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— ungsblatt Nr. 50 enthalt
Beilage.
Deutsches Reich. Datrmstadt. Das Sroßberzogliche Regie
1. Getannimachung Großherzoglichen Mimistertums des Innetn, die Aufbebung der Siempelpflicht aus wär ⸗ uüget Kalendec beitessend. 5
II. Bekanntmachung desselben Ministettums, das Ocitel-Reglement der Provinzial⸗Oaupistadt Mainz delt.
III. Bekanntmachung desselben Ministertums, die Arzneimitteltaxe für das Großberzogibum Hessen belressend.
IV. Bekanntmachung Großb. Minisietiums det Finanzen, die Verwaltung der innten inditecsen Adgaden delt.
V. Bekaantmachung Groß. Ministertums des Innern, die Frethertiich von Wepherische Elconotenstistung beit.
VI. Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großbetzeg daben allregnädigst gerubt: am 20. August dem Oberstlteutnant une Adjufanten Sr. Groß. Hoheit des Prinzen Carl von Hessen ꝛc., v. Zangen, das Comthpus eu 2. Klasse des Poilppe⸗Ordens zu verletzen.
VII. Namens verändcrungen.
VIII. Ertdeuung von Erfindungspatenten. Seine Königliche oben der Stoßberzog baten allergnädigst ge⸗ muht: am 25. Nov. dem Georg Messerschmidt aus Oppen⸗ deim, dermalen zu Lille, auf dessen Nachsuchen ein Er⸗ findungespatent auf ein neues Verfahren dei der Essig⸗ fab mason mii dem bieizu nöibigen Appatale und am 6. Dec. dem John West in Maiostone(Gtasschast Kent, England) auf dessen Nachsuchen em Erfindungspatent für die durch Zeichnungen und Beischteidung näher etläuterte verbesserie Meibode der Gaserzeugung und die dadei an⸗ gewandten Apparate, während der nächsten fünf Jahre ür den Umfang des Großbetzogthums zu erthetlen, unter dem ausdrücklichen Vorbehalte jedoch, daß durch die er⸗ theilten Patente Niemand in der Anwendung bereite rüber schon bekannt gewesener Theile det Erfindungen gehindert werden soll.
IX. Einennungen in Beziehung auf den Landtag.
X. Diensinachtichten. Seine Königliche Hoheit der Oreßberzog haben allergnädigst geruht: am 4. Dec. dem Schulamteaspitansen Jakob Degen aus Klein⸗Hausen, im Kt. Heppenhenn, die 1. kath. Schulftelle daselbst zu Übertragen; am 5. Dec. den Rentamtsdiener dei dem Nentamte Lampettbeim, Johann Peter Büdinger, zum
isicuetamtsdienet dei dem Hauptsteuetamte Worme f am 8. Dec. die Pofmusikaspitanten Christian Planz
und Lutwig Sulzmann zu Hofmusikern zu ernennen; am 11. Dec. den ven dem Grafen zu Solms Rödelheim, auf die cvang. Schulstelle zu Burg⸗Gräsentode, im Kr. Budel, präsenticten Schulamteaspitanten Fricdtich Vetiet aue Surg⸗Grdsentebe füt diese Slelle zu bestäuungen; am 14 Dec. den Schulledier an der 4. cvang. Stadtmädchen⸗ schule zu Darmstadt, Heinrich Reineck, den Schullehrer an det votbinigen 2. evang. Stabtmäcchensteischule zu Darm⸗ abt, Tobias Volz, den Schullehter an der 2. Adtheilung der 4. exang. Stabiknabenschule zu Darmsladt, Friedrich Röder und den Schullebtet an det 2. Abibeilung der 2. trang. Stabtmäcchenschule zu Darmstadt, Contad wine zu Lebrern an der ftädiischen Mittelschule zu Darmstad!
Aberhessischer Anzeiger.
