und Rußland an. Während der Sitzung erklärten die anwesenden Minister auf Befragen mehrerer Abgeordneten, das Gesammt— Cabinet werde sofort nach der Ankunft des Kaisers seine Demission geben.
— 28. Febr. Meldungen hiesiger Zeitungen zusolge bat der Ministerrath gestern das Demissions⸗ gesuch des Cabinets abgesaßt und unterzeichnet.
Schweiz. Bern. Der Bundesrath hat das Gesuch des Abbe Collet, den Beschluß betreffs seiner Ausweisung zurückzunehmen, abgewiesen.
Frankreich. Paris, 27. Febr. Das beute gefällte Erkenntuiß des in allen Kammern vereinigten Appell⸗Gerichtsbofes weist die Klage der als Nachkommen Louis XVII. aufgetretenen Erben Naundorff's, welche als dreiste und schlaue Abenteurer bezeichnet werden, zurück und ver- urtheilt dieselben in die Kosten.
— Albert Bazaine, welcher nach der Ver- urtheilung seines Oheims, des Marschalls, um seinen Abschied aus der Armee, welcher er als Offizier angehörte, einkam, ist dieser Abschied nicht nur vom Kriegsminister verweigert, son-
dern es ist ihm auch, wie der Gaulois“ meldet,!
eine„militärische Mission nach den Staaten des nördlichen Europa“ übertragen worden.
— Die Meldung einiger Blätter, daß der vielgenannte Bischof Plantier von Nimes seine Entlassung nachgesucht habe, wird von officieller Seite für unbegründet erklärt.
Versailles, 28. Febr. Die National- versammlung hat mit 552 gegen 64 Stimmen die Ermächtigung zur gerichtlichen Verfolgung dee der Theilnahme am Commune-Aufstand be⸗ schuldigten Deputirten Melvil-Bloncourt ertheilt. Bei fortgesetzter Berathung des Steuergesetz Ent- wurfs wurden die Vorschäge der Commission wegen Besteuerung der Trinkgläser, Fenster und Spiegel“ scheiben verworfen.
Großbritannien. London, 26. Febr. Bei ver Admiralität ging heute Mittag folgende Mittheilung ein: Hauptquartier Cumasst, 5. Febr. (Von Commodore Hewett.) Die Urmee unter Sir Garnet Wolseley zog gestern nach fünftägigem hartem Kampfe in Kumassi ein. Vecluste im Ganzen etwa 700 Todte und Verwundete Die Flostenbrigode zählt 9 verwundete Offiziere und unter den Mannschaften 2 Todte und 36 Ver— wundete.
* 28. Febr. Der Tichborne-Proceß ist heute beendet worden. Das Urtheil erklärt den Prätendenten des Meineids und falschen Zeugnisses schuldig und spricht gegen denselben eine 14jährige Zwangsarbeitsstrafe aus.
Italien. Rom. General Lamarmora will, wie die„Gazzetta d'Italia“ erfahren hat, der preußischen Regierung den rothen Adler Orden zurückgeben, den er 1861 bekommen hat, als er nach Berlin ging, um dem jetzigen Kaiser zu seiner Thron-Besteigung zu gratuliren. Der General hat, laut obiger Zeitung, an demselben Tage sein Entlassungsgesuch an die Präsidentschaft der Kammer und die Decoration an den Präfecten geschickt, damit sie an das Ministerium und von dort nach Berlin befördert werde.
Spanien. Madrid, 25. Febr. Einem Telegramm der amtlichen„Gaceta“ zufolge hat Moriones den Vormarsch von Somorrostro be— gonnen und find zwei Bataillone bereits his San Martin vorgeschoben.
— Serrono hat in Folge Beschlusses des Minigeriums Titel und Würde eines Präsidenten der Executiv-Gewalt der Republik angenommen. Das Präsidium des Ministerraths hat Zabala erhalten.
— 28. Febr. Telegramme Lissaboner Journale von hier melden, daß General Moriones eine Niederlage durch die Carlisten erlitten und 3000 Mann verloren dat. Serano und Topete reisen nach dem Norden ab.
Amerika. Newyork, 28. Febr. Laut Meldung aus Panama hat' daselbst eine große Feuersbrunst stattgefunden, welche einen Schaden von 1 Million Dollars verursacht hat.
