Ausgabe 
2.7.1874
 
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Deutsches Reich. Darmstadt. Das Großherzogliche Regier- ungsblatt Nr. 35 enthält:

I. Bekanntmachung Großberzoglichen Ministeriums des Innern, betreffend die Erhebung des Octrois von Wein und Oostwein in der Provinzial⸗Hauptstadt Gießen.

II. Ordensverleihungen.

III. Namens veränderungen.

IV. Erthellung von Erfindungspatenten. a

V. Dienstnachrichten. Seine Königliche Hobeit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 18. Mai dem evang. Pfarramts⸗Candidaten Gustav Christ aus Nierstein die evang. Pfarrstelle zu Stumpertenrod zu übertragen; am 26. Mai den von dem Kreisrath des Kreises Heppen⸗ heim, dem katbolischen Stadtpfarrer zu Heppenheim und dem dasigen Gemeinderath auf die 1. kath. Mädchenschul⸗ stelle zu Heppenheim präsentirten Schullehrer an der dasigen 2. katy. Mädchenschule, Peler Anton Müller, für diese Stelle zu bestäligen; an demselben Tage dem Schulamts aspranten Jacob Wagner aus Kettenbeim die 2. evang. Schulselle zu Wald ⸗Uelversheim, am 27. Mai dem Schullehrer an der evang. Schule zu Stockbeim, Philipp Becker, dje 6. evang. Schulstelle zu Erbach, und am 1. Juni dem Schulamtsaspiranten Philipp Ferber aus Engelstadi die 3. evang. Schulstelle zu Wörrstadt zu üder⸗ tragen, den Dr. Carl Klein aus Hungen zum Lehrer an der Realschule zu Alsfeld, am 3. Juni den Schullehrer an der 2. evang. Schule zu Undenheim, Wilhelm Hager, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullebrer, zum Lehrer an der Realschule zu Alsfeld zu ernennen, dem Schulamisaspiranten Wilhem Buchinger aus Kailbach die 2. kath. Schulstelle zu Horcheim zu übertragen und am 4. Juni dem evang. Pfarramts-Candidaten Martin Waas aus Friedberg die evang. Pfarrstelle zu Neckar⸗ Steinbach zu übertragen, den Gardisten Adam Zeiß aus Fürth zum Conducteur bei der Main⸗Neckar⸗Eisenbabn zu ernennen; am 11. Juni den von dem Fürsten zu Löwenstein-Wertheim⸗ Rosenderg und dem Grafen zu Erbach-Schönberg auf die 1. evang. Schulstelle zu Neustadt präsentirten Schullehrer an der 2. evang., Schule daselbst, Martin Pullmann, für diese Stelle zu bestätigen, und dem Schullehrer zu Basdorf, Wilhelm Waas, die 3. evang. Schulstelle zu Nidda zu übertragen.

VI. Dienstentlassung. Seine Königliche Hoheit der Großberzog haben allergnädigst geruht: am 10. Juni den Kreisarzi des Kreismedicinalamts Ulrichstein, Dr. Wilhelm Dannenberg, von seiner Dienststelle auf sein Nachsuchen zu entlassen.

VII. Charakterertheilungen. Seine Königliche Hoheit der Großberzog baben allergnädigst geruht: den Lehrern an dem Gymnasium zu Mainz, Dr. Jobannes Baptist Keller und Dr. Stephan Ludwig Noire den Charakter als Professor zu verleihen.

VIII. Versetzung in den Ruhestand. Seine Königliche Hoheit der Großherzog baben allergnädigst geruht: den Schullehrer an der ersten kath. Schule zu Unter-Heubach, im Kreise Heppenbeim, Johann Jacobi auf sein Nach- suchen in den Ruhestand zu versetzen.