Abfassung hat der deutsch-italienische Vertrag vom 31 Ogober 1872 als Grundlage gedient. Der Vertrag setzt die gegenseitige Auslieferung von Persouen, welche sich eines gemeinen Verbrechens oder Vergehens schuldig gemacht haben, sest. Die Auslieferung findet nicht statt, wenn die strafbare Handlung einen politischen Character an sich trägt, oder bewiesen werden kann, daß dem Auslieferungs⸗ Antrage in Wirklichkeit die Absicht zu Grunde liegt, die auszuliefernde Person wegen cines politischen Ver- brechens oder Vergebens zu bestrafen. Der Ver⸗ trag ist auf 10 Jahre abgeschlossen; vom Zeit- punkt seiner Geltung ab verlieren die bisher zwischen der Schweiz und den einzelnen deutschen Staaten abgeschlossenen Auslieferungs Verträge ihre Gültigkeit. Wenn 6 Monate vor Ablauf des Vertrages keine Kündigung erfolgt, gilt der- selbe je um 10 weitere Jahte verlängert.
— Nach einer im„Reichs- Anz.“ veröffent- lichten Bekanntmachung des Reichskanzlers werden nunmehr die Abgeordneten zum Reichstage während der Dauet der Session, sowie acht Tage vor Be⸗ ginn und nach Schluß der letzteren auf sämmt-⸗ lichen deutschen Staats- und Privat⸗Eisenbahnen in beliebiger Wagen ⸗Classe und nach allen Richt- ungen mit ihrem Gepäck bis einschließlich 50 Pfund srti befördert. Diese Beförderung erfolgt auf Grund einer vom Reichskanzler⸗Amt ausgestallten Legiti mations- Karte, welche jedem der Abgeordneten rechtzeitig zugestellt werden wird.
— Zuverlässigen Nachrichten aus Regicrungs⸗ Kreisen zufolge soll, nach der„Bank- und Handels- Zig.“, der Unterrichtsminister kürzlich sich bestimmt
dahin geäußert haben, daß in dem zu erwartenden
Unterrichisgesetze den Realschulen erster Ordnung
die volle Univpersitäts- Berechtigung gewährt werden sollt — Der Gesetzentwurf über die Errichtung
eines obersten Verwaltungs- Gerichtshofes ist, wie die„Bank; und Handels Zig.“ mültheilt, im Staatsministtrium durchberalben und definitiv sest⸗ gestellt worden und befindet sich wahrscheinlich bereits im Cabinet des Königs.
— Der„Kreuz-Zeitung“ zufolge ist General Schwarßkeppen seither Stadtcommandant von Berlin, nach Stuttgart behufs Uebernahme des Commandds des 13. Armeecorps commandirt und
zu anennenz am 15. Dermber den don dem Green General Stülpnagel mit den Geschaͤsten der Ber-
zu Erbach Fürstenau auf die 2. cvang. K nabenschulstelle zu Michelfadt, im Kr. Erbach, prasenürten Schullehrer an det I. evang. Schule zu Steinbach, im Kr. Erdach, ohann Leonhard Kredel und den von dem Fürsten zu
4 und Büdingen auf die evang. Schulstellc zu Ninderbügen, im Kr. Büdingen, präsentirten Schulamis⸗ aspiranten Pbiltpp Beckine aue Oppenheim, im Kr. Oppen⸗ beim, füt diese Stellen zu bestätigen. Am 5. Decbt. wurde dem Pfarter Tobias Thalet zu
liner Stadtcommandantur beaustragt
— Der Reichskanzler beantragte bei dem Bundesrathe die Gründung einer deutschen Central- stelle für Meereskunde und Sturmwarnung im Jnteresse der Seeschifffahrt, welche in Hamburg ihren Sitz haben, im Jahre 1875 ins Leben treten und von der kaiserlichen Admitalität ge-
1 Mom bach die katholische Pfattßelle zu Sauet⸗Schwaben⸗ leitet werden soll
deim, im Dekanate Ober⸗Jngelbeim, über tagen.
Am 12. Decembet wurde dem Heintich Maver aus Bessungen das Patent als Geometet der 1. Klasse füt den Kieis Darmftabt ertheilt. a