Japan. Nangasaki. Die Daimios und Samurais(Adeligen) gelten als Urheber der Insurrection im District Fivob. Zwischen den Truppen und den Aufständischen hat ein Gefecht statigefunden, dessen Resultat noch unbekannt ist. Die Fremden haben sich gerettet.
Aus Stadt und Land.
E Friedberg. Der Vortrag des Herrn Jul. Schulze von Mainz konnte leider vorigen Samstag nicht stanfinden, da Herr Schulze infolge verspäteter Ab⸗ fahrt des Zugs der Hess. Ludwigs⸗Bahn den Anschluß in Frankfurt nicht erreichte. Der Tag, an welchen der Vortrag gehalten werden wird, soll in dem Anzeiger noch näher bekannt gemacht werden.
Offenbach. Die Einwohnerzahl der hiesigen Stadt
betrug: im Jahre 1830 7498 im Jahre 1860 15,356 „„ 1840 9597 5 1870 20 308
5„1850 1,247 80 und zwar 14 589 Evangelische, 6148 Katholiken, 1003 Istacluen, 881 Deuischkatholiken und 44 Freireligiöse. An Umlagen sind erboben worden:
im Jahre 1830 1955 fl. im Jahre 1870 58.000 fl. 1840 10,000,„„121 60,000, 1850 21000„„„ 1872 75,000„
5 1860 26,892„„„ 187 86% 000„ für das Jahr 1874 sind erforderlich 98,000 fl.
Darmstadt, 27. Februar. Vorgestern sprang ein aus Groß Rohrheim gebürtiger, in Worms liegender Rekeute von der doctigen Schiffbrücke in den Strom und verschwand. Als Veranlassung zu diesem Selbstmord wird angegeben, der junge Mann habe Nachts zur Befriedigung eines sehr natütlichen Bedürfnisses den Steinkohlentopf eines Zimmets benutzt und sei von seinen ihn neckenden Kameraden weisgemacht worden, daß ihn darob eine (xemplarische Sitafe treffen würde.
Darmstadt. In der hiesigen Münzanstalt, deren Zeichen auf den Reichsmünzen II ist, herrscht eine außer ordentliche Thätigkeit und ist abgesehen von den neuen Maschinen das Arbeitspersonal gegen früher ungefähr verdreisacht.
Mainz, 27. Februar. Auf offener Straße genas gestern Nachmittag eine Frau aus Gonsenheim in der Franziskanerstraße eines Kindes. Der junge Weltbürger und seine Mutter wurden von drei Polizeidienern, die gerade des Weges daher kamen, nach dem Accouchements⸗ gebäude verbracht.
Worms, 27. Febr. Ein Mann, welcher gestern Nach⸗ mittag seinen hier wohnenden Anverwandten einen früher geliehenen Geldbetrag von ca. 200 fl. zurückzuzahlen an— gefangen batte, hat, che dies fertig war, die allein an— wesende Frau an der Kehle gepackt, ihr die geschriebene Quittung aus der Hand gerissen und sich damit sammt dem wieder eingestrichenen Gelde aus dem Staube gemacht.
Allerlei.
Frankfurt, 27. Febr. Die Verbringung der Thiere von dem alten nach dem neuen Zoologischen Garten geht rüstig vorwärts. In den beiden letzten Tagen bezogen die Bären ihre neue Wohnung. Auch dieser nicht un
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gefährliche Transport, welcher Seitens ber schäftigten Personen die größte Umsicht und K erforderte, ging bestens von Statten. Die für den
Schußwaffen konten unbenutzt bleiben. Garten selbst werd allerwärts mit großer der Vollendung der Bauten gearbeitet, und man 9
können. Frankfurt, 7. Febr. eine große Anzahl Bauhandwerker nach Fertigstellung des
Morgen folgt noch eine größere Anzahl nach.
sind, obschon noch faft zwei Monate Zeit ist, bereits ziem⸗ lich stark. Am meisten sind Reitpferde gemeldet. Die Bethetligung an der bevorstehenden Zucht- und Fettvleh⸗ Ausstellung ist eine über Erwarten große, so daß mag
Das Gleiche gilt von der Maschinen-Ausstellung. Frankfurt, 28. Febr. Das Siadtgespräch bilde seit gestern die Flucht eines reichen Mädchens aus dem mütterlichen Hause mit einem nicht mit Glücksgütern ges segneten, aber schönen Commis. Der Grund, warum Beide vereint sich von Franksurt foribegaben, liegt einfach darin, daß man verschiedenseitig gegen deren Verbindung agitirte. Das Pärchen ist glücklich in Straßburg ange⸗
sich gegeben.
