Ausgabe 
2.5.1874
 
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Seminars sind nämlich hier eingetroffen, im Ganzen 25. Altkatholische Theologie-Studirende zählen wir bis jetzt 12. 5

Düsseldorf. Anfangs d. M. wird auch bier der biesige altkatholische Gottesdienst abge halten. Die evangelische Gemeinde hat bereit- willig die Mitbenutzung ihrer beiden Kirchen ein- geräumt, welcher Beschluß vor einigen Tagen vom Coufistorium in Coblenz bestätigt wurde. Vor- läufig baben die Altkatholiken sich für die Eröffnung eines allsonntäglich stattfindenden Gottesdienstes entschlossen.

Paderborn. Der diesige Bischof ist vom Oberpräsidenten v. Kühlwetter in Kenntniß gesetzt worden, daß er wegen Nichtbesetzung der mehrer wähnten sechs Pfarrstellen im Kreise Brilon eine Geldstrase von 3600 Thaler verwirkt habe, die nach weiteren vier Wochen, wenn bis dabin die Besetzung nicht erfolge, sich auf 1800 Thaler er- döben werde. Der Bischof bat erwidert:Die Sachlage, wie ich sie in meinen früheren bezüg⸗ lichen Schreiben dargestellt, hat sich inzwischen in nichts geändert, mich macht in meiner Pflichttreue keine Strafe wankend.

Dortmund, 26. April. Heute morgen fanden vor dem königl. Regierungs- Commissär Landrath v. Rynsch die Beitritts-Erklärungen zur altkatho⸗ lischen Gemeinde statt. Die Betheiligung war eine sehr rege, indem nahezu 240 Versonen ihre Mitgliedschaft amtlich zu Protokoll gaben. An ntuen Mitgliedern gewann die Gemeinde 20. Am 30. April sollte die Schule der jungen Reli gions-Gemeinde eröffnet werden.

Göttingen. Der Professor Ihering hat die Berusung nach Leipzig abgelehnt und verbleibt in Göttingen.

Kassel. Die beiden gesetzwidrig angestellten Geistlichen der Diötese Fulda, welche wegen Vor- nahme von Amtshandlungen Gefängnißstrafen ab- zubüßen haben, sind aufgefordert worden, die Haft spätestens am 30. April anzutreten. Da dieselben dieser Weisung nicht nachzukommen gewillt sind, so wird ihre Inhaftirungunter Anwendung von Gewalt erfolgen.

Fulda. Das Organ der Ultramontanen in der Bonifazius⸗Stadt bringt in einer der neuesten Nummern scharfe Ausfälle gegen den Gymnasial lehrer Krämer, welcher wegen Unterzeichnung der RNatibor-Adresse vomschwarzen Club mit dem Bann belegt worden ist.Der Kriecher will durch sein Verhalten ein Profitchen machen! Die Meute bellt und man deutet bereits mit den Fingern auf ihn. Und doch soll der Mann seine Aufgabe als Lehrer des Gymnasiums erfüllen.

Ems. Wie derRhein. Kur. aus sicherer Quelle vernimmt, wird der Kaiser von Oesterreich dem Kaiser von Rußland während seines dies- jährigen Kur- Aufenthalts dahier einen Besuch abstatten.

Limburg. Der Geistliche Vogel zu Werschau ist wegen wiederholter Zuwiderhandlung gegen die Maigesetze in 58 Fällen angeklagt und wird am 8. Mai vor dem hiesigen Polizeigerichte zur Ab- urtheilung kommen. Am 6. Mai hat der hie- sige Bischof zum zweiten Male vor der Straf⸗ kammer zu erscheinen. Gegenstand der Anklage ist: Besetzung der Pfarrei Werschau und des Missions⸗Vicariats Mörlen.

Weimar, 28. April. Der Landtag ist gestern den Anträgen des Finanz- Ausschusses gefolgt und hat die Erträge aus den directen Steuern wesentlich höber angenommen, als die Regierung proponirt. Den von letzterer geforderten Abänderungen des Volksschulgesetzes trat der Land⸗ tag bei und damit darf dieses Gesetz als ver- einbart angesehen werden. Das Betriebs⸗Capital der Landescreditcasse auf 10 Millionen Mark zu erhöhen, wurde genehmigt, ingleichen wurden die Gesetze über Regulizung des Hebammenwesens, über die vor dem Reichestrafgesetzbuch erkannten Strafen, über Gehaltserhöhung der Beamten der Waisenversorgungs-Anstalt und die höheren Diäten der Beamten beim Schwurgericht angenommen. Endlich wurde noch der Beitrag zur Erhaltung

des Henneberger Archivs in Meiningen bewilligt.

Zehn Abgeordnete haben den Antrag eingebracht,

daß an der Universität Jena, deren Frequenz sich bedeutend gehoben, ein Docent für Pädagogik an- gestellt werde.

