Ausgabe 
29.5.1873
 
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Florenz. DasGiornale die Firenze meldet: Der Papst empfing den französischen Bot⸗ schafter, welcher dem Papste über die Ereignisse in Frankreich berichtete. Der Papst erwiderte, er

werde jetzt vertrauensvoller beten, daß Gott die

den christlichen Principien ergebene Nationalver⸗ sammlung und das neve Staatsoberhaupt, welches die Ordnnng, die Gerechtigkeit und die Civilisation ernstlich verbürge, segnen möge.

Amerika. Washington. Die Regierung ist geneigt, die Grenzüberschreitung, welche sich

Unionstruppen jüngst gegen Mexiko erlaubt, zu

billigen. Der Präsident Grant sagt privatim, die Zeit sei gekommen, den von Mexiko weder ver⸗ hinderten noch gutgemachten Schädigungen ein Ende zu machen. Die noch übrigen Modocs haben sich zur Hälfte ergeben, die andere Hälfte wird verfolgt.

Aus Stadt und Land.

ch. Friedberg. Vergangenen Freitag und Samstag hatten die öffentlichen Prüfungen des Institus der Fräulein Werner dahier stattgesunden. Wer den vorjährigen Prü⸗ fungen beigewohnt, der mußte sich diesmal, bei nur kurzer Anwesenheit in dem Institute schon überzeugt haben, daß die Mädchen insgesammt in dem verflossenen Schuljahre bedeutend Forlschritte gemacht haben, was dem Infftitute, sowie fämmtlichen Lehrerinnen und Lehrern sehr zur Ehre gereicht. Es zeugt dies außer dem guten Willen der Schülerinnen, auch ganz besonders dafür, daß tüchtige Lehr⸗ kräfte an dem Instisute mitgewirkt haben. hoffen, daß auch fernerhin diese Kräfte dem Institute er⸗ halten bleiben und wenn möglich noch vermehrt werden; die guten Folgen werden sicherlich nicht ausbleiben.

Hungen. Am 25. Mai erslattete unser Landtags:

abgeordneter, Herr Oberförster Theobald, vor einer sehr zahlreichen Versammkung, unter welcher fast keiner der Wahlmänner fehlte, Bericht über seine seitherige Thätig⸗ keit in der Kammer. Nachdem er seinen politischen Stand⸗ punkt gekennzeichnet, gab er als Mitglied des Finanz⸗ ausschusses eine sehr interessante wie erfreuliche Darstellung über die Finanzlage unseres Staates, besprach sich mit der Versammlung über den Entwurf des Gemeindegesetzes, über Vicinalwegbau und über die verschiedensten, das öffentliche Wohl berührenden Angelegenbeiten. Es herrschte nur eine Stimme darüber, daß unser Abgeordneter das in ihn gesetzte Vertrauen bis dato gtänzend gerechtfertigt hat und auch ferner rechtfertigen wird und daß das unter der Landbevölkerung vielfach noch schlafende Interesse für das Wohl und Wehe des Staates sich belebt, sammlungen mit ihren Wählern Fühlung behalten.

Gießen. Der oberhessische Gartenbauverein hielt am 27. Mai im Hotel Kuhne eine außerordenkliche General- versammlung ab. Die Versammlung war recht zahlreich besucht und beschloß eine im Herbst d. J. abzuhaltende Obst⸗, Gemüse⸗ und Pflanzenausstellung. Als Aus⸗ stellungsort wurde Alsfeld bestimmt und ist der dortige Stadtrath bereits dem Gartenbauverein aufs freundlichste entgegengekommen Nach den von verschiedenen Seiten gegebenen Zusagen zur Betheiligung kann man ein ebenfo schönes wie interessantes Resultat erwarten.

Gießen, 26. Mai. Die Sitzungen des Schwur⸗ gerichts für die Provinz Oberbessen vom 3. Quartal 1873 werden Dienstag den 1. Juli l. J., Vormittags 9 Uhr, unter Vorsitz des zum Präsidenten bestimmten gr. Hofger.⸗Ralhs Hrn. Dr. Stammler, bez. des zu dessen Stellvertreter ernann⸗ ten gr. Hofg.⸗Raths Hrn. Hoffmann ihren Ansang nehmen und wurden demzufolge in der heute stattgehabten öffent⸗

lichen Sitzung Großh. Hofgerichts der Provinz Oberhessen die Haupigeschworenen in folgender Reihenfolge ausgeloost: 1) Friedrich Schwaab. Ellenwaarenhändler in Gießen. 2) Georg Caspar Volkmar, Garnhändler in Lauterbach. 3) Konrad Glock I., Rechner in Schotten. 4) Franz Voit, Fabrikant in Grünberg. 5) Karl Haberkorn, Kauf⸗ mann von da. 6) Johann Walther Kratz II., Müller in Ober Ohmen. 7) Sebasfian Schmidt, Bürgermeister in Bermuthshain. 8) Moses Rosen hal, Fruchthändler in

