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Dienstag den 30. December.

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N 152

1873.

Oberhessischer!

iger.

Die Petitzeile wird mit 4 Kreuzern berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

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Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Abonnement auf den Oberhessischen Anzeiger, welcher auch ferner wöchentlich dreimal,

Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird.

Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten

und bemerkenswerthesten Tagesbegebenheiten, besonders wichtige Neuigkeiten durch Extrablätter, allgemein belehrende und unterhaltende Aufsätze, landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche Nachrichten, Markt und Cours-Berichte, Verloosungen von Staatspapieren und lokale Notizen, cußerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Unterhaltungs- Blatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte,

Anekdoten, Räthsel, Bildeeräthsel ꝛc.

Das Abonnement beträgt bei der Verlags-Expedition ohne Bringerlohn halbjährlich 1 fl., durch die Post bezogen jedoch viertel⸗

jährlich 17 kr. mit Bringerlohn.

Juseratgebühren werden die einspaltige Petitzeile oder deren Raum mit& kr. berechnet, bei Tabellen und Ziffersatz mit 8 kr. der Anzeiger kann nach auswärts ouch durch Privatboten direet von uns bezogen werden.

brechung eintritt.

Abbestellung erfolgt.

Bestellungen beliebe man baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine Unter⸗

Den verehrlichen Abonnenten in hiesiger Stadt werden wir das Blatt auch für das neue Jahr zusenden, wenn nicht ausdrücklich

Die Expedition.

Deutsches Reich.

Daemstadt. Aeußerem Vernehmen nach steht die Publikation der neuen landständischen Geschäfts- Ordnung nächster Tage bevor,»ben so die des Gesetzes wegen Aufhebung der Besteuerung aus wärtiger Zeitungen und wegen Abänderung des Gewerbsteuer Tarifs. Die Stempelpflicht aus- wärtiger Kalender wird im Wege der Bekannt⸗ machung, bezw. Verordnung, aufgehoben werden, da dieser Stempel nicht durch das Budget lief, und also in sofern ein Gesetz nicht erfordert ist.

Die Opfer, welche der Staat für die von;

ihm garantirten Eisenbahnen zu bringen hat, werden trotz der auf einzelnen Linien nicht unbe trächtlich höheren Einnahmen dieses Jahres im Ganzen wenig unter dem Betrag des Vorjahres zurücdstehen, da auch die Betriebs-Kosten nicht un⸗ erheblich gewachsen sind. Erst mit Herstellung allseitiger Anschlüsse kann der Staatskasse eine an- dauernde bedeutende Erleichterung zu Theil werden.

Von Seiten der Abgg. Goldmann, Edinger und Genossen wurde bekanntlich der Antrag ge- stellt, eine gesetzliche Bestimmung zu treffen, daß vom Jahr 1876 an in allen Gemeinden des Landes kein Octroi mehr von Brodfrucht, Mehl,

Backwerk, Schlachtvieh, Fleischwaaren und Brenn-

material aller Art erhoben werden dürfe. Die Regierung hat deßhalb die größeren Gemeinden zur gutachtlichen Aeußerung aufgefordert, die je doch nicht allseitig erfolgt ist, wird aber in aller Kürze Veranlassung nehmen, ihrer Stellung zu dieser Frage Ausdruck zu verleihen.

Mit Rücksicht darauf, daß sich durchgreifende Maßregeln zum Schutze der Arbeiter in Fabriken schließlich als ganz unerläßlich erwiesen haben, ist Seitens des hiesigen Kreisamts mit Genehmigung des Ministeriums soeben ein Lokal- Reglement er⸗ lassen worden, dem wir Folgendes entnehmen: Sämmtliche unmittelbar bei Maschinen beschäf⸗ tigten Arbeiter haben während der Beschäftigung knapp anschließende Oberkleider zu tragen. Die Gewerbs Unternehmer sind verpflichtet, mit allen ihnen zu Gebot stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß dieser Bestimmung nachgekommen wird. Zwischen⸗ Mechanismen der Arbeits⸗Maschinen, Regulatoren, Receptoren, die Schwung- und Transmissions- Räder und Wellen ꝛc. ꝛc., ebenso alle Aufzugs⸗ Oeffnungen, sowohl in Fabriken als in Mühlen, sind mit soliden Geländern, bezw. mit Kasten, Drahtgittern 1c. zu umgeben, und überall auch da Geländer anzubringen, wo bei dem Schmieren von Maschinen⸗Theilen das Betreten von schmalen Treppen und Gängen erforderlich ist, neben, bei, über oder unter welchen sich Transmisstonen be- finden. In Fabriken(Arbeits-Räumen) aller Art

find von dem Willen der Arbeiter unabhängige Ventilatoren anzubringen, in denjenigen Arbeits- Räumen, in welchen Staub oder widerliche Ge rüche nicht zu vermeiden sind, haben die Arbeiter ihre Mahlzeiten in besonderen von den Fabrik Besitzern zu stellenden Räumlichkeiten einzunehmen. Zuwiderhandlungen werden nach§. 148 der Ge werbe⸗Ordnung mit Geldstrafe bis zu 50 Thaler und im Falle des Unvermögens mit Haft bis zu vier Wochen bestraft.