Berlin. Am Freitag Morgen fand man im Berliner zoologischen Garten die ganze Waschbären⸗Familie(aus 6 Exemplaren bestehend), beide Jaguare(Männchen ung Weibchen), beide schwärze Panther, zwei Silberlödwen sowie den Luchs vergiftet vor. Sämmtliche genannt Thiere, ausgenommen dae Jaguar-Männchen und das schwarze Panther-Weibchen, find der Vergistung erlegen und auch diese beiden sind noch nicht außer aller Gefahr 1000 Thaler Belohnung sind vom Vorsiande des Berling Zoologischen Gartens auf die Entdeckung desjenigen gesetz worden, der die gestorbenen Raubthiere vergiftet hat.
Straßburg, 23. Febr. Interessant dürfte sein, durch Folgendes zu erfahren, wie weit die Leidenschaft gegen unsern Herrn Bischof erregt ist. Gestern sahen wir einen Hund ganz violett gefärbt, mit schwarzen Ohren. Ein Menge Buben liesen ihm nach und riefen: Det Bischof, der Bischof.
Volkswirthschaftliche Mittheilungen
aus dem Deutschen Handelsblatt, (Organ für die amil. Nachrichten des Deutschen Handelstags)
zusammengestellt von dem Friedberger Handelspertin, 11
Socialdemokratisches. Die Beilagt zum „Volksstaat“ des„Volkserzähler“ bringt seit einer Reihe von Wochen eine Novelle, betitelt: Allerhand Proletarier von A. Otto Walster(1866 Re⸗ dacteur der officiösen„Nassauischen Landeszeitung“, früher Feuilletonist eines großen deutschen Blatts in Leipzig) diese Novelle schildert in der belieblen groben Holzschnittmanier das Elend der arbeiten⸗ den Classen, die gemeinen Gesinnungen der Bour⸗ geoisie, den Edelmuth der kleinen Balletmädchen, die Rohheit ihrer Verführer und dergl. Der Conflict entspringt, soweit man bis jetzt sehen kann, aus folgendem Ereigniß: Julius ist det Sohn redlicher, aber verarmter Eltern, die kümmer⸗ lich ihr Dasein fristen. Von den beiden Schwestern ist die eine zum Theater gegangen, die andere ar— beitet für ein Sticketeigeschäft. Julius ist Buch- halter bti einem Bankier, welcher den Leichtsinn begeht,„seinen jungen Mann“ Mittags alein an der Casse sitzen zu lassen. Eines Mittags, als gerade 6000 Thlr. Cassenbestand vorhanden sind, kommt der schnöde„Jude“ Lehmann und schwindell dem armen Julius vor: Rumänier, die gestern noch 43 notir'en, würden in Folge einer eben eingetroffenen Depesche aus Buckarest in Wien schon mit 53— 58 gehandelt und müßten nech mehr steigen, während er(Lehmann) einen Posten mit 43 aus der Provinz an der Hand babe, Julius„ist Kaufmann“, das heißt bei Otto Walster soviel als: er siebt ein, daß dies ein „Geschäft“ und daß Lehmann sein Freund ist, Er denkt an die unglückliche Lage seiner Eltern, seiner Geschwister; er beschließt, mit dem Geld seines Printipals zu speculiren. Allein die Bucka— rester Depesche ist erlogen; das fragliche Paplet bleibt auf 43; der„Jude“ Lebmann geht mit den Rumäniern durch(warum er nich' lieber gleich mit dem baaren Gelde durchbrannte, verräth ung der Verfasser nicht); Julius wird flüchtig wil Zurücklassung eines Cassedefects von 6000 Thlt.
Julius hat eine heimliche Zusammenkunft mit seiner Schwester Veronica. Ihr, dem„edlen
dabel be altblüdgte etwaigen Ausbrechens der Bestien in Bereitschaft gehalten b 3 em neuen
ebhaftigkeit an
Unternehmens durch die internationale Baubank entlassen,
Frankfurt. Die Anmeldungen von Pferdehändlern, welche den heurigen Frühjahrs⸗Marki zu besuchen gedenken, id!
kaum mit den vorgesehenen Räumen auskommen wird,
kommen und hat von Dort das erste Lebenszeichen von
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