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1874.
Samstag den 2. Mai.
M52.
Oberhessischer Anzeiger.
Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet.
Artisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Für die
Monate
Mai
und Juni rann auf den
„Obechessischen der Verlags-Expedition mit 20 kr., bei den Poststellen mit 32 kr. abennirt werden.
Anzeiger“ bei
—
Amtlicher Theil. Bekanntmachung.
5 2 Zeichneneursus für Lehrer. Der Verein für Verbreitung von Volksbildung wird in den bevorstehenden Pfingsiserien wieder einen Zeichnencursus für Lehrer unter der Der Cursus wird am 26. Mai l. J. beginnen und 10 Tage dauern. Dielenigen Herren Lebrer, welche an dem Corsus Theil zu nehmen beabsichtigen, wollen sich bei Herrn Proftssor Kumpa dazier schriftlich anmelden und dabei ihre Wünsche bezüglich etwaiger Subvention zu erkennen geben.
keitung des Herrn Proftssor Kumpa veranstalten.
Darmstadt den 24. April 1874.
Der Vorstand des Volksbildungsvereins.
Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Konrad Backes von Nieder-Rosbach wurde als Feldschütz für diese Gemeinde ernannt und verpflichtet.
Deutsches Reich.
Darmstadt. Das Großherzogliche Regier- ungsblatt Nr. 22 enthält:
I. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium zes Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Zedürfnisse der ioraclitischen Religlonsgemeinden des Ereises Lindenfels pro 1874.
II. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium tes Innern für das Jahr 1874 genehmigten Umlagen zur Bestieuung von Communalbedürfnissen in den Ge⸗ neinden des Kreises Alzey.
III. Uebersicht der von Großberzoglichem Ministerium zes Innern für das Jahr 1874 genehmigten Umlagen zur Bestrtüuung von Communalbedürfnissen in den Ge— meinden des Kreises Gießen.
IV. Diensinachrichten. Scine Königliche Hoheit der Breßherzog haben allergnädigst geruht: am 23. März den zudwig Jacob Mever aus Darmstadt zum Kanzlisten bei em Maschinen⸗Ingenieut der Main-Neckar⸗Eisenbahn zu nennen; am 26. März dem Schulamtes piranten Peter Höckel aue Wald Amorbach die 2. evang. Schulstelle zu Ungersvach zu übertragen; am 1. April den Oberst-Stall⸗ neister, Freiherrn Felix Maria van der Capellen van derkenwoude, in wohlgefälliger Anerkennung der von lemselben seit dem Jahre 1866 in seiner Eigenschaft als Anclionirender Obers⸗Hofmarschall geleisteten vorzüglichen Diensle, nunmehr auch, unter gleichzeitiger Belassung in inen Dienst⸗ und Gebalteverhällnissen als Oberst-Stall⸗ meier, zum Oberst⸗Hofmarschall zu ernennen] am 2. Ipril dem Schullehrer zu Asel, im Königreich Preußen,
als den constitutionellen Rechten der Volksver— tretung entsprechendes bezeichnete. Auch über das Preßgesetz, das Reichepapiergeldgesetz und die übrigen von dem Reichstag erledigten Vorlagen gab er eine interessante Uebersicht, und sprach zum Schluß die Ueberzeugung aus, daß die abgelaufene Reichstagssession neben der Sorge für die äußere Sicherheit und militärische Stärke auch die innere Fortentwickelung des Reiches gefördert habe, und dasselbe auf dem besten Wege geblieben sei und bleiben werde, die großen sittlichen Aufgaben des
deutschen Volkes zu lösen und den Culturkampf
durchzuführen, der ihm aufgedrungen worden sei.
Allgemeiner lebhafter Beifall lieferte dem Redner
den Beweis, daß seine Ausführungen und seine politische Thätigkeit im Reichstage sich der vollen Zustimmung seiner Wähler erfreuen. Darmstadt, 27. April. katholische Pfarrer Seib vor dem Bezirlsstrafge— richte unter der Ankloge, im September v. J. durch eine zu Groß- Umstadt in der Christenlehre gehaltene Ansprache den Kanzel- Paragraphen
(S. 130a) verletzt zu haben, indem er sich ge-
äußert baben soll, den Tag von Sedan, bei
— 30. April.
Heute stand der
Johannes Diegel, die evang. Schulstelle zu Deckenbach welchem dae Blut von 70,000 Menschen geflossen,
leine sowohl der militärischen Stellung des Reichs, beamten ihre Aufgabe so viel als möglich er-
leichtert werden soll.
Abgeordnetenhaus. Einge⸗ gangen sind Vorlagen wegen Aufhebung des Homagialeides, Bewilligung von 60,000 Thaler für Pferdeschau- Prämien. Das Haus erledigte den Rest des Grundenteignungsgesetzes in zweiter Lesung nach den unerheblich modifitirten Anträgen der Commission und nahm den Gesetzentwurf über die Kosten in Auseinandersetzunge-Sachen unver- ändert an.
— Im Cultusministerium ist man mit der Ausarbeitung von Vorlagen, detreffend die gesetz— liche Regelung des Kirchen vermögens zwischen alt- und neukatholischen Kirchengemeinden, und eines weiteren Gesetzentwurfs über die Verwaltung des Vermögens der katholischen Kirchengemeinden beschäftigt.