IX. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die für diesmal mit einem Volksschullehrer zu besetzende erste ecang. Knabenschulstelle zu Alsfeld, im Kreise Alsfeld, mit einem Minimalgehalt von 550 fl. jährlich; dem Stadt⸗ vorstand der Stadt Alsfeld steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die evang. Schulstelle zu Hiliersklingen, im Kreise Erbach, mit einem jäbrlichen Gehalt von 400 fl.; dem Grafen zu Erbach-Fürstenau stebt das Präsentations recht zu dieser Stelle zu; die evangelische Schulstelle zu Dalsheim, im Kreise Worms, mit einem jährlichen Gehalt von 426 fl.; die vierte evang. Schulstelle zu Bessungen, im Kreise Darmstadt, mit einem jährlichen Anfangsgehalt von 650 fl., die sechste evang. Schulstelle zu Bessungen, im Kreise Darmstadt, mit einem jährlichen Anfangsgehalt von 650 fl.

X. Sterbsälle. Gestorben sind: am 8. Mai der pen sionirte Kreistath Ernst Lauteschläger zu Darmstadt; am 17. Mai der Schullehrer an der zweiten kath. Schule zu Heusenstamm, Franz Adam Jöst daselbst; am 29. Mai der Reallehrer Karl Hickler zu Darmstadt; am 31. Mai der Hofgarten⸗Ausseher der Hofgärtnerei Seeheim, Philipp Wasmuth daselbst; am 11. Juni der pensionirte Forstwart Johannes Wiemer zu Bernsfeld; am 12. Juni der pen⸗ sionirte Ober- Rechnungsrevisor Philipp Reuting zu Darmstadt; am 19. Juni der Hauptrechener der allge meinen geisilichen Wittwenkasse, Rechnungsrath Ludwig Reuling zu Darmstadi..

Friedberg. Gutem Vernehmen nach heben die Pfarrer Ebel in Steinfarth und Urich in Beienheim ihre Entlassung aus dem Kirchendienst nachgesucht, weil sie sich der neuen Kirchenordnung nicht fügen wollen.

Darmstadt. Die Instruction zur Vornahme der Wahl der Gemeinderäthe, Bürgermeister und Beigtordneten in den Landgemeinden ist nunmehr erschienen und die Bürgermeister bereiten die Listen der bei den Wahlen Stimmberechtigten vor, da mit Anfang August zur Auflegung der Listen ge schritten werden soll. Nach Ablauf der Auflegungs- Frist ist über die eingelaufenen Reclamationen zu entscheiden, worauf nach Feststellung der Listen von dem Bürgermeister der Wahltermin anzuberaumen ist. Vor Mitte September werden voraussichtlich die Wahlen nicht beginnen können, und es läßt

sich schon jetzt wahrnehmen, daß die Betheiligung der verschiedenen Parteien eine sehr lebhafte sein wird.

Einer hiesigen Zeitung schreibt man von hier, in den hiesigen Regierungakreisen beschäftige man sich mit der Frage, welche Haltung in Bezug auf zukünftige Versammlungen des Vereins deutscher Katholiken zu beobachten sei. Wegen einiger Reden auf der neulichen Katholikenversammlung soll, wie es heißt, eine Untersuchung stattfinden.

29. Juni. Gestern ist der Großfürst Wladimir, heute der Großherzog von Mecklenburg in Jugenheim angekommen. Für morgen ist der Besuch des Kaisers Wilhelm angemeldet. Ueber- morgen trifft der König von Württemberg in Jugenheim ein. Am 2. Juli findet eine große Hosjagd im Park von Wolfsgarten statt.

Ernannt wurden: v. Tschammer Osten, Pr.-⸗Lt. vom 1. Gr. Hess. Inf.(Leibgarde) Regt. Nr. 115, zum Hauptm. und Comp. ⸗Chef; Strauß, Sec.Lt. von demselben Regt., v. Kopp, Külp, Sec. ⸗Lts. vom 4. Gr. Hess. Inf. Regt. Nr. 118, zu Pr.⸗Ets.