Berlin. DerReichs Anz. vom 23. d. bemerkt gegenüber den cursirenden Gerüchten über das Befinden des Kaisers, daß dieses in den letzten Tagen keine ungünstige Veränderung er fahren habe. Der kürzlich hinzugetretene Katarrh nehme einen völlig normalen Verlauf.

DerReichs-Anz. vom 24. d. meldet: Die katarrhalische Affection des Kaisers verläuft normal und erfuhren die damit verbundenen Be⸗ schwerden bereits merkliche Abnahme. Der Kaiser ist den ganzen Tag außer Bett.

Die katarrhalischen Beschwerden, an denen der Kaiser zu leiden hatte, haben abgenommen. Der Kaiser hat am 27. d. M. außer den Mit- gliedern der königlichen Familie mehrere hochge stellte Militär ⸗Personen und auch den Chef des Militär-⸗Cabinets zu einem geschäftlichen Vortrage empfangen.

Stuttgart. General von Stülpnagel ist am 28. d. Mts. von dem König in Abschieds- audienz empfangen und seines Cemmando's in Württemberg enthoben worden.

Straßburg. Der hiesige Reichstagscandidat der elsäsfischen Partei, Gustav Bergmann, erklärt öffentlich, eine Wahl annehmen zu wollen. Der- selbe erkennt die politische Zugehörigkeit Elsaß⸗Loth- ringens zu Deutschland rückhaltlos an und bezeichnet als Aufgabe der Reichslandsdeputirten im Reichs- tage: die Wiederherstellung der constitutionellen Garantien für Persenen und Freiheiten, welche während der Dictatur aufgehoben gewesen, zu er- streben; deßgleichen administratioe und finanzielle Selbsiständigkeit gegenüber dem Reichslande, so daß das Land eine eigene Verfassung und gesetz- gebende Versammlung erhalte, um den Staat Elsaß Lothringen betreffs seiner Autonomie den übrigen Bundesstaaten des deutschen Reiches gleich- zustellen; endlich geschäftliche Behandlung der von den Bezirksräthen ausgesprochenen Wünsche im Reichstage. a

6 Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Der Kaiser hat, wie dasNeue Fremdenblatt mit theilt, den König Albert von Sachsen zum

Oberstinhaber des dritten Pragonerregiments und! teresse.

den Prinzen Georg von Sachsen zum Oberst inhaber des elften Infanterieregiments ernannt.

Schweiz. Bern. Laut einer Mittheilung des Bundesrathes an die Regierungen Deutsch lands und Italiens und an die betheiligten Can tone beträgt die Gesammtsumme der Subsidien für das zweite Baujahr der Gotthardbahn 11,237,748 Franken.

Frankreich. Paris. Bazaine ist am 26. December Abends auf der Insel Marguerite eingetroffen. Frangois Victor Hugo, Sohn von Victor Hugo, ist am 26. d. M. gestorben.

Die Regierung schreibt dieLiberté hat soeben Nachrichten von Henri Rochefort erhalten. Der Verurtheilte ist in Numea ein- getroffen; er hatte viel von der Seekrankheit ge litten, befindet sich aber wohl.

DerMoniteur sagt, daß die Regierung von gewissen bischöflichen Hirtenbriefen mit leb haftem Bedauern Kenntniß genommen habe. Je mehr der Patriotismms der Geistlichkeit Anerken- nung verdiente, umsomehr müsse sie sich einer Polemik enthalten, welche diplomatische Verwicke⸗ lungen herbeiführen könne. Andere Journale ver sichern, daß der Cultusminister ein Rundschreiben erlassen habe, worin er den Bischöfen anempfehle, ihre Sprache zu mäßigen.

Eine Feier seltsamer Art fand im Elpses Monmartre statt, wo man eine Bescheerung für die Kinder der hier wohnenden Elsaß-Lothringer vorbereitet hatte. Wie auch letztes Jahr, hatte man die Tannenbäume und die Stechpalmen, mit denen man den Saal ausschmückte, aus den Vogesen kommen lassen, und Bewohner von Straßburg, Mülhausen und Tann hatten wieder die Erfrischungen bezahlt, welche man dei dieser Gelegenheit verabreichte. Das Fest begann um 1 Uhr. In der Mitte des Saales war ein großer Christbaum aufgepflanzt. Ee war aber schwer, an denselben heranzukommen, da selbst die Hälfte der Geladenen nicht in das Innere des Saales gelangen konnte, und das Gedränge so furchtbar war, daß man jeden Augenblick be fürchten mußte, erdrückt zu werden. Die Banner aller Städte von Elsaß-Lothringen, wie Straß- burg, Metz. Colmar, Pfalzburg, Weißenburg u. s. w., waren im Saale aufgehängt. Die Feierlichkeit begann mit dem Vortrag von einigen Gedichten, worin der Heldenmuth der Rheinarmce besungen wurde, die nur von denPrussiens besiegt wor- den sei, weil Bazaine ein Verrätber gewesen.

Einige Reden behandelten dasselbe Thema.

Versailles. Das am 24. d. erschienene Gelbbuch enthält nichts neues von größerem In- Sämmtliche mitgetheilten dielomatischen