antwortlichkeit gehabt, habe auch kein Mißver⸗ gnügen zu erkennen gegeben, daß er bis zum 12. ein untergeordneteres Commando geführt habe und habe selbst keinen Schritt gethan, um seine Er- nennung zum Ober⸗Commandanten der Armee herbeizuführen. Lebrun tadelt das Ungenügende der vorbereitenden Maßregeln, sowie die Vezöge— rungen, welche die Schlacht von Borny herbei geführt hätten. Die Vertheidigung verdiene Tadel, derselbe sei aber nicht Bazaine anzurechnen. General Jarras sagt, er sei am 12. August Nachmittags zum Generalstabschef Bazaine's ernannt worden, als derselbe schon mit der Führung des Ober- commondo's betraut gewesen sei und beklagt sich, daß er von Bazaine immer bei Seite gesetzt worden sei. Keratry erwähnt des Besuches der Marschallin Bazaine, um bei ihm die Ernennung Bazaine's zum Obercommandanten zu erreichen. Jules Favre deponirt, er habe seinerseits gegen die Ernennung Bazaine's intervenirt, während Palikao die Aussage Keratry's als falsch bezeichnkt.
Italien. Rom. Dem Cardinal Patrizzi
ist officiell eröffnet worden, daß das Generalats⸗
haus der Jesuiten aufhöre, als Residenz der Jesuiten betrachtet zu werden.
— Man erwartet ein Deeret, das den Pfarrern die kirchliche Einsegnung untersagt, wenn die Civilehe nicht vorhergegangen. Die Pfarrgeist- lichkeit that bisher Alles, zuerst zu fungiren, was dann, zumal unter dem Landvolke, gewöhnlich die Folge hatte, daß der Notariatsakt als„überflüssig“ unterlassen wurde.
— Die mit der Liquidation der Kirchengüter betraute Junta erpriff am 20. d. Mts. von sechs Klöstern Besitz. Die betreffenden Rectoren über⸗ reichten Proteste, welche die Junta entgegennahm und dafür die entsprechenden Pensions⸗ Certificate übergab.
Amerika. New⸗Nork. In Louistana, Brooklyn und Richmond hat ein Orkan am 20. d. viele Telegraphenlinien zerstört und viele andere Ungläcksfälle verursacht.
Aus Stadt und Land.
Gießen. Dem Vernehmen nach verunglückte am Samstag Nachmittag ein Zug der Cöln-Gießener Bahn zwischen Haiger und Burbach. Locomotivführer und Heizer wurden auf der Stelle getödtet und mehrere Personen bedeutend verletzt. i
Gießen. Samstag war wieder einmal Carambolage auf hiesigem Bahnhofe. Wie verlautet, sollen bei Uebergabe des Trains vom Bahnhof der Cöln-Gießener auf den Main-Weser⸗Bahnhof zwei Züge aneinander⸗ gerannt und beide Maschinen defeet geworden sein. Ver⸗ letzungen sind keine vorgekommen. 1
Gießen. Am 19. Oet. Nachmittags nach 4 Uhr stürzte ein fremder Mann, als er eben im hiesigen Bahn⸗ hof in den Zug der Main⸗Weser⸗Bahn einsteigen wollte, zu Boden und verschied nach wenigen Minuten. Er soll, um den Zug zu rreichen, stark gelaufen sein und wurde wahrscheinlich vom Schlag getroffen. Sein Hemd ist A. A. gezeichnet. Da er ein Retour- Billet aus Nau⸗ heim halte, wird er dorthin, oder in die Umgegend gehören.
Darmstadt. Zu der Staatsprüfung im Justiz⸗ und Verwaltungsfach haben sich keine Candidaten aus Starken burg und Oberhessen, sondern nur drei aus Rheinhessen angemeldet.
Dacmstadt. Am 17. d. M. fiel in der Schwanen⸗ gasse ein dreijähriges Kind, dessen Mutter Wäsche hatte, als es einen Augenblick unbeaufsichtigt war, in einen Zuber voll heißen Wassers, wobei es sich dermaßen ver⸗ brannte, daß es am Samstag Abend starb.
Heppenheim. Einem hiesigen Lehrer wurde ein 13 Jahre alter Knabe aus Frankfurt a. M., den er in Pflege hatte, am 7. d. Mis. von einer feinen, sehr reich geklei⸗ deten Dame, unter Vorspiegelung durchaus glaubbafter Umstände, entführt. Die Angaben der betreffenden Dame, welche eine vorgegebene nahe Verwandtschaft derselben zu dem Knaben zu bestätigen schienen, haben sich sämmtlich als falsch erwiesen und weder über den Verbleib des Knaben, noch den seiner Entführerin ist bis jetzt etwas zu ermitteln gewesen. Der Knabe ist für sein Alter nicht sehr groß, bat dunkelröthliche Haare und im Gesicht viele Sommer— *
Allerlei.