XI. Cbataklerertheilungen. Seine Königliche Hobeit der Wreßbetzog haben allerguädigs geruht: am 25. Nov.
dem Weinhändler Ludwig Albrecht Ebel in Worms den
Cbataktet als„Poflicserant“, am 10. Dec. dem Banquier Heinrich Merit Wolfskebl zu Franksurt a. M. und dem Kaufmann Ferdinand Küfiner aus Frankfurt a. M., dere malen in Caito, den Charakter als„Commerzienrath“,
am 13. Occ, den Inpabern ber irma J. A. Gila in
Altona. Der Prediger der hitsigen katho⸗ lischen Gemeinde, Pastor Frintrup, war angeklagt, in zwei Fällen vor der Trauung gemischter Braut- paatt die Bräute evangelischer Confession dazu veranlaßt zu haben, einen Revete zu unterschreiben, wonach die betreffenden Edelcute sich verpflichteten, ihre autz der Ehe hervorgehenden Kinder in der katholischen Religion erzieben zu lassen. Das Er-
tenntniß lautete nach dem hier noch zu Recht be⸗
stehenden Gesetze vom 14. Juli 1863 über die
Berlin, Commerzienrath Karl Joses Aloys Guka, Tbeodor Religions- Uebung der Reformirten, Katholiken ic.
Guta und Hermann Guka da elbst, den Charakter ale
„Hofluseranten“ zu verltiben. 5
XII. Goncurtenzeröffnung. Erledigt ist: dit evang Schulstelle zu Hangen⸗Wersbeim, im Kreise Worme, mi einem jährlichen Gehalt von 400 fl.
Mainz. In dem Preß- Progesse
dee Erkenntniß, well das Bezirksgericht leit igend t Absicht für nicht erwiesen ansah. 1
Berlin, Die Verhandlungen mit der Schwei über Abschluß eines Auslieserungs Vertrages haben zur Aufstellung eines Entwurfes geführt, dem Bunpesrath zur Zustimmung vorgelegt werden
gegen den Redacteur des„Mainzer Journals“ wegen des f Arlikele„An den Kaiser“ erging ein freisprechen- provociken die be⸗
welcher 9 wird. Der Entwurf umfaßt 16 Artikel; bei seiner
in Holstein auf Amts-Entsetzung.
Kassel, 28. Dez. Die„H. Bi.“ schreiben: Nachdem alle bisher Suspendirten(13) nunmehr abgesetzt sind, das bekannte Ultimatum des Ge— sammt- Consistoriums aber keine einzige Unter— wersungs- Erklärung Stitens der Renitenten dat können, hal das Gesammt-⸗Consistorium nunmehr eine zweite Reihe von Suspensionen(mit amtsgerichtlichen Disciplinar-Untersuchungen auf Amts-Cutsetzung) kröffnet. Bon dieser Maßregel sid, sowtit wir bis jetzt erfahren haben, betroffen worden die Pfarrer: Hast in Frielingen, Wegel in Bödbiger, Pfeiffer in Breitau und E. Grau in Oberelsungen.
Zur Reichstagswahl.
Grundbesig und Lanbwirihschaft sind bie Funbamente des ganzen Staatsgebäudes,. Das Gedeihen der Lans wirthschaft it die erte Bedingung für die Wehlatrt unt Entwickelung aller anbeten Erwerbezwtige det Stäbe wit des Landes. Datum muß es ale eine ber wich tigten Aufgaben der Negietungen und det ihr zur Selie sieen⸗ en gesethgebenden Kötperschassen angesehen werben, bie gesetze detart auf- und auezubauen, daß Grundbesig une Landwirihschaft sich gebeihlich entwickeln können, währende sie dermalen unter schwietegen Berhältnissen leiden. G. it eine bekannte Tbalsacht, daß unter den Landwirtben te ganzen Reichs Klagen geführt werden über mangeln⸗ ee Verständnuß dessen, was der heutigen Landwirihschaft Noth thut und ihr von Seiten det Gesepgebung von Rechtswegen gebührt, Diese Klagen find nicht un⸗ begründet: Det landwirichschaftliche Bett ed leidet untet dem hertschenden Ardeitetmangel, indem Siädte, Fabriken und gewerbliche Unternehmungen aller Art der Land⸗ wirthschaft die Arbelliet euizben und das Mule geseh unsere Söhne drei lange Jahre in Anspruch nimmt und nicht einmal destimmt, daß umjfassende Beutlaubungen zu det Zeu flattifinden, wo det Landwirth den Ardeiter⸗ mangel am empfindlichen fühlt. Auch wäte zu wünschen, daß