30. Juni. Kaiser Wilhelm ist heute Nach- mittag 1 Uhr zu kürzerem Besuch in Jugenheim angekommen. Derselbe wurde vom Kaiser von Rußland, dem Großherzog von Hessen und sämmt lichen Fürstlichkeiten auf dem Bahnhof der Station Bickenbach empfangen. Nach großer Hoftafel auf Schloß Heiligenberg wird Kaiser Wilhelm um 5 Uhr wi der nach Ems zurückkehren.

Der Zusammentritt der ersten Kammer soll, wie wir hören, Mitte d. M. stattfinden, haupt- sächlich um das Nachtragsbudget zu erledigen, sowie um die Geldmittel zur Inbetriebsetzung der neuen Verwaltungsmaschinerie zu bewilligen. Ist Letzteres geschehen, dann wird der Versuch gemacht, das Ganze in Bewegung zu setzen.

Berlin. Nach vorläufiger Bestimmung trifft Fürst Bismarck Mittwoch hier ein und reist nach dreitägigem Aufenthalt nach Kissingen weiter.

DerKreuzztg. zufolge wird der Prinz August von Württemberg das Generalcommando des Gardecorps niederlegen und durch den Gene ral v. Treskow, Führer des neunten Armeecorps, ersetzt werden. An des Letzteren Stelle würde der General Groß don Schwarzhoff, Führer des dritten Armeecorpe, treten.

Ems, 29. Juni. Zum Besuche des Kaisers Wilhelm ist der Prinz Friedrich der Niederlande hier eingttroffen.

Kassel. Dem Vernehmen derHcss. Bl. nach wird jetzt in Berlin der Plan in Erwägung gezogen, die unirte Hanauer Kirche mit der unirten Nassauer Kirche zu vereinigen und nur die beiden Kirchen in Ober- und Niederhessen unter dem anders organisirten Consistorium in Kassel unter stellt zu lassen. Hanauer Geistliche sollen gegen die Ausführung dieses Planes petitionirt haben.

Fulda, 29. Juni. Gestern sind Vermitt- lungsvorschläge nach Berlin abgegangen. Von der Antwort auf dieselben wird es abhängen, ob der gemeinsame Hirtenbrief der Bischöfe erlassen wird.

München. DasSüdd. Corresp.-Bureaux meldet: Die von der Patriotenpartei abgegebene Mißtrauens Erklärung hat keine Ministerkrisis hervorgerufen. Dagegen ist eine Krisis im Patrioten Club ausgebrochen. Abg. Freytag will seine Stelle als Vorstand des Clubs niederlegen, mehrere Club- mitglieder treten aus.

Würzburg, 28. Juni. Der Großherzog von Mecklenburg ist mit seiner Tochter und Ge folge zu einem mehrtägigen Aufenthalte hier an gekommen.

Ausland.

Holland. Haag, 30. Juni. In der ersten Kammer verlangte der Colonialminister wiederholt, daß die Kammer in die Discussion über die ihr mitgetheilten officiellen Documente betreffs des Atchinkrieges eintresen solle, darauf hinweisend, daß sonst gefolgert werden müsse, die Kammer sei mit den von der Regierung ihr gemachten Mit theilungen einverstanden. Der Minister machte auch darauf aufmerksam, daß die Kammer durch Ablehnung der Discussion einen Minister, der zu demissioniren gedenke, hindere, sich gegen Anschul

digungen zu vertheidigen. gleichwohl mit 33 gegen 3 Stimmen die Dis⸗ cussion ab.