Ober⸗Ursel. Am 19. October fand dahier das erste altkatholische Begräbniß stalt. Der Verblichene, Karl Rampel, eine allgemein geachtete und beliebte Persönlich⸗ keit, gehörte zu den Gründern des hiesigen allkatholischen Vereins. Pfarrer Kühn von Landau war auf briefliche Anzeige sofort hierher geeilt. Seit langer Zeit hat Ober— Ursel keinen solchen Leichenzug gesehen. Mitglieder der Feuerwehr trugen die Leiche. Ihr folgten die übrigen Mitglieder der Feuerwehr und des Gesangvereins und eine unübersehbare Menschenmenge von hier und der Umgegend.
Wiesbaden. Frl. v. Langsdorf, welche vor einigen Tagen aus der Irrenanstalt Eichberg wieder in das hiesige Criminalgefängniß gebracht wurde, erfreut sich nach der „Mittelrh. Zig.“ des besten Wohlseins und wird sich, so⸗ bald die Voruntersuchung geschlossen, vor der hiesigen Strafkammer wegen ihrer Betheiligung an dem bekannten Spitzendiebssahl zu verantworten haben.
Schierstein. Am 19. October früh schoß mitten im Rheinstrom ein Fabrikbesitzer von hier einen gelblichgrauen, schwarzbraun gefleckten Seehund. Derselbe ist zwischen 3 und 4 Fuß lang und hat ein Gewicht von 24 Pfund. Merkwürdig bleibt es gewiß, daß dieses Seethier, das sich vom Mittelmeer und der Ost- und Nordsee bis ins nörd— liche Eismeer findet, im Rheine so weit aufwärts sich ver⸗ irrte. Der erlegte Seehund wurde sofort an den Pächter der Schiersteiner Jagd, Rentner Knoop in Wiesbaden, abgeliefert, und Letzterer hat ihn dem Museum als Ge— schenk übermacht.
Ems. Der seit dem 19. Seplember vermißte hiesige Natbsschreiber Wagener ist am 25. Sept. in Griesheim a. M. geländer und dort begraben worden.
Melsungen. Am 16. Oct. ist unsere Kreisstadt, in welcher in der Nacht vom 9. auf den 10. Dezember v. J. 38 Gebäude(darunter 16 Wohnhäuser mit 48 Familien- Wohnungen) niedergebrannt sind, abermals von einem schweren Brande heimgesucht worden. Siebenzehn Wohn⸗ gebäude sammt Scheunen und Stallungen liegen in Schutt und Asche. Die von dem Unglücke Betroffenen sind, wie man mittheilt, glücklicherweise fast sämmtlich wohlhabende Leute und gut versichert. Eine der Brandstiftung dringend verdächtige Person wurde sofort gesänglich eingezogen.
Köln. Der Berliu-Kölner Expreßzug, der am 17. d. M. Abends nach 9 Uhr hier eintreffen sollte, ist bei Borbeck auf offener Strecke entgleist. Der Zugführer und Bremser blieben auf der Stelle todt, der Packmeister und ein Post⸗ beamtet erlitten unerhebliche Verletzungen.
Konstanz. Die„Konstanz. Ztg.“ theilt zum Beweise, daß die von Kaiser Wilhelm in seinem Briefe vom 3. September d. J. ausgesprochenen Ansichten ihm keines- wegs neu seien, eine bisher nicht weiter bekannt gewordene Aeußerung desselben aus der Zeit seines Besuches in Kon⸗ stanz am 12. Sept. 1871, also vor zwei Jahren, mit. Als nämlich der Kaiser im Conciliums-Saale das Pech''sche Fresco⸗Gemülde betrachtete, welches den Triumphzug des Papstes Martin darstellt, sagte er mit Bezug auf Kaiser Sigismund, der zu Fuß gehend des Papstes Pferd am Zügel führt:„Das Erbe habe ich antreten müssen, aber die Zügel halten würde ich nicht.“
Berlin. Eine Wundergeschichte, welche in Verbindung mit einer Wallfahrt viel von sich reden machte, hat sich jetzt in sehr natürlicher Weise aufgelöst. Bei einer am 4. Juli d. J. statigefundenen Wallfahrt im Posen'schen
nach einem wunderthäligen Heiligenbilde sollte ein Stummer
plötzlich die Sprache wiedererlangt haben. Dieser Mann war vor mehreren Jahren als Soldat von einer Ohn— macht befallen worden, in Folge deren er unter Anderem die Sprache verloren haben wollte. Es wurde ihm daher die gesetzliche Invalidenpension gezahlt. Jetzt ist nun durch Zeugen festgestellt worden, daß der Mann schon am Tage vor der Wallfahrt, also am 3. Juli, munter gesprochen hat. Die Indalidenverwaltung hat daher dem Manne nicht nur die Pension entzogen, sondern auch eine Unter— suchung wegen Betrugs gegen ihn eingeleitet; hoffentlich wird darüber Näheres bekannt.