Frankenthal. Vorigen Sonntag wurde dahier der erste altkatholische Fottesdienst gehalten, für welchen das protestantische Presbyterium mit Genehmigung des Constistoriums bereitwilligst vie kleine protestantische Kirche eingeräumt hatte. Pfarrer Kühn, welcher die altkatholischen Ge meinden der Vorderpfalz pastorirt, celebrirte das Hochamt, Professor Friedrich, welcher eigens zu der Feier aus München gekommen war, predigte. Die Kirche war von Zuhörern vollständig gefüllt; es hatten sich nicht blos die hiesigen Altkatholiken, sondern auch viele aus der Umgegend eingefunden. Am Abend hielt Professor Friedrich einen Vor trag über die altkatholische Bewegung vor einer zahlreichen Versammlung, welche seinen gediegenen Ausführungen mit großem Interesse folgte. Die Altkatholiken von Dürkheim hatten an den Pro sessor Friedrich telegraphisch die Einladung ge richtet, auch dorthin zu kommen; er konnte jedoch diesmal ihrem Wunsche nicht entsprechen, wird aber an Pfingsten Dürkheim besuchen.

Heidelberg. Der hiesige altkatbolische Pfarrer Rieks ist von dem streitbaren Bischof Martin aus Paderborn mit dem Baan belegt und suspen dirt worden.

Ausland.

Oesterreich⸗ Ungarn. Wien. Das der zweiten Lesung zumeist nach den Anträgen des Ausschusses. Zu§. 18 wurde ein von Fux angenommen, wonach die klösterliche Disciplinargewalt niemals angewendet werden darf, um die Befolgung der Gesetze oder die freie Ausübung der staatsbürgerlichen Rechte zu hindern; zu§. 27 ein Zusatz Kopp's betteffs der perio⸗ dischen Visitation aller Klöster durch die politischen Landesbehörden. Die anderweitigen Amendements wurden abgelehnt.

Frankreich. Paris, 30. April. Graf Arnim hat gestern dem Präsidenten der Republik sein Abberufungsschreiben überreicht.

Großbritannien. London. Der Lohn- streit zwischen Pächtern und ihren Arbeitern nimmt immer größere Dimenssonen an In verschiedenen Bezirken haben die Pächter eine Arbeitersperre eintreten lassen. Die Vereine der Kesselschmiede, der Schiffsbauer, Cigarrenmacher, Eisengießer, Zimmerleute und Schreiner, Maurer und andere amalgamirte Gewerbe- Vereine baben ihren Mit gliedern eine Steuer auferlegt, um die ausge sperrten Arbeiter zu unterstützen.

Ein zahlreich besuchtes Meeting von Oeko- nomen wurde am verflossenen Samstag in Norwich abgehalten; dasselbe beschloß, eineFarmers Defence Asseciation zu bilden und in keinem District eine Arbeitersperre eintreten zu lassen ohne vorherige Genehmigung des Central Comites. Einige der Redner sprachen sich äußerst entrüstet über das Gebahren der Delegirten der Arbeiter- Union aus.

Spanien. Madrid, 29. April. Serrano meldet telegeaphisch: Die Feindseligkeiten haben wieder begonnen. General Concha nahm die Positionen von Munecas, Serrano verschiedene andere, um die Bewegung zu unterstützen. Das Feuer wurde bei Anbruch der Nacht eingestellt, morgen früh soll es wieder aufgenommen werden.

Barcelona, 28. April. Die Carlisten- Anführer Pradis und Flix drangen mit 1500 Mann Alsorja(Provinz Tarragona) durch Verrath ein und erschossen den Alcalden und 26 Freiwillige. Der Generalcapitän befahl deßhalb alle aus Alforja gebürtigten, mit den Waffen in der Hand gefangenen Carlisten ebenfalls zu erschießen. Prinz Alphons befindet sich in Catalonien.

Somorrostro. Man hat aus zuverlässiger Quelle erfahren, daß in Bilbao keine Noth herrsche. Es sollen nur sehr wenig Menschenleben zu be. klagen sein und die Geschosse der Carlisten wenig geschadet haben. Daß die Stadt noch gut mit Lebensmitteln versehen ist, wäre bei der langen, nun bald 4 Monate andauernden Belagerung

U Amendement

nicht möglich, wenn nicht selbst von carlistischer

Seite der Proviant Schmuggel betrieben worden wäre und der Eisenbahn-⸗Tunnel von Bilbao auf der linken Seite des Flusses(Indelo-Bilbao'schen Eisenbahn) dazu geeignete Gelegenheit geboten hätte. Am 2. Mai, welcher Tag in Madrid als ein Tag der Freiheit stets großartig gefeiert wird, will Serrano in Bilbao einziehen. Hoffentlich wird Dem so sein. Man erwartete bis zum 25. April energische Aufnahme des Kampfes und dürfte nun in kürzester Frist die Entscheidung kommen, ob die Regierungstruppen siegen werden oder ob Carlos in Bilbao einziehen wird.

Italien. Parma. Hier ist es wegen der Theuerung des Brodes zu einem nicht unbedeuten⸗ den Kravall gekommen, gegen den Militär aufge- boten werden mußte. wieder heraestellt worden.