Wir wollen] Z

am allermeisten dadurch daß die Abgeordneten durch derartige Ver⸗

Gießen. 9) Heinrich Müller VII., Landwirth in Berstadt. 10) Louis Homberger, Zeugfabrikant in Gießen. 110 Karl Ferbinand Schwarz, Kaufmann in Echzell. 12) Eduard Thorwart, Hofger.⸗Advocat in Gießen. 13) Heinrich Zöckler, Metzger in Grünberg. 14) Friedrich Textor, Bierbrauer in Gießen. 15) Heinrich Velten III., Schild⸗ wirth in Groß Linden. 16) Heinrich Semmler J., Fabrikant in Grünberg. 17) Wilhelm Möser, Occonom in Nieder⸗ Erlenbach. 18) Karl Funk, Oeconom in Groß⸗Karben. 19) Hartmann Wagner, Landwirth in Laubach. 20) Bert⸗ bold Diehm, Branntweinhändler in Lauterbach. 21) Anton Finger, Ellenwaarenhändler von da. 22) August Stammler, Fabrikant in Grünberg. 23) Siegmund Bock, Cigarren⸗ fabrikant in Gießen. 24) Siegmund Heichelheim, Mäkler von da. 25) Geoig Puth, Oeconom in Okarben. 26) Isagc Strauß, Fruchthändler in Gießen, 27) Wilhelm Ferlsch, Kaufmann in Friedberg. 28) Friedrich Maurer, Rentner in Gießen. 29) Friedrich Renker II., Fabrikant in Lauterbach. 30) Georg Wilhelm Ferber, Buchhändler in Gießen.

Darmstadt. Hr. Cornelius Wm. Heyl in Worms hat dem biesigen Gartenbauvereine als Ehrenpreis für seine demnächstige große Ausstellung eine kostbare Pendule von Marmor und Malachit übersendet mit der Bestimmung: Für die beste Gruppe gemischter Pflanzen.

Darmstadt. In jüngster Zeit hatte ein Dienst⸗ mädchen die Witiwe eines hiesigen Beamten verklagt, weil ihr dieselbe nicht allein Nichts zu essen gegeben, sondern sie auch noch geprügelt habe. Das betreffende Dienstver⸗ hältniß dauerte Einen Tag. Das Dienstmädchen hatte hierbei sich zu dem Nachweis(der in dem Ortsgerichts⸗ bericht wesentliche Unierstützung gefunden haben soll) be⸗ reit erklärt, daß die betreffende Hausfrau anno 1872 nicht weniger als 146, schreibe Einhundertsechsund⸗ vierzig verschiedene Dienstmädchen gehabt hat lll ieht man in Erwägung, daß bei dieser Veränderungssucht doch auch viele Tage kein Dienstbote bei der Betreffenden condilionirle, so dürfte so ziemlich auf Jeden Tag des

abres ein neuer Dienstbote zu rechnen sein.

Darmstadt. Der Verwaltungsrath der Hessischen Ludwigsbahn hat dem Centralcomite zur Errichtung eines Denkmals für die Angebörigen und Gefallenen der Groß⸗ herzoglich Hessischen(25.) Division einen Beitrag von 1500 fl. verwilligt.

Mainz. Dieser Tage wurde ein Mann wegen Bigamie verhaftet. Derselbe war bereits in Amerika verheirathet und ließ sich vor Kurzem hier nochmals trauen.

Allerlei.