Landwirthschaftliches. A. Kleeseidevertilgung.
E. Den Verheerungen der Kleeseide sucht man wirk⸗ sam entgegenzutreten, daß man die von derselben über- wucherten Kleestellen mit Stroh überstreut und es dann verbrennt. Ueberall, wo dieses Verfahren umsichtig zur Anwendung kommt, ist der Erfolg ein durchaus sicherer. Weilere Versuche haben nun ergeben, daß sich ein gleich günstiges Resultat durch Anwendung einer verdünnten Keachsalzlösung bewirken läßt, welchem Verfahren die größere Billigkeit und bequemere Ausführbarkeit zur Seite stehen. Das neue Verfahren ist sehr einfach: Man löst eine Hand voll Kochsalz oder das billigere Viehsalz in einer gewöhn— lichen Gießkanne voll Wasser auf und überbraust damit ganz leicht die von der Kleeseide überwucherten Kleestellen. wobei man nur besorgt sein muß, daß auch die äußersten und jüngsten Ausläufer der Kleeseide davon betroffen werden. Wo die Beifuhr von Wasser unbequem oder unthunlich ist, läßt sich unter Ausschluß von Wasser ein Gleiches auch bewirken durch Ueberstreuen der Kleeseide— stellen mit trockenem Viehsalz, oder mit den in den Salinen lagernden billigen Salzrückständen, wie solche mit Kohlen— staub vermischt bereits als Düngemittel Verwendung ge— funden. Es wird das Salz mit der Hand(äynlich wie der Gyps) über die von der Kleeseide betroffenen Klee— llellen sorgfältig gestreut unter Beachtung der oben ange— gebenen Vorsicht. In allen diesen Fällen schwärzt sich die Kleeseibe sammt Klee unmittelbar nach dem Auf— bringen der Salzmasse; nach Ablauf von 12 Stunden ist die erstere vollständig abgestorben, während sich die lief— wurzelnde' Kleepflanze sehr rasch wieder erholt und ein neues kräftiges Wachsthum entfaltet. Auf didse Weise wurden schon Hunderte von Morgen Klee von gänzlicher Vernichtung gerettet.
B. Pflanzenwuchsbeschädigung durch Pappeln und Ulmen.
E. Während meistens angenommen wird, daß die nach⸗
87 Wurzeln auch wesentlich dazu beitragen können. Bel 0 3 Ausrotten obiger Bäume sei man sehr bedacht, alle ih Wurzeln, die sehr weit auslaufen, aus dem Boden entfernen, sonst vegetiren sie weiter fort, wie dies ih. Ausschläge bezeugen. Die Obstbäume, die man an f 0 Stelle setzen soll, breiten ihre Wurzeln nicht so weit aufk Nuße, Birn⸗ und Kirschbäume gehen mit ihren Wurzüsfd in die Tiefe; Zwetschen- und Aepfelbäume kommen dam nicht oder selten über den Graben der Straße hinaut wohingegen die Wurzeln der Pappeln und Ulmen mehrt Meter über die Chausseegräben hinaus an der Oberfläc (im Düngerbereiche) fortwuchern und enormen Schade verursachen. Bei den Obstbäumen dagegen ist der Wurzi⸗ schaden unbeträchtlich und wird er durch deren Nuß überboten..
Der Große Generalstab.