— Der Religionslehrer Dr. Schöter in Posen, welchem wegen Unterzeichnung der Lopalitätsadresse an den Kaiser von dem Erzbischof Ledochowski die große Excommunication angedroht worden, wurde der„Ostd. Ztg.“ zufolge zum Director des königl. Seminars zu Fulda ernannt.
— Die Regelung der Bankfrage, die nach der Regelung der Reichspapiergeld- Angelegenheit von
malle r, unter Belassung seines Characters als Mülprediger
bilhelm Verschbacher, die evang. Pfarrstelle zu Kelsterbach übertragen. Am 19. März wurde dem Pfarrverwalter 1 Meinhardt die katholische Pfarrstelle zu Hohen⸗
tee, Herr Dr. B. Schröder, vor einer dahier
tem Schullehrer an der 3. evang. Schule zu Wörrsiadt, dohann Ludwig Hirsch, die 1. evang. Schulstelle daselbst, ter Schulamtsaspirantin Elisabethe Kempf aus Nieder Nörlen die obere katbolische Mäschenschulstelle zu Gau⸗ Ugesheim, am 4. April dem Müprediger und Schullehrer n der 1.(vang. Knabenschule zu Alsfeld, Georg Philipp
de Stelle eines Lehrers an der 1. Mädchenschule zu Groß⸗ zerau und am 9. April dem evang. Pfarrer zu Merlau,
ülzen, im Dek. Worms, übertragen.
V. Diensinachrichten. Seine Königliche Hoheit der eoßherzog haben allergnädigst geruht: am 4. April den evang. Pfarrer zu Reichelsheim, im Dek. Erbach, Carl Aodhecker, auf sein Nachsuchen aus dem Dienste der evang. iche des Großberzogihums, mit Wirkung vom 1. Jun: 74 an, zu entlassen.
Friedberg. Am 28. April erstattete der
Aogcord nete des zwelten oberhessischen Wahlbe⸗
Agebaltenen Versammlung Bericht über die seit⸗ rige Thätigkeit des Reichstages und seine Stel— kung zu den wichtigen Fragen, welche demselben rlagen, insbesondere zum Militärgesetz. In Aigerer eingehender und durchaus sachlich gebal⸗ ener Rede(rörterte er die vorliegenden Verhält— isse und entwickelte die Gründe, welche zu dem annten Compromiß gesührt haben, das er als
und an welchem der Besehl ergangen, den Papst Neuem in Angriff genommen werden sollte, ist seit u überfallen, werde er nie feiern, das könne kein einiger Zeit wieder der Gegenstand eingehender guter Katholik; das arme Frankreich sei gedemüthigt Bearbeitung im Bundesrathe. Es ist dabei auch worden, weil es sich von Gott abgewendet, allein in Erwaͤgung gezogen worden, eine Reichsbank es sei wieder umgekehrt, und in einem oder längstens selbstständig und abstiten der Organisation der zwei Jahren werde man sehen, wer siege. Seib preußzischen Bank zu schaffen, dieses Institut aber stellte die Beschuldigung als eine gröbliche Ent- nach wie vor sortdestehen zu lassen.
stellung der Wahrheit bin und will in einem ganz;— Die im Reichstage verbliebenen acht elsäs— anderen Sinne gesprochen haben. Die Staats- sischen Abgeordneten haben beschlossen, auch im behörde beantragte die Erkennung einer Festungs⸗ nachsten Herbst an der Session des Reichstages haft von 3 Wochen, während Hofgerichts. Advokat theilzunebmen, wiewohl einige Stimmen unter
Warthorst für Freisprechung plaidirte. Das Ur— theil wird am 4. Mai verkündigt werden.
— Der Großh. Ober-Consistorialratb Linß ist von der Theologischen Facultät der Landes—
ihnen der unerquicklichen Position halber dazu riethen, dem Beispiel der acht säumigen Protestler Folge zu leisten.
— Die Kräfte des Fürsten Bismarck sind in
universttät Gießen zum Doctor der Theologie erfreuliche Zustande begriffen und ist nunmehr honoris causa ernannt worden. die Hoffnung auf eine baldige völlige Genesung Berlin. Nachdem der Minister des Innern vorhanden. Immerhin dleidt jedoch noch eine zur Ausführung des Civilehegesetzes die vorläufigen große Schonung in jeder Beziehung geboten. Verfügungen über die Bildung der Amtsbezirke Fürst Fblodwig Hobenlohe tritt Mitte und die Berusung der Standesbeamten beschlossen Mat seinen Pariser Botschasterposten an; derselde hat, finden gegenwärtig commissartsche Beratbungen gebt von hier zunaͤchst nach München. zwischen den Ministern der Justiz, des Innern, Bonn. Die hiesige katholisch-theologische und des Cultus über weitere durch die Aus- Facultät hat in diesem Semester einen fast bei— führung bedingte Fragen statt, zuerst über die spiellosen Zuwachs erhalten. Satimtliche Tbeo- Fassung der Formulare, durch welche den Standes- logen des geschlossenen bischöflich Trier'schen