Homburg. Am 22. Mai kam, in Begleitung des Herrn Oberst von Cohausen, Herr Ministerialrath Schön, Referent int Cultusministerium, hier an. um unser Römer⸗ CastellSaalburg und die in Angriff und bereits fertig gestellten Arbeiten des Saalburg-Vereins zu besichligen. Der Herr Ministerialrath, der im Auftrage des Cultus⸗ ministeriums die Saalburg besuchte, sprach sich sehr an⸗ erkennend über die außerordentliche Thätigkeit, welche der Vorstand des Saalburg⸗ Vereins seil seinem Bestehen ent⸗ wickelt hat, aus. Besonders das vielleicht einzig in seiner Art dastehende Columbarium(Gräberhaus) mit seinen entsprechenden Anlagen erregte das größte Interesse des in der Allerthumskunde erfahrenen Mannes. Wir wollen hoffen, daß der genannte Referent den Antrag des Conser⸗ vators, Herrn Oberst von Cohausen wegen eines Beitrages von mindestens 5000 Thlr. von Seiten des Staates zur Restauration, oder richtiger gesagt, zur Erhaltung der interessanten Mauerwerke, die aus dem Anfang unserer christlichen Zeitrechnung auf uns gekommen sind, in Berlin kräftig unterstützen wird.

Frankfurt. Der hiesige Gustav⸗Adolfverein zählt gegenwärtig 1067 Mitglieder. Das Vereinsvermögen beträgt 39,850 fl.

Frankfurt. Gegenwättig erscheinen in hiesiger Stadt 31 Zeitungen und Zeitschriften, davon besassen sich 12 hauptsächlich mit Politik. Politische Vereine gibt es der⸗ malen 4, religizse 9, Wohlthärigkeitsvereine 28, Vereine zur Wahrnehmung öffentlicher Interesse 4 wissenschaftliche Vereine 15, Gesangvereine 32, gesellige Vereine 27.

Wiesbaden. Die Mitte August beginnenden Herbst⸗ manbver der 42. Infanterie-Brigade(Regimenter 80 und 81) werden nicht, wie anfänglich beabsichtigt, im sog. goldnen Grunde, zwischen Camberg und Limburg, sondern

Franksurt und schließlich die Manöver

in Folge der kürzlich in Frankfurt vorgekommenen Un; ruhen in der Weise stattfinden, daß das Regimen 8. Exercieren der Sher bei Wiesbaden, das der Sler be

175 der ersten Hälft September) zwischen den beiden Städte abgehalten werden, Maunheim. Der bei dem Bier⸗Krawall in den

Brauereien zum Mayerhof, von Hochschwender und zum

Eichbaum, dann im Bockkeller angerichtete Schaden beläust

sich nach der amtlichen Abschätzung auf 1717 fl. 17 k.

Wie derMh. Anz. meldet, reisen drei Jugendfreunde

PF

Hecker's, Roes, Söncker und Zöller, nach Bremen, um

ihn bei seiner Ankunft auf deutschem Boden zu begrüßen,

Cöln. Ein gutgekleideter unbekannter Mann schoß sich am Samstag auf der Fahrt nach Cöln auf dem DampfbootWilhelm eine Kugel in den Kopf. Man hielt ihn für todt, ließ ihn liegen und deckte ihn mit einem Tuch zu. Als er aber nach und nach wieder zu sich kam, pflegte man ihn und brachte ihn dann in Cöln ins Hospital. Der Mann ist verheirathet und Valer von 5 Kindern.

Freiburg i. B. Wie in Mannheim so hat u. A.

auch hier die Geldknappheit bereits ihre Wirkungen g äußert, indem 300 Maurer⸗ und Zimmergesellen entlassen wurden.

D. Frankfurt a. M., 27. Mai. Die heutig Börse verlief in matter Stimmung, die noch gegen Schluß durch weiter gesunkene Berliner Course verschärft wurde. Gegen den Einfluß des Ultimo teten die französischen Vorkommnisse in den Hintergrund, obgleich die Pariser Börse ihre feste Haltung bewahrte. In Berlin zeigt sich Geld sehr difficil und beträgt der Zinsfuß ca. 8 90% Hier ist Geld je nach Bonität zu etwas billigeren Raten vorhanden. Indessen dürfte der Ullimo, aller Voraussich nach, an hiesiger Börse keine bedeutenden Schwierigkeiten machen, da die Speculation mit ihren Engagements schon am Medio wacker aufgeräumt hat und seitdem durch dle sensiblen Course sich wenig ermuntert fühlte, neue große Verbindlichkeiten einzugehen. Das Geschäft war heut wenn auch zu den niedrigen Coursen einige Kauflu herrschte, im Ganzen von sehr beschränktem Umfang, Staatsbahn blieben nach 339 mit 338 um 2 fl. matteß, Lombarden nach 192½ mit 192 unverändert. Credils actien gestern noch 296, eröffneten heute mit 294 und gingen auf 293 herab, schließen also 3 fl. niedriger. Das neueste Wochenplus der Lombarden wurde nicht als günsti betrachtet. Oesierr. Bahnen durchgehends um Gute matter, nur Ung. Nordwest fl. besser. Prioritäten eben falls theilweise weichend, Hess. Ludwigsbahn⸗Actien ef. Von Banken Bankverein 30%, Prov.⸗Disconto 20% Deuische Effectenbank%,, Oesterr. Deutsche/ 00 Vereinsbank und Berl. Bankverein je 1% matter. Oesit, Nationalbank 10 fl. gewichen. Oesterr. Renten matte Ung. Anleihe und 18721 franz. Rente 10% niedrige 18821 Amerikaner besser. Spanier matter. 1860 r Loc niedriger. Von Wechseln London matt, Paris und Wien besser. Von Sorten Napoleons ½ kr. und Sovereign 1 kr. niedriger. 1