die jungen Laudwüthe unter anoeten Ansorbetungen, als bisher, die Betechligung zum einjährigen Fteiwilligen⸗ dienst cthalten könnten. Grundbpesitz und Landwirtyschaft sind mit vielen Steuern und Abgaben uniet den vet⸗ schtedenatligsten Namen belastet und üdetbürdet. Det Landwirt hat neben feiner Grund⸗ und Gebäude stcuet eine Klassen⸗ und Einkommensteuet zu bezahlen. Hierzu kommen noch die inditecten Reichsadgaben in orm von Salz, Maischbünlen⸗ und Brauntwein⸗Malctialsicuet, die Rüben⸗, Malz), und Tabaksteuct. Diese Abgaben detin⸗ tächtigen vielfach eine vor tpeilhafte Berwerthung unsetet oessallsigen Produkte, vertheuern die dataus gewonnenen Lebensmittel und schädigen durch ihre Höhe den gewinn⸗ otingenden Beitted dei beiressenden landwirthschaftlichen Scwerbe. Währens sast alle Erzeugnisse, die der Lans⸗ wirih dem Boden abgewinnt, sowie faßt alle Produkte der Thierzucht aus dem Auslande frei in dase seuische Reich eungeben, müssen viele Gegenstände, die wir lagiäzlich de⸗ dürfen, Eingangszoll ennichten, det dann von dem Ber⸗ kaͤuset auf die Waare geschlagen wird une zu guter let don uns bezahlt werden muß. Neben Colonialwaaten, Gespinnsen und Geweben nennen wit in duser Be⸗ ziehung dae Eisen. Die Eisenbahnen baden für den Durchdange⸗Beikeht die niedtigen, sogenannten Differential ⸗ Tatise eingeführt, die unsert Landwirihschaft aufs Em⸗ pfindlichste schädigen, während im inneten Verkehr döhete Itachtsätze die Beweglichkeit der landwirihschaftlichen Pro⸗ dukte schädigen. Fragen wir nun:„Wer hat sich die letzt in den gesetzgedenden Körperschaften der Landwirth⸗ schast angenommen! se laue die Antwort:„Es wartn nut Einzelne, Wenige!“ Wärend man induftrielle, metcanule Fragen mit desonderet Vorliebe pflegte, ging man üdet landwirthschasliche Fragen möglich tasch zur Tagesordnung über; während man den Gedürfnissen und Wuünschen det Induftrie und des Handels Rechnung trug, dachte man gar nicht daran. daß man oft bierdutch die Interessen det Land wütlhschaft aufs Empflndlichme schädigte und beeinnächigte! Das war bieder auch vielfach das Loos der Landwirthschaft im Reichstage. Zum großen Tpeil wurde es herbeigeführt durch Mangel an Inieresse für die Landwiridschaft und durch geringe Kenninisse, we nicht völlige Unkenniniß, der betreffenden Berhälinisse. Sollen wir noch länger so zusehen, oder ift es nicht an det Zeit Angesichis der auf den 10. Januat nächstzin angtoreneten Reichs tagwahlen an alle Wäßzler den Mapu⸗ cuf ergehen zu lassen:„Wählen wit Minnet in den Reichstag, die auch mit landwlttdschaft⸗ lichen Berbältnissen vertraut find, und von denen man üderzeugtsein kann, daß ie die selden geltend machen und wahren werden!“ Wir beanspruchen nicht, daß man geradezu Landwitite wäßple, wit verlangen nicht die sogenannte landwirschast⸗ liche Interessen⸗VBerttetung, wir erstteden keinetlet Vot⸗ rechte und Priwuegten, keinetlei Begöntigung und Bevot⸗ zugung, wir verlangen gleiche Berücksichugung mit den anderen Reichsangehörigen. Das ite, was wit del der Wahl zum Reichstag zu veherzigen und zu derücksichtigen ditten. Ueber die poliuschen Gesinnungen det zu Wäplen⸗ den verlleten wir kein Wort, wir daden damit nichte zu thun und üderlassen sie einsach dem Ermessen der Wäler.
Frankfurt a. M., im December 1873. 1
Der Club für Landwirtde.
Kalender pro 1874.
Familienkalender 1s kr. Katbol. Bilderkalender 9„ Lahrer Bote(gestempelt) 12 Landkalender—. 8 Gustav⸗Adolf-Kalender. Hessischer Haus freund 8
vorraͤthig del Carl Bindernagel i Frtedberg.
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