Griechenland. Athen. 28. April. Zaimis wurde gestern vom Könige berufen, lehnte aber zu Gunsten Kumunduros ab, welcher heute mit der Bildung des Cabinets beauftragt wurde.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Die Hoffnungen auf den diesjährigen Erndtesegen sind durch die letzten Frofinächte meistens in Beziehung auf Obst zerstört worden. Wie bei uns, so haben im ganzen südwesrlichen Deutschland Nuß⸗ bäume, Kirschen, Birnen und Aepfel nicht unbedeutend gelinen. Auch dem Weinstock hat der Frost sehr geschadet, 1 daß die Hoffnungen der Winzer leider bedeutend reducirt ind.

A Bad-Nauheim. Den Mahnruf an die Schul⸗

Abgeordnetenhaus erledigte das Kostergesetz in jugend in Nr. 51 Ihres geschätzten Blaues dürfte sich

ganz besonders auch die ältere(in den sogenannlen Flegel jahren lebende) hiesige Jugend sehr zu Herzen nehmen, denn nur von ihr mag die wiederholt vorgekommene schamlose Verunstaltung der Schrift an den Kurvereins⸗ bänken ꝛc. die gewaltsame Demolirung derselben her; rühren, auch dürfte derselben überhaupt ein eiwas be⸗ scheideneres Benutzen der Bänke, den Kurfremden gegen⸗ über, für die sie ja eigentlich aufgestellt sind, sehr em⸗ pfohlen sein, insbesondere aber auch das Unterlassen schlech t⸗ witziger Unterhaltun jen, das Absingen ordinärer Gassen⸗ lieschen ꝛc., womit sie sich beim Lagern auf den Bänken so gerne brüstet. Leider gibt's hiergegen kein anderes Mittel, als wie der Appel an den guten Gemeinsinn, welcher hoffentlich nicht ohne Wirkung sein wird.

Gießen. Der gesammie Reinertrag der Oberhessischen Bahnen aus dem Betriebsjahre 1873 im Beirage von 39,863 ½ fl. wird zu enisprechenden Theilen dem Reserve⸗ Fonds und dem Erneuerungsfonds zugeschrieben, so daß auch diesmal der darmstädtische Staat für die gesammten Zinsen des Baukapials, fast eine Million Gulden allein aufzukommen bat. Für das laufende Betriebsjahr scheint jedoch mit Rücksicht darauf, daß die Einnahmen wesentlich im Steigen begriffen sind, wäbrend die Aus⸗ gaben kaum über die vorjährige Höhe hinausgehen dürften, eine Aenderung zu Gunten der Staalscasse einzutreten.

Darmstadt, 29. Apeil. Die heutige Nacht, in welcher dahier das Thermometer auf 0,7 Grad sank, dürfte der so rasch und umfassend vorgeschrittenen Vegetation manchen Schaden gebracht haben. Wir dören, daß in vielen hiesigen Gärten die Reben erfroren seien, ebenso die Apfikosen, auf dem Lande hat der Frost besonders die Nußbäume mitgenommen. Ju anderen hiesigen Gärten lien die Reben nicht. Nachrichten von auswärts, ins⸗ vesondere über den Schaden an Felofrüchten, sind abzu⸗ warten.

Darmstadt, 29. April. Prinz Alexander besuchte gestern mit seinem jüngsten Sohne dem Prinzen Franz Joseph die Messe und bereitete einer großen Anzahl von Kindern eine große Freude dadurch, daß er sie auf seine Kosten auf dem Carrousel fahren ließ. Spaßbaft war es zu seben, wie fich einzelne kleine Jangen an den ihnen unbekannten Prinzen drängten, um auch der Vergünstigung der freien Fahrt theilhaftig zu werden. Ptinz Alexander besuchte sodan noch die Bude, in welcher diemysterißse Han, zu sehen ist. Diese schreibende Hand ist jedenfalls das Inleressanieste, was die diesjährige Messe bietet, und daher deten Besichtigung zu empfehlen.

Darmstad i. DieNat. Zig. meldet: In der Nähe von Griesheim wird in der Kürze ein großartiger Arlllerie⸗Schießplatz hergetichtet werden, welcher ein Areal von mehreren Tausend Morgen umfassen wied. Die ganze Anlage wird nach neueren definitiven Bestimmungen am Nordostrande ausgedehnle Baracken, Wohnräume, Schmieden, Laboratorien 2c. erhalten und soll darauf berechnet sein, daß jeden Sommer vier Artillerie- Regimenter, darunter auch die Artillerie des würlembergischen und badischen Contingentis iöre Uebungen abhalten können. Mit der ungesäumten Aufführung der ziemlich soliden Bauten (Backsteinwände und Schieferdächer) ist das Hofbauamt in Darmstadt betraut. Die Anlage wird eine der groß⸗ artigsten in ganz Deuischland werden. 5

Darmstad i. Man erzählt, daß Diogenes seinen bölzernen Becher weggeworfen, als er sah, daß ein Knabe aus der hohlen Hand trank. Es ist ein Glück, daß unser Zeitalter nicht mehr so denk! und sich nicht so eilt, des Ueberflü sigen sich zu entledigen sonst dürfen Manche geneigt sein, iche Arme als Luxus zu betrachten; wenigstens beweist das Beispiel der zur Messe hier anwesenden Mund⸗

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