Marktbericht. Friedberg, 27. Mai. Walzen 17 fl. 15 kr.; Kor 11 fl. 15 k.; Gerste 12 fl. kr.; Hafer 9 fl. 20 kr Kartoffel 3 fl. 15 kr. Alle Preise verstehen sich per 100 Kils, Frankfurt, 26. Mai. Waizen, wetterauer, 17¼ 3J fl., Korn 11% fl., Gerste 12¾ 13 ½ fl., Hafer 9 biz fl., Kohlsamen 20 fl., Erbsen 1011 fl., Wicke fl., Linsen 10 14 fl., Rüböl 44 fl. Alle Prest verstehen sich per 100 Kilo.

1

Archt kölnisches Wasset von Johann Maria Farina. Meine Niederlage davon im Compioir des Ober hessischen Anzeigers in Friedberg empfehle zu 8 fl. per Dutzend, 4 fl. per halbes Dußend un 45 kr. per Glas geborsamn.. 1 Johann Maria Farina in Cöln.

Oeffentliche Aufforderung.

1447 Ote Gläubiger der Gottfried Mörschel III. Eheleute in Ilbenffadt werden zur Anmeldung ihrer Forderungen, Ansprüche und Vorzugsrechte, sowie zur Beschlußfassung über ein von den Schuldnern zu er⸗ wartendes Vergleichsanerbieten, resp. falls ein solches nicht angenommen würde, über die in dieser Concurs⸗ sache zu ergreifenden Maßregeln auf Montag den 4. August l. J., Vormittags 9 Uhr,

unter dem Rechtonachtheil des Ausschlusses von der

Masse vorgeladen. Friedberg den 10. Mai 1873. Großgherzogliches Landgericht Friedberg. Reih Zimmermann, Landrichter. Landgerichts ⸗Assessor.

Größere Gütercomplexe,

1130 nicht unter 100 Morgen, sucht eine solide Ge⸗ sellschaft zu kaufen. Näheres bei der Exped. des Anzeigers.

Versteigerungs Anzeige. 1562 Nächsten Freitag den 30. d. M. Vormittags 11 Uhr, wird auf hiesigem Ratbbause ein abgänglges, zum Schlachten geeignetes Faselschwein oͤffentlich meist⸗ bietend versteigert.

Bad Nauheim am 26. Mai 1873.

Großherzogliche Bürgermelsterei Bad⸗Nauheim. Schutt.

Jächsische Vieh-Versicherungs-Banz

in Dresden

1532 sucht an allen Orten des deuischen Reiches täthige

Agenten. Die Bank schließt Versicherungen zu fesien Prämien ab. Bewerber wollen sich franco direkt an die erste von Gebr. Künstler in Mainz wenden. 2

Corseten& Cxinolines

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M. D. Loeb.

1515 Donnerfiag den 5. Juni 1873, Vormlitggs 9 Uhle sollen in der Behausung des Stadtbaumeifters Schne 95 in Friedberg(Vorftadt) zum Nachlaß der Wittwe del H. Gondolf III. aus Ober⸗Wöllßadt gehöriges Belle werk, Welßzeug, Möbel und sonstiges Haus⸗ und Küchen, geräthe gegen baare Zahlung durch den Unterzeschnetel verkauft werden. i Schwarz, Hoftaxatol

2 möblirte Zimmer 1560 sind auf den ersten Jull zusammen oder getreue

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zu vermiethen. Wo? sagt die Exped. d. Anz.

1293 Ein geräumiges möblirtes Zimmer bet g Ed. Trapp IV Hofgerichts⸗Advok

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