Frankreich. Paris, 28. Juni. Die heu⸗

tige Truppenrevue auf der Ebene von Longchamp fand bei schönstem Wetter statt. Eine unabseh⸗ bare Zuschauermenge wohnte derselben bei. Der Marschallpräsident Mac Mahon war von einem glänzenden Generalstabe umgeben. Man bemerkte die Generale Ladmirault, Cissey, den Herzog von Nemours und die Militär- Attachs's der fremden Mächte. Der Präsident und det Vieepräsident der Nationalversammlung, sämmtliche Minister, viele militärische Notabilitäten und viele Deputirte waren anwesend. Die auswärtigen Gesandten befanden sich auf der reich geschmückten Regierungstribüne. Nach der Revue wurde Marschall Mae Mahon von den Zuschauern sehr lebhaft begrüßt. Die Subcommission für die Heeresver fassung hat beschlossen, daß alle Unteroffiziere nach fünfzehnjähriger Dienstzeit und zurückgelegtem 35. Lebensjahre ein Recht auf eine Pension von 260 Fr. und auf ein Civil- Amt haben sollen; wenn ein solches im Augenblick nicht frei ist, soll der Unteroffizier, bis eine Bach eintritt, eine tägliche Entschädigung von 1 Fr. 60 Cts. erhalten. Die constitutionelle Dreißigercommission bat den Antrag Perier mit 19 gegen 6 Stimmen verworfen und eine Subeommisston, bestehend aus den Deputirten Daru, Lacombe und Ventavon, ernannt, die ihr am Mittwoch einen Gesetzentwurf unterbreiten soll, welcher bestimmt wäre, den Hauptartikel des zu schaffenden Veefassungsgesetzes zu bilden.

Großbritannien. London, 29. Juni. Unterhaus. Jenkins signalisirt eine Mittheilung desStandard, wonach die canadische Regierung die Verbindung mit England zu lösen und die Vereinigung des Landes mit den Vereinigten Staaten herbeizuführen trachte, und interpellirt die Regier- ung, ob der canadischen Regierung solche Be strebungen mit Grund zugeschrieben werden könnten. Disraeli erwiedert, er halte es nicht für seine Pflicht, die Begründung solcher anonymen Be hauptungen zu untersuchen. Er könne versichern, daß die Beziehungen zwischen der englischen und canadischen Regierung die herzlichsten seien. Die Grubenarbeiter von Clackmannan verlangen eine Lohnerhöbung von 1 Shilling und drohen mit Strike. Die in Dudley(Grafschaft Wor- cester) versammelt gewesenen Delegirten haben be schlossen, den Strike eher bis Weihnachten sortzu⸗ setzen, als die von den Grubenbesitz ern angebotene Lohnherabsetzung anzunehmen.

Spanien. Madrid, 28. Juni. Nach den der Regierung vom Kriegsschauplatze zugegangenen Nachrichten ist es dem Marschall Concha gelungen, die Carlisten zu der irrigen Annahme zu verleiten, als solle der Angriff von Estella vom rechten Ufer des Egaflusses aus erfolgen. In Folge dessen legten die Carlisten behufs Vertbeidigung Estellas Befestigungswerke am rechten Egaufer an, insbe⸗ sondere Verschanzungen bei Allo, Dicastillo, Mo- rentin, Alvero, Arellano und Arroniz. Marschall Concha ging, sobald der günstige Augenblick ge lommen war, plötzlich auf das linke Egaufer über, setzte seine Umgehung fort und nahm den Flecken Abarzuga, um den Carlisten den Rückzug in das Gebirge von Amezceuas abzuschneiden. Die Lage der Carlisten wird für sehr gefährdet gebalten, Marschall Serrano ist in Grenija eingetroffen.

29 Juni. Bei Muro in der Nähe von Estella hat ein Gefecht stattgefunden, in welchem General Concha getödtet wurde. Die Armee selbst hat keine erheblichen Verluste erlitten. Zum Nach folger Concha's im Obercommando der Nordarmee ist Zabala ernannt, der heute Vormittag nach dem Hauptquartier abgeht. Cottoner ist zum Kriegs- minister, Sagasta zum Conseilspräsidenten ernannt,

29. Juni. Nach ferneren Berichten von Bayonne über die Kämpfe bei Estella warfen die Regierungstruppen am Donnerstag und Freitag die Carlisten aus den ersten Linien heraus. Der rechte Flügel versuchte Sonnabend die Erstürmung der die Stadt Estella beherrschenden Höhen, wurde aber in Unordnung zurückgeworfen. Die Flucht

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