Der Große Generalstab der Armee, dess Thätigkeit im Frieden die Bearbeitung der Mob machung, der Märsche, Dislocationen und Truppe übungen, der Telegraphen- und Eisenbahnange legenheiten umfaßt, und der sich mit dem Kenneyy lernen der fremden Armeen und Kriegsschauplähhheteffen mit Herstellung der Karten und Pläne und übe haupt mit einem fortgesetzten Studium der Krieges G wissenschaften, Organisation, Militärgeo graph und der praktischen Telegraphie befaßt, besteh g boten gegenwärtig in seinem Hauptetat aus dem Chi en 4 Abtheilungschefs, 14 Chefs bei den Armeecorph einem Chef des Generalstabes der Artilleri 10 Stabsofficieren für den Großen Generalsta Darn 14 Stabsofficieren für die Generalcommandoß ge tät 30 Stabsofficieren für die Divisionen, 18 Hauff am tagemi leuten für den Großen Generalstab und 18 Haußl schnidt in leuten für die Armercorps. Außerdem im Nebel t sich etat 4 Abtheilungschefs, 7 Stabsofficiere und Un Wünse Hauptleute. Ferner an Beamten einen Plan n wegen kammerinspector, einen Vermessungsinspector, ei Expedienten der Kanzlei, einen Inspector di technischen Anstalten, 10 Ingenieur ⸗Geographenlsse 13 Registratoren, einen Botenmeister, 2 Kanzle h diener und 10 Hülfsarbeiter. Der Beschäftigung nach zerfällt der Große Generalstab in folgend sgtische Theile: 1) in drei Abtheilungen zur Bearbeituns at Berlin der fremden Armeen.(Jede Abtheilung hat ihresss Franhu Chef, unter dem eine Anzahl von Offizieren unssishen de Beamten arbeitet, deten Zahl fortwährend variirt,] essor Die erste Abtheilung bearbeitet die Armeen von— De Oesterreich, Rußland, Schweden und Norwegenssleler u Dänemark, Türkei, Griechenland und Asten; di ehntistt, zweite: Preußen, Deutschland, Italien und Schweiß n, pe die dritte: Frankreich, Großbritannien, Belgieß, eule dis Niederlande, Spanien, Portugal und Amerika, Innen wi Ferner besteht eine Eisenbahnabtheilung, welch ihm eine sich die genaueste Kenntniß über die Eisenbahne des In- und Auslandes zu verschaffen hat; beh Bearbeitung der Fahrpläne und Fahrdisposition für Friedens- und Kriegstransport, sowie Vorbereitung derjenigen Thätigkeit zu treffen 9 die für die Benutzung der Eisenbahnen in der ing g Instruction für das Etappen- und Eisenbahnwest amen vorgeschrieben ist. 2) Die kriegsgeschichtliche Ar dann theilung. 3) Die geographisch'statistische Abthessurf lung. 4) Die topographische Abtheilung. 5) Dolssihm bin Bureau der Landestriangulation. 6) Die Plau h Um kammer. 7) Das Inspectorat der technischil uin denn Anstalten. 8) Das Centraldirectorium für dalsfh gung Vermessungawesen im preußischen Staate, dessessie solch, Vorsitzender der jedesmalige Chef der Armee issssang ih
Verloos ungen. 5 Prioritäts⸗Anlehen der hess. Ludwig Eisenbahn. Ziehung vom 26, Sepibr. 1873— Hein zahlung am 1. Januar 1874. Lit. A. Nr. 67 71 10 0 251 255 327 348 à 1000 fl. Lit. B. Nr. 14 68 140 233 250 à 500 fl. Lu. C. Nr. 13 47 76 89 fl Agen de 200 336 355 373 à 250 fl. And dig Badische 35 fl. Loose vom Jahre 1845. 0 küchen winn⸗Ziehung vom 30. Sept. 1873.— Heimzahlung au d 1. April 1874. Gezogene Serien: Nr. 139 140 201 i 367 432 455 552 617 652 884 928 1024 1058 fle Auters 1702 1796 1885 1895 1935 2025 2060 2136 22 J da 2309 2883 2414 200% 2598 2784 2853 2084 200 fand 3157 3191 3300 3332 3445 3465 3490 3723 4720 0 5504 3516 301 3058 3988 4044 4407 417 4 es de 4296 4300 4659 4697 4754 4780 4792 4949 507% 5065 5241 5258 5289 5311 5484 5494 5702 late vor
5802 5804 5830 5880 5900 6129 6263 6459 fag d 7188 7455 7942. Gewinne: Nr. 294980 à 35000] bes — Nr 172243 à 10000 fl.— Nr. 32577 à 5000 Da
theilige Einwirkung der Pappeln an Straßen auf die Nr. 117904 120655 142604 285067 289412 4 20
nebenstehenden Pflanzen durch Beschattung verur acht wird, hat man in neuerer Zeit erfahren, daß deren
—. Nr. 96711 101213 142629 149464 166577 17 J reist 197881 239570 290062 291462 294966 313134 2